Maria Braig Zu Hause in Deutschland - Gleiche unter Gleichen?

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(2)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Zu Hause in Deutschland - Gleiche unter Gleichen?“ von Maria Braig

Menschen fliehen nach Deutschland. Um sich vor Not, Verfolgung und Todesgefahr in Sicherheit zu bringen, nehmen sie unendliche Mühen und lebensgefährliche Wege auf sich. Nicht alle schaffen es. Aber die, die angekommen sind, werden sie auch „angenommen“? Andere wurden hier geboren, leben nach gelungener Flucht schon seit vielen Jahren in Deutschland oder wurden irgendwann einmal als Arbeitsimmigrant*innen angeworben. Dennoch werden sie oft als die „Anderen“, die Fremden gesehen. Weil sie von Migrant*innen abstammen, weil sie Schwarz sind oder weil sie ein Kopftuch tragen. Sie alle verbindet, dass sie oft nicht als Gleiche unter Gleichen akzeptiert werden.

Teilweiser harter Tobak, aber zum Nachdenken anregend und wichtig!!!

— kingofmusic
kingofmusic

Eine sehr gute Mischung aus Erzählungen der verschiedensten Charakteren und ihrem Leben in und mit "Deutschland"

— maraAngel2107
maraAngel2107
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Woran erkenne ich einen Deutschen???

    Zu Hause in Deutschland - Gleiche unter Gleichen?
    kingofmusic

    kingofmusic

    27. February 2017 um 14:51

    Wie sieht der „klassische“ Deutsche aus? – Ich hör nix… Nun, okay – es gibt (wahrscheinlich) auch keine wirkliche Antwort auf diese Frage. Warum gibt es dann aber immer noch Menschen, die andere nach ihrem Äußeren be- und verurteilen und es so den dahinter steckenden Menschen schwer machen, „Fuß“ zu fassen – egal ob in der Berufswelt oder in der (allgemeinen) Gesellschaft? Warum werden unschuldige Menschen nur auf Grund ihres Äußerlichen auf der Straße von der Polizei angehalten, um kontrolliert zu werden, ob die legal erworbenen Einkäufe auch wirklich bezahlt wurden? Warum darf eine Deutsche nicht zum Islam konvertieren ohne dafür angegriffen zu werden? All diese Fragen und noch wesentlich mehr stellen sich dem geneigten Leser und der geneigten Leserin während der Lektüre von „Zu Hause in Deutschland – Gleiche unter Gleichen?“, dass die in Osnabrück lebende Autorin Maria Braig herausgegeben hat. Hierin versammelt sind Texte von in Deutschland lebenden Flüchtlingen, von in Deutschland geborenen Menschen, die nur auf Grund ihres Aussehens, ihrer Kleidung oder ihrer Religionszugehörigkeit nicht als Deutsche akzeptiert und anerkannt werden. Die Texte machen nachdenklich, machen wütend und halten dem Leser / der Leserin den Spiegel ihres eigenen „Rassismus“ bzw. der eigenen Vorurteile vor. Denn auch wenn man sich das noch so sehr wünscht oder nach der Lektüre solcher Bücher daran bzw. an sich arbeitet: frei von Vorurteilen ist (leider) kein Mensch. Trotzdem denke ich, je mehr Menschen Bücher wie dieses erreicht, umso mehr und früher findet evtl. ein „Umdenken“ in unserer Gesellschaft statt. Nicht jeder Text erreicht den Leser (sofort), aber das ist bei der Fülle an Geschichten aus meiner Sicht auch nicht möglich. Jede Leserin und jeder Leser wird seine persönlichen Favoriten finden. Für mich waren es die kurzen Prosatexte von Salam Ibrahim, die er (hauptsächlich) im Kirchenasyl geschrieben hat sowie das Drehbuch von Malik, in dem er unfassbare persönliche Erfahrungen mit einbringt und bei dem ich mir vorstellen könnte, dass daraus wirklich mal ein Film entsteht. Dieses Buch gehört in jede (weiterführende) Schule und auf jeden Büchertisch einer Antirassistischen Veranstaltung!!! Die Autorinnen und Autoren sowie die Herausgeberin verzichten übrigens auf die Einnahmen aus den Verkäufen dieses Buches und spenden sie für einen wohltätigen Zweck! Neben dem Dank für das Rezensionsexemplar möchte ich Maria Braig auch noch dafür danken, dass sie Astrid North ein Vorwort hat schreiben lassen. Ohne den Hinweis darauf hätte ich diese großartige Sängerin, die mich in den letzten Tagen mit den Songs „Dither“ und „Lightning“ absolut geflasht hat, nie entdeckt!!!

    Mehr
  • „Nichts ist so fremd, wie das Eigene, das anders tickt als man selbst!“

    Lauter Fremde!: Wie der gesellschaftliche Zusammenhalt zerbricht
    Antek

    Antek

    Es vergeht leider kein Tag mehr, an dem ich keine unreflektierten und boshaften Hetzparolen in unserer Gesellschaft vernehme. Gerade auch in den „anonymen“ sozialen Medien werden Beschimpfungen von Flüchtlingen immer häufiger und unverfrorener und der Ruf nach der guten alten Zeit immer lauter. Das macht mir zeitweise richtig Angst und ich war deshalb sehr neugierig auf dieses Buch. Warum werden Flüchtlinge zum Sündenbock gestempelt für alles, was schiefläuft in diesem Land? In ihrer Analyse greift Livia Klingl die Vorurteile auf, sortiert sie und zeigt: Die Flüchtlingsfrage ist oft nur eine Ausrede, um sich mit den wirklichen Problemen nicht beschäftigen zu müssen, wenn überhaupt war sie höchstens Auslöser dafür, dass in unserer Gesellschaft längst schwelende Konflikte ans Tageslicht treten. Zudem beschäftigt sich mit dem Begriff „Fremd“, den man nicht an der Nationalität ausmachen kann, da er so viel Verschiedenes bedeuten kann. Wie sollen die so genannten kleinen Leute erkennen und verstehen, dass nicht die vielen Fremden, sondern andere Einflüsse wie Globalisierung und ihre schwer zu durchschauenden Mechanismen zu viel Unsicherheit führen“, wenn die Politik und die Medien penetrant und permanent auf dem „Flüchtlingsthema“ herumreitet? Ich denke das ist eine wichtige Frage, die sich die Autorin in ihren einleitenden Worten stellt. Teilweise mit einem leicht ironischen Unterton, gibt sie jede Menge Denkanlässe indem sie sich Gedanken zu bösen und guten Fremden, Ländern und Sitten, der Definition von „fremd“, Hasspostings oder auch dem Kulturkampf mit Kleidungsstücken macht. Sushi, obwohl japanisch, ist längst nicht mehr wegzudenken, Touristen stets willkommen, kurbeln sie doch die Wirtschaft an, warum aber sind Menschen, die wir gar nicht kennen, pauschal nicht willkommen? Ihre eigenen Gedanken ergänzt die Autorin mit 21, alphabetisch angeordneten Porträts, die zeigen, welch vielfältige Auslegung es von „Fremdheit“ gibt. Die Bandbreite der Befragten erstreckt sich dabei über Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern, Einwanderern aus früheren Jahren, Überlebenden des 2. Weltkrieges, Menschen mit Migrationshintergrund, Ärzte, Journalisten und auch Politikern. Die Menschen erzählen von ihren Traditionen, Beweggründe der Flucht werden dargestellt und auch ihre Probleme, die sie bei der Ankunft und beim Leben im ihnen „fremden“ Land haben, werden nicht ausgelassen. Auffallend ist sicher, dass ein jeder  von ihnen den Begriff „fremd“ anders definiert. Aber was für einen Menschen fremd ist, ist schließlich ja auch abhängig von der Sozialisation eines jeden einzelnen. „Integrieren muss man sich jeden Tag, nicht nur als Ausländer.“, ohne geht es auch in der Familie und im Freundeskreis nicht. „Zugehörigkeit ist ebenso wie das Fremdheitsgefühl unabhängig von Pass und Geburtsort.“ Fremd kann auch der alteingesessene „Nachbar sein, der andere Werte vertritt und vor anderen Dingen Angst hat.“ Das sind nur zwei der zahlreichen wertvollen Botschaften, die in diesen Interviews zu finden sind. Die Autorin war selbst mehr als 20 Jahre lang Kriegs- und Krisenberichterstatterin, ist selbst viel gereist und den Menschen offen und neugierig begegnet, sicher eine wichtige Voraussetzung um sich unvoreingenommen diesem Thema zu widmen. Auch wenn Livia Klingel von Österreich schreibt und Menschen, die dort leben, interviewt hat, denke ich, dass sich dies auch auf die angrenzenden Länder nahezu vollständig übertragen lässt. Ein Riss geht durch die Gesellschaft, die „Flüchtlingsfrage“ spaltet die Bevölkerung in Gutmenschen und jene, die zurück möchten in die „gute, alte Zeit". Ein Trend nach rechts ist in gut wie allen europäischen Ländern auszumachen, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung. Ganz besonders gut gefällt mir der lockere, leicht verständliche Sprachstil der Autorin. Zu diesem Buch kann jeder interessierte Leser, ganz unabhängig von der Schulbildung, greifen. Dies ist meiner Meinung nach gerade deshalb so wichtig, weil den so genannten kleinen Leuten, zumindest möglichst vielen von ihnen, die Augen zu öffnen, dass nicht „die Flüchtlinge“ selbst schuld an ihrem Dilemma sind, mit Sicherheit sehr viel bewirken kann. Alles in allem kann ich dieses Buch nur wirklich jedem empfehlen und ich würde mir wünschen, dass ihre Botschaft „Ob Menschen mit den Fingern essen, oder Messer und Gabel benutzen, ob das Brot in Fladen- oder Laibform gebacken wird, ob man Gott, Allah, Jahwe oder (…)sagt, unterscheidet uns Menschen weit weniger als der Charakter, die Talente, die geistigen Fähigkeiten und die Herzensbildung!“ bei möglichst vielen ankommt.

    Mehr
    • 4
  • Ein Buch das mich sehr zum nachdenken gebracht hat

    Zu Hause in Deutschland - Gleiche unter Gleichen?
    maraAngel2107

    maraAngel2107

    08. February 2017 um 15:58

    Dank der Herausgeberin Maria Braig habe ich ein Rezensionsexemplar erhalten. Ich habe das Buch regelrecht "verschlungen", ich konnte einfach nicht aufhören die einzelnen Geschichten, Erzählungen und auch Leben in mich auf zu nehmen, zu lesen. Unglaublich was heutzutage in Deutschland noch möglich ist. Und vermutlich ist das nicht nur in Deutschland so... So schnell wie ich das Buch gelesen haben, so lange brauchte ich um eine Rezension zu schreiben, ich habe mir viele Gedanken gemacht, denn es ist nicht ganz einfach hier eine Meinung zu schreiben, da man objektiv bleiben möchte und nicht die eigene Meinung zu einzelnen Ansichten einbringt, ist schon eine Herausforderung, die ich jedoch sehr gerne angenommen habe. Was mir gleich zu Beginn sehr gut gefallen hat, der Einstieg, die Unterhaltung des Professors mit Valentin, es hört sich alles sehr einfach an mit diesen sogenannten "Fremden", aber ist es das wirklich? Es ist sehr schön erzählt, was Fremder und Fremdsein hier bei uns aufwühlt, welche Gedanken uns kommen, welche unterschiedlichen Bezeichnungen die Menschen für "Einwanderer" haben und welche Vorurteile herrschen, sehr schöner Einstieg in dieses wirklich Gute Buch! Daher hat es mich vermutlich auch so gefesselt und fasziniert, ich habe es tatsächlich in einer "langen" "Badewannenlänge" durchgelesen. Dieses Buch erzählt von den unterschiedlichsten Charakteren, Menschen, Deutschen, Einwanderern, Fremden, usw. die alle eins gemeinsam haben: Deutschland als Heimatland, ob gewollt oder nicht, mit Staatsbürgerschaft oder (noch) nicht. Leider gibt es hierzulande immer noch viel zu viele Vorurteile über die Menschen, die aus Ihrer Heimat fliehen "mussten" und ich betone mussten, da man aus den einzelen Erzählungen doch sehr stark heraus hört, das diese gar nicht fort wollten, aus ihrem Geburtsland und doch gezwungen waren, aufgrund von Krieg, Verlust, Verfolgung.... Sie alle sind doch Menschen wie Du und ich, liebe Seelen, die sich einfach nur Frieden und Anerkennung wünschen, Respekt, Liebe und Harmonie. Und wie erschreckend ist es zu lesen, wie mit diesen Menschen heute oft  noch umgegangen wird, unfassbar manchmal, was man so miterlebt und oft, ich bin ehrlich, man sich nicht traut etwas zu sagen, aus Angst selbst verletzt zu werden. Das darf und sollte doch so in Deutschland nicht sein! Aus dem Buch geht hervor wie sehr die Menschen nach Äusserlichkeiten urteilen, dabei sollte es doch heißen "Beobachte ohne zu urteilen", man darf doch nicht über einen Menschen richten ohne ihn zu kennen, doch das scheint hier oft noch der Fall zu sein, wenn man die Erzählungen durchliest. Am meisten berührt hat mich die Erzählung, das Leben (Drehbuch) von Malik, dessen Eltern aus Afrika stammen, der Vater verließ seine Frau Schwanger, welche dann bei der Geburt von Malik starb. Doch er hatte Glück und wurde nach Deutschland von Cerena und John adoptiert. Sie ziehen ihn liebevoll auf und er bekommt sogar noch 2 Geschwister, Elena & Kevin. Doch die Freude für Malik bleibt nicht, er geht fort von zu Hause, weil Kevin ihn nicht aktzeptieren kann (nicht mehr), warum, weil es ihm von "Fremden" in Deutschland so eingeredet wird. Mit Fremden meine ich hier Mitschüler von ihm und worum geht es hier mal wieder... ums Geld .... Geld kann keine Grenzen überschreiten, was ich aber sagen möchte, das auch Fremde aus Deutschland fremd sein können. Am Ende siegt die Gerechtigkeit und doch ist es das alles wert? Es hat mich sprachlos gemacht, was Menschen tatsächlich tun bei anderen, z.B. die Hautfarbe prüfen, ob sie tatsächlich schwarz(farbig) ist, unfassbar, das sich so jemand nicht schämt, vielleicht wäre es für uns alle einmal gut darüber nachzudenken, wie es wäre, wenn wir in einer solchen Situation gewesen wären, wie wir uns gefühlt hätten, ich darf noch einmal schreiben, wir sind alle Menschen, jeder einzele ist eine geliebte Seele Gottes, so sehe ich das und der macht ganz bestimmt keine Unterscheide, also warum wir? Und ich schreibe ganz bewußt wir, denn ich bin ehrlich, vor vielen Jahren (schon sehr lange her), da habe auch ich solche Menschen angeschaut und geurteilt, nicht immer objektiv und vollkommen zu Unrecht, zum Glück weiß ich das heute. Und es tut mir leid! Was in diesem Buch sehr auffällt, die Menschen die hier her kommen mussten, lieben ihr Land und schwärmen von ihm, man hat den Eindruck das kein einziger seine Heimat verlassen wollte und die Frage ist doch auch, was würden wir tun, wenn wir in diese Sitution kämen, dasselbe?! Ja, da bin ich ganz sicher, ob wir wollten oder nicht. Dieses Buch soll zum nachdenken anregen, was können wir besser tun, was können wir verändern, das die Menschen sich bei uns und unter uns wohl fühlen? Es sind doch Menschen, die einfach nur leben wollen, genau wie wir, im Grunde wollen wir alle das Gleiche, Leben, respektiert werden und so angenommen werden wie wir sind, wie wir leben möchten. Da sollte es nicht sein, das wir anderen Menschen sagen was sie zu tun und zu lassen haben, uns so verhalten, das sie sich unwohl fühlen, ja sogar Angst haben müssen... Ich bin bestimmt nicht mit allen Erzählungen in diesem Buch einer Meinung, aber das muss ich auch nicht, ich denke die Botschaft dieses Buches lautet ganz einfach nur: seid loyal, seid Menschenfreundlich und lächelt, denn das tut uns allen gut! Interessiert Euch ein bisschen mehr für alle anderen und respektiert sie, so wie sie sind, das wollen wir doch für uns auch. Lebt Euer Leben und bezieht alle mit ein, man kann und man muss sich nicht mit allen Menschen verstehen, egal welcher Herkunft, aber Respekt und Würde das darf ein JEDER erwarten. Keine unrechten Verurteilungen und Beurteilungen eines Menschen, den wir NICHT kennen. Und ich bin ganz sicher wir hätten ein wesentlich friedlicheres und harmonischeres Miteinander. Das wünsche ich mir auf jeden Fall für die Zukunft, ab sofort und ich das nehme ich aus dem Buch auch wieder mit. Ich hoffe dieses Buch wird durch viele Hände wandern, ich gebe meins nun gerne weiter, damit die Botschaft bei ganz vielen Menschen ankommt, diese zum nachdenken anregt und jeder einzelne ein bisschen davon mitnehmen kann. Es ist ein wunderbares Werk, von dem hoffentlich noch ganz viele, auch vielleicht ähnliche geschrieben/heraus gegeben werden, damit endlich Schluß ist damit Menschen nach Äusserlichkeiten zu beurteilen. Lernt doch die Menschen einfach erst einmal kennen und dann entscheidet, ich finde das ganz wichtig solche Bücher heraus zu bringen, ob man nun die gleiche Meinung teilt oder nicht, das spielt keine Rolle, aber einfach mal Nachdenken und einfach mal Menschlich sein! Das ist doch hier das wichtige, wer soll denn noch zusammen halten, wenn nicht WIR? Das Buch bekommt von mir 5 von 5 Sternen und ich wünsche Maria Braig und vor allem allen die hier ihre Geschichte erzählt haben, egal welcher Herkunft, viel Glück und Erfolg in Deutschland und nur wenige Hürden die zu tragen sind, erzählt allen Eure Geschichte, vielleicht verändert sich dann endlich einmal etwas, wer weiß, ich wünsche es mir sehr! Danke das ich diese wunderbare Werk lesen durfte und ich werde ganz vielen Menschen davon erzählen!

    Mehr