Maria Anna Leenen Ganz weit draußen

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Inhaltsangabe zu „Ganz weit draußen“ von Maria Anna Leenen

Vielen geht es so wie Tessa, der Heldin dieser Geschichte: Ihr Job fordert sie über alle Maßen, ein Problem am anderen. Ihre Beziehung zu Timo fühlt sich leer an. Irgendwann ist sie ziemlich am Ende. Auf einer Fahrradtour trifft sie zufällig Marie, die als Eremitin im Wald lebt. Marie nimmt sich Zeit, hört zu und erzählt, wie ihr Glaube ein tragfähiges Fundament für alle Stürme des Lebens geworden ist. Einige Wochen verbringen die beiden zusammen. Für Tessa wird es die beste Zeit ihres Lebens. Sie kommt ihrer Sehnsucht und dem wahren Leben auf die Spur. Sie entdeckt, welchen Schatz der christliche Glaube in sich birgt.

Sehr schöne Schilderung des Eremitenlebens der Autorin. Die Figur der Tessa hat mich nicht so überzeugt, teilweise zu klischeehaft.

— MaraBluemle
MaraBluemle

Ein Roman über unsere heutige, schnelllebige, Zeit und das Innehalten, die Suche nach Tiefe und Erfüllung - nach Gott und uns selbst.

— Stephan58
Stephan58

Ein harmonisches Buch voller kleiner schöner Momente, nur leider nicht immer überzeugend und authentisch

— Traeumerin109
Traeumerin109

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  • Wartezeit ist geschenkte Zeit für Gebet und Meditation

    Ganz weit draußen
    LEXI

    LEXI

    15. May 2016 um 10:32

    "Dieses Haus ist eine Einsiedelei, keine Pension oder gar ein Hotel. Einsiedler haben in allen Jahrhunderten Menschen Zuflucht gewährt. In dieser Tradition stehe ich auch. Genießen Sie die Zeit, die Ihnen hier geschenkt wird. Kommen Sie zur Ruhe. Und wenn Sie Fragen haben, werde ich versuchen, sie zu beantworten. Was meinen Sie: Können Sie sich darauf einlassen?“ Und Tessa Maibucher lässt sich darauf ein. Nachdem der Druck in ihrem Alltag immer größer, die Streitigkeiten mit ihrem Lebensgefährten Timo immer heftiger, ihre innere Unruhe und ihre inneren Fesseln immer stärker werden und Tessa schließlich keine Energiereserven mehr übrig hat, trifft sie eine spontane Entscheidung. Sie lässt sich für einige Wochen von ihrem Arbeitsplatz im Briefzentrum beurlauben und kehrt in die karg eingerichtete Gästeklause zur Einsiedlerin Marie zurück, die ihr kurz zuvor nach einem Fahrradunfall Unterschlupf gab und sie verarztet hatte. Vom stressigen, mit unzähligen Aktivitäten vollgestopften Alltag und der Last der Verantwortung befreit dauert es einige Tage, bis Tessa sich in der Stille des Eichenwaldes in Maries Obhut zurechtfindet. Doch nach und nach öffnet sie sich, lädt schwere Lasten in Gesprächen mit Marie ab, beginnt die stille Zeit zu schätzen und die Ursache ihrer Abkehr vom Glauben kommt langsam an die Oberfläche…Maria Anna Leenen hat mich mit ihrer ruhigen, unaufdringlichen aber zutiefst beeindruckenden Erzählung auf mehreren Ebenen angesprochen. Zunächst die Beschreibung des extrem fordernden beruflichen und privaten Alltags ihrer Protagonistin Tess Maibucher, die wohl auf sehr viele berufstätige Frauen in der heutigen Zeit zutreffen mag. Als weiteren Aspekt thematisiert sie die fehlende Zeit zur Stille ein, wobei mich der Rat eines alten und weisen Ordensmannes an Marie tief beeindruckte: „Wartezeit ist geschenkte Zeit für Gebet und Meditation“. Innehalten und Wartezeit auf diese Art und Weise zu nutzen wird im modernen hektischen Leben so gut wie gar nicht praktiziert… wie wertvoll diese geschenkte Zeit jedoch gestaltet werden kann, hat Maria Anna Leenen mir wieder klar und deutlich vor Augen geführt. Sehr interessant fand ich die Ausführungen darüber, welch immensen Schaden ein falsches Gottesbild bei einem Menschen anrichten, und welch fatale Konsequenzen dies für seinen Glauben haben kann. Ein weiterer, für mich wertvoller Punkt, waren die einzelnen Schritte zur Meditation von Schriftworten, die Marie in diesem Buch ihrem Gast Tessa als kleine Anleitung mit auf den Weg gibt. Die doppelseitigen Schwarz-Weiß-Fotografien im Buch lockerten den Inhalt ein wenig auf. Das Buchcover kann man nur als „prachtvoll“ bezeichnen. Wenn man sich die Zeit nimmt, sich in das Titelbild zu vertiefen, wird man zwangsläufig von der überwältigenden Schönheit der abgebildeten Landschaft und des malerischen Himmels in den Bann gezogen.Fazit: ein Buch mit wenigen Seiten, aber sehr wertvollem Inhalt, das man aufgrund der darin enthaltenen Glaubenserkenntnisse, Zitate und Gedichte vermutlich öfter als nur einmal zur Hand nimmt. Nachfolgend zwei Zitate, die mich tief berührt haben:Meine Aufgabe als Einsiedlerin besteht im Grunde genommen nur darin, diesen Impuls wahrzunehmen und ihn groß, mächtig und mein Leben bestimmend werden zu lassen. Und was ist das für ein Impuls? Ganz einfach: es ist die Sehnsucht nach Gott. Nach einem Leben mit ihn und in ihm und für ihn.“Nicht alles, was Schaden zufügt, muss zum Nachteil werden. Manche angebliche Schwäche können wir nach einiger Zeit als Stärke nutzen, denn in allem sind deine Spuren, in allem ist deine Kraft, deine Weisheit, deine Güte wirksam, Gott.“Das Einzige, das mich während der Lektüre störte, war die Verwendung einiger Schimpfwörter. Ich empfand es ein wenig deplatziert, als Tessa ihren Lebensgefährten beispielsweise als „faule Sau“ tituliert, mit Ausdrücken wie „Shit“ und „Idiot“ um sich wirft, oder gar ihre Gastgeberin Marie verbal mit „Sind Sie blöd?“ attackiert… ich bewerte dieses Buch jedoch trotz dieses winzigen Kritikpunktes mit uneingeschränkten fünf Bewertungssternen.

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  • Die Suche nach dem tieferen Sinn - lesenswert

    Ganz weit draußen
    Stephan58

    Stephan58

    13. April 2016 um 18:15

    Die junge Tessa schlägt sich tagtäglich mit den Unzulänglichkeiten in ihrem Leben herum: ihrer Beziehung zu Timo, der die Tiefe fehlt, einer Arbeit, die nur ein Job ist und sie nicht erfüllt, ein Alltag, der geprägt ist vom täglichen Einerlei und dem Gefühl, immer wieder nur funktionieren zu müssen. Das kann doch nicht Alles gewesen sein? Aber was fehlt? Auf diese Fragen findet sie keine Antwort.Als sie auf einem Betriebsausflug durch eine Fahrradpanne ihre Gruppe verliert, begegnet sie Marie, einer älteren Frau, die ganz allein am Waldrand und so ganz anders lebt, eine katholische Eremitin, mit ihren Tieren und in einem Haus, das jedem offen steht. Tessa macht sich, unbestimmt und mit Widerständen auf, einen neuen Weg zu suchen, einen Weg zu sich selbst und damit zugleich zu etwas Anderem, das ihrem Leben einen tieferen Sinn geben kann. Zu Gott?Ein Roman über unsere heutige, schnelllebige, gehetzte Zeit und das Innehalten, unser Irrewerden an der Sinnleere des Alltäglichen und den kleinen Stachel, der sich doch immer wieder schmerzhaft meldet: unsere Sehnsucht nach Tiefe, Erfüllung, Ganzsein und Ruhe. In der gängig erzählten Form eines Romans, in der sich zwei Frauen begegnen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, bricht der Widerspruch auf, in dem wir alltäglich leben, einem Leben, in dem wir uns mehr schlecht als recht eingerichtet haben. Nicht moralisierend, nicht mit dem Zeigefinger, nein in dem Erleben der handelnden Personen kommt sie daher, diese Frage, die Frage nach dem Sinn, die Frage nach dem Mehr: die Frage nach unserer Spiritualität.Es geht dabei nicht um den abstrakten Gott, auch nicht um die Geschichte von vor 2000 Jahren, auch wenn dies im Roman durchaus zur Sprache kommt. Es geht letztlich um das Göttliche in uns und unseren Zugang zu einem tieferen Sinn, zu Erfülltsein und Glück.Tessa hat sich, angestoßen von ihrer Unzufriedenheit und der intensiven Begegnung mit Marie auf den Weg gemacht. Wohin? Das kann jeder nur selbst herausfinden.Ein absolut lesenswertes Buch, gute Unterhaltung und eine Geschichte mit Tiefgang, die zum Nachdenken anregt, zum Nachdenken über uns selbst.

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  • An einem Ort der Stille

    Ganz weit draußen
    Traeumerin109

    Traeumerin109

    10. April 2016 um 22:02

    Dies ist die Geschichte von Tessa, einer jungen Frau, die mit ihrem Lebe unzufrieden ist, und sich daher für eine Zeit in die Stille einer Einsiedlerklause zurückziehen möchte. Dort wohnt sie zusammen mit der Einsiedlerin Marie, welche eine ganz besondere Ausstrahlung besitzt und zu allen Menschen immer freundlich ist. Langsam kommt Tessa an dem abgeschiedenen Ort zur Ruhe und damit auch zum Nachdenken über sich selbst. Dabei kommt so einiges wieder zum Vorschein, was sie lieber vergessen hätte. Und sie findet wieder zurück zu Gott. Das Buch schafft es sehr schön, einen Ort der Stille zu beschreiben, an dem ich während des Lesens auch gerne gewesen wäre. Es hat eine gewisse Harmonie ausgestrahlt. Jedoch muss ich sagen, dass mich die Geschichte an sich nicht so überzeugt hat, genauso wenig wie Tessa als Hauptcharakter. Mein Gefühl war, dass die Erkenntnisse, die sie gewann, ziemlich schnell aufeinander folgten. Das kann natürlich unter Umständen der Fall sein, aber in diesem Buch waren die Erlebnisse in ihrer Gesamtheit nicht schlüssig. Vieles fand ich ein wenig zu klischeehaft, was ja teilweise vielleicht auch beabsichtigt war, aber mich hat es gestört. Im Nachhinein habe ich erfahren, dass dies nach einer wirklich erlebten Begebenheit erzählt wurde, aber das habe ich beim Lesen einfach nicht wiedergefunden. Es wirkte alles etwas „holprig“ und überhastet, ohne jetzt die Echtheit der Gefühle und Gedanken bestreiten zu wollen. Meines Erachtens ist es der Autorin nur nicht unbedingt immer gelungen, zu transportieren, was Tessa Außergewöhnliches erlebt hat. Das kann am Schreibstil liegen, oder auch daran, dass es allgemein sehr schwierig ist, für einen selbst so bedeutende Gefühle auch in Worte zu fassen. Die Schilderungen der Natur und auch einige der Gedankengänge waren dann doch wieder recht schön. Beispielsweise die beschriebene Situation in Tessas Elternhaus, das Erlebnis von Religion, verbunden mit Angst und Pflicht- oder Schuldgefühl – dies kenne ich aus persönlicher Erfahrung und fand es erschreckend, aber an dieser Stelle wieder authentisch. Insgesamt gebe ich dem Buch drei Sterne.   

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  • Manchmal muss man einfach aus dem Alltag aussteigen

    Ganz weit draußen
    heaven4u

    heaven4u

    07. April 2016 um 10:17

    Tessa fühlt sich wie im Hamsterrad. Auf Arbeit gehen ihr die Kollegen auf die Nerven, ihr Freund lebt in seiner eigenen Welt und hat sich weit von ihr entfernt, es scheint nur noch eine Zweckgemeinschaft zu sein. Da ergreift sie die Gelegenheit mit ihren Kollegen einen Ausflug in den Wald mitzumachen. Prompt verliert sie den Anschluss an die Gruppe und trifft auf Marie, eine Eremitin, die im Wald lebt. Sie ist so angetan von dieser Lebensweise, nimmt Urlaub und will ein paar Tage bei Marie ausspannen. Ob sie durch diese Zeit der Stille zu sich finden kann? Bei einem Eremiten denkt man doch meist an einen alten Mann mit Bart in den Bergen, der für sich lebt. Doch es gibt auch Frauen, die für sich leben und versuchen von anderen unabhängig und einfach zu leben. Die Autorin lebt genauso und wollte mit diesem Buch einen Einblick in ihr etwas anderes Leben geben und zeigen, was Stille und Einfachheit in einem Menschen bewirken kann. Sie hat oft Gäste, die sie um Hilfe bitten, ihr Fragen stellen. Tessa soll dabei ein Beispiel sein, quasi ein Sachbuch in Romanform. Das ist ihr sehr gelungen, ich fand das Buch sehr berührend. Die Bilder am Anfang jedes Kapitels nehmen den Leser mit hinein in die Geschichte. Tessa hat in ihrer Kindheit ein total falsches Gottesbild vermittelt bekommen. Bei Marie bekommt sie Zeit und Ruhe um sich davon zu lösen, was sie jahrelang mit sich herumschleppte. Wunderbar zeigt sich hier, die Gottessehnsucht, die Tessa immer noch in sich hat, obwohl sie sich schon lange von der Kirche abgewandt hat. Es ist ein ruhiges Buch, was auch den Leser dazu anregt, über sein Leben, seinen Glauben nachzudenken. Dieses Buch hat mit seinen wenigen Seiten mehr Inhalt als mancher Wälzer. Es gibt viele Gedichte und Bibelverse zwischendurch, die einladen innezuhalten. Man muss sich darauf einlassen und offen sein für neue Gedanken, dann ist dieses Buch ein sehr wertvoller Begleiter, den man sicher mehrmals lesen kann und jedes mal neues für sich entdeckt.

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