Maria Berchtenbreiter Das Sumpforgelweib.,

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Inhaltsangabe zu „Das Sumpforgelweib.,“ von Maria Berchtenbreiter

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    Das Sumpforgelweib.,

    Minje

    24. June 2015 um 15:41

    "Das Sumpforgelweib" von Maria Berchtenbreiter erschien 1944 im Oskar Meister Werdau Verlag. Maria Berchtenbreiter (1900- 1983) lebte im bayrischen Raum und schrieb für diverse Zeitungen. Außerdem gab sie 12 Romane heraus. Der Roman "Das Sumpforgelweib" behandelt ein Jahr zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg und spielt in Bayern. Hauptperson ist die Weidacher Walp. Eine junge Frau, unverheiratet, mit drei Geschwistern. Der älteste Bruder, Georg, ist in die Stadt gegangen , um zu studieren (Theologie). Der zweite Bruder, Stefan, ist auch in die Stadt gegangen, Bierkutscher ist er geworden. Die Schwester, Elis, verdingt sich als Magd, wurde schon oft davongejagd. Und die Walp? Sie unterstützt ihren Vater und den Knecht Leonhard Rotter, kurz: Hartl, bei der täglichen Arbeit auf dem Moorhof. Dieser ist am Hochmoor gelegen, mit Blick auf die Alpen. Dort haben sie Kühe, Schweine, Hühner, aber auch Getreide. Und einen Hund. Die Arbeit ist dort sehr anstrengend. Nach dem Tod des Vaters ist die Walp alleinige Erbin. Das nehmen ihr die drei Geschwister übel. Auf der Beerdigung wirft ihr Bruder Georg ihr vor, sie habe das Erbe an sich gerissen. Die Walp bekommt Besuch von Lorenz, in den sie verliebt ist. Dieser wirft ihr vor, sie habe das Erbe an sich gerissen, meint aber das wäre gut, denn man könne den Hof ja verkaufen und einen Käufer hätte er bereits verkaufen. Die ganze Zukunft hat er schon geplant. Die Einstimmung der Walp erhält er nicht, sie möchte auf dem Hof bleiben. Durch einen Zufall kommt es zu einem Treffen mit Rake, einer Kräuterfrau und Moorhexe. Diese nistet sich bei Walp ein und dient mit weisen Ratschlägen. Und sie hat spannendes zu berichten über den Raschelreiter, Wassermandl, Torfbullerer und über das Sumpforgelweib. Jeder der drei Geschwister geht unterschiedlich mit dem Schmerz um, ausgeschlossen zu sein vom Erbe. Stefan ist wütend aber auch traurig. Ihm wird mit der Zeit klar, was für ein freier Mensch sein Vater als Moorbauer gewesen ist. Jeden zweiten Tag kommt er nun mit einem LKW vorbei und fährt über den Moorweg. Dieser ist gemacht für Torfkarren und Heuwagen, für bäuerliche Fuhrwerke, Holzschlitten. Nur nicht für motorisierte Gefährte. Es ist ein Pfad im Moor. Bei diesen Fahrten zerstört Stefan mutwillig z.B. die umstehenden Birken. Tage später kommt Georg für drei Tage zu der Walp. Er möchte den Konflikt im Gespräch klären. Er wird von Rake zurechtgewiesen. Diese hatte ihn als kleinen Jungen von einem Natternbiss geheilt."Dich hat jetzt ein anderer Natternzahn gebissen. In dir schwärt der Neid. Gönn der Walp ihren Arbeitsschweiß und das harte Brot auf dem Hof. Was anderes ist hier eh´nicht zu holen." Zum Tod Stefans kommt es dank Rakes Hilfe. Elis kommt auch einmal zurück, schwanger von Lorenz. Das weiß aber niemand. In der Zwischenzeit hat die Walp einen neuen, den Stelzer Peter von Oberstelz. Sie besucht ihn. Als sie zurück kommt, ist Elis verschwunden. Es vergeht einige Zeit, dann bekommt die Walp doch heraus, was genau passiert ist. Thema ist der unterschiedliche Umgang mit Trauer und Konflikten. Toll an dem Buch sind Personen- und Naturbeschreibungen. Die Augen der Walp werden beschrieben als merkwürdig und gefährlich. Wenig spätr liest man "Die Elis hatte gemault und getrotzt, solange, bis es Walp in allen Fingern zuckte und ihre Augen das schillernde Licht annahmen, das die Schwester fürchtete. Mit diesen Augen brach die Walp jeden Widerstand. Es lag darin eine magische Kraft." Die ersten Tage im September werden beschrieben:"Die Luft zitterte nicht mehr über das Moor wie in der Sommerhitze. Durchsichtig wie Kristall war sie eine riesige, blauschimmernde Glasglocke über dem weiten Land. Der Sonnenneben vor den Berggesichtern im Süden riß schon am frühen Morgen entzwei und rückte die felsigen Stirnen näher, dass man jede Falte und Schrunde zählen konnte, jede Narbe, jeden hochmütigen Lippenbogen, jede Braue dunklen Waldes und das lichtgrüne, kurzgeschorene Fell der Almenmatten." Die Walp gefällt mir, da sie an der Tradition hängt und das Erbe ihres Vaters weiterführen möchte, auch wenn es harte Arbeit bedeutet. (Alle anderen Geschwister hatten bis zum Tod ihres Vaters nie Interesse an dem Hof gezeigt,) Angriffen trotzt sie und bleibt hart. Die Moorhexe gefällt mir auch, da sie eine kräuterkundige alte Frau ist, die auch Menschenkenntnis besitzt. Mir gefällt es, dass sie die Walp in dieser Zeit unterstützt. Elis und ihr Schicksal: traurig. Es tut mir leid, wei Lorenz sie nur benutzt hat. Die Brüder: so unterschiedlich. Beide wollen den Hof selber haben. Wie unterschiedlich sie dies zum Ausdruck bringen! Ein wenig schwierig (aber auch toll) ist die Verwendung von landestypischen Begriffen wie Gäuwägl, Kletzenwecken, Kren, Daxenhaufen, Daxen hacken, Daxenbruch,...man kann natürlich darüber hinweg lesen....nur ein Register am Ende wäre hilfreich gewesen. Gerade das macht aber auch den besonderen Reiz des Buches aus. Fazit: Das Buch nimmt einen gekont mit in eine andere Zeit, in eine andere Umgebung. Die Naturbeschreibungen sind so gelungen, das man innehält. Das man sich das vorstellt, selber im verschneiten, nebligen Moor zu stehen oder zu hocken, sich zu verstecken. Man sieht die Veränderungen des Himmels. Man stellt sich vor, wie würde das in einem Film, einem Theaterstück aussehen? Sehr gut gelungen. Und dazu wunderbare Charaktere.

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