Marguerite Duras

 3.6 Sterne bei 245 Bewertungen
Autor von Der Liebhaber, Hiroshima mon amour und weiteren Büchern.

Neue Bücher

Der Schmerz

Erscheint am 31.01.2019 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

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Der Liebhaber

Der Liebhaber

 (178)
Erschienen am 03.04.1989
Der Schmerz

Der Schmerz

 (8)
Erschienen am 01.03.1994
Hiroshima mon amour

Hiroshima mon amour

 (8)
Erschienen am 16.10.2017
Die Pferdchen von Tarquinia

Die Pferdchen von Tarquinia

 (5)
Erschienen am 01.04.2002
Heiße Küste

Heiße Küste

 (4)
Erschienen am 24.10.1988
Moderato cantabile

Moderato cantabile

 (3)
Erschienen am 22.07.1985
Der Matrose von Gibraltar

Der Matrose von Gibraltar

 (2)
Erschienen am 23.05.2000
Die Verzückung der Lol V. Stein

Die Verzückung der Lol V. Stein

 (3)
Erschienen am 23.10.1984

Neue Rezensionen zu Marguerite Duras

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goldsteins avatar

Rezension zu "Schreiben" von Marguerite Duras

Die französische Autorin reflektiert über die Einsamkeit des Schreibens
goldsteinvor 4 Monaten

"Einsamkeit, das heißt: Tod oder Buch ... Schreiben war, was ich tun musste."

 

In ihrem persönlichen Essay "Schreiben" (Original: "Écrire") reflektiert die Grande Dâme der französischen Literatur, Marguerite Duras, offen und schonungslos gegen sich selbst über ihr Leben als Schriftstellerin. Dazu sitzt sie am Tisch ihres 400 qm großen Hauses in Neauphle-le-Château, Frankreich. Man kann förmlich die Tasten durch die leeren Räume hallen hören. Duras ist allein, zuweilen glücklich in ihrer Einsamkeit. Sie hat sie selbst hergestellt, um zu schreiben, denn ohne diese wäre das Schreiben für sie undenkbar. Nur in diesem Haus kann sie allein sein. So allein, dass sie manchmal daran irre wird. Aber das "Schreiben ist stärker als alle Gewalt" in ihrem Leben. Und in diesem Haus kann sie es, "nicht wie ich es bis dahin getan hatte. Sondern um mir noch unbekannte und noch nie von mir beschlossene und nie von irgend jemand beschlossene Bücher zu schreiben."

 

In ihrem präzisen und lebendigen Essay blickt Marguerite Duras auf ihr Schriftstellerleben, ihre Poetik und einzelne Werke und erkennt, dass sie "allein sehr weit weg von allem war. Das hat vielleicht zehn Jahre gedauert." Warum? Weil die Autorin es nicht drängt, "Bücher für die Reise oder den Zeitvertreib" zu schreiben, sondern "Bücher, die sich ins Denken eingraben und die schwarze Trauer allen Lebens, den Gemeinplatz allen Denkens ausdrücken."

 

"Schreiben" ist das literarische Testament der leidenschaftlichen und radikalen Duras, aus deren Feder Dramen, Drehbücher ("Hiroshima mon amour") und Romane ("Der Liebhaber") stammen. Die intensive Wiederholung bestimmter Worte, die verschiedenen Perspektiven auf immer denselben Gegenstand, den Schreibvorgang, aber auch das lupengetreue schriftliche Festhalten einer sterbenden Fliege beispielsweise sowie tagespolitische Betrachtungen flossen in dieses Buch, wie der Freund und ständige Begleiter Alkohol in ihre Kehle.


"Ich glaube, dass die Person, die schreibt, ohne Idee von einem Buch ist, sie hat leere Hände, einen leeren Kopf und erfährt das Abenteuer des Schreibens nur als trockene, nackte Schrift ohne Zukunft, ohne Echo, mit den elementaren Grundregeln von Orthographie und Sinn."

 

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Zyrins avatar

Rezension zu "Der Liebhaber" von Marguerite Duras

Wortgewaltig und umwerfend
Zyrinvor 7 Monaten

Alt ist sie geworden, die französische Schriftstellerin. Zu viel Alkohol hat ihr Gesicht ruiniert. Dabei war sie früher einmal so wunderschön, so verführerisch...


Noch einmal erinnert sich die Schriftstellerin an ihre Jugend. Wie all ihre Träume begannen, vom Schriftstellerin werden wollen und vom Erwachsenwerden. Sie ist gerade in dem Alter, wo sie kein Mädchen mehr ist, aber noch nicht ganz Frau und dennoch trägt sie ein weit ausgeschnittenes Kleid und Schuhe mit Absätzen, dazu einen beinahe unmöglichen Hut. Ihre Lippen schminkt sie auffallend rot und das alles als Weiße in der französischen Kolonie. 

In diesem Roman erzählt die Autorin von einer unmöglichen Liebe, die von Leidenschaft nur so sprüht. Vom Verlangen und Verzehren der beiden Personen, die sie leben. Von Lüge und Sehnsucht. Als Erinnerung zeigt sie dem Leser einzelne Erlebnisse und deren Folgen. Hinzukommt die Geschichte der Familie, des brutalen älteren Bruders, dessen Spielsucht, die Krankheit der Mutter, die Schwäche des jüngeren Bruders, ihre eigene Stärke und Schwäche gegenüber den dreien.

Eine sehr nüchterne, aber starke Sprache zieht Duras konsequent durch diesen Roman. Gewaltig, treffend und zuweilen sehr hart.


Eigene Meinung

Es ist schon sehr lange her, dass mich ein Buch so unglaublich umgehauen hat. Diese Geschichte tut richtig weh, an manchen Passagen sogar körperlich. Duras erzählt nicht nur eine Liebesgeschichte, sie berichtet von Ängsten und Gefühlen. Vom Aufwachsen in einer kaputten Familie, in der es sowas wie Liebe nicht zu geben scheint und dann doch. 

Duras schafft es, in einem Satz so viel zu transportieren, dass ich das Buch oft nach zwei Seiten weggelegt habe, um nachzudenken oder kurz Pause zu machen.

Fazit: Auf jeden Fall lesen und wirken lassen. Dieses Buch lohnt sich, gelesen zu werden! Ich bin begeistert.

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ichundelaines avatar

Rezension zu "Der Liebhaber" von Marguerite Duras

Keine Ahnung, was daran erotisch sein soll...
ichundelainevor 2 Jahren

Ein frühreifes, 15jähriges Mädchen aus einer mehr als kaputten Familie trifft auf einer Fähre einen fast doppelt so alten Chinesen und sie beginnen eine ziemlich kranke Liebesbeziehung, die sie dann im Alter reflektiert.

Marguerte bereichtet über Saigon irgendwann um die Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg und eine Familie, von der man eigentlich jeden einzelnen an die Wand klatschen möchte - lauter unsympathische, neurotische Geschöpfe. Kein Geld, Geisteskrankheit, Opium, Diebstahl und mittendrin das kleine Mädchen, das sich, zumindest tut sie so, für die Familie prostituiert, in Wahrheit aber wahnsinnigen Spass hat, eine äußerst bizarre Liebesbeziehung mit einem Mann aufrecht zu erhalten, der sie "nimmt wie sein Kind". Bei dem Satz hätte ich fast in meinen Mund erbrochen! Mir persönlich was das Ganze einfach einen Tick zu abgefuckt und ich verstehe auch nicht, wie man Sex zwischen einem (Fast)Kind und einem dürren, schwachen Typ erotisch finden kann.

Hinzu kommt noch der wirklich grauenhafte Stil. In abgehackten Sätzen, ständigen Zeitsprüngen, nur kurz angerissenen Ereignissen rappelt man durch die Story wie in einer Rikscha, die von einem besoffenen Einbeinigen gezogen wird. Wieder mal ein "Klassiker" bei dem mir wirklich schleierhaft ist, wer ihn dazu erhoben hat.


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