Maria Barbal Wie ein Stein im Geröll

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Inhaltsangabe zu „Wie ein Stein im Geröll“ von Maria Barbal

Ein Buch, das seine Leser lehrt, was wirklich wichtig ist: lieben und geliebt werden

Conxa ist gerade dreizehn, als ihre Eltern, arme Bauern in den katalanischen Pyrenäen, sie zu einer kinderlosen Tante bringen. An Arbeit mangelt es auch hier nicht, und für Gefühle kennt die Tante keine Worte, aber das Mädchen ist zumindest versorgt. Als sie einige Jahre später ihre große Liebe Jaume heiratet, erlebt Conxa sogar ein bescheidenes Glück. Doch der Krieg hält brutal Einzug in die Abgeschiedenheit des Dorfes und reißt auch Conxa mit sich wie einen Stein im Geröll …

Ein zärtlicher Blick in eine untergegangene Welt, in der Leben, Tod und die Liebe wie Urgewalten wirken.

Ein Roman, eine Biografie, eine Liebesgeschichte, eine Leidensgeschichte. Dieses kurze Buch hat alles, was große Literatur ausmacht!

— Thaliomee

Wehmütig, berührend und sehr schön erzählt...

— Ankili

Ein ganzes Leben in einfachen Worten

— Armillee

Literatur vom Feinsten! Einzigartig berührend in einer Sprache, die ihresgleichen sucht. Am Ende ist man einfach nur noch sehr lange still.

— BeaMilana

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  • Das Leben einer einfachen Frau - interessanter als manch andere Biografie!

    Wie ein Stein im Geröll

    Thaliomee

    10. October 2016 um 10:46

    Dieses Buch ist eine Biografie und doch ein Roman. Es geht um Conxa, ein Mädchen, dass schon früh Armut kennen lernt. Sie muss ihr Elternhaus verlassen und bei Onkel und Tante leben. Einerseits ist es nur ein Tagesmarsch, andererseits scheint es unendlich weit weg von ihren Eltern und Geschwistern zu sein. Conxa lebt bei diesen Bauern, sie hütet das Vieh, hilft bei der Ernte und im Haushalt. Ganz so, wie es Frauen in dieser Zeit tun. Sie wird älter, lernt einen Mann kennen und heiratet. Er ist ihre große Liebe, aber das Leben besteht aus Arbeit und Verpflichtung und für Leidenschaft und große Gefühle ist eher wenig Platz. Es sind die schönsten Jahre ihres Lebens. In Spanien bricht Krieg aus, aber eigentlich berührt es Conxas Leben nicht, viel zu abgeschieden wohnt sie. Ihr Mann aber interessiert sich für Politik und genau das wird ihm zum Verhängnis. Er wird getötet und ohne ihn ist auch Conxa nicht mehr komplett. Wer in diesem Buch eine Geschichte des spanischen Bürgerkriegs oder Informationen über Katalonien erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden. Der Leser erfährt alles aus der Sicht eines Bauernmädchens. Ihr Leben ist nicht spektakulär oder besonders - es ist berührend normal. Eine Geschichte über eine Durchschnittsfrau mit einem ganz und gar unscheinbaren Leben. Genau das macht dieses Buch zu etwas ganz großem. Dabei ist es mit Sicherheit eine Stärke, dass dieses Buch so kurz ist. Auf diesen wenigen Seiten das Leben der Figur Conxa zusammenzufassen ist der Autorin so gut gelungen, wie in kaum einer echten Biografie.

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  • Die Chinesische Kalenderchallenge 2015/2016

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    stebec

    Willkommen zu unserer Challenge des Chinesischen Kalenders. Wir kattii und stebec haben uns ein paar nette Aufgaben überlegt, an deren Erfüllung ihr hoffentlich genauso viel Spaß haben werdet, wie wir bei der Erstellung. Natürlich dreht sich hier alles um den Chinesischen Kalender. Wir stellen euch Aufgaben für dessen Erfüllung ihr Punkte sammeln könnt, wenn ihr fleißig lest, aber alles der Reihe nach. Die Regel: Die Challenge findet vom 01.Mai 2015 bis zum 30.April 2016 statt. Einsteigen könnt ihr jederzeit und die verpassten Aufgaben auch nachholen.  Wir stellen euch jeden Monat zwei Aufgaben, die einem Tier des chinesischen Tierkreiszeichens passen. Die Aufgaben werden immer frühzeitig veröffentlicht, damit ihr genug Zeit habt, um euch eure Bücher herauszusuchen. Zusätzlich könnt ihr jeden Monat Elementaufgaben erfüllen, die Zusatzpunkte einbringen. Hier solltest ihr allerdings auf ein Gleichgewicht zwischen den Elementen sorgen. d.h. das jedes Element nur 6 mal verwendet werden darf. Die Elementaufgaben sind immer gleich. Natürlich müsst ihr auch darauf achten Yin&Yang im Gleichgewicht zu halten. D.h. das jedes Yin oder Yang nur 16 mal verwendet werden darf. Auch die Yin&Yang Aufgaben bleiben gleich. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, den wir verlinken können und in dem ihr eure Punkte aktuell haltet. Das hilft uns die Übersicht nicht zu verlieren.  Haltet euch hierbei bitte an das Beispiel, was wir unten erstellt haben. Die Aufgaben: Jeden Monat gibt es zwei Hauptaufgaben für euch, die von kattii im Monat vorher veröffentlicht werden. Eine zu einer schlechten und eine zu einer guten Eigenschaft des Tieres. Es geht sich also also darum für jeden Monat zwei Bücher zu lesen.  Die Elementzusätze können mit den Hautpaufgaben vereinbart werden. Die Elementzusätze sind keine Pflicht. als Beispiel: Ich lese ein Buch zu einer Hauptaufgabe, das über 450 Seiten hat und kann mir Wasserpunkte auf mein Konto schreiben. Feuer, heiß, leidenschaftlich und zerstörerisch. Um die Feuerpunkte zu bekommen, müsst ein Buch aus dem Genre Liebesroman, Thriller oder Dystopie lesen Wasser, 71% der Erde sind mit Wasser bedeckt. Das ist ganz schön viel. Deswegen müsst ihr für die Wasserpunkte ein Buch lesen, dass über 450 Seiten hat.  Luft, bedeutet Leichtigkeit. Man ist losgelöst von allem, deswegen lest ein Buch aus dem Genre: Fantasy, historischer Roman oder etwas humorvolles . Erde, ist ein sehr festes Element. Für die Erdenpunkte müsst ihr ein Hardcover lesen. Metall, steht für Fortschritt und deswegen müsst ihr für die Metalpunkte ein Buch lesen, dass nicht vor 2015 erschienen ist. Die Yin&Yang-Aufgaben sind simpel. Auch hier gilt, dass diese mit den Hauptaufgaben vereinbart werden können.  Yin => Ein helles Cover Yang => Ein dunkles Cover Ihr könnt euch hier entscheiden, ob ihr nur die Hauptaufgaben erfüllt oder die Zusätze auch abarbeiten möchtet.  Pro Buch könnt ihr eine Hauptaufgabe, einen Elementzusatz und einmal Yin oder Yang anrechnen. als Beispiel: Wenn ich ein Buch für eine Hauptaufgabe lesen, das über 450 Seiten hat und ein helles Cover besitzt, dann habe ich alle möglichen Aufgaben erfüllt. Sollte ich die Hauptaufgabe im Monat des Aufgabenstellung erfüllen, habe ich die höchstmögliche Punktzahl erreicht.  Die Punkte: Pro erfüllte Tieraufgabe gibt es 1 Punkt Pro erfülltes Element gibt es 1 Punkt Pro erfülltem Yin/Yang gibt es 1 Punkt Wenn ihr im Jahr des aktuellen Tieres geboren wurden seit:  Punktzahl mal 2 Wenn ihr die Aufgabe im Monat lest, in dem sie gestellt wurde: 1 Zusatzpunkt pro Aufgabe. Als Beispiel: Richtige Aufgabe + Element + Yin/Yang = 3 Punkte Ihr könnt also im Monat, wenn ihr beide Aufgaben und Zusatzaufgaben erfüllt habt 6 Punkte sammeln. Bei richtigem Geburtsjahr verdoppeln sich die Punkte auf 12. Und wenn ihr die Aufgabe im richtigen Monat lest gibt noch jeweils 1 Punkt pro Aufgabe dazu. Ihr könnt also bei richtigem Geburtsmonat 14 Punkte sammeln. Und in den anderen Monaten 8 Punkte. Am Ende der Challenge bekommt ihr noch einmal ein paar Bonuspunkte, wenn ihr fürs Gleichgewicht gesorgt habt. Punkte werden im folgenden Verhältnis verteilt. Yin&Yang: Jedes Yin&Yang mindest 8mal: 4 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 10mal: 8 Punkte Jedes Yin&Yang mindest 12mal: 12 Punkte Elemente: Jedes Element mindestens 3mal: 8 Punkte Jedes Element mindestens 4mal: 12 Punkte Bonus für die Katzenaufgabe: 12 Punkte Am Ende des Jahres könnt ihr somit maximal 138 Punkte erreichen. Wenn wir euch jetzt mit unseren Regeln und Aufgaben nicht total durcheinandergebracht haben, freuen wir uns, wenn ihr uns ein Jahr lang auf dem Weg des chinesischen Kalenders begleitet. Selbstverständlich stehen wir euch immer mit Rat und Tat zur Seite.  Teilnehmer: 123sarah321 [inaktiv?] AberRush AnnaWaffel Anruba ban-aislingeach Bellastella BlueSunset Buchgeborene [inaktiv?] Buchgespenst clary999 DasBuchmonster DieBerta fabulanta [inaktiv?] Federzauber Galina86 hannelore259 Hikari Honeygirl96 [inaktiv?] janaka Jecke JuliB kattii Kitayscha Krimine LadySamira091062 Lavieenverre louella2209 lunaclamor [inaktiv?] mabuerele MiHa_Lore MiniMixi  mrsapplejuiice monana88 [inaktiv?] Niob Paulamybooksandme raphael-edward Regina99 samea Sandra251 scarlett59 Sick stebec sursulapitischi [inaktiv?] Tatsu Tiana_Loreen TigorA weinlachgummi Willia Wolfhound zazzles

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    • 2100
  • Ein ganzes Leben in einfachen Worten

    Wie ein Stein im Geröll

    Armillee

    08. May 2014 um 11:22

    Allzu selten liest man einen Roman, der sich in so konsequenterweise bis zur letzten Zeile treu bleibt .Hier wird einfach auf unspektakuläre Weise aus einem langen Leben erzählt, eben weil es erzählt werden muss. Eine alte Frau wartet auf den Tod, un dsie erinnert sich. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend in einem abgeschiedenen Bergdorf in den katalanischen Pyrenäen, an ihr Elternhaus, daß sie mit 13 Jahren verlassen muß, um bei Onkel und Tante zu leben, die sie kaum kennt. Sie erzählt von einem harten und entbehrungsreichen Leben, das bestimmt wird vom Lauf der Jahreszeiten, von der Arbeit auf der Wiese und den Feldern, aber auch von den alltäglichen Freuden, von den Besuchen der Vettern aus Barcelona, von Dorffesten, aber vor allem von Jaume, der einzig und allein auf der Welt zu sein scheint, um ihr all ihre Ängste zu nehmen. Ihre Ehe mit Jaume und den drei Kindern sind die schönsten in Conxas Leben. Barcelona, der König, Madrid...das alles liegt weit entfernt und kommt ihr unwirklich vor. Und wenn Jaume ihr von der Republik erzählt, von Gerechtigkeit und dem freiem Willen des Volkes und dann seine Augen dabei leuchten, dann bekommt sie Angst. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, die Faschisten zerstören unwiederbringlich ihr privates Glück. Jaume wird erschossen und in einem Massengrab verscharrt. Es geht dann weiter mit Trauer, Denunzierungen. Die Kinder wachsen heran und gründen bald ihre eigenen Familien. Conxa hat mehr und mehr das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden. Ich finde dieses erzählte Leben - Conxa ist 80Jahre alt geworden - sehr nachhaltig und freue mich, dass ich dieses Buch auf irrigen Wegen zu mir gefunden hat.

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  • Hin und her gerissen

    Wie ein Stein im Geröll

    Mika2003

    16. April 2014 um 09:31

    Der spanische Bürgerkrieg – ein Thema das für mich bisher in den gelesenen Büchern keine Rolle gespielt hat. Ich war daher entsprechend neugierig und gern bereit, etwas für mich neues auszuprobieren. Im Nachgang gesehen muss ich sagen, ich hätte es nicht gerade mit diesem Buch versuchen sollen. Obwohl von der Presse und anderen Leserstimmen hochgelobt, muss ich leider sagen, dass das Buch nicht wirklich etwas für mich war. Das fing schon mit der Sprache an. Kurz und knapp – in meinen Augen viel zu knapp gehaltene Sätze. Dadurch baute sich vor meinem geistigen Auge die Geschichte nicht wirklich auf, wurde nicht lebendig. Alles blieb irgendwie fremd und nicht greifbar. Genau wie Conxa. Durch ihre Schilderungen blieb sie mir fremd und gesichtslos. Nichts reizte mich, mich mit ihrer Geschichte auseinander zusetzen. Emotionslos beschreibt das ganze eigentlich am besten. Ich mag es, wenn mich die Protogonisten eines Buches – egal in welcher Weise – berühren. Wenn sie Tiefe entwickeln. Die Erzählweise war dafür nicht geeignet. Mag das ganze Buch vom Thema her grundsätzlich interessant sein – es kam mir auch zu gedrängt und zu knapp gehalten vor. Ich denke, auch da geht viel Tiefgang verloren. Schade, denn ich bin der Meinung, das Buch hätte auch für mich durchaus Potential haben können.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    gina_

    30. April 2012 um 13:47

    Das Mädchen Conxa lebt in einem kleinen Dorf in den katalanischen Pyrenäen bei ihren Eltern. Das Leben ist hart und die Eltern, arme Bauern, entscheiden sich Conxa mit 13 Jahren zur kinderlosen Tante in ein anderes Dorf zu bringen. Dort arbeitet sie im Haushalt und auf dem Feld, erfährt ein gutes Leben und lernt Jaume kennen, den sie gegen anfängliche Widerstände heiratet. Eine kurze, intensive Zeit voller Liebe beginnt, die in einer Welt von ewig gültigen Traditionen geprägt scheint. Als der Bürgerkrieg ausbricht, zerbricht ihr Leben und wird brutal von politischen Ereignissen heimgeholt. Als Mutter von drei Kindern steht sie inmitten des Krieges und erfährt, dass ihr Mann erschossen wurde. Maria Barbal hat mich in eine Geschichte voll aufrüttelnder Realität und schicksalshafter Erlebnisse geführt, die mich nicht mehr losgelassen hat. Ein Buch voller Sensibilität, Tradition und politischer Härte, die Conxas Leben in einer schnörkelosen Sprache widerspiegelt. Beeindruckend und aufwühlend. Ein Buch, dass ich nur weiter empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Sabrina D

    02. March 2011 um 21:52

    Die Geschichte eines Mädchens, die ihre große Liebe heiratet und in Revolutionszeiten alles verliert.

  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Gilfaen

    21. February 2011 um 17:54

    "Ich fühle mich wie ein Stein im Geröll. Wenn irgend jemand oder irgend etwas mich anstößt, werde ich mit den anderen fallen und herunterrollen; wenn mir aber niemand einen Stoß versetzt, werde ich einfach hier bleiben, ohne mich zu rühren, einen Tag um den anderen..." Conxa ist ein junges Bauernmädchen, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in den Pyrenäen, ohne jede Form von Bildung oder der beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten. Die Umstände ihres Leben sind vom rauen, arbeitsreichen, bäuerlichen Alltag geprägt; Gefühle und Gedanken werden in diesem geschlossenen sozialen Gefüge nicht verbalisiert noch thematisiert. Conxa kennt keine Worte für ihre Gefühle gegenüber der Tante, gegenüber ihrem späteren Mann Jaume, ihren in der Ehe geborenen drei Kindern. Und doch besteht zwischen ihnen eine Bindung, ausgelebt über Zärtlichkeiten, kurze Körperkontakte. Und doch bleibt sie in dem ihrigen Erlebnishorizont stark verwurzelt, hat weder Interesse das Spanien außerhalb ihres eigenen Horizonts kennen zu lernen. Ihre Lebensumstände kann und will sie nicht ändern. Vom Leser werden sie als stark konservativ, festgefahren, ja, als geradezu prähistorisch empfunden. Jede Veränderung, sei sie politischer oder religiöser Natur wird von der jungen Frau als bedrohlich und beängstigend empfunden. Wenn Jaume mit Feuer und Leidenschaft von "der Republik" berichtet, schwärmt, kritisiert und diskutiert, bleibt sie eher hintergründig, hinterfragt kaum, mischt sich nicht ein. Alles, was ihre Vorstellungskraft übersteigt wird nicht weiter betrachtet - aus den Augen, aus dem Sinn. Ihre Gedanken sind nur um das wenige, was sie hat, fokussiert: Familie, Haushalt, Lebensunterhalt. Dem Leser wird eine vollkommen andere Lebensperspektive, eine vollkommen andere Lebenssicht als es der heutigen, modernen Lebenswelt entsprechen würde. Conxa hat ein eher passives Leben, sie führt es ohne viele Fragen zu stellen. Politik, Veränderungen im Staat - diese Themen sind für sie nicht von Belang. Sie bemerkt Veränderungen, nicht zuletzt durch ihren Mann, aber sie werden nicht als Chance zur Veränderung oder Verbesserung betrachtet, sondern nur misstrauisch als etwas Neues, Modernes, Anderes interpretiert. Erst, als Jaume von vorrückenden Francotruppen ermordet und in einem Massengrab verscharrt wird, kommt der Bruch in der bis dahin sehr stark von natürlichen Leitmotiven getragenen Handlung. Conxa erlebt Trauer, nicht nur aufgrund des Todes ihres Mannes, sondern auch weil man ihr jede Möglichkeit nahm von ihm Abschied zu nehmen, ihm die letzte Ehre zu erweisen, ihn zu begraben. Eine starke Melancholie umgibt jetzt diese alternde Frau, die hin und her gerissen zwischen der aufbrechenden Moderne und der alten, bekannten bäuerlichen Welt eine Entscheidung treffen muss, wie sie ihr Leben leben will. "Pedra de tartera" erschien erstmals 1985, zehn Jahre, nachdem der spanische General Francisco Franco verstorben war. Er gilt als katalanischer Klassiker, als Werk, welches den vielen Menschen Namen und Ehre wiedergab, die durch das totalitäre, diktatorische Regime Land, Familie, Stand, vielleicht sogar Ehre und Charakter genommen wurde. Melancholisch, traurig, ja geradezu dramatisch erscheinen die Entwicklung für ein ganzes - katalanisches - Volk, dem man nicht zuletzt die Möglichkeit der Sprache nahm. Ein ganz außergewöhnliches Schicksal wird beschrieben - und Conxa und Jaume stehen als Paar beispiellos dafür. Mit äußerster Genauigkeit beschreibt Maria Barbal einen für heutige Verhältnisse sehr unbekannten Lebensstil, im Wechsel der Jahreszeiten, im Wechsel von Licht und Finsternis. Sehr authentisch wirkt dieses Schicksal, sprachlich schön gestaltet, geradezu poetisch trotz des starken Realismus. Naturaufnahmen finden genauso Einfluss, wie die Gestaltung eines Arbeitstages, aber auch Conxas Gedanken über bevorstehende Ereignisse. Gebildet mag sie nicht sein, dumm ist sie deswegen noch lange nicht. Sie gewinnt an Sprache, an Worthülsen, um ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen; manchmal sehr abstrakte Begriffe und Vergleiche, die mit ihrer eigenen Welt zu tun haben. Und die bereiten dem Leser das größte Vergnügen, wirken sie doch wie eine frische Sommerbrise beim Lesen. Poetisch, geradezu wunderschön und melancholisch mutet dieser gerade einmal 150-Seiten lange Roman an. Man findet sich sehr schnell in die Handlung ein, die Zeit verfliegt nur so. Und doch ist es Zeit die sich lohnt. Dieses Buch ist ein kleiner Schatz - noch lange hat mich das Schicksal Conxas nach der Lektüre begleitet, noch lange war ich verzaubert von dieser doch eher rauen, eher reizlosen, harten Gebirgswelt. Ein wirklich feines, schmales Buch.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Moni 3007

    14. August 2010 um 21:38

    Eine alte Frau namens Conaxs wartet auf den Tod, und sie erinnert sich. Sie erinnert sich an ihre Kindheit und Jugend in einem abgeschiedenen Bergdorf in den katalanischen Pyrenäen, an ihr Elternaus, das sie mit dreizehn Jahren verlassen muss, um bei Onkel und Tante zu leben, die sie kaum kennt. Sie erzählt von einem harten und entbehrungsreichen Leben, das bestimmt wird vom Lauf der Jahreszeiten, von der Arbeit auf den Wiesen und Feldern, aber auch von den kleinen alltäglichen Freuden, von den Besuchen der Verwandten aus Barcelona, von Dorffesten, aber vor allem von Jaume, der einzig und allein auf der Welt zu sein scheint, um ihr alle Ängste zu nehmen. Conxas Ehe mit Jaume, das sind gute Jahre, die schönste Zeit ihres Lebens. Drei Kinder werden geboren, und ein Sommer wie der andere zieht ins Land. Doch der hereinbrechende Bürgerkrieg macht auch vor dem abgelegensten Gebirgsdorf nicht Halt - und verändert Conxas Leben für immer. Jaume wird erschossen und in einem Massengrab verscharrt und Conxa muß fortan ein Leben ohne ihn führen, einfach weiterleben für ihre Kinder....... Dieses einzigartige Buch von 190 Seiten enthält ein ganzes ergreifendes Leben. Es ist ihr Erstlingswerk. Ich habe das Buch nunmehr zum zweiten Mal gelesen für diese Rez. und war wieder absolut berührt und gerührt von dem Bestseller. Es gehört zu meinen Lieblingsbüchern nicht nur aufgrund des hervorragenden Schreibstiles. Für mich ist das Buch ein Meisterwerk. Punkt.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Rock-n-Roll

    13. August 2010 um 10:48

    Dieses Buch berichtet über eine längst vergessene Zeit und von einem Leben, dass den wenigsten Lesern wohl bekannt ist. Die Katalanin Conxa erzählt von ihrer Kindheit und Jugend in den spanischen Pyrenäen und den vielen Entbehrungen im Leben. Kaum dass sie ein wenig Glück erfährt, wird es ihr durch die politischen Unruhen wieder genommen und alles was ihr noch bleibt ist ein Leben, das von den Erinnerungen an die glücklichen Zeiten zehrt. Conxa ist eine bildungferne, einfach Frau, die genau so lebt, wie es die Gesellschaft von ihr erwartet, sie stellt keine Fragen, mischt sich nicht in Diskussionen ein und läßt sich von anderen in ihren Entscheidungen leiten. Als Leser aus der Moderne möchte man sie am liebsten das eine oder andere Mal schütteln und ihr klar machen, dass sie das eigene Leben in die Hand nehmen soll. Die wichtigste Lektion aus diesem Buch ist für mich: einen alten Baum verpflanzt man nicht. Alle paar Jahre kommt mal ein Buch, das für immer in Erinnerung bleibt und das hier ist sicherlich so eins

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Marco

    19. February 2010 um 15:39

    Die Autorin wurde 1949 in den Pyrenäen geboren und lebt heute in Barcelona. Wie ein Stein im Geröll ist ihre erste Veröffentlichung und entwickelt sich nach dutzendfacher Neuauflage und Übersetzungen in verschiedene Sprachen bereits zu einem Klassiker der Gegenwart. Das Mädchen Conxa ist das fünfte Kind einer armen Familie aus den Pyrenäen. Conxa wird mit nur 13 Jahren ihrer gewohnten Umgebung entrissen und der kinderlosen Schwester ihrer Mutter anvertraut. In ihrer neuen Heimat, ebenfalls ein kleines Dorf in den Pyrenäen, arbeitet sie hart, um dass Wohlwollen ihrer neuen Pflegeeltern zu erlangen. Das Leben dort ist durch alte Traditionen und ein sehr schlichten Leben geprägt. Aus dem Mädchen wird eine junge Frau, das sich in einem Mann verliebt, der aber nicht der Wunschkandidat ihrer Tante ist. Als sich alles zum Guten zu wenden scheint, wird Conxas Welt in den blutigen spanischen Bürgerkrieg hinein gerissen. In nur 130 Seiten gelingt es Maria Barbal ein Leben zu erzählen. In einer schnörkellosen Sprache, ohne Windungen und künstlerische Experimente hat die Autorin einen Roman geschaffen, der die Zeit überdauern könnte. Er beschreibt die Vergangenheit und schildert Gefühle und Sehnsüchte, die es immer geben wird. Empfindungen, Hoffnung und Freude, aber auch Leid und Entbehrungen leise und meist leicht erzählt. Maria Barbal schreibt selbst über ihren Roman: "Mit ihm wollte ich einem der vielen namenlosen Menschen eine Stimme geben, die wie ein Stein im Geröll der Geschichte mitgerissen wurden". Dies ist ihr zweifellos gelungen. Egal ob man es eine Liebesgeschichte oder einen Erinnerungsroman nennen will, wer sich einen halben Tag ein gutes Buch gönnen möchte, dem kann man Maria Barbals kurzes großes Werk getrost ans Herz legen.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    KarlMay

    22. October 2009 um 14:15

    Manchmal stößt man erst spät auf Bücher, die einmal Bestseller waren und das sogar zurecht. Bei diesem Buch ging es mir so. Und dabei liebe ich Bücher, denen es gelingt, auf wenigen Seiten eine komplexe Geschichte zu erzählen. So mancher Autor dicker Wälzer könnte sich daran ein Beispiel nehmen! Auch bei diesem Buch ist das so: Auf 190 Seiten erzählt Maria Barbal die Lebensgeschichte von Conxa, die mit ihren 5 Geschwistern in den spanischen Pyrenäen aufwächst. Mit 13 Jahren kommt sie zu ihrer Tante einige Dörfer weiter, die selbst kinderlos geblieben ist und der sie zur Hand gehen soll. Dort lernt sie Jaume kennen und lieben. Gegen anfängliche Widerstände können die beiden heiraten. Die Zeit mit ihm, dem sie drei Kinder schenkt ist für Conxa die glücklichste ihres Lebens. Doch sie endet jäh, als Jaume, der sich der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung anschließt, von Franco - Truppen erschossen wird. Conxa selbst wird interniert und kehrt nach einigen Wochen wieder ins Dorf zurück. Irgendwann verläßt sie mit ihrem Sohn und seiner Familie den Hof und geht nach Barcelona, eine für sie völlig fremde Welt..... Es ist bewundernswert, wie die Autorin Conxa erzählen läßt und sich dabei völlig in die einfache Frau aus den Bergen hineinversezt. Diese ahnt zwar, daß ihr Mann ihr genommen werden wird, aber sie fügt sich ohne großen Widerstand in ihr Schicksal, das von Verlusten geprägt ist: Zuerst dem Verlust ihrer Eltern und Geschwister - denn auch wenn das Dorf, in dem ihre Tante lebt, für heutige Verhältnisse nah am Heimatort Conxas liegt, war es für damalige Verhälrtisse eine weite Reise. Der zweite Verlust ist der ihres Ehemanns Jaume, mit dem sie eine glückliche Ehe führt. Und zum Schluß der Verlust der Heimat. Denn "Barcelona, das ist ein ferner Himmel und schreckhafte Sterne. Das ist ein feuchter Himmel und ein ganz grauer Himmel. (...) Barcelona, das ist für mich etwa sehr schönes. Die letzte Stufe vor dem Friedhof." So entsteht das Bild eines Frauenschicksal und das Porträt eines Lebens in einer Umgebung, die längst untergangen ist. Unbedingt lesenswert!

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Buecherdiebin

    12. August 2009 um 10:49

    Conxa, ein junges und sehr stilles Mädchen, wird zu ihrer Tante in ein spanisches Bergdorf geschickt. Sie arbeitet und lebt ein entbehrungsreiches Leben ohne wirkliche Freude. Eines Tages lernt sie ihre große Liebe kennen und heiratet Jaume auch. Es scheint, als ob sie endlich ein wenig Glück in ihrem Leben hätte, doch dann reißt der Krieg alle(s) auseinander. Ein sehr nachdenkliches Buch. Dennoch hat es mir nicht gefallen, da Conxa wirklich wie ein Stein im Geröll ist: Sie scheint für mich keinen wirklichen Anteil am Leben zu nehmen, sagt nie ihre Meinung und lässt alles mit sich geschehen.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Izzylie

    14. June 2009 um 04:09

    Eine alte Dame erinnert sich in diesem Buch an ihr Leben... sie erinnert sich daran, dass sie mit 13 Jahren zu ihrer Tante und ihrem Onkel zog - weit weg von den eigenen Eltern -, wie sie ihre große Liebe Jáume traf, drei Kinder bekam und ihr Leben auf dem Hof der Tante verbrachte. Sie erinnert sich an so vieles und nicht einmal bekommt man ein Gefühl von Langeweile - vielmehr wächst mit jeder Seite das Gefühl, dass einem diese alte Dame (Conxa) gegenübersitzen würde und sie einem erzählt...mit Ruhe und Andacht und Seite für Seite lebt man immer mehr mit ihr, will mehr hören, will fast nachfragen. Maria Barbal ist damit ein hervorragender Roman gelungen - eine Geschichte, die lebt und von der man mehr will.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Albel_Nox

    16. November 2008 um 16:46

    Es verwundert wirklich nicht, dass sich "Wie ein Stein im Geröll" längere Zeit auf den deutschen Bestsellerlisten hielt. Aus der Ich-Perspektive erzählt die katalanische Bäuerin Conxa vom Leben in ihrem Dorf, das vor allem von harter Arbeit und festen Rollenbildern geprägt ist. Mit 13 Jahren wird sie aus ihrem Elternhaus fortgeschickt, um Onkel und Tante bei der Arbeit auf dem Hof zu helfen. Dort lernt sie auch ihre spätere Liebe kennen und man heiratet und bekommt Kinder, bis der Ausbruch des spanischen Bürgerkrieges und die spätere Landflucht Conxas in festen Bahnen verlaufendes Leben plötzlich schlagartig verändern. Was mich beim Lesen beeindruckte, ist, dass die Autorin es schaffte, auf nur knapp über 100 Seiten eine ganze Lebensgeschichte zu verdichten - man begleitet Conxa angefangen in ihrer frühen Jugend bis hin zum hohen Alter. Exemplarisch erfahren wir etwas über einzelne wichtige, manchmal aber auch alltägliche Geschehnisse in ihrem Dorf, die uns das damalige Leben der Bauern näherbringen. Die dabei verwendete Sprache liest sich sehr angenehm und überhaupt hat sich Maria Barbal mit Conxa eine großartige Erzählerin erdacht: Sie verwendet zwar keine komplexen Satzstrukturen oder übermäßig lyrische Bilder (zum Glück...), aber mit einer erzählerischen Wucht, die den Leser dazu einlädt, mitzufiebern, zu trauern oder zu grübeln. Es ist eine authentisch wirkende Geschichte, von der man sich leicht vorstellen kann, dass sie sich so zugetragen hat und zugleich ein Zeugnis über eine längst vergangene Zeit, Katalonien um 1900. Zudem kommen hier einmal die einfachen Leute zu Wort und dem Krieg wird kein übermäßig großer Platz eingeräumt, wie in vielen anderen Büchern. Man neigt ja doch eher dazu, viel über das Schicksal von Politikern und Königin zu lamentieren und darüber das "einfache Volk" zu vergessen. Ein kleines, aber feines Buch über ein großes Schicksal, das zum Nachdenken anregt und mir sicher noch länger in Erinnerung bleiben wird. Zusätzlich zum Roman findet man in dieser Taschenbuch-Ausgabe des Diana-Verlages mehrere Nachworte, ein Glossar und ein Interview mit Maria Barbal.

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  • Rezension zu "Wie ein Stein im Geröll" von Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. October 2008 um 18:06

    Eine Geschichte über eine schwache und doch starke Frau, die ihren Weg nie selbst sucht, aber immer tapfer geht... Schön geschrieben, emotional manchmal etwas zu flach...

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