Marguerite Yourcenar Ich zähmte die Wölfin

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Inhaltsangabe zu „Ich zähmte die Wölfin“ von Marguerite Yourcenar

Faszinierendes Porträt einer komplexen Persönlichkeit Der römische Kaiser Hadrian zieht auf dem Sterbebett die Bilanz seines Lebens – aufrichtig, selbstkritisch, welterfahren. «Ich zähmte die Wölfin» ist ein detailreicher historischer Roman und die fesselnde Charakterstudie eines Menschen, dessen vielschichtige Persönlichkeit sofort in ihren Bann zieht. Als er den Tod nahen fühlt, schreibt Yourcenars Hadrian an den jungen Mark Aurel einen Abschiedsbrief, der zu einer hellsichtigen Abrechnung mit sich und dem eigenen Lebenswerk gerät. Er schildert darin seinen Weg an die Macht, erzählt von Intrigen, Verschwörungen, aber auch Triumphen und spektakulären Projekten wie dem Bau des Pantheons in Rom. Beherrscht wird seine Rückschau von der Erinnerung an die späte große Liebe zu Antinous, der mit nur zwanzig Jahren Selbstmord beging. Von diesem Verlust sollte sich Hadrian nie mehr erholen: Sein ganzes Streben galt fortan dem Versuch, den toten Geliebten vor dem Vergessen zu bewahren. Fast dreißig Jahre lang arbeitete Marguerite Yourcenar (1903–1987) an der fiktiven Autobiographie des Kaisers, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurde. Der historische Hadrian, der als Wahrer des Friedens und Förderer der Kunst in die Geschichte einging, erscheint darin als komplexe, durchaus auch widersprüchliche Gestalt: als großer Humanist, Schöngeist und leidenschaftlich Liebender ebenso wie als kühler Politiker und abweisender Ehemann einer ungeliebten Frau. «Ich zähmte die Wölfin» ist das faszinierende Porträt eines nachdenklichen, feinsinnigen Menschen, der die Motive seines Handelns zu ergründen, seinen eigenen Charakter zu erforschen sucht und sich die Frage stellt, was von ihm bleiben wird.

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  • Rezension zu "Ich zähmte die Wölfin" von Marguerite Yourcenar

    Ich zähmte die Wölfin

    Lesemanie

    24. February 2013 um 09:05

    In einem Essay zur Entstehung dieses Buches, schrieb die Autorin: „Diejenigen, die den historischen Roman als eine Sonderform ansehen, vergessen, daß der Schriftsteller stets nur, mit Hilfe zeitgemäßer Methoden, eine gewisse Anzahl vergangener Geschehnisse interpretiert.“ Tatsächlich interpretiert Yourcenar in diesem Buch noch viel mehr als bloß Geschehnisse. Sie interpretiert einen Menschen. Das Buch ist ein fiktiver Brief des Kaisers Hadrian an seinen Adoptivenkel Marc Aurel. Hadrian, sechzigjährig und kurz vor seinem Tod, lässt hier sein Leben Revue passieren – erklärt, rechtfertigt, rühmt seine Taten. Der Leser lernt hier einen Menschen kennen und schätzen. Yourcenar vermag es, Hadrian eien Vielzahl an Gesichtern zu geben. Der Leser begegnet einem jungen, ungestümen Mann von niedrigem Adelsrang, der sich an der sich stark ausdehnenden römsichen Grenze unter Trajan die Hörner abstößt. Hadrian wandelt sich langsam zum Kaiser, beginnt, sich ehrlich für das Wohlergehen des römischen Staates zu interessieren. Yourcenar beschreibt seine Passion für Griechenland und die griechische Kultur, und die Liebe, die Hadrian seinem jugendlichen Liebhaber entgegen bringt, für den er nach dessen Tod einen eigenen Kult ins Leben ruft. Seine Verehrung für die Frau seines Vorgängers und die Abscheu vor der eigenen Frau wird ebenso ausführlich besprochen wie seine Überzeugung, dass alleine eine ausgedehnte Friedensperiode dem römischen Reich dienen kann. Das Buch zeichnet ein überzeugendes und menschliches Bild dieses Mannes, der sich mit den Jahren schließlich doch für göttlich hält und dennoch sympathisch bleibt. Hadrian ist hier nicht nur Staatsmann, nicht nur von sich überzeugt. Wiederholt wirft er Fragen auf zur richtigen Lebensweise, zum Älterwerden, zum Sterben. Er sinniert über Religion und den Gegensatz von körperlicher und seelischer Liebe, und findet dabei treffende und wunderschöne Bilder (kurz erwähnt sei hier seine Beschreibung vom Einschlafen als „allabendlichen, unerläßlichen, verwegenen Tauchsprung ... in einen Ozean“). Ein beeindruckendes Buch, das innerhalb weniger Seiten eine Wucht entfaltet, die selbst zögerliche Leser mitreißt, um sie am Ende sehr nachdenklich wieder an Land zu spülen. Mehr Rezensionen unter: http://lesemanie.blogspot.de

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