Maria Anna Leenen

 4.3 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Ganz weit draußen, Ziegen wie du und ich und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Maria Anna Leenen

Ganz weit draußen

Ganz weit draußen

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Erschienen am 21.03.2016
Ziegen wie du und ich

Ziegen wie du und ich

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Erschienen am 22.02.2019
Schatten über St. Klara

Schatten über St. Klara

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Erschienen am 01.08.2006
nachtstill geplündert

nachtstill geplündert

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Erschienen am 05.09.2016
Die Einladung Gottes kennt keine Grenzen

Die Einladung Gottes kennt keine Grenzen

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Erschienen am 02.11.2011
Von Ziegen lernen heißt leben lernen

Von Ziegen lernen heißt leben lernen

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Erschienen am 02.12.2014
Ziegenkitz Milly

Ziegenkitz Milly

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Erschienen am 15.12.2015

Neue Rezensionen zu Maria Anna Leenen

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Rezension zu "Ziegen wie du und ich" von Maria Anna Leenen

Tiere als Mitgeschöpfe sehen und den eigenen Blick hinterfragen
Stephan59vor einem Monat

Was bedeutet die Schöpfung heute? Welchen Wert messen wir den Lebewesen auf unserer Erde zu? Die heutige Gestalt der Erde haben Menschen geformt, sie ist geprägt von unserem Umgang mit unseren Mitgeschöpfen. Wie aber ist unser Tun ethisch einzuordnen? Maria Anna Leenen nähert sich diesen Fragen und damit ihrer Sicht auf unsere Mitgeschöpfe sehr persönlich an. Tiere waren in ihrem Leben immer da, als Spielkameraden, Haustiere, Nutztiere. Aber in der Entwicklung ihrer tiefen religiösen Überzeugungen stellten sich bald ethische Fragen, deren Antwort sich im täglichen Leben mit ihren Zwergziegen immer mehr konkretisierten und veränderten Tiere als Dinge? Tiere als Sache, ohne wirkliche Empfindungen? Eine moderne Tierethik sieht das ganz anders. Sie würdigt die Wertigkeit unserer Mitgeschöpfe als emotionale, lernende Wesen, die unser bisheriges Denken über sie ins Wanken bringt. Der so geschärfte Blick auf unsere Mitgeschöpfe macht den Betrachter zum Lernenden, öffnet den Weg auch zu einem vertieften religiösen Verständnis der Schöpfung.

Ein wichtiges Buch, das nicht belehrt sondern von persönlichen Erfahrungen berichtet und dabei einlädt, den Fokus der eigenen Wahrnehmung ein wenig zu verschieben, weg vom anthropozentrischen Blick, hin zu einem vertieften Verstehen unserer Mitgeschöpfe.

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Rezension zu "Ziegen wie du und ich" von Maria Anna Leenen

Zwergziegen und der Blick aufs Leben
peedeevor 4 Monaten

Maria Anna Leenen, geb. 1956, lebt seit 1994 als Einsiedlerin mitten in Deutschland – zusammen mit Zwergziegen und zwei Katzen. Mit diesem Buch will sie aufzeigen, was sie von ihren Ziegen über Gott und die Welt lernt. Mit einem Vorwort von Dr. Rainer Hagencord, Gründer und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie, Münster. Die Illustrationen stammen von Sigrid Schauer.

Erster Eindruck: Der Buchtitel hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht und Neugierde geschürt; mir gefallen Buch- und Untertitel sehr gut. Der Schutzumschlag mit den beiden Ziegen gefällt mir, auch wenn ich kein Fan von Schutzumschlägen bin.

Wie kommt man auf die Idee, ein Buch „Ziegen wie du und ich“ zu nennen? Das war mein erster Gedanke, als ich auf dieses Buch gestossen bin. Ich lese sehr gerne Erfahrungsberichte von Menschen, die ihr Leben Gott widmen. Als Einsiedlerin kommt man nicht auf die Welt, man muss sich dazu berufen fühlen.
1985 war die Autorin in Venezuela auf einer Wasserbüffelfarm, als sie beim Lesen eines christlichen Buches der Ruf Gottes erreichte. „Es waren nur vier Sekunden, aber danach wusste ich: Meine Sicht auf die Welt musste sich ändern. Der Sinn meines Lebens lag in einem Leben mit Gott.“ Von der venezolanischen Büffelfarm in die deutsche Einsiedelei mit Ziegen dauerte es dann ein paar Jahre. Vorher versuchte sie verschiedene christliche Gemeinschaften aus, bis sie merkt, dass die Einsiedelei für sie das Richtige ist.
Mich beeindruckt es, wenn jemand als Einsiedlerin lebt und dabei auf vieles verzichtet. Die Autorin betont jedoch, dass ihr Leben trotz der (materiellen) Einschränkungen reich und erfüllt sei. Dies nehme ich ihr aufgrund des Gelesenen auch absolut ab. Sie erzählt, dass sich ihr Blickwinkel auf die Schöpfung aufgrund des Lebens mit ihren Ziegen verändert hat. Die Tiere haben aber auch Einfluss auf weitere Menschen, denn Maria Anna Leenen besucht mit ihren „Zwergen“, wie sie ihre Zwergziegen liebevoll nennt, auch Kindergärten oder Seniorenheime. Diese Besuche sind erwartungsgemäss ganz unterschiedlich: Kinder sind häufig neugierig oder ängstlich, Senioren hingegen, vor allem die mit demenziellen Erkrankungen, reagieren zuweilen ganz anders, z.B. zaubert der Kontakt mit der Ziege ein Lächeln auf das Gesicht einer Bewohnerin, die seit Jahren nicht mehr gelächelt hat.
Es ist interessant, dass es – in der heutigen Zeit – von der Autorin kein Foto mit Gesicht gibt (die Begründung lässt sich im Internet finden). Von mir gibt es 3 Sterne.

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Rezension zu "Ganz weit draußen" von Maria Anna Leenen

Wartezeit ist geschenkte Zeit für Gebet und Meditation
LEXIvor 3 Jahren

"Dieses Haus ist eine Einsiedelei, keine Pension oder gar ein Hotel. Einsiedler haben in allen Jahrhunderten Menschen Zuflucht gewährt. In dieser Tradition stehe ich auch. Genießen Sie die Zeit, die Ihnen hier geschenkt wird. Kommen Sie zur Ruhe. Und wenn Sie Fragen haben, werde ich versuchen, sie zu beantworten. Was meinen Sie: Können Sie sich darauf einlassen?“

Und Tessa Maibucher lässt sich darauf ein. Nachdem der Druck in ihrem Alltag immer größer, die Streitigkeiten mit ihrem Lebensgefährten Timo immer heftiger, ihre innere Unruhe und ihre inneren Fesseln immer stärker werden und Tessa schließlich keine Energiereserven mehr übrig hat, trifft sie eine spontane Entscheidung. Sie lässt sich für einige Wochen von ihrem Arbeitsplatz im Briefzentrum beurlauben und kehrt in die karg eingerichtete Gästeklause zur Einsiedlerin Marie zurück, die ihr kurz zuvor nach einem Fahrradunfall Unterschlupf gab und sie verarztet hatte. Vom stressigen, mit unzähligen Aktivitäten vollgestopften Alltag und der Last der Verantwortung befreit dauert es einige Tage, bis Tessa sich in der Stille des Eichenwaldes in Maries Obhut zurechtfindet. Doch nach und nach öffnet sie sich, lädt schwere Lasten in Gesprächen mit Marie ab, beginnt die stille Zeit zu schätzen und die Ursache ihrer Abkehr vom Glauben kommt langsam an die Oberfläche…

Maria Anna Leenen hat mich mit ihrer ruhigen, unaufdringlichen aber zutiefst beeindruckenden Erzählung auf mehreren Ebenen angesprochen. Zunächst die Beschreibung des extrem fordernden beruflichen und privaten Alltags ihrer Protagonistin Tess Maibucher, die wohl auf sehr viele berufstätige Frauen in der heutigen Zeit zutreffen mag. Als weiteren Aspekt thematisiert sie die fehlende Zeit zur Stille ein, wobei mich der Rat eines alten und weisen Ordensmannes an Marie tief beeindruckte: „Wartezeit ist geschenkte Zeit für Gebet und Meditation“. Innehalten und Wartezeit auf diese Art und Weise zu nutzen wird im modernen hektischen Leben so gut wie gar nicht praktiziert… wie wertvoll diese geschenkte Zeit jedoch gestaltet werden kann, hat Maria Anna Leenen mir wieder klar und deutlich vor Augen geführt.

Sehr interessant fand ich die Ausführungen darüber, welch immensen Schaden ein falsches Gottesbild bei einem Menschen anrichten, und welch fatale Konsequenzen dies für seinen Glauben haben kann. Ein weiterer, für mich wertvoller Punkt, waren die einzelnen Schritte zur Meditation von Schriftworten, die Marie in diesem Buch ihrem Gast Tessa als kleine Anleitung mit auf den Weg gibt. Die doppelseitigen Schwarz-Weiß-Fotografien im Buch lockerten den Inhalt ein wenig auf. Das Buchcover kann man nur als „prachtvoll“ bezeichnen. Wenn man sich die Zeit nimmt, sich in das Titelbild zu vertiefen, wird man zwangsläufig von der überwältigenden Schönheit der abgebildeten Landschaft und des malerischen Himmels in den Bann gezogen.

Fazit: ein Buch mit wenigen Seiten, aber sehr wertvollem Inhalt, das man aufgrund der darin enthaltenen Glaubenserkenntnisse, Zitate und Gedichte vermutlich öfter als nur einmal zur Hand nimmt.

Nachfolgend zwei Zitate, die mich tief berührt haben:

Meine Aufgabe als Einsiedlerin besteht im Grunde genommen nur darin, diesen Impuls wahrzunehmen und ihn groß, mächtig und mein Leben bestimmend werden zu lassen. Und was ist das für ein Impuls? Ganz einfach: es ist die Sehnsucht nach Gott. Nach einem Leben mit ihn und in ihm und für ihn.“

Nicht alles, was Schaden zufügt, muss zum Nachteil werden. Manche angebliche Schwäche können wir nach einiger Zeit als Stärke nutzen, denn in allem sind deine Spuren, in allem ist deine Kraft, deine Weisheit, deine Güte wirksam, Gott.“

Das Einzige, das mich während der Lektüre störte, war die Verwendung einiger Schimpfwörter. Ich empfand es ein wenig deplatziert, als Tessa ihren Lebensgefährten beispielsweise als „faule Sau“ tituliert, mit Ausdrücken wie „Shit“ und „Idiot“ um sich wirft, oder gar ihre Gastgeberin Marie verbal mit „Sind Sie blöd?“ attackiert… ich bewerte dieses Buch jedoch trotz dieses winzigen Kritikpunktes mit uneingeschränkten fünf Bewertungssternen.

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