Marguerite Yourcenar Chenonceaux

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Inhaltsangabe zu „Chenonceaux“ von Marguerite Yourcenar

Chenonceaux, Traum eines Wasserschlosses hinter den Wäldern von Touraine. Wer je die Silhouette seiner Renaissancefassade auf der stillen Wasserfläche des Cher erblickte, hat er erahnt, welch glanzvolle, traurige und intrigante Schicksale sich hinter seinen Mauern abgespielt haben?

Mit ihrem wunderbaren Gespür für die Atmosphäre vergangener Epochen erzählt Marguerite Yourcenar von den Königinnen, Witwen und Maitressen, die das berühmteste aller Loire-Schlösser ausgestattet und bewohnt haben: von der gerissenen Diane de Poitiers, Geliebte des jungen Henri II., der es ihr als Liebesnest schenkte; von der nicht weniger skrupellosen Cathérine de Medici, die der verhaßten Nebenbuhlerin Chenonceaux wieder abspenstig machte, um dort zügellose Feste, Wildschweinjagden und Feuerwerke zu inszenieren; von der zierlichen Louise de Lorraine, die es nach der Ermordung ihres Gemahls in ein Trauerhaus für diesen berüchtigten Renaissancefürsten verwandelte, obwohl er ihr nie treu gewesen war; von Gabrielle d'Estrée, der Maitresse Henris IV., die das Schloß in ihren Besitz zu bringen versucht: Das Schloß der Frauen zeugt vom genußvollen Leben seiner Besitzerinnen zur Zeit der Könige.
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    Chenonceaux

    Barbara62

    24. May 2017 um 20:21

    Chenonceaux – Schloß der Frauen der französischen Historikerin und Literaturwissenschaftlerin Marguerite Yourcenar (1903 - 1987) erschien ursprünglich 1978 in einem Essayband unter dem Titel Ah, mon beau château und setzt dem traumhaften Wasserschloss mit seiner berühmten Brückengalerie über den Cher und den Frauen, die hier als Bauherrinnen wirkten und darin lebten, ein bezauberndes Andenken. Ich weiß allerdings nicht, warum Marguerite Yourcenar konsequent „Chenonceaux“ schreibt, laut meinen Quellen verfügt nur der Ort über ein „x“ am Ende, das Schloss dagegen heißt  „Chenonceau“. Zunächst in bürgerlichem, dann in königlichem Besitz, ist der Name Chenonceau vor allem verbunden mit der Maitresse Heinrichs II., Diane de Poitiers (1499 oder 1500 – 1566), von dessen Ehefrau Katharina von Medici (1519 -1589), die das Schloss nach dem Tod ihres Mannes zurückforderte und zeitweise mit ihren Kindern dort lebte, von Katharinas Schwiegertochter Louise de Lorraine (1553 – 1601), der Frau von Heinrich III., die dort viele Jahre um ihren ermordeten Mann trauerte, und schließlich der Maitresse Heinrichs IV., Gabrielle d’Estrée (um 1570 – 1599), die ebenfalls ein Auge auf das Schloss geworfen hatte, jedoch starb, bevor sie dort einziehen konnte. Marguerite Yourcenar erzählt ihre Lebensgeschichten und ihren Einfluss auf Schloss Chenonceau ebenso unterhaltsam wie fundiert, so dass ich gerne mehr gelesen hätte. Allerdings sollte man ein wenig Grundwissen in französischer Geschichte mitbringen, denn Ereignisse wie z. B. die Bartholomäusnacht werden als bekannt vorausgesetzt. Ein wenig schade fand ich, dass das Buch mit dem Wiedereinzug des Bürgertums im 18. Jahrhundert und den Besuchen von Jean-Jacques Rousseau 1747, George Sand 1845 und Gustave Flaubert 1847 bereits endet, denn auch die Zeit als Lazarett im Ersten Weltkrieg und als Fluchtweg vom deutsch besetzten ins freie Frankreich wären es wert gewesen, erzählt zu werden. Chenonceau ist heute das nach Versailles am häufigsten besuchte Schloss Frankreichs und die früher gerühmte Stille ist dort leider kaum noch anzutreffen. Trotzdem ging es mir bei meinen Besuchen wie wohl fast jedem Touristen: der Anmut und dem Charme dieses Bauwerks kann man sich schwerlich entziehen. Als vor- oder nachbereitende Lektüre oder als kleinen Ausflug in die französische Geschichte kann ich dieses Büchlein wärmstens empfehlen.

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