Margriet de Moor Schlaflose Nacht

(7)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 1 Follower
  • 0 Leser
  • 4 Rezensionen
(1)
(4)
(2)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Schlaflose Nacht“ von Margriet de Moor

Niemand hätte gedacht, dass sie bleiben würde. Nachdem passiert war, was alle nur das Unglück nannten: der Schuss im Chicorée-Treibhaus. Sie blieb, aber sie wollte nicht wie eine Nonne leben. Deshalb gab sie eine Anzeige auf, unmissverständlich. Die Begegnungen mit den unbekannten Männern verliefen stets nach demselben Muster: kennenlernen, erzählen, eine gemeinsame Nacht. Dabei ließ sie die Erinnerung an ihren toten Mann jahrelang nicht los. Und immer wieder die Frage: Warum hatte er es getan? – Bis zu jenem eiskalten Tag und jener schlaflosen Nacht. Margriet de Moor erzählt in ihrem unverkennbaren Ton eine schmerzliche Liebesgeschichte, von Abschied und Tod, Wut und Eifersucht und von der Möglichkeit eines Neubeginns.

Tiefgründige Novelle, die unter die Haut geht

— RosaEmma
RosaEmma

Eine Geschichte über die Kraft der Erinnerung. Sprachlich sehr schön, inhaltlich konnte mich das Buch aber leider doch nicht so überzeugen.

— PaulaAbigail
PaulaAbigail

Sicherlich nicht schlecht, aber für mich nicht das Richtige.

— photovivie
photovivie

Stöbern in Romane

Das Ministerium des äußersten Glücks

Nach dem ersten Drittel hat es mich nicht mehr losgelassen. Eine absolut einmalige Leseerfahrung, die ich nicht hätte missen wollen!

Miamou

Töte mich

Ein typischer Nothomb mit spannender Handlung und dynamischen Dialogen.

Anne42

Die Zeit der Ruhelosen

Spannende Erlebnisse, menschliche Tragödien: Die Protagonistinnen und Protagonisten scheitern alle.

Tatzentier

Damals

Romantische Sommergeschichte um eine Familie und ein altes Pfarrhaus,,,

Angie*

Die Hauptstadt

Ein Roman über Brüssel und die EU - so bunt und vielfältig wie die Institution selbst.

hundertwasser

Heimkehren

Ein grandioses Debüt! Sehr empfehlenswert!

Blubb0butterfly

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine leise Novelle

    Schlaflose Nacht
    PaulaAbigail

    PaulaAbigail

    21. February 2017 um 17:39

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Frau; seit jeher verbringt sie die schlaflose Zeit nicht mehr im Bett, sondern beim Backen – diese Tätigkeit umrahmt die Novelle, gibt einen bestimmten Takt vor. Nach nur vierzehn Monaten Ehe, brachte sich ihr Mann Ton um, ohne einen Abschiedsbrief zu hinterlassen; seither leidet sie unter Schlaflosigkeit und sie erinnert sich, wie sie das immer und immer wieder getan hat. Es ist eine leise Novelle über den Schmerz und das Erinnern, aber auch eine Hymne an die Veränderung und den Mut zu Neuem. „Sie psychologisiert nicht, sie pathologisiert nicht, sie erklärt nicht, sie urteilt nicht. Sie erzählt einfach – mit ihrer ganzen Lebensklugheit und Erfahrung und mit leisem Humor.“ (Sigrid Löffler, Literaturkritikerin und Publizistin) Inhaltlich – muss ich zugeben – konnte mich das Buch nicht so ganz für sich gewinnen, aber dank de Moors sprachlichen Feinheiten, habe ich es trotzdem gerne gelesen. Vielleicht fehlt mir zu diesem Buch (inhaltlich) tatsächlich noch Lebenserfahrung; empfehlen würde ich es deshalb eher an ältere Leser/-innen.

    Mehr
  • Backen gegen die Schlaflosigkeit

    Schlaflose Nacht
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    03. October 2016 um 12:42

    Die erzählte Zeit in Margrit de Moors bereits 1989 im Original und 1994 in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Auf den ersten Blick“ nun in neuer Übersetzung erscheinenden Novelle umfasst, ganz wie der Titel verrät, nur eine Nacht. Es sind sogar nur einige wenige dieser Nachtstunden, genau so lange, wie die Zubereitung von Herrnhuter Sandküchlein, Apfelkuchen, Bretonischer Schinkenquiche und, in dieser Nacht, noch Russischem Napfkuchen dauert.Denn die bis zum Ende der Novelle unbenannte Ich-Erzählerin leidet in dieser Nacht unter einer ganz besonders hartnäckigen Schlaflosigkeit. Durchwachte Nächte sind für sie seit „damals“ eigentlich die Regel. Manchmal versucht sie sie in den Armen von durchs Internet gemachten Männerbekanntschaften zumindest für ein paar Stunden zu entfliehen. Und tatsächlich liegt auch in diesem Moment ein Mann in wohlig sattem Schlaf in ihrem Bett. Allein in dieser Nacht gelingt diese Art der Betäubung nicht, kommen ihr, vielleicht gerade weil sie mit dem Unbekannten eine ungewohnte Nähe verspürte, sie ihm über die sonst üblichen Maße zugetan war, kommen ihr massiv Gedanken an „damals“, die sie doch gerade durch das Befriedigen ihrer sexuellen Bedürfnisse zu betäuben versucht.„Damals“, das war die kurze, selige Zeit ihrer Liebe zu und Ehe mit Ton, die fürs Leben gedacht war und doch nur 14 Monate dauerte, ihr „Lebensmensch“, den sie doch so wenig kannte, dass sie völlig überrumpelt wurde von seinem Selbstmord. Kein Abschiedsbrief, kein noch so gründliches Wühlen haben ihr seitdem erklären können Warum, was da geschah. Auch zwanzig Jahre später raubt ihr das im wahrsten Sinne des Wortes den Schlaf. „Ein ganz normaler Mann, der keine eineinhalb Jahre meines Lebens mit mir geteilt hat, hatte sich nach einem Schuss in einem Treibhaus in ein wahnsinnmachendes Geheimnis verwandelt.“Nun in ihrer Küche schweifen ihre Gedanken zu der kurzen glücklichen Zeit mit Ehemann Ton, der Zeit nach seinem Selbstmord, ihren späten Bemühungen, ihn gewissermaßen nachträglich kennenzulernen. Margrit de Moor erzählt von dieser „unerhörten Begebenheit“ in ihrer bekannt virtuos nüchtern-klaren Sprache. Psychologisch genau und behutsam, wie auf leisen Sohlen. Wenn der Kurzzeitwecker klingelt, schließlich auch der Napfkuchen gar ist, weiß die Ich-Erzählerin auch nicht mehr als zuvor. Aber eine weitere schlaflose Nacht ist überstanden.

    Mehr
  • Die Frage nach dem "Warum"

    Schlaflose Nacht
    RosaEmma

    RosaEmma

    17. September 2016 um 15:03

    Auf die profilierte niederländische Schriftstellerin Margriet de Moor bin ich durch ihren brillanten Roman Der Maler und das Mädchen aufmerksam geworden, der mich sehr beeindruckt hat. Ihr einnehmender, klarer und poetisch-sinnlicher Erzählstil hat mich sofort gefangen genommen. Insofern war ich auch schon sehr gespannt auf ihre jüngst vom Hanser Verlag veröffentlichte Novelle Schlaflose Nacht, die in den 70er/80er Jahren in Holland spielt. Mit diesem Werk offenbart uns de Moor eine weitere Facette ihres schriftstellerischen Könnens: Mittels ihres profunden psychologischen Verständnisses katapultiert sie uns in die Gedankenwelt der namenlosen Ich-Erzählerin, eine junge Witwe, die in einer Nacht, in der sie wieder einmal keinen Schlaf findet, ihre kurze Ehe mit ihrem Mann Ton fragmentarisch Revue passieren lässt. Nach nur 14 Monaten des gemeinsamen Glücks hatte sich Ton plötzlich und ohne Vorzeichen im Gewächshaus erschossen – ein furchtbarer Schock für seine Familie und insbesondere für seine junge Frau, die am Boden zerstört ist und keine Erklärung für den Suizid ihres Mannes finden kann – zumal er auch keinen Abschiedsbrief hinterlassen hat. Schlimmer als das Mitleid ist der unausgesprochene Vorwurf in ihre Richtung, den sie in jedem Blick der Dorfbewohner zu erkennen meint. Sie, die Zugezogene, die stets eine Fremde blieb, obwohl sie als Lehrerin der Dorfschule äußerst beliebt ist, fühlt sich plötzlich verloren und unsagbar allein. Doch entgegen aller Erwartungen zieht sie nicht fort, sondern bleibt in dem Haus, das Ton mit viel Liebe und Bedacht für sie beide eingerichtet hat, als ob sie hofft, doch irgendwann Tons geheimen Grund für seinen Selbstmord zu entdecken. Eine Erklärung für das Unerklärliche Einzig Tons resolute Schwester Lucia schafft es, sie aus ihrer Lethargie und Trauer zu reißen und rät ihr, nachdem einige Zeit vergangen ist, sich nicht abzukapseln, sondern einen neuen Mann zu suchen. Obwohl sie diesen Vorschlag zunächst für nicht angebracht hält, gibt sie mit Lucias Hilfe eine Anzeige auf – und arrangiert ein Treffen mit einem Mann, der in der Redaktion einer historischen Enzyklopädie arbeitet. Nach ihrer ersten gemeinsamen Nacht macht sie das, was sie immer tut, wenn sie nicht mehr schlafen kann: Sie backt Kuchen und lässt sich dabei von Erinnerungen an die Zeit des Kennenlernens und den Beginn ihrer Liebe zu Ton übermannen. Schließlich kommt sie zu der bitteren Erkenntnis, dass sie von ihrem Mann eigentlich nur sehr wenig wusste, denn warum sonst konnte sie seine Tat nicht erahnen, geschweige denn verhindern? Für sie war es eine stille Liebe von zwei Menschen, die sich auf Anhieb und ohne viele Worte verstanden – doch vielleicht war sie ja auch zu still? Die Frage nach dem „Warum“ lässt sie nicht los, und sie beschließt, eigene Nachforschungen anzustellen. So spricht sie u.a. mit Tons Stiefmutter Mieke, die ihn nach dem frühen Tod seiner Mutter stets liebevoll umsorgte, und hofft, bei ihr eine Erklärung zu finden. Doch auch hier kommt sie nicht weiter. Aus lauter Verzweiflung durchsucht sie schließlich Tons Sachen und stößt dabei auf einen merkwürdigen Parkschein und eine mysteriöse Unbekannte. Voller Enttäuschung und Wut folgt sie dieser letzten Spur ihres Mannes, aber wird sie ihr die Erklärung bringen, auf die sie so verzweifelt hofft? Eine tiefgründige Novelle, die unter die Haut geht Mit Schlaflose Nacht ist Margriet de Moor eine bemerkenswerte, sehr berührende Erzählung gelungen, die ihresgleichen sucht. Sehr behutsam nähert sie sich in ihrer kleinen Novelle den großen Themen des Lebens an: Liebe, Verlust, Trauer und Neuanfang. Über allem schwebt die stets wiederkehrende Frage nach dem „Warum“, die wir in so vielen Phasen unserer Existenz stellen und auf die wir in den seltensten Fällen eine Antwort erhalten. Mit einem Mosaik aus Rückblenden, Gedankenfragmenten und Momentaufnahmen ihrer Protagonistin lässt de Moor uns an einer ganz unspektakulären und doch so innigen Beziehung zweier Menschen teilhaben, die durch Tons nicht nachvollziehbaren Freitod ein jähes Ende findet. Sie nimmt uns mit durch das Gefühlslabyrinth ihrer Erzählerin, die nach einem Fall ins Bodenlose ganz langsam ins Leben zurückfindet. Und in vielen kleinen Dingen finden wir uns sogar wieder, insbesondere dann, wenn uns Trauer und Wut schon einmal sprach- und mutlos gemacht haben. De Moor zeigt uns auch, was den Menschen in solch dunklen Momenten ausmacht: Die Fähigkeit, nach vorne zu schauen, sich der Liebe zu erinnern, sich mit Vergangenem zu versöhnen und einen Neuanfang zu wagen. All dies offenbart uns de Moor in dieser kurzen Novelle mit einer expressiven und stimmungsvollen Sprache, die ins Herz trifft und die Essenz unseres Menschseins bewegt. Mein Fazit: Sehr lesenswert!

    Mehr
  • Schlaflose Nacht

    Schlaflose Nacht
    photovivie

    photovivie

    27. July 2016 um 18:40

     Margriet de Moor ist niederländische Autorin, Jahrgang 1941. Schlaflose Nacht erschien in einer früheren Fassung vor über zwanzig Jahren unter dem Titel Auf den ersten Blick.Eine Frau erlebt zum wiederholten Male eine schlaflose Nacht. Sie denkt zurück an ihre kurze Ehe, die mit dem Suizid ihres Mannes endete; an das Kennenlernen und an die Zeit nach seinem Tod und ihrer Spurensuche nach dem Grund. Zugleich erzählt sie von dem Treffen mit einem Mann, einer von vielen, den sie nach Aufgeben einer Anzeige traf, um nicht mehr alleine sein zu müssen. Auch er durchlebte eine schwere Trennung. Und womöglich bedeutet diese Begegnung ja nun endlich eine Veränderung im Leben dieser Frau, die sich nicht von ihrer Vergangenheit lösen kann.Mein Leseverhalten dieser Novelle war sonderbar. Die ersten zwei Seiten hatte ich starke Probleme mit dem Schreibstil. Ich wusste gar nicht recht, ob ich weiterlesen kann. Ich stockte viel, musste beinahe jeden Satz einzeln wiederholen, um ihn aufzunehmen. Doch nach weniger als fünf Seiten war ich absolut gefesselt und verschlang die nächsten Seiten, bis ich keine Möglichkeit mehr hatte, weiter zu lesen. Als ich dann etwas später weiter las, fiel mir der Einstieg wieder schwer, sodass ich es wieder beiseite lag. Auch am nächsten Tag kam ich nicht wieder rein; erst die letzten dreißig Seiten war ich dann wieder gebannt.Schwer fiel mir auch das Thema, das sehr schwer ist; leichter möglicherweise, wenn man sich eher mit der Protagonistin identifizieren kann (Verlust des Partners oder eine Scheidung, Einsamkeit, Älterwerden). Margriet de Moor machte es mir nicht unbedingt leicht, mich in sie hineinzuversetzen oder Mitgefühl mit ihr zu empfinden.Was de Moor allerdings als tolle Autorin kennzeichnet, ist der Aufbau der Geschichte mit seinen Auf und Abs und gelegentlichen Erzählsprüngen, denen ich aber immer gut folgen konnte.Auf der Rückseite des Schutzumschlags findet sich ein Zitat der Publizistin und Literaturkritikerin Sigrid Löffler, die de Moors Schreibstil sehr gut beschreibt:Sie psychologisiert nicht, sie pathologisiert nicht, sie erklärt nicht, sie urteilt nicht. Sie erzählt einfach – mit ihrer ganzen Lebensklugheit und Erfahrung und mit leisem Humor.Für mich war Schlaflose Nacht nicht das richtige Buch. Andere erwartet aber eine für sie möglicherweise großartige Novelle.Schau für weitere Rezensionen doch gern mal auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

    Mehr