Margrit Stamm

 4,8 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Margrit Stamm

Margrit Stamm war bis 2012 Ordentliche Professorin für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Sozialisation und Humanentwicklung an der Universität Fribourg. Seit Oktober 2012 ist sie Direktorin des Swiss Institute for Educational Issues mit Sitz in Bern. Sie ist zudem Gründerin des Universitären Zentrums für frühkindliche Bildung Fribourg ZeFF. Ihre aktuellen Forschungsschwerpunkte sind die frühkindliche Bildungsforschung; Talententwicklung und Bildungslaufbahnen vom Vorschulalter bis zum späten Erwachsenenalter, sowie Berufsbildungsforschung und Migration. Margrit Stamm ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Margrit Stamm

Cover des Buches Lasst die Kinder los (ISBN: 9783492312165)

Lasst die Kinder los

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Erschienen am 01.12.2017
Cover des Buches Du musst nicht perfekt sein, Mama! (ISBN: 9783492070263)

Du musst nicht perfekt sein, Mama!

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Erschienen am 03.08.2020
Cover des Buches Neue Väter brauchen neue Mütter (ISBN: 9783492058698)

Neue Väter brauchen neue Mütter

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Erschienen am 01.08.2018
Cover des Buches Entwicklung ohne Ende (ISBN: 9783725310098)

Entwicklung ohne Ende

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Erschienen am 01.11.2013
Cover des Buches Erfolgreiche Migranten (ISBN: 9783830930495)

Erfolgreiche Migranten

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Erschienen am 01.05.2014
Cover des Buches Die Psychologie des Schuleschwänzens (ISBN: 9783456846095)

Die Psychologie des Schuleschwänzens

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Erschienen am 05.09.2008

Neue Rezensionen zu Margrit Stamm

Cover des Buches Du musst nicht perfekt sein, Mama! (ISBN: 9783492070263)helena33s avatar

Rezension zu "Du musst nicht perfekt sein, Mama!" von Margrit Stamm

Der „Super-Mama Mythos“: Ursachen, Folgen und Auswege
helena33vor 8 Monaten

Die Autorin und Professorin für Erziehungswissenschaften stellt fest, dass sich im Verlauf der letzten 20 Jahre, besonders innerhalb der westlichen Kulturen, das Ideal der perfekten „Super-Mama“ etabliert hat, einhergehend mit
der Forderung nach einer „intensiven Mutterschaft“. 

Sie fragt nach den Quellen  dieses gesellschaftliche Konstrukts,
und zeichnet nach, wie dieses Ideal entstand. Sie weist auf Vorzüge dieses Verhaltensmodells hin, zeigt aber
besonders die schwerwiegenden Nachteile auf.  Sie
konstatiert, dass in den Medien die „intensive Mutterschaft“ weitgehend positiv bewertet und propagiert wird, aber insgesamt kaum kritisch diskutiert wird. Abschließend formuliert sie individuell zu nutzende wie auch gesellschaftlich zu realisierende Alternativen.

Neben Fachliteratur und Studienergebnissen liegt insbesondere eine eigens durchgeführte Studie zugrunde. Hier wurden 300 Mütter aus Familien mit beiden Elternteilen nach ihrer Mutterschaft befragt, vornehmlich aus der Mittel- und Oberschicht, wohnhaft in der Schweiz und Süddeutschland. Eine große Anzahl von ihnen hat regelmäßig Schuldgefühle in Bezug auf ihre Mutterrolle und sagt „eigentlich müsste ich doch glücklich sein...“. 

Die Autorin führt das auf das Ideal der „Super-Mama“ zurück. Mütter sollen intensiv und professionell sein. Feinfühlig sollen sie stets die Bedürfnisse des Kindes erfüllen, die Kinder bestmöglich fördern und „optimieren“. Erkenntnisse  aus der Bindungstheorie und Hirnforschung sind hier bestimmend. Das Kindeswohl steht über allem, das Kind selbst ist der Mittelpunkt des Lebens. Sowohl Qualität als auch Quantität der verbrachten Zeit mit dem Kind sind die Wertmaßstäbe dieses Ideals der „intensiven Mutterschaft“.

Daraus resultiert aber bei den so geforderten Müttern Stress, Druck, ein schlechtes Gewissen, Burn- Out Symptome und ein allgemein schlechter Gesundheitszustand. Zudem ist eine  

Berufstätigkeit mit dieser „professionellen Mutterschaft“ sehr schwer vereinbar – von den Müttern wird Verzicht und Selbstlosigkeit erwartet, was letztlich auch bedeutet, dass eben immer noch keine gesellschaftliche Gleichstellung der Geschlechter gelingt.  

Dieses Konzept wirke sich schließlich auch negativ auf die Partnerschaft aus.

„Intensive Mutterschaft“
sei  zudem nicht geeignet, postuliert und schlussfolgert die Autorin, die Kinder auf das Leben vorzubereiten, der intensive und „überbehütende“
Erziehungs- und Bindungsstil führe zur Abhängigkeit des Kindes, verhindere
Selbständigkeit, die Kinder wachsen unfrei und eher ungesund auf.

Weiterhin geht die Autorin auf Fremdbetreuung und auf „Schattenmütter“ ein. Zudem beleuchtet sie die Beziehungen von Müttern untereinander, in denen es ihrer Beobachtung nach oft zu unguten Vergleichs- und Konkurrenzsituationen komme. Sie benennt kritisch das Phänomen der gesellschaftlichen Dauerüberwachung, hier auch durch die Fachwelt, woraus letztlich Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle entstehen. Besonders interessant fand ich ihre Ausführungen zum Elterndeterminismus und zur „leistungsorientierten Mutterschaft“.

Die Autorin stellt dem Ideal der  „perfekten Mutter“ die Alternative der „hinreichend guten Mutter“ nach Donald Winnicott gegenüber. Sie fordert dementsprechend die „intensive Mutterschaft“ durch  eine „extensive Mutterschaft“  abzulösen.  Diese erklärt sie genauer, indem sie u.a. die wichtige Rolle des Partners der Mutter und die Anerkennung der Fremdbetreuer als gleichrangige Partner für die Kindesentwicklung verdeutlicht.

Das  Mutterbild als kulturelles Konstrukt von Gesellschaft, Familienpolitik und Medien muss jedoch nicht nur auf privater, sondern vor allem auch auf struktureller Ebene ändern. Hierzu gibt sie einige Ideen.

Mir erschienen die Darlegungen zwar manchmal etwas redundant, aber ich konnte mich in einigen Teilen durchaus
wiederfinden sowie Beobachtungen bestätigen, so dass ich von einer guten Zustandsbeschreibung sprechen möchte. 

Die Autorin benannte klar, dass sich die Situation bei Alleinerziehenden oder auch Familien in der „Unterschicht“ noch ein wenig anders darstelle, das hätte mich unbedingt genauer interessiert. Zudem wünschte ich mir eine etwas umfänglichere Beschreibung der Nachteile der „intensiven Mutterschaft“ für das Kind. (Sie verweist hierbei auf ein bereits früher veröffentlichtes Buch von ihr.) Auch der Einbezug von nichtwestlichen Kulturen hätte mich sehr interessiert, da hier die Rolle der Mutter nochmal ganz anders betrachtet wird, woraus man wichtige Erkenntnisse ableiten könnte.

Ihre Analyse hat mich in jedem Fall etwas wachgerüttelt, mir bestimmte Prozesse verstehbar gemacht, mich sehr zum Nachdenken angeregt und viele neue Fragen aufgeworfen. Dafür bin ich sehr dankbar..:)  

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Cover des Buches Du musst nicht perfekt sein, Mama! (ISBN: 9783492070263)ReadingFoxys avatar

Rezension zu "Du musst nicht perfekt sein, Mama!" von Margrit Stamm

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ReadingFoxyvor 8 Monaten

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Als Mutter fragt man sich ja oft, ob man das was man da gerade macht gut ist. Dann gibt es noch die sozialen Medien, die einem vorgaukeln, dass es die perfekten Familien gibt, bei denen die Kinder nie Unsinn machen und alles so klappt wie es geplant ist. Aber Pustekuchen. Das ist einfach nicht die Realität und dahin nimmt uns auch dieser Ratgeber mit. Es tut gut, ihn zu lesen und zu erkennen "Du bist gut und wertvoll in dem was du für deine Familie machst" Es kann nie alles klappen und ja, der 3 jährige schmeißt sich eben auch mal auf den Boden, weil er das Süße nicht bekommt. 


Für mich war und ist es ein Buch, dass aufklärt und einen begleitet. Jedoch nicht mit einem erhobenem Zeigefinger, sondern mit Mut.

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Cover des Buches Lasst die Kinder los (ISBN: 9783492057110)Kellerbandewordpresscoms avatar

Rezension zu "Lasst die Kinder los" von Margrit Stamm

Übers Loslassen
Kellerbandewordpresscomvor 5 Jahren

Perfekte Eltern, unglückliche Kinder

Verunsicherte Kinder mit vollen Terminkalendern, gestresste Eltern, die nur alles richtig machen wollen und dabei trotzdem das Gefühl haben, dass irgendetwas falsch läuft: Bei der Erziehung und der Entwicklung ihrer Kinder stehen Väter und Mütter heute mächtig unter Druck – das führt zur Überforderung aller und selten zu wirklich glücklichen Kindern.
Die renommierte Erziehunsgwissenschaftlerin Margrit Stamm kann anhand von zahlreichen empirischen Studien nachweisen, warum Eltern gut daran tun, ihre Kinder weniger zu behüten und zu kontrollieren und wie das gelingen kann. Sie zeigt Wege zu einem entspannteren Erziehungsstil für lebenstüchtige Kinder und zufriedene Eltern.

Bewertung des Buches:

Da die Autorin und Wissenschaftlerin aus der Schweiz kommt sind viele Beispiele und Statistiken von dort.

Das spielt aber für die Thesen und den Lösungen keine Rolle, ob die Familie aus Deutschland oder aus der Schweiz kommt.

Das Problem bleibt gleich: Eltern sind an allem schuld.

Zukunftsängste der Eltern, ihr Kind könne erwas nicht, das von ihm erwartet wird sind meiner Meinung nach die größten Sorgen der Mütter.

Der gesellschaftliche Wandel führt zu unterschiedlichen Lebensbedingungen.

Diese führen zu unterschiedlichen Maßnahmen und können einfach nicht von den Eltern verglichen werden.

Einige seien sehr unsicher bei Erziehungsfragen, da die eigenen Eltern für das erfahrene Know-how nicht zur Verfügung stehen würden.

Das trifft bestimmt auf einige zu. Ich denke dass aber eher junge Mamas ohne eigene Lebenserfahrung davon betroffen sind.

Unsere Omas und Opas der Kinder wohnen weiter weg. Wir kommen auch gut ohne deren klugen Ratschläge zurecht.

Es gäbe mehr Einzelkinder als früher, die einfach mehr Aufmerksamkeit und ständige Präsens der Eltern geniessen würden.

Zudem würden immer mehr Spielkameraden fehlen. Entweder wohnen sie zu weit weg oder stecken in Frühförderungsprogrammen.

Dann ist da noch die Droge Erziehungsratgeber. Es gibt so viele auf dem Markt. Und ständig kommen neue, die alles besser wissen und alles viel einfacher gelingt.

Ein Ratgeber reicht daher nicht. Noch einer und noch einer muß her.

Sei es Juul oder Montessouri. Welche Erziehungsratgeber hast du daheim und hältst du dich an die dortigen Vorschläge?

Es folgt in dem Buch eine Diskussion von 7 Erziehungmythen.

Mit großer Aufmerksamkeit las ich, dass Kinder mit dem autoritativen Erziehungsstil der Eltern bei einer Studie bessere soziale Kompetenz, höhere Leistungsorientierung und Zielstrebigkeit aufwiesen als beim autoritären Stil, nachgiebigen Stil oder dem vernachlässigenden Erziehungsstil.

Eine nachgiebige Erziehung auf Augenhöhe ist daher nicht am erfolgreichsten – das bleibt ein Mythos.

Der nächste Mythos betrifft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ist da eine Vereinbarkeit überhaupt möglich?

Das ist ein guter Aspekt und wird von mir als Hausfrau und Vollzeitmama noch mal in einem separaten Blogbeitrag hinterfragt werden.

Dann gibt es die Beleuchtung der unterschiedlichen Auffassung verschiedener Eltern über qualitative Betreuungszeit ihrer Kinder.

7 Kindheitsmyten werden danach besprochen.

Unter anderem die Mutterbindung, Väter als gute Spielpartner und ob Kitas schädlich sind.

Die perfekten Eltern stehen nun zur Diskussion.

Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht“
Afrikanisches Sprichwort

Das im Buch aufgeführte Sprichwort macht die Autorin sehr sympathisch.

Gibt es sie überhaupt oder sind die Eltern perfekt, die nicht perfekt sind?

Zum Beispiel kannte ich bis jetzt den Begriff „hothousing“ – Treibhausförderung noch nicht.

Beim Kapitel „Perfekte Kinder“ erfährt man welche Folgen der einzelne Erziehungstil haben kann. Obwohl alle Eltern an einem perfekten Kind „arbeiten“ gibt es doch immer unterschiedliche Ergebnisse.

Aber eins ist sicher: perfekte Kinder gibt es nicht!

Wir lernen die verwöhnten „Shuttle-Kids“ kennen.

Die Meinung der Autorin über das boomende AP Attachment Parenting teile ich vollkommen – nicht mein Ding.

Fazit:

Ich möchte Mutter sein und bleiben. Nicht als Managerin, Nachhilfelehrerin, Co-Therapeutin oder Chaufeuse enden. Ich bin entspannt, weil ich mich oft im Buch wiedererkenne und mich auf dem richtigen Weg befinde. Das ist beruhigend. Hab ich vielleicht doch perfekte Kinder?


https://kellerbande.wordpress.com/2016/06/16/lasst-die-kinder-los-rezension-piperverlag/

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