Margrit Schriber Das Lachen der Hexe

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 15 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(9)
(3)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Lachen der Hexe“ von Margrit Schriber

Im Jahr 1753 stirbt Anna Maria Gwerder im Gefängnis von Schwyz an den Folgen der Folter, noch bevor sie in einem ordentlichen Verfahren als Hexe verurteilt werden kann. Der Witwe des Bezirksvorstehers Meinrad Gwerder, die im Muothatal revolutionäre Neuerungen einführen wollte, wurde ihre Tüchtigkeit zum Verhängnis. Margrit Schriber erzählt ihr Schicksal in seiner erschreckend zwingenden Logik im Denken der damaligen Zeit.

Mir tut heute alles weh, ich fühle mit Anna Maria.

— Binea_Literatwo
Binea_Literatwo

... und schon haben Sie der Gerechtigkeit Genüge getan und ein kleines Stück dazu beigetragen, die Ehre der Kastenvögtin wieder herzustellen ... eine großartige Leistung.

— LEXI
LEXI

Vor diesem Roman verfasste ich ein Exposé und liess es über 10 Jahre liegen. Dann hat ein Theaterensemble einen Stoff gesucht und "Die Kastenvögtin" mit überwältigendem Erfolg gespielt, Ich glaube das halbe Muotathal war da, die Jungen haben getobt vor Begeisterung. Dies machte mir Lust die Forschung weiter zu treiben und ich habe den Text zum Roman erweitert. In jener Region übertraf der Verkauf den Erfolg von Harry Potter bei weitem. Das Theaterensemble geht jetzt auf Tournee mit diesem Stück.

— Margrit Schriber
Margrit Schriber

Die ersten Zeilen ziehen mich ins Muotatal - ein Strudel entfaltet sich und ich staune.

— Mr. Rail
Mr. Rail

Stöbern in Romane

Drei Tage und ein Leben

Ein beklemmendes Buch, stellenweise schwer zu verdauen. Negativ: unerträglicher Protagonist.

Lovely_Lila

Zeit der Schwalben

Eine spannende und berührende Familiengeschichte

SarahV

Die Schlange von Essex

Von der Handlung her hätte ich mir gern mehr Tiefe gewünscht, aber von der Versinnbildlichung bin ich mehr als begeistert.

herrzett

Mein dunkles Herz

Super schönes Cover, aber vom Inhalt bin ich leider nicht überzeugt.

Janinezachariae

Töte mich

großártig wieder eine echte nothomb

mirin

In einem anderen Licht

Wie viel gutes muss man tun, um Vergangenes wieder gut zu machen? - Eine bewegende Geschichte über Verrat und Trauer

lillylena

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Das Lachen der Hexe" von Margrit Schriber

    Das Lachen der Hexe
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    03. March 2010 um 17:09

    Für uns sind keine Flügel vorgesehen – doch eine Schwungfeder ist gewiss auch uns zugedacht. Gerade heute habe ich eine Menge Schwung und würde diesen gern an Anna Maria weitergeben und ihr auch zu gern Flügel schenken. Eine starke und tapfere Frau, die ihr Leben lang nie den Kopf in den Sand gesteckt, sondern gekämpft hat und die Leute hat reden lassen, auch wenn es noch so weh tat. Hochachtung an diese Anna Maria! Der Song von einer bekannten deutschen Musikgruppe „Lasse redn“ wäre für sie sicher eine gute Bestärkung auf ihrem Lebensweg gewesen. „Jetzt wirst du natürlich mit Verachtung gestraft, bist eine Schande für die ganze Nachbarschaft. Du weißt noch nicht einmal genau, wie sie heißen, während sie sich über dich schon ihre Mäuler zerreißen.“ (Die Ärzte) Anna Maria wird als Hexe betitelt, aus Neid der anderen Bewohner, es wird ihr nichts gegönnt, ohne Pause wird nach Fehlern an und in ihrer Person gesucht. „Lass die Leute reden und hör einfach nicht hin. Die meisten Leute haben ja gar nichts Böses im Sinn. Es ist ihr eintöniges Leben, was sie quält, und der Tag wird interessanter, wenn man Märchen erzählt.“ (Die Ärzte) Anstatt sich selbst an die Nase zu fassen, ist es natürlich einfacher, über andere zu reden, einfacher anderen Leuten das Leben schwer zu machen. Gefangen im Turm zu Schwyz, denkt Anna Maria zurück an ihre schönen Tage, denn ein Menschenalter zerfällt nie nur in Glücks- und nie nur in Unglückstage. Trotz der Qualen, der falschen Verurteilungen schöpft Anna Maria bis zuletzt die Kraft aus den sonnigen Seiten des Lebens, bleibt ihrer Linie treu, denn sie hat sich nichts vorzuwerfen. Ihre Tüchtigkeit, in den noch unbetretenen Neuschnee in ihrem Leben Spuren zu hinterlassen, wird ihr aber trotz allem zum Verhängnis und der letzte Bewohner im Muotatal gibt erst Ruhe, als das letzte Wort gesprochen und Anna Maria nicht mehr unter den Bewohnern ist. Beim Lesen dieses Buches hatte ich Schmerzen, es schmerzt mich immer noch, an Anna Maria zu denken. Margrit Schriber lässt den Leser wieder tief fühlen, weit denken und bremst geschickt mit gezielten Sätzen, mit Sätzen, die sich nicht sofort verarbeiten lassen, den Lesefluss aus. Ein Zuklappen des Buches und Nachspüren, was soeben beschrieben wurde, ist zwingend. Ein erneutes Aufklappen ist dann wie ein neuer Tag, an dem man wieder die lachende Sonne zwischen den ganzen dunklen Wolken sucht. Das Lachen der Hexe und Die falsche Herrin kommunizieren miteinander, diese beiden Bücher habe ich in kurzem Abstand gelesen und gerade dies tat dem Leserherz sehr gut wie auch sehr schlecht. Beide Anne Maria´s sind so unterschiedlich und dennoch so gleich in ihrer Botschaft, dass ein Trennen dieser beiden Gesamtkunstwerke für mich kaum möglich ist.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Lachen der Hexe" von Margrit Schriber

    Das Lachen der Hexe
    Claudia-Marina

    Claudia-Marina

    17. January 2010 um 17:09

    „Mir ist kalt, mein Weg ist leer, diese Nacht ist grau und kalt und schwer, sie hält mich fest und gibt mich nicht mehr her. Ich bin gefangen, ich wach nicht auf und die letzten Lichter geh'n bald aus. Ich seh' mich fallen, doch ich geb nicht auf.“ (Juli – Dieses Leben) Anna Maria Gwerder, die Frau des Kastenvogts ist eine Fremde in Muotathal. Eine Zugezogene. Das reicht den Leuten schon, um sie ein wenig schräg von der Seite anzuschauen. Sie eröffnet einen Krämerladen, eine Kneipe. Lässt Frauen dort arbeiten. Bedient Soldaten, fremde Männer. „Wie kann sie nur?“ höre ich die Leute murmeln. „Als Frau.“ Nein, sowas gehöre sich nicht für eine anständige Frau. Sie wird ausgegrenzt. Sie lacht zu laut, zu unbändig. Ihr Mann stirbt. Sie lacht noch immer; zu laut, zu unbändig. Passt nicht in das Bild der gottesfürchtigen, trauernden Witwe. Sie lebt ihr Leben. Doch sie darf es nicht leben. Sie wird fortan für jedes Unglück verantwortlich gemacht; für Unwetter, Missernten, Unfälle. Schnell kommt ein schwerer Vorwurf auf. Hexe. Anna Maria Gwerder, die Witwe des Kastenvogts sei eine Hexe. Als solche wird sie gemieden, gejagt, gefangen. Abtransportiert wie ein Tier. Gefoltert. Bis sie letztendlich stirbt. Margrit Schriber erzählt die Geschichte einer Frau im 18. Jahrhundert, die durch Vorurteile an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird, bis sie schließlich über den Rand hinaus fällt; und sie erzählt sie so ergreifend und eindringlich, dass die Zeit zur Nebensache wird. Anna Maria Gwerder könnte auch heute leben. Mitten unter uns. Das gleiche Schicksal erleiden. Gerade das ist für mich das Schockierende an dem Buch. Ich sehe mich als Leserin selbst in die Roller der Außenseiterin gedrängt. Ich versuche Anna Maria zu sehen, sie als Person wahrzunehmen, doch die Gemeinde steht zwischen uns. Erst als es zu spät ist, kann ich ihre ganze Persönlichkeit wahrnehmen, mit ihr leiden. Doch nun stehe ich hilflos neben ihr, zum Nichtstun verdammt. Ich kann ihr nicht mehr helfen. Ich spüre Wut, Trauer und Verzweiflung; es sind keine schönen Gefühle, denen mich Margrit Schriber hier aussetzt. Und zum Schluss kommt die bittere Erkenntnis: Auch ich könnte Anna Maria Gwerder sein. „Nimm mir die Kraft, nimm mir das Herz, nimm mir alle Hoffnung und all den Schmerz aus meiner Hand und gib sie nicht mehr her. Was soll das sein, wo soll ich hin, wo sind meine großen Helden hin? Auch wenn wir geh'n, weiß ich nicht, wohin.“ (Juli - Dieses Leben)

    Mehr
  • Rezension zu "Das Lachen der Hexe" von Margrit Schriber

    Das Lachen der Hexe
    LEXI

    LEXI

    20. December 2009 um 20:16

    „Das Lachen der Hexe“ ist jenes Buch der Autorin Margrit Schriber, das mich am meisten betroffen machte, am stärksten beeindruckt hat. Im Geschichts-Unterricht der Schulzeit wurde die Zeit der Hexen-Verfolgungen in vergangenen Jahrhunderten zwar erwähnt, deren tiefes Ausmaß und Bedeutung für die Betroffenen jedoch wurde mir hier zum ersten Mal nachhaltig zu Bewusstsein gebracht. „Wo war Gott?“ fragt Margrit Schriber im Buch. Ja, wo war Gott, als er zugelassen hat, wie eine rechtschaffene Frau durch Missgunst und Habgier der Ortsbevölkerung denunziert und zur „Hexe“ gemacht wurde? Wo war Gott, als Schicksalsschläge diese Frau trafen, die Menschen sich jedoch von ihr abwandten und ihr die Schuld an allen Unglücksfällen und Naturkatastrophen gaben? Und wo war Gott in den schweren Tagen der Folter, als die Verzweiflung und der Schmerz kein Ende nehmen wollten, als auch die engsten Verwandten resignierten,sich aufgrund massiver Drohungen von Anna Maria Gwerder abwandten? Ja, wo war Gott …

    Mehr
  • Rezension zu "Das Lachen der Hexe" von Margrit Schriber

    Das Lachen der Hexe
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    20. December 2009 um 13:47

    “Wäre ich hier, wenn ich zaubern könnte? Ihr fragt. Ich antworte. Doch jede Antwort haltet Ihr für eine Lüge.” Ich bin erkältet. Von leichten Fieberschüben geschüttelt und von Halsschmerzen geplagt. Und doch begebe ich mich in die kühle Schweizer Bergwelt und betrete auf geheimen Pfaden das abgelegene Muotatal. Idyllisch wirkt das Panorama und gastlich scheint es zu sein. Weit entfernt von den Lebensadern der Welt ist die dörfliche Gemeinschaft der Menschen die einzige Lebens-versicherung und eine Basis für das wenige Glück, das hart erarbeitet und gepflegt werden muss. Schön ist es hier. Das Innen scheint intakt, das Außen eher geduldet, denn willkommen. Und doch birgt die leise fließende Muota ein schreckliches Geheimnis - ein Geheimnis aus der Innenwelt der Gemeinde Muotathal. Ein Vorfall aus längst vergangener Zeit hängt wie ein Schleier über der Gegenwart, scheint Sinnbild und Mahnmal zugleich zu sein. HEXENJAGD. Im Jahr 1706 heiratet der angesehene Vogt Meinrad Gwerder eine Auswärtige. Anna Maria Schmidig aus Steinen. Befremden über diese Wahl schlägt ihm und seiner Frau entgegen. Ein Einbruch in das Innenleben der abgeschiedenen Gemeinschaft könnte nicht schlimmer wiegen. Anna bringt mit ihren Ansichten, ihrem Wesen, ihrem Lachen und ihrem weiblichen Selbstbild frischen Wind ins Muotatal. Einen Wind jedoch, der Sturm erzeugt. Als ihr Mann stirbt wendet sich die Gemeinde geschlossen gegen die nun schutzlose Frau. Aus einer Geduldeten wird eine Auszustoßende. Sie wird mit ihren Kindern einem Vormund unterstellt, verliert Namen und Besitz, Anspruch und Ehre, Selbstwert und Achtung. Kollektiv überschüttet man die Fremde mit Verdächtigungen und macht sie für alles Unglück der Welt verantwortlich. Man unterstellt ihr fehlenden Glauben und magische Kräfte. Man malt sich ein Feindbild aus, das in diesen Zeiten auf den einzigen Nährboden fällt, der eine Befreiung für die Gemeinde Muotathal verheißt. Man sagt, sie müsse eine Hexe sein. Man macht ihr den Prozess, verhört alle Zeugen, sammelt die kuriosesten Vorfälle und bringt sie mit Anna Maria in Zusammenhang. Allein ihr Geständnis fehlt - und genau dies benötigt man für das Todesurteil. Man unterzieht sie der schmerzhaftesten Verhörmethoden, die man im Rahmen von Hexenfolter nur aufbieten kann. Zwecklos - sie bleibt standhaft und beteuert ihre Unschuld, während ihre Schmerzensschreie Nachts durch das gesamte Tal zu hören sind. Ihre Töchter zerbrechen am Druck, verleugnen sie und sprechen ihr Schuld zu. Verlassen und ohne Hoffnung gibt sich Anna Maria dem längst besiegelten Schicksal hin. Man findet sie am 13. September 1753 auf dem Gesicht liegend im Verhörturm vor. Sie ist tot. “Soooo! Jetzä!,” lautet die befreite Reaktion im Muotatal. Die Hexe ist tot, der Fluch gebannt und das Leben geht weiter. So scheint es. Jedoch - immer wenn eine verschworene Gemeinschaft jemanden zur Opferbank führt, um sich selbst zu retten, wird sie für alle Zeiten mit dieser Schuld zu leben haben. Unter dem Schleier des Geheimen lastet dieses Vermächtnis für alle Zeiten auf jedem Glück und jedem Fortschritt wie ein selbst auferlegter Fluch. Man wird sich selbst zur Hexe - eine selbsterfüllende Prophezeiung. Heute gibt es keine Hexenfeuer mehr - keine Folterverhöre, keine Inquisition. Heute nennt man dies Mobbing. Ebenso vernichtend und endgültig. Mit ebensolchen subtilen Methoden und in aller Öffentlichkeit. Man nimmt dem Opfer Achtung, Respekt und Ehre - man ist bereit, alles zu nehmen. Man lässt dem Opfer nicht mal die Opferrolle - man macht es zum Täter und erfreut sich an dessen Zusammenbruch. Diese Brücke in die Moderne hat Margrit Schriber in diesem Roman gebaut. Man ist gezwungen, mit ihr über diese Brücke zu gehen und sich zu fragen, ob man es zulassen kann, dass sich Geschehenes heute wiederholt. Sie gibt uns Kraft, uns zu erheben, an Anna Maria zu denken und aktiv Einhalt zu gebieten. Das Muotatal ist die ganze Welt! Gruppen sind so, wie Margrit Schriber sie treffend zeichnet: “Und doch verständigen sie sich, meinte Anna Maria. Und doch gibt es eine Übereinkunft. Die Leute sind dafür oder dawider. Wie ein Fischschwarm, der als ein einziger Körper in eine andere Richtung schwenkt”. “Das Lachen der Hexe” ist heute aktueller als jemals zuvor. Ein Fanal für das Widerstehen gegen Gruppendruck und Verleumdung. Ich bin immer noch erkältet, gedämpft ist meine Wahrnehmung - aber geschärft sind meine Sinne. Ich höre nicht das Lachen der Hexe, sondern das befreite Lachen einer einzigartigen Frau - Anna Maria Schmidig aus Steinen. Ehefrau, Mutter, Händlerin, Christin und UNSCHULDIG.

    Mehr
  • Rezension zu "Das Lachen der Hexe" von Margrit Schriber

    Das Lachen der Hexe
    papalagi

    papalagi

    24. February 2009 um 08:44

    Im Jahr 1753 stirbt Anna Maria Gwerder im Gefängnis von Schwyz an den Folgen der Folter, noch bevor sie in einem ordentlichen Verfahren als Hexe verurteilt werden kann. Der Witwe des Bezirksvorstehers Meinrad Gwerder, die im Muothatal revolutionäre Neuerungen einführen wollte, wurde ihre Tüchtigkeit zum Verhängnis. Margrit Schriber erzählt ihr Schicksal in seiner erschreckend zwingenden Logik im Denken der damaligen Zeit.

    Mehr