Maria Braig Amra und Amir

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Inhaltsangabe zu „Amra und Amir“ von Maria Braig

Amra, die Tochter albanischer Eltern, die im Kosovokrieg nach Deutschland geflohen sind, wird nach ihrem 18. Geburtstag ins Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Amra, die weder das Land noch die Sprache kennt, findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer ihr völlig unbekannten Welt wieder. Sie entwickelt ihre eigenen Überlebensstrategien und wird, um sich etwas sicherer zu fühlen, zu Amir, einem jungen Mann, der sich, wie viele andere auch, durch Müllsammeln und Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Amras ehemaligen Schulkameraden gelingt es, sie illegal zurück nach Deutschland zu bringen, aber auch hier hat sie ohne legalen Aufenthaltsstatus keine Perspektive auf ein "normales" Leben, wie es vor der Abschiebung für sich geplant hatte.

Selten hab ich aktuelles Geschehen so toll verpackt gelesen, Riesenkompliment an Maria *verbeuge*

— GabiR

Sehr Bewegende Geschichte

— AlinaJipp

Regt zum Nachdenken an und sehr spannend geschrieben!

— SonjaB

Aufrüttelnde Geschichte über die Abschiebung der in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Amra in den Kosovo.

— Dataha

Kurz, prägnat und doch einfühlsam beschrieben - die Geschichte von Amra/Amir

— Bellis-Perennis

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  • Leserunde zu "Die Indianische Kalenderchallenge 2016/2017"

    Indianisches Horoskop / Geburtstagskalender (Wandkalender immerwährend DIN A3 quer)

    stebec

    Halli Hallo meine Lieben, Vorab: Es handelt sich hier um eine Challenge. Der Kalender kann nicht gewonnen werden!.Wie wir es schon angekündigt haben, möchten kattii und ich euch dieses Jahr auch wieder mit einer Horoskop-Challenge bespaßen. Da wir uns gedacht haben, dass zwei Jahre hintereinander das gleiche Horoskop ziemlich langweilig werden kann, haben wir uns dazu entschlossen dieses Jahr die Chinesischen Sternzeichen durch die Indianischen zu ersetzen. Wir haben auch noch ein paar kleine Änderungen vorgenommen, damit das Punktesammeln nicht mehr so kompliziert ist, wie letztes Jahr und somit das Lesevergnügen ganz im Vordergrund steht. Außerdem gibt es am Ende der Challenge auch eine Kleinigkeit zu gewinnen. Kommen wir also erstmal zu dem wichtigsten. Die Regeln:1. Wir sammeln diesmal Totems und keine langweiligen Punkte ;)2. Jeden Monat bekommt ihr zwei Aufgaben zu einem Tierkreiszeichen. Die Aufgaben beziehen sich immer auf eine negative und eine positive Charaktereigenschaft. 2.1. Für jede gelöste Monatsaufgabe gibt es ein Totem.3. Zusätzlich bekommt ihr von uns 12 Jahresaufgaben, die ihr über den gesamten Challengezeitraum lösen könnt. Die sind sozusagen eure Joker, falls ihr mal eine Monataufgabe nicht lösen könnt. Diese sind dafür etwas aufwändiger bzw. kniffliger.3.1. Für jede Jahresaufgabe gelöste Jahresaufgabe gibt es ein Totem.4. Denn um am Ende der Challenge in den Lostopf zu hüpfen, müsst ihr mindestens 24 Totems gesammelt haben.5. Gerne könnt ihr die Jahresaufgaben auch zusätzlich lösen. Eure Chance auf den Gewinn beeinflusst das jedoch nicht. 6. Wie auch letztes Jahr bekommt ihr die doppelten Totems, wenn ihr die Monatsaufgaben zu dem Tier löst, was euer Sternzeichen ist. ACHTUNG: Die Jahresaufgaben sind hiervon ausgeschlossen. 7. Eine Rezension oder Kruzmeinung zu den Büchern ist diesmal Pflicht und muss in einem Sammelpost festgehalten werden. Ob ihr diesen in dem Thread erstellt oder doch lieber mit eurem Blog teilnehmen wollt, ist euch überlassen. 8. Die Rezensionen oder Kurzmeinungen müssen immer bis zum 5ten des Folgemonats online sein. 9. Die Monatsaufgaben postet katti immer am 20ten des vorherigen Monats.10. Da noch nachträglich viele Anfragen eingehen. Ist die Anmeldefrist aufgehoben. Man kann jederzeit in die Challenge einsteigen, aber die gelesenen Bücher können nicht nachträglich gezählt werden. Es gelten die Bücher die ab Zeitpunkt der Challenge gelesen wurden.11. Sagt uns bitte bei der Anmeldung, wann ihr Geburtstag habt, damit wir die doppelten Totems nachvollziehen können.12. Wir behalten uns vor jeden Teilnehmer, der drei Monate abwesend war/ist, anzuschreiben und ggf. aus der Challenge auszuschließen.Natürlich interessiert euch auch, was es zu gewinnen gibt:Die Gewinne:1. Ein Überraschungpaket im Wert von 20-30€2. Zweimal einen Buchgutschein im Wert von 10 € von der Bockumer Buchhandlung.Ihr seht wir haben einiges geändert, sodass die Challenge etwas einfach und vielleicht auch attraktiver wird. Wir wünschen euch jetzt erstmal viel Spaß und hoffen, auf eine rege Teilnahme.Fragen können wie immer gerne im dazu vorgesehenen Thread gestellt werden.Die Teilnehmer:Ann-Kathrin Speckmann 07.09.1995 => 8 TotemsBücherwurm 25.06.=> 6 TotemsBuchgespenst 07.01.1981 => 16 TotemsFederzauber 20.06.1982 => 10 TotemsInsider2199 26.03.1968 => 15 Totemsjanaka 02.10.1965 => 14 TotemsJisbon 06.09.1994 => 8 TotemsLadySamira091062 09.10.1962 => 8 Totemslouella2209 22.09.1978 => 17 TotemsPaulamybooksandme 18.04.1993 => 4 Totemssomebody 01.03.1980 => 3 TotemsTatsu 08.10.1988 => 16 Totems

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  • Eine Geschichte ,die betroffen macht

    Amra und Amir

    LadySamira091062

    07. July 2016 um 15:10

    Kurz nach ihrem 18.Geburtstag wird Amra,deren Eltern während des Kosovokrieges nach Deutschland geflohen waren , in den Kosovo abgeschoben.Mit nichts als dem was sie  anhatte steht Amra nun in einem ihr völlig fremden Land ohne Geld oder Unterkunft, ohne Freunde und ohne   die Sprache zu kennen.Amra  war schon in Deutschland  anders als die anderen Mädchen ,sie  basteltet gern an Autos rum und  ihr Aussehen war  ihr nie so wichtig .Um im Kosovo zu überleben   wird sie zu Amir ,einem jungen  Mann der aus Deutschland kommt.So schafft sie es ihr Leben  einigermassen selbständig zu  führen.Mit gelegentlichen Diebstählen und  dem Müllsuchen schafft sie es zu überleben.Es gelingt ihr sogar auf einem alten Schrottplatz  manchmal Arbeit zu bekommen und  darf dort in einem alten Auto übernachten.Den Kontakt nach Deutschland zur Mutter und ihrer besten Freundin Nina läßt sie  nur noch sporadisch zu ,denn die Angst und der tägliche Kampf ums Überleben lassen ihr / ihm nicht viel Spielraum für Gefühle,denn Amir muss  einfach nur funktionieren.Doch  in mach einsamen Stunden   wird Amir klar ,das seien Gefühle für Nina  nicht nur  platonisch sind ,doch solange sie im Kosovo ist  bleibt  ihr eh nichts als die Hoffnung  übrig.Doch dann tauchen Nina und Stefan bei ihr auf und die Realität holt alle Beteiligten sehr schnell ein .Auch wenn sie  drei  schöne Wochen mit einander verbringen ,Nina und Amir sich darüber klar werden wie sie zu einander stehen, so  muss Amir dennoch im Kosovo  bleiben.Doch Nina und Stefan setzten alles daran Amir wieder nach Deutschland zu holen.Derweil steht der  strenge Winter bevor und der Zufall kommt  Amir  in Form  eines Mannes  zu Hilfe,bei dem er überwintern kann.Und  dieser Mann ist eigentlich genau wie Amir eine Frau,die vor langer Zeit beschlossen hatte ihr Leben  als Mann zu verbringen Haki ist ein Burrnesha, ein Mann ,der als Frau geboren wurde ,doch  nicht als solcher leben kann  oder darf .Im Kosovo  ist es manchmal Brauch ,das ,wenn das einzige Kind  ein Mädchen ist und  das Vater aber  unbedingt  einen Sohn wollte,dieses Mädchen einfach als Junge erzogen wird.Doch Haki wird schnell klar das  Amir  bei  ihm nicht glücklich wird und so geht Amir  mit Nina und Stefan   in einer waghalsigen Aktion  mit nach Deutschland. Doch wird es ihm  endlich gelingen dort glücklich zu werden  oder wird er wieder zurück müssen?Dieses Buch  wurde nach Tatsachenberichten junger Menschen geschrieben ,denen  genau das passierte .Es macht einen betroffen und auch wenn ich mir ein anderes Ende gewünscht hätte ,so ist doch die Realität oft grausam  und somit konnte das Buch auch  gar nicht anders enden.Wenn man diese Buch gelesen hat beginnt man sich mit der Situation dieser jungen Menschen auseinander zu setzen und man betrachtet unsere Gesetzgebung kritischer als vorher.Es kann nicht angehen ,da man Jugendliche einfach in ein Land abschiebt ,das zwar laut der Herkunft der Eltern als ihr Heimatland gilt,das sie jedoch nie zuvor gesehen haben und in dem sie völlig fremd sind .Ich denke  es wird da noch vieles getan werden müssen um  weiter junge Menschen vor einem ähnlich grausamen Schicksal zu beschützen

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  • Sehr Ergreifend.

    Amra und Amir

    Lesemama1970

    05. July 2016 um 08:01

    Amra und Amir von Maria Braig ist 04.2015 bei Verlag 3.0 Zsolt Majsai erschienen.Ich wurde auf dieses Buch aufmerksam, da es in einer Facebook-Gruppe beworben wird.Amra, die Tochter albanischer Eltern, die im Kosovokrieg nach Deutschland geflohen sind, wird nach ihrem 18. Geburtstag ins Herkunftsland ihrer Eltern abgeschoben. Amra, die weder das Land noch die Sprache kennt, findet sich plötzlich ohne Geld, Wohnung und Arbeit in einer ihr völlig unbekannten Welt wieder. Sie entwickelt ihre eigenen Überlebensstrategien und wird, um sich etwas sicherer zu fühlen, zu Amir, einem jungen Mann, der sich, wie viele andere auch, durch Müllsammeln und Gelegenheitsjobs über Wasser hält. Amras ehemaligen Schulkameraden gelingt es, sie illegal zurück nach Deutschland zu bringen, aber auch hier hat sie ohne legalen Aufenthaltsstatus keine Perspektive auf ein „normales“ Leben, wie es vor der Abschiebung für sich geplant hatte.Die Geschichte um Amra ist sehr Ausführlich Beschrieben.Vom Kampf ums überleben in einem Land welches sie nicht kennt.Man mag kaum glauben das es solche Fälle in der heutigen Zeit noch immer gibt.Allerdings habe ich mir beim lesen die Frage gestellt, warum Amra nicht einfach einen neuen Antrag gestellt hat.Das Ende war dafür, wie ausführlich die ganze Geschichte geschrieben ist, doch sehr kurz abgehandelt.Ich habe für dieses Buch zwei Anläufe gebraucht, da es mich beim ersten Mal nicht gefesselt hat.Alles in allem ist dieses Buch aber sehr lesenswert.

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    • 3
  • WOW, WOW, WOW !!!

    Amra und Amir

    GabiR

    21. June 2016 um 15:49

    Selten hab ich aktuelles Geschehen so toll verpackt gelesen, Riesenkompliment an Maria *verbeuge* Amra ist in Deutschland geboren. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren vor dem Krieg in *Jugoslawien* geflohen, in Deutschland sesshaft geworden und geblieben. Damals völlig normal, der Vater verunglückt als Amra drei Jahre alt ist und die Mutter und sie kämpfen sich gemeinsam durch die beginnenden Depressionen der Mutter, die deswegen nicht in den Kosowo zurück muss. Als Amra 18 wird bekommt sie die Ausweisungspapiere und hat vier Wochen Zeit in ihr *Heimatland*, das sie nicht kennt, dessen Sprache sie nicht spricht, wo sie keinen Menschen hat, der ihr helfen kann. Ihre Freunde versuchen alles ihr zu helfen, in ihrem Geburtsland bleiben zu dürfen, doch es nützt alles nichts. Fünf Tage bevor sie freiwillig das Land hätte verlassen müssen, wird sie abgeholt, ins Flugzeug gesetzt und in den Kosowo geflogen - ohne Geld, ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Sprachkenntnisse, ohne Hilfe ..... Abschiebung von in Deutschland geborenen jungen Erwachsenen, die das Herkunftsland der Eltern nie gesehen haben, die Sprache nicht sprechen und dort keinerlei Verwandte mehr haben ist ein Kulturschock für diese Jugendlichen, die noch am Beginn ihres Lebens stehen. Oft herrschen in dem Land, in dem sie nunleben müssen, ganz andere Regeln und Gesetze, vor allem in Bezug auf die Geschlechter. Frauen sind nicht gleichgestellt wie in vielen anderen Ländern, Mädchen werden in früher Jugend verheiratet, dürfen keinen Beruf lernen und haben sich nur um Mann und Kinder zu kümmern. Maria hat keine wahre Geschichte erzählt, doch ich kann mir gut vorstellen, dass sie genau so geschehen kann und mit Sicherheit auch schon öfter passiert ist. Ich habe das Buch in wenigen Stunden verschlungen, denn die Autorin schreibt flüssig, gut verständlich und spannend. Erst wollte ich wissen, ob die Freunde die Abschiebungverhindern können, dann wollte ich wissen, wie Amra in der Fremde ihr Leben bestreiten kann ...... Es ging einfach nicht, das Buch wegzulegen. Die Autorin hat es geschafft, mich sehr nachdenklich zu machen, nicht nur über die Abschiebung im Allgemeinen, sondern auch - und das ist nicht nur diesem Werk zu verdanken - über die deutschen politischen Vertreter, die ja von uns allen mehr oder weniger gewählt wurden, wobei meist dem kleineren Übel das Kreuzchen geschenkt wird, weil keine andern Möglichkeiten vorhanden sind. Amra und Amir bekommen samt Maria auf jeden Fall fünf Sterne von mir, die hoffentlich grenzübergreifend leuchten werden.

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  • Spannende Thematik - blasse Charaktere

    Amra und Amir

    Koriko

    07. June 2016 um 12:38

    Story: Kurz nach ihrem 18. Geburtstag entwickelt sich das Amras Leben in einen Albtraum. Obwohl sie in Deutschland geboren wurde, Freunde und einen Ausbildungsplatz besitzt, will man sie in den Kosovo abschieben, aus dem ihre Eltern vor ihrer Geburt geflohen sind. Alle Kämpfe, Klagen und öffentliche Kampagnen nützen nichts – Amra kommt in ein Land, wo sie weder die Sprache beherrscht, noch dem sie sich verbunden fühlt. Ihre Zuflucht ist der Bruder ihrer Mutter, bei dem sie unterkommt. Allerdings wird ihr schnell klar, dass Frauen im Kosovo keinerlei Rechte besitzen und als ihr Onkel sie verheiraten will, läuft sie weg, um auf eigenen Beinen zu stehen. Um zu überleben gibt sich das knabenhafte Mädchen als Junge aus und nennt sie sich fortan Amir … Eigene Meinung: Mit „Amra und Amir“ schneidet Maria Braig gleich zwei brisante Themen an: Transgender und Flüchtlinge. Gerade letzteres wird sehr ausführlich umschrieben und dargelegt, da sich die Autorin vorwiegend mit der Thematik Flucht, hiesige Asylverfahren und dem Leben von Flüchtlingen auseinandersetzt. Doch auch Amras/Amirs Schwanken zwischen Mann/Frau machen einen großen Teil der Geschichte aus. Inhaltlich entwirft Maria Braig ein wahres Horrorszenario für die junge Amra. Auf knapp 200 Seiten schildert sie Amras Abschiebung, ihr Leben im Kosovo und die Probleme, die sie bewältigen muss. Dass es die junge Frau nicht leicht hat, insbesondere weil sie eher wie ein junger Mann denkt und fühlt, wird schnell klar. Zwar arrangiert sie sich mit den Gegebenheiten und schafft es auf eigenen Beinen zu stehen, sieht jedoch keinerlei Zukunft für sich und ihr Leben. Als ihre Freunde Nina und Stefan auch noch zu Besuch kommen und ihre Situation sehen, wird es fast unerträglich für Amra (zumal sie Nina auch noch näher kommt). Doch ein Leben in Deutschland im Schatten der Legalität ist alles andere als einfach … Was dem Buch fehlt ist die Nähe zu den Figuren und ein wirkliches Eintauchen in die Handlung. So spannend die Thematik sein mag und so realistisch die Autorin das Szenario aufgebaut hat (im Nachwort schreibt sie, dass etliche Dinge zum großen Teil auf wahren Ereignissen beruhen), so schafft sie es doch nicht, dem Leser die Figuren näherzubringen. Dazu schreitet sie zu schnell voran, übergeht wichtige Szenen und Gespräche und fasst Schlüsselmomente zusammen. Man kann sich einfach nicht in die Charaktere hineinversetzen, da die Autorin keine Figur wirklich lebendig gestaltet. „Amra und Amir“ wirkt mehr wie eine Zusammenfassung, ein Tatsachenbericht (der einem zumeist unrealistisch vorkommt, da man nicht sagen kann, ob die Ereignisse wirklich so passieren könnten, oder übertrieben sind), der zwar von der Grundidee spannend ist, jedoch zu unpersönlich zu Papier gebracht wurde. Es fehlen einfach die Reaktionen der Charaktere, das Eintauchen in deren Gefühlswelten und eindringlichere Szenen. Das Buch schafft es zwar zum Nachdenken anzuregen, doch es berührt den Leser nicht, da dafür die persönliche Bindung zu den Charakteren fehlt. Aus diesem Grund ist es auch schwierig die einzelnen Figuren zu begreifen und nachzuvollziehen. Amra/Amir ist ein toller Charakter, gerade ihre Ansichten bezüglich ihrer Sexualität und der Thematik Transgender ist interessant, doch es fehlt der Tiefgang. Maria Braig kratzt eher an der Oberfläche, wenn es um sie/ihn geht. Auch ihre Gedanken und Gefühle zum Thema Abschiebung und zu ihrem Leben im Kosovo werden kaum beleuchtet. Sicher, sie ist schockiert, entsetzt und panisch, aber der Leser fühlt diese Dinge nicht. Die übrigen Figuren sind noch blasser – Nina und ihre Gefühle sind nur schwer zu begreifen, und Amras Mutter ist ebenfalls kaum verständlich in Szene gesetzt. Da wird ihre Tochter abgeschoben und sie scheint nichts zu unternehmen – weder fährt sie zu ihrem Bruder und besucht Amra, noch reagiert sie, als ihre Tochter verschwindet. Man hat keine Ahnung, was in ihr vorgeht und warum sie nichts macht. Das betrifft auch das Coming-Out ihres Kindes: sie scheint die Schultern zu zucken und sieht darüber hinweg. Allgemein kommt mir Amras Outing zu einfach vor – kaum einer sagt etwas dazu, alle nehmen es wie selbstverständlich hin. Das ist zwar ein schöner Ansatz, wie es sein sollte, aber es entspricht nicht der Realität. Denn gerade Amra/Amirs Entscheidung hinsichtlich ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung werden nicht so leicht von der Umwelt aufgenommen. Stilistisch ist „Amra und Amir“ gewöhnungsbedürftig. Die Autorin springt sehr oft zwischen den Perspektiven – mal erzählt Amra/Amir, dann Nina, Stefan, Amras Mutter oder unbedeutende Nebenfiguren, was es zusätzlich erschwert, sich mit den Figuren zu identifizieren. So schön die Ereignisse im Kosovo und Amras/Amirs Überleben geschildert sind und so sehr die Autorin mit ihren Beschreibungen schockiert und zum Nachdenken anregt, es fehlt einfach der Tiefgang. Die Themen sind toll gewählt und teils sehr gut umgesetzt, dennoch hat man das Gefühl, nur an der Oberfläche zu kratzen, weil man einfach nicht Teil der Geschichte ist. Fazit: Trotz aller Kritikpunkte ist „Amra und Amir“ ein Buch, das man allein wegen der Flüchtlingsthematik lesen sollte. Maria Braig berichtet von einem Schicksal, das in dieser Form wahrscheinlich jeden Tag in Deutschland passiert und den Leser zum Nachdenken anregt. Leider geht das Buch nicht tief genug um wirklich zu berühren – man ist schockiert, entsetzt und will helfen, aber man kann sich nicht mit Amra/Amir identifizieren. Dafür sind knapp 200 Seiten leider zu wenig. Schade – da hätte man mehr draus machen können.

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  • Leseprobe

    Amra und Amir

    MariaBraig

    Amra hatte kaum geschlafen, als der Wecker klingelte. Zeit, aufzustehen und in die Werkstatt zu gehen. Ganz kurz glaubte sie, es sei ein Morgen wie jeder andere, seit sie ihre Ausbildung im Autohaus Brönner begonnen hatte, aber als ihr Fuß den Boden vor dem Bett berührte, holte die Realität sie schlagartig ein. Eine Realität, die Amra immer noch wie ein Traum vorkam und die immer ein Alptraum bleiben würde. Am liebsten wäre sie zurück in das warme Bett gekrochen, hätte die Decke über den Kopf gezogen und „Ende-Gelände“. So hatte sie es als Kind gemacht, wenn sie sich vor dem fürchtete, was der Tag bringen würde, oder wenn sie wieder mal etwas ausgefressen hatte. Aber schon damals hatte es nicht wirklich geholfen und genauso wenig würde heute der Brief verschwinden, der immer noch einer anderen zu gelten schien, mit Sicherheit aber doch nicht ihr, Amra. Sie konnte damit nicht gemeint sein, sie gehörte doch hierher und nirgendwo anders hin, sie war immer hier gewesen, sie war hier geboren, hier war sie groß geworden, hier war ihr Zuhause. Und das Zuhause konnte einem doch nicht einfach weggenommen werden? Es war doch kein Krieg oder so was. Und doch lag da dieser Brief still und bedrohlich auf dem Schreibtisch und ließ sich einfach nicht wegreden. https://buch-ist-mehr.de/schatzkiste/amra-und-amir-leseprobe-1

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    • 2
  • Fesselnd

    Amra und Amir

    AlinaJipp

    19. April 2016 um 21:26

    Das Buch hat mich absolut gefesselt und ich habe es heue in einem Rutsch durchgelesen.
    Ich hoffe, dass diese Geschichte viele Menschen erreicht und auf diesen Missstand in Deutschland aufmerksam macht.
    Man darf Kinder, die hier geboren und aufgewachsen sind nicht ohne alles in ein Land abschieben, in dem sie keine Perspektive haben.

  • Regt zum Nachdenken an und sehr spannend geschrieben!

    Amra und Amir

    SonjaB

    04. April 2016 um 13:11

    Das Buch von Maria Braig unterhält und regt zum Nachdenken an. Thematisiert werden zwei Themenbereiche, darunter auch die Problematik von Menschen, die sich weder in die Schublade Frau noch in der mit dem Titel Mann einsortieren lassen wollen und somit auf das Problem stoßen, der Umwelt eine Definition nicht nennen zu können. Das alles wird wohltuend unaufgeregt rübergebracht und bringt die Hin- und Hergerissenheit der Hauptperson sehr gut rüber. Weiteres wichtiges Thema ist die Abschiebung Jugendlicher oder auch erwachsener Menschen, die entweder ein Großteil oder sogar ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben und sich von heute auf morgen in einem fremden Land mit fremder Sprache zurecht finden müssen. Die Hauptperson ist ein sehr taffer Mensch, doch durch einzelne Nebenfiguren bekommt der Leser auch zu spüren, wie schnell jedoch die eher "schwachen" oder jüngeren Menschen unter die Räder gelangen. Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet, haben alle ihre Schwächen und Stärken und man kann sich als Leser sehr schnell mit ihnen identifizieren. Durch die verschiedenen Sichtweisen ist es einem möglich, ganz nah in die Figuren tauchen zu können und das Drama um Amra von vielen Blickwinkeln aus zu erleben. Einzig kritisieren möchte ich die Reaktion der Umwelt auf Amra / Armirs Coming Out, sich nicht als Mann oder Frau identifizieren zu können. Ich kann mir vorstellen, dass Menschen in so eine Situation mit großen Herausforderungen konfrontiert sind. Die Menschen in Amras Umwelt jedoch sind alle sehr locker und gewöhnen sich sehr schnell an die neue Definition sich nicht einfach auf ein Geschlecht beschränken zu wollen. Das halte ich für sehr unrealistisch und ein zu optimistischen Blick auf die manchmal doch arg engstirnige Gesellschaft. Jedoch ist das Punkt wirklich uneingeschränkt empfehlenswert.

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  • Unbedingt lesen

    Amra und Amir

    Daniz86

    11. February 2016 um 14:10

    Inhalt: Die in Deutschland geborene Amra wird mit 18 Jahren in ihr Heimatland den Kosovo abgeschoben, obwohl für die Deutschland ihre Heimat ist. Sie war noch nie im Kosovo, spricht auch die Sprache nicht und hier in Deutschland sind alle ihre Freunde, hier macht sie eine Ausbildung,... Im Kosovo angekommen muss sie sich irgendwie durchkämpfen da sie als Frau dort minderwertig ist. Cover: Das Cover ist sehr schön ansprechend gestaltet. Meine Meinung: Dieses Buch spricht gerade in der momentanen Flüchtlingssituation ein heikles aktuelles Thema an. Die Autorin schildert auf sehr eindrucksvolle Weise das Leben der gerade 18 Jahre alt gewordenen Amra nach der Abschiebung in den ihr unbekannten Kosovo. Die Geschichte wird in jedem Kapitel aus einer anderen Sichtweise erzählt, mal erzählt Amra, mal Nina, dann Amra Mutter und abundzu auch ein Erzähler. Die Sprache ist sehr angenehm zu lesen, stellenweise auch etwas jugendlich passend zu den Protagonisten. Ich wollte immer wissen wie es mit Amra weitergeht und ob sie es schafft ihr Leben im Kosovo zu meistern oder vielleicht sogar irgendwann wieder nach Deutschland zurückkehren kann, deshalb wollte ich das Buch auch nicht mehr zur Seite legen. Obwohl es keine wahre Geschichte ist hat mich das Buch persönlich auch sehr beeindruckt da ich mir gut vorstellen kann dass viele junge in Deutschland geborene Ausländer ein ähnliches Schicksal tatsächlich ereilt. Ich konnte richtig mit Amra mitfühlen wie schwer es ihr in dieser Situation geht. Fazit: Dieses Buch ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert und sollte unbedingt von möglichst vielen Menschen gelesen werden um sich einfach mal in die Situation von asylsuchenden in Deutschland aber auch in anderen Ländern hineinzuversetzen.

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  • Amra und Amir

    Amra und Amir

    TharinaWagner

    Gerade ist Amra 18 geworden. Da sollte sie doch eigentlich mit etwas alltäglicheren Problemen zu kämpfen haben - wie zum Beispiel dem, weshalb sie sich nicht für Jungs zu interessieren scheint. Oder dem, was sie denn wieder einmal auf der Lehrstelle in der Werkstatt verbockt haben könnte. Doch in Amras Leben ist nichts wirklich alltäglich: Ihre Eltern flüchten noch vor ihrer Geburt aus dem Kosovo. Amras Mutter, die sie Ma-am nennt, wird seitdem von den schrecklichen Erinnerungen des Krieges verfolgt. Ihr Vater stirbt, als sie noch klein ist. Seitdem ist es Amra, die sich so gut wie möglich um Ma-am kümmert. Ihre eigene Stütze ist ihre beste Freundin Nina. Doch selbst die kann nicht helfen, als die unglaubliche Nachricht eintrifft: Amra soll abgeschoben werden. Amra, die in Deutschland geboren ist, weder die Sprache ihrer „Landsleute“ spricht, noch jemals den Boden des Kosovo betreten hat, soll von fort an dort leben. Obwohl ihr großer Freundeskreis verschiedene Pläne ausheckt, um die Abschiebung zu verhindern, hat am Ende das Gesetz das Sagen. In ihrer „Heimat“ angekommen bemerkt Amra sehr schnell, dass im Kosovo ganz andere Sitten herrschen. Als Frau scheint sie dort weder Rechte, noch Chancen zu haben – und Autos reparieren, das kann sie schon gar nicht. Nach kurzem Überlegen kommt sie zum Entschluss, dass es nur eine erträgliche Lösung gibt; die von Amra zu Amir zu werden. Ob das normal ist, dass es sich auch noch so richtig gut anfühlt ein Mann zu sein?  Zu Beginn des Buches fragte ich mich kurz, wie es Maria Braig denn gelingen würde zwei Themen, die aktueller denn je sind (die Abschiebung und die Geschlechterrollen) in eine Geschichte zu verpacken. Im Laufe dieser fließen allerdings beide ganz natürlich in einander, so, dass die Geschichte für den Leser sehr nachvollziehbar ist. Die rebellische Amra, sowie der tapfere Amir wachsen dem Leser schnell ans Herz und so fiebert dieser von Anfang bis zum Ende mit. Dadurch, dass dieser Roman so realitätsnah ist, geht er besonders unter die Haut. Eine Kleinigkeit fand ich etwas unrealistisch; und zwar, dass sich ständig alle jungen Menschen im Roman bei Menschenrechtsorganisationen engagieren. Ich denke, dass es in Wirklichkeit zwar viele gibt, die das gerne tun würden – durch den Aufbau unserer Gesellschaft werden sie aber quasi dazu gezwungen sich mehr mit sich selbst, als mit anderen zu beschäftigen. Selbst in meinem eigenen Bekanntenkreis, der aus vielen kritisch denkenden Personen besteht, gibt es wenige, die es schaffen sich aktiv in einer Organisation zu engagieren. Interessant ist, dass die Autorin Kapitel für Kapitel aus einer anderen Perspektive erzählt. So erhält der Leser Einblick in die Gedankenwelt verschiedener Charaktere, so zum Beispiel auch in die traditionelle Sichtweise des Onkels. Maria Braig ist es (wieder einmal) gelungen den Leser zum Nachdenken zu bringen, der von der ersten bis zur letzten Seite auf einen guten Ausgang der Geschichte hofft – ein bisschen so wie Amra und Amir – und viele Menschen, denen ihr vielleicht bereits begegnet seid und die zwischen Angst und Erwartungen im Ungewissen über Schicksal leben. 

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  • Aufrüttelnde Geschichte über eine Abschiebung ins Kosovo

    Amra und Amir

    Dataha

    08. June 2015 um 19:57

    Amras Eltern sind während des Balkan-Krieges aus dem Kosovo geflohen und in einem kleinen Ort in Norddeutschland gelandet. Sie haben sich dort gut eingelebt und irgendwann kam Amra zur Welt. Als sie drei Jahre alt war starb der Vater und ihre Mutter – immer noch durch den Krieg traumatisiert – durchlebte immer mehr depressive Phasen. Amra ging in den Kindergarten, in die Grundschule und schließlich zusammen mit ihrer besten Freundin Nina in die Realschule - sie wächst ganz normal in Deutschland auf. Nach ihrem Realschulabschluss erkämpft sie sich eine Ausbildungsstelle in einer Autoreparaturwerkstatt, weil dies ihre absolute Leidenschaft ist. Der konservative Ausbilder Kralle war zunächst entsetzt über ein Mädchen in diesem Beruf, freundet sich aber immer mehr mit Amra an. Und endlich wird Amra erwachsen und feiert mit ihren Freunden ausgelassen ihren 18. Geburtstag. Sie konnte nicht ahnen, dass genau dieser Geburtstag ihr Leben grundlegend verändern wird. Bereits seit vielen Jahren bekam Amras Mutter Schreiben von der Ausländerbehörde. Und nur mit Hilfe ihrer Therapeutin, zu der sie Ninas Mutter gedrängt hatte, konnte sie die Behörde überzeugen, nicht in das Land ihres Traumas zurückkehren zu müssen. Amra jedoch, die als Jugendliche mit Drogen erwischt wurde und die erforderlichen Sozialstunden abgeleistet hat, gilt als vorbestraft und wird ausgewiesen. Ihre Mutter, alle ihre Freunde und auch ihr Arbeitgeber sind entsetzt und versuchen die Abschiebung zu verhindern, aber es hilft alles nichts. In Priština angekommen, geht Amra zum Bruder ihrer Mutter, deren Adresse sie im letzten Moment zugesteckt bekommen hat. Mit Hilfe der Nachbarin, die Deutsch kann, erklärt Amra ihr Dilemma. Der Onkel nimmt sie auf, obwohl er von ihrem Auftreten entsetzt ist. Wie kann ein Mädchen Hosen tragen und überhaupt aussehen und sich benehmen wie ein Junge. Trotzdem kümmert er sich um Amra, traditionell sucht er einen Mann für sie und findet auch einen Anwärter. Amra ist völlig entgeistert und haut ab. Aufgrund ihres Aussehens wird sie zu Amir, muss auf der Straße leben und empfindet sich auch immer mehr als Mann. Amir schlägt sich durch und hat das Glück auf einem Schrottplatz unterkommen zu können.  Den Kontakt zu ihrer alten Heimat kann sie mit Ninas Handy aufrecht erhalten, die auch nach wie vor die Kosten dafür trägt. Dadurch ist es möglich, sich mit Nina und einem gemeinsamen Freund Stefan zu treffen und gemeinsam Urlaub mit ihnen zu machen. Die Freunde sind bestürzt, was aus Amra geworden ist und machen sich große Sorgen.  Außerdem erkennen Amra und Nina endlich, dass sie sich lieben und suchen Wege um wieder zusammenzukommen. Die Beziehung von Nina und Amra hat sich sehr leise und vorsichtig entwickelt, weil sich beide über ihre Gefühle nicht sofort im Klaren waren. Als Stefan und Nina wieder zu Hause sind, suchen sie Lösungen, um Amra/Amir wieder nach Deutschland holen zu können.   Die Geschichte hat mich sehr berührt und zwischendurch habe ich mich ein wenig über das Thema informiert. Dies ist zwar eine fiktive Handlung, kann sich aber genauso abgespielt haben. In der Zwischenzeit haben sich die Gesetze wohl ein wenig verändert, aber wirklich verbessert haben sie sich nicht. Für die Betroffenen ist es ein grausames Schicksal –  in Deutschland geboren und  aufgewachsen und von jetzt auf gleich ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse und meist auch ohne Familie und Freunde auf einem Flughafen zu stehen und nicht wissen, wohin. Und das soll dann das Heimatland sein. Die Selbstmordrate ist hoch. Die Kapitel sind mal aus der Sicht von Amra/Amir, mal von Nina, von Amras Mutter und auch anderen Personen geschrieben. So kann man sich in die einzelnen Personen sehr gut hineinversetzen.   Das Buch ist gut geschrieben, liest sich sehr flüssig und ich kann es wirklich weiterempfehlen.

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  • Abschiebung in eine unbekannte Heimat ..

    Amra und Amir

    Bellis-Perennis

    25. May 2015 um 09:47

    Maria Braig schildert das Schicksal von Amra, die als Kind kosovarischer Kriegsflüchtlinge in Deutschland geboren wird, und kurz nach ihrem 18. Geburtstag in die ehemalige Heimat ihrer Eltern abgeschoben wird. Mittellos und sprachlos (sie kann kein albanisch und fühlt sich als Deutsche) muss sie sich in einer absolut frauenfeindlichen Umgebung zurechtfinden. Um zu Überleben legt sie sich eine männliche Identität zurecht und nennt sich nun Amir. Amra/Amir lebt auf einer Müllhalde in Priŝtina und repariert Autos (sie hat in Deutschland Automechatroniker gelernt). Nina und Stefan, ihre beiden deutschen Freunde, schleusen sie wieder nach Deutschland. Einige Monate später wird Amra/Amir als illegal eingereist erkannt und wieder abgeschoben. Das Tragische an der Geschichte ist, das sich Amra/Amir zusätzlich zum Problem der Abschiebung, illegaler Aufenthalt usw., sich noch mit der Frage ihrer sexuellen Identität auseinander setzen muss. Sie empfindet sich als Mann und die Zeit, in der sie als Amir in Priŝtina gelebt hat, bestärkten diese Gefühle. Dieses Buch handelt deswegen nicht nur von Abschiebung eines jungen Erwachsenen in eine ihm völlig fremde Welt, sondern auch von der Transgender-Problematik. Das Buch ist in einer sehr interessanten Art geschrieben: alle Menschen, die näheren Umgang mit Amra haben, kommen zu Wort. Jeder kann seine Sicht auf Amra/Amir darlegen. Maria Braig schreibt sehr sachlich und dennoch einfühlsam. Man kann in die Geschichte eintauchen. Ich konnte das Buch kaum weglegen. Ich kenne als Österreicherin die Gesetzeslage in Deutschland nicht, doch auch bei uns werden hier geborene Kinder von Flüchtlingen nach Erreichung der Volljährigkeit in die Herkunftsländer der Eltern abgeschoben. Die Gründe hierfür sind vermutlich vielfältig. Einer ist möglicherweise die Unkenntnis von gesetzlichen Bestimmungen und Rahmenbedingungen.

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  • Genauer betrachtet: Flüchtlinge/Flucht/Asyl - Ein persönliches Schicksal

    Nennen wir sie Eugenie

    MariaBraig

    Flüchtlinge und Flucht sind Themen, die uns zur Zeit überall begleiten. Zeitungen, Fernsehen - die Medien sind angehäuft von dieser Thematik. Immer mehr Kriege in der Welt lassen immer mehr Menschen keine Alternative zur Flucht in ein anderes Land. Aber nicht nur Kriege vertreiben die Menschen aus ihrem Zuhause, es gibt und gab immer schon viele Gründe, die Heimat zu verlassen, aber nur ganz selten sind sie erfreulich. Der Roman "Nennen wir sie Eugenie" erzählt ein Schicksal von ganz vielen, die Protagonistin lebt ihre eigene (reale) Geschichte, aber sie steht auch für die vielen anderen Unbekannten. Manche davon trifft sie auf ihrem Weg und auch deren Geschichte wird in diesem Buch erzählt. Aber der Roman "Nennen wir sie Eugenie"  handelt nicht nur vom Weglaufen müssen, von der Suche nach neuen Wegen und nach einem ganz neuen Leben, sondern auch von Freundschaft und Liebe und dem Wunsch, einfach glücklich sein zu dürfen. Bewerbt Euch für die Leserunde und gewinnt ein Buch oder ebook http://www.lovelybooks.de/autor/Maria-Braig/Nennen-wir-sie-Eugenie-1092404897-t/leserunde/1121393402/1121400946/

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  • Leserunde zu "Nennen wir sie Eugenie" von Maria Braig

    Nennen wir sie Eugenie

    Verlag30

    Buchbeschreibung Eugenie ist in Afrika, im Senegal, geboren und aufgewachsen. Jetzt mit Anfang 20 hat sie die Schule beendet und möchte gerne studieren. Zuvor muss sie jedoch Geld verdienen, um sich das Studium finanzieren zu können. Sie lebt in einer eigenen Wohnung, ein paar Kilometer entfernt von der Familie, und so kann sie ihre Beziehung mit Seraba leben, ohne dass jemand davon erfährt. Und das ist wichtig, denn auf Homosexualität stehen im Senegal fünf Jahre Gefängnis. Als ihre Eltern einen Mann für sie gefunden haben, mit dem sie Seraba gerne verheiraten möchten, kommt die Liebe zwischen Eugenie und Seraba ans Tageslicht und die Folgen sind verheerend. Eugenie flieht schließlich nach Deutschland, wo sie sich Schutz und Hilfe erhofft und einen Asylantrag stellt. Aber sie hat sich getäuscht. Schnell bemerkt sie, dass sie in Deutschland nicht willkommen ist. Eugenie, die völlig allein und ohne deutsche Sprachkenntnisse in einem ihr völlig fremden Land gestrandet ist, muss alles, was ein Asylverfahren mit sich bringt, über sich ergehen lassen, ohne wirklich zu verstehen, was die Behörden mit ihr vorhaben. Eugenie erlebt den Alltag in der Flüchtlingsunterkunft, einer heruntergekommenen ehemaligen Kaserne, bestimmt von Perspektivlosigkeit, Langeweile und der ständigen Angst vor der Abschiebung zurück in ihre Heimat, wo sie Gefängnis und die Morddrohungen ehemaliger Freunde erwarten. Eugenie trifft hier auf viele andere Geflüchtete, die alle ihre eigenen Schicksale mitbringen. Doch als alleinreisende Frau fühlt sich Eugenie auch unter ihnen einsam und unsicher und sie wagt nicht, ihnen den wahren Grund ihrer Flucht zu erzählen. Aber dann trifft sie Jeff, eine deutsche Aktivistin, die sie unterstützt und in der sie eine gute Freundin findet. Gemeinsam versuchen die beiden alles, um Eugenies drohende Abschiebung zu verhindern. Gewinnfrage: Welche Erfahrungen habt Ihr mit Flüchtlingen? Zu gewinnen gibt es neben 3 von der Autorin signierten Druckausgaben noch 7 eBooks, wahlweise im Format ePub oder Mobi (für kindle). Alle anderen können das Buch zum Beispiel im Verlagsshop erwerben.

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