Maria Courant

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Qatna

Qatna

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Erschienen am 01.10.2009

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Rezension zu "Qatna" von Maria Courant

Rezension zu "Qatna" von Maria Courant
Leserrezension2010vor 8 Jahren

A11 Maria Courant, Qatna – Ein historischer Roman aus der Zeit Echnatons Kategorie: Allgemein

1355–1332 vor Chr.: Kija wächst mit ihren Halbbrüdern als verwöhnte Prinzessin im Palast der reichen Handelsstadt Qatna heran, wo die Kenntnisse der Purpurgewinnung das best gehütete Geheimnis ist. Immer wieder fordert sie die Götter heraus, in deren Hand ihr Schicksal liegt und denen sie als spätere Priesterin dienen soll. Hier, am Schnittpunkt der wichtigsten Handelsrouten der Levante, wird sie jedoch in den gewaltsamen Strudel der Großmächte und ihrer Herrscher wird. Zwei Männer, ein Kaufmannssohn und ein Pharao kämpfen um Kijas Liebe. Die weiß, der eine ist nicht standesgemäß und der andere könnte der aparten Nofretete eine noch wichtigere Rolle am ägyptischen Hof zuweisen als ihr selbst.
Während dessen erstarkt das Hethiterreich in Anatolien unter dem brillanten Herrscher Schuppiluliuma I., kämpft das hurritische Reich Mittani zwischen den Oberläufen von Euphrat und Tigris um sein Überleben, vermehrt Babylonien im Süden des Zweistromlandes seinen Wohlstand und zwingen in Ägypten die Pharaonen Amenophis III. und IV./Echnaton ihr Volk zum Monotheismus. Kija gestaltet – höchst ungewöhnlich für eine Frau der damaligen Zeit – in Qatna diese Umstände mit Intelligenz und weiblicher Raffinesse mit. Ist ihr das Leben einer Priesterin oder das einer Königin bestimmt? Der Schrecken ihres ersten Gesichts als junges Mädchen verfolgt sie durch die Jahre: Wird das vorher gesehene Verderben wirklich kein Erbarmen haben?
Maria Courant ist das Pseudonym einer Historikerin, die sich intensiv mit der Antike des östlichen Mittelmeerraumes beschäftigt. Sie arbeitet eng mit einer Gruppe internationaler Archäologen, zusammen, die 2002 im syrischen Qatna in einer der großen Palasthallen einem geheimen Eingang 70 m in die Tiefe folgten. Selten waren Archäologen so überrascht: Sie entdeckten eine verborgene Gruft, in der Könige und Königinnen von Qatna seit Tausenden von Jahren ruhen. Man fand auch ihre Grabschätze. 1340 v. Chr. hatten die Hethiter den Palast in Schutt und Asche gelegt und das Geheimnis in der Tiefe begraben.
Diese Funde inspirierten die Autorin zu der unglaublich dramatischen Geschichte der Prinzessin Kija. Sie hat die aktuellen Erkenntnisse der wissenschaftlichen Auswertung und fiktive Ereignissen und Personen zu einem super spannenden und historisch perfekt recherchierten Roman über die späte Bronzezeit im östlichen Mittelmeerraum geschrieben.

So kann man Geschichte auch vermitteln: anhand von gesicherten Fakten einer packende Handlung, die von großer Aktualität ist. Zum einen erregten die Funde vor zwei Jahren alle Geschichtsfans, alle großen Medien berichteten ausführlich darüber und in einer umfassenden Schau in Stuttgart waren die Funde ausgestellt. Zum anderen ist der Nahe Osten nicht nur ein Krisengebiet, sondern der politischen Verhältnisse wegen zu großen Teilen unerforscht. Doch begann hier die erste Hochkultur der Menschheit. Die Zeit, in der „Qatna“ spielt, ist gekennzeichnet durch die Erfindung der Eisenverarbeitung. Aber Informationen von einem Königreich zum anderen brauchten bisweilen drei Jahre, eine Liebeserklärung fast genauso lang.

Von solchen wunderbaren Erkenntnisse wird man ununterbrochen gespeist.Ein Muss für Freunde des historischen Romans und solche, die es damit werden können.

Maria Courant
Qatna – Ein historischer Roman aus der
Zeit Echnatons
Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan
Thorbecke Verlag, Ulm, 2009
574 Seiten mit Kartenmaterial,
Personenregister und Glossar
22,80 Euro

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Rezension zu "Qatna" von Maria Courant

Rezension zu "Qatna" von Maria Courant
leselustvor 9 Jahren

Prinzessin Kijas Ahnung vom Untergang
Ein geheimer Gang, eine unberührte Gruft, der Königspalastes jedoch ist zerstört. Das Tübinger Archäologenteam um Prof. Pfälzner konnte nur staunen und endlich eine Lücke im Wissen um die Geschichte des Vorderen Orient schließen. In 73 Tontäfelchen mit Keilschrift graviert stand u.a. der Auftrag des Königs für 18.600 Bronzeschwerter. Briefe, vermutlich von dem hethitischen General Hannutti verfasst, enthielten eine Warnung an den König von Qatna, dass seine Stadt in Gefahr sei.
Der Tübinger Professor für Vorderasiatische Archäologe, Peter Pfälzner, fand bereits 2002 in syrischen Quatna diese Stücke aus dem 14. Jh. v.Chr. Und noch wenige Monate vor seiner Ausstellung in Stuttgart (September 09 bis März 10) geschah das Unverhoffte: die Forscher entdeckten unter dem Palast eine unbeschädigte Königsgruft. Die Archäologin und Althistorikerin Maria Courant konnte sich blitzschnell alles vorstellen: wie dort der Hofstadt von König Idanda lebte, wie seine Tochter Prinzessin Kija selbstbewusst ihre Zukunft gestaltete, wie sich Liebe entwickelte und Verrat sich einschlich. Qatna war berühmt für Purpurherstelllung, die Hethiter kurbelten bereits am Ende der Bronzezeit eine Eisenproduktion an. Prachtvoller Schmuck, Regale, in diesem Fall Schüsseln, voller Aufzeichnungen über die Staatsangelegenheiten... da schlägt das Herz einer belesenen Frau höher. Maria Courant formte einen Romanplot in ihrer Vorstellung wie die Qatner die Skulpturen in ihren Werkstätten. König Idanda von Qatna und seine Familie sollte im Mittelpunkt stehen – verknüpft mit den Ereignissen um 1350 vor Chr., also vor den Auseinandersetzungen zwischen den Hethitern und Ägypten. Das überlieferte historische Personal musste um einige Figuren ergänzt werden, die Geschichte füllte sich mit Liebe, Hass, Intrige, Mord. Und alles war „echt“, stand seit 3500 Jahren in Ton geritzt, brauchte nur nachgearbeitet zu werden. Die Hauptperson, Prinzessin Kija von Qatna, war eine spätere, geheimnisvolle Gemahlin Echnatons. Ihr Dasein konnte Maria Courant nun mit Leben füllen.
Maria Courant hat die Sternstunden der Archäologie, die Entdeckung der Königsgruft von Qatna/Syrien, für Laien begreifbar gemacht und zieht die Leser unaufhaltsam in das Geschehen. Eine Prinzessin reift heran, übernimmt die Aufgaben einer Priesterin, verliert sich in der Liebe zum Pharao Echnaton und ahnt – oder weiß sie es – dass der Untergang ihres Volkes kurz bevor steht.
Die Archäologen können nun die syrische Palastkulturen der Bronzezeit, aber auch die überregionalen Beziehungen der Mächte im östlichen Mittelmeerraum erfassen.
„Qatna“ ist ein außergewöhnlicher Roman, in dem so wahrheitsgetreu und wissenschaftsgerecht wie überhaupt nur möglich die Geschichte eines kleines Volkes erzählt wird. Aktueller kann ein Roman kaum sein und dazu so spannend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen mag. Bis in kleinste Detail hinein zeigen die Beschreibungen, was die Menschen der Bronzezeit aßen und wie sie sich kleideten, welche Zukunftsvisionen sie hatten, mit welchen Verbündeten und welchen Feinden sie rechneten, wie ihre Architektur, ihre religiösen Rituale, ihre Kommunikation funktionierten. Vor allem, wie sie Herz und Verstand zusammen brachten.
Ich bin sehr begeistert von dem Buch und kann es nur dringend als Lektüre empfehlen: Super Weihnachtsgeschenk
Maria Courant, Qatna, Historischer Roman aus der Zeit Echnatons, Hardcover mit Schutzumschlag, Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag, 576 Seiten, 2 Karten, ISBN 978-3-88294-408-2, 22,80 Euro

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