Margret Steenfatt Ich, Paula

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Inhaltsangabe zu „Ich, Paula“ von Margret Steenfatt

"Margret Steenfatt verklärt Paula Modersohn-Becker nicht zur frühen Feministin. Sie spürt einfühlsam den privaten Lebens- und Arbeitsbedingungen und darüber hinaus den Verhältnissen der Zeit nach, gegen die sich Paula durchsetzen konnte und deren Druck sie doch immer wieder unterlag." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Frauen werden nicht leicht etwas Ordentliches erreichen", notierte Otto Modersohn 1905 in seinem Tagebuch. Damit meinte er auch seine Ehefrau Paula Becker. Die Familie wollte, dass sie Lehrerin wird, Paula wollte Malerin werden - und sie wurde Malerin. Sie wollte Außergewöhnliches leisten und hat es geschafft. In ihrer Kunst hat sie alte Wertvorstellungen überwunden; im Privatleben hat sie es oft nicht gewagt. Als sie 31-jährig stirbt, gehört sie mit ihrem Werk zu denen, die eine neue Kunst-Epoche in Europa einleiteten. Doch diese Leistung steht im Schatten der Erwartungen, die eine Frau um 1900 zu erfüllen hatte.

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  • Interessante Biographie einer starken Frau

    Ich, Paula
    Arbutus

    Arbutus

    Margret Steenfatt ist eine Frauenbewegte. Das spürt man vom ersten Buchstaben an. Am Anfang ist das allerdings ziemlich nervig, da die Autorin etwas dick aufträgt. Die später zusammengetragenen und logisch miteinander verbundenen Fakten über Paula Modersohn-Becker lassen aber keinen Zweifel, dass die Autorin mit ihren etwas plakativ wirkenden Anfangsstatements recht hatte. Durch den Namen Modersohn, so die Autorin schlüssig im astronomisch kurzen Vorwort, sei "Paula Becker anscheinend unlösbar an einen Menschen und einen Lebensraum gekettet gewesen..." Das stimmt und es stimmt nicht. Denn heute hat Paula Modersohn-Becker ihrem Mann Otto Modersohn an Berühmtheit längst den Rang abgelaufen. Aber natürlich stimmt es, insofern die Autorin sich auf Paulas eigene Aussage bezieht, nachdem sie sich im Februar 1906 von ihrem Mann getrennt hatte: "Nun weiß ich gar nicht wie ich mich unterschreiben soll. Ich bin nicht Modersohn und ich bin auch nicht mehr Paula Becker. Ich bin          Ich und hoffe, es immer mehr zu werden. [...]" Insofern ist der Titel des Buches "Ich, Paula" überzeugend gewählt. Leider erscheinen mir Zitate, Fakten und Mutmaßungen im ersten Kapitel noch etwas unfertig aneinandergereiht. Über Paulas Kindheit erfahren wir nichts, stattdessen eine Menge Betrachtungen der Autorin zur Benachteiligung von Frauen und Mädchen im 19. Jh. So bedeutend dieses Phänomen der Ungleichheit der Geschlechter für die Biographie einer Frau des 19. Jahrhunderts auch sein mag, die Autorin trägt hier für meinen Geschmack zu dick auf. Äußerungen wie "Sie wendet sich mit ihrem Anliegen [Malerin werden zu wollen] jedoch an die falsche Adresse, an den Mann, weil sie keine Ahnung von der Frauenfrage hat" wirken ein bisschen platt. Dabei hat die Autorin ja gar nicht so unrecht. Und die Problematik gewinnt im Laufe des Buches an Konturen, man begreift, wie wichtig es für Paula war, sich von ihren mächtigen Übervätern zu lösen, angefangen beim eigenen Vater, über ihren Lehrer Fritz Mackensen, bis zu ihrem späteren Ehemann, Otto Modersohn. Man erfährt, dass Paula 16-jährig nach England geschickt wird, um von einer gestrengen aristokratischen Tante ausgebildet zu werden. Offensichtlich hat sie Heimweh. Es gelingt ihr aber, zumindest auf kurze Zeit, in eine englische Kunstschule einzutreten. Bis sie krank wird und  die Sache abbrechen muss. Der Druck, es neben ihrer eigenen Selbstentfaltung auch noch allen anderen rechtmachen zu müssen, war wohl zu viel. Später hilft ihr die Mutter, ein Kunststudium in Berlin aufzunehmen, gegen den ausdrücklichen Willen des Vaters, der aber zu sehr mit seinem eigenen Kampf gegen den gesellschaftlichen Abstieg beschäftigt ist, um etwas dagegen zu unternehmen. Paula lässt sich von der konservativen Kunstauffassung und der harschen Kritik ihres kunstbeflissenen Vaters nicht irremachen. Ihr Glück, dass die Mutter sie aus dem Hintergrund unterstützt und fördert. Wirklich aufschlussreich wird das Buch für mich dort, wo es eintaucht in Paulas Ringen um ihren eigenen Stil, wo man als Laie eine Ahnung davon bekommt, wie sich die Kunst zu jener Zeit entwickelte und neu ausformte. Die Knappheit des Berichtens, die anfänglich in meinen Augen eine gewisse Oberflächlichkeit erzeugte, wird allmählich zum Vorteil: die Autorin beobachtet und beschreibt präzise das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Paula und ihren engsten Freunden, allen voran Rainer Maria Rilke, Clara Westhoff und Otto Modersohn. Besonders spannend fand ich, dass Rilke nicht nur in die junge Paula unsterblich verliebt war, sondern auch ihre Bedürfnisse, sich als Künstlerin fortzuentwickeln viel offener wahrnahm und schätzte als ihr Ehemann Otto Modersohn. Dieser kann schon mit Paris nichts anfangen, der Metropole, deren fortschrittlichen Geist Paula so liebt und in dem sie aufblüht. Es bleibt ein Kritikpunkt dieser Biographie, dass sie durch die anfangs etwas aufdringliche frauenbewegte Positionierung skeptisches Klientel eher vergrault. Überwindet man sich aber und liest weiter, wird man (mit einem n oder auch zweien) dies nicht bereuen. Margret Steenfatt zeichnet ein wohlrecherchiertes, anschauliches und schlüssiges Bild der berühmten Malerin.

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