Maria E. Straub

 3,8 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor*in von Das Geschenk.

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Neue Rezensionen zu Maria E. Straub

Cover des Buches Das Geschenk (ISBN: 9783257065398)
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Rezension zu "Das Geschenk" von Maria E. Straub

"Das Geschenk" - Die Weihnachtsgeschichte aus einer etwas anderen Perspektive
LibriHollyvor 8 Jahren

Wer kennt sie nicht die Weihnachtsgeschichte. Maria und Josef im Stall, das Jesuskind, Ochs und Esel und der Weihnachtsstern. Aber was, wenn hinter diesem friedlichen Bild eine ganz andere Geschichte stecken würde? Die Geschichte einer Familie, eines großen, dunklen Geheimnisses und das tragische Schicksal einer Frau – MARIA.


Was, wenn Marias Empfängnis nicht so unbefleckt war wie wir alle glauben? Jesus, als Frucht der Sünde. Die einzige Möglichkeit die Familie vor der öffentlichen Schmach und Maria vor dem sicheren Tod  zu retten in der Heirat mit einem wesentlich älteren Mann bestand, der noch dazu dafür fürstlich bezahlt wurde. Ein Zimmermann aus Nazareth.


Eine gewagte Theorie, ja, aber vorstellbar, warum nicht?  Ein Gedankenspiel  und wer weiß schon so genau, was damals wirklich geschah. Maria Elisabeth Straub heißt die Autorin, die es mit ihrem Buch wagt, einen anderen, einen neuen Blick auf einen der Momente in der Menschheitsgeschichte zu werfen, der bis heute wie kein anderer den christlichen Glauben in dieser Welt prägt. Ja, dieses Buch ist provokant, keine Frage. Aber wie wichtig ist es überhaupt für unseren Glauben, wer Jesus Vater wirklich war, zählen nicht vielmehr seine Taten und der Geist seiner Handlungen? Maria Elisabeth Straub erzählt uns mit „Das Geschenk“ eine ernste, nachdenklich stimmende Geschichte, die sich stellenweise liest wie ein Krimi, einen hin und wieder aber auch zum Schmunzeln bringt. Eine Geschichte, über Glaube und Wahrheit, voller Liebe und Weisheit ,aber ebenso eine traurige, voller Gewalt und Unterdrückung, die Geschichte einer starken Frau: Maria in der Rolle als Ich-Erzählerin. Eine Frau, selbstbewusst in einer patriarchalischen Welt. Eine Frau, die fest an Gott glaubt, aber auch daran, dass er Mann und Frau gleichberechtigt nebeneinander erschaffen hat. Eine Frau, die für ihren Platz im Leben kämpft und sich nicht einfach in ihr Schicksal fügt.


„Ich bin nur ein Werkzeug des großen Meisters. Aber ein stumpfes Beil spaltet keinen Klotz. Ich bin ein scharfes Beil. Ich spalte. Er will es so.“ (S. 57)


Und auch dieses Buch dürfte spalten, erlaubt seine Autorin sich doch, die Heilige Schrift, so wie wir alle sie kennen, zu hinterfragen. Manch Gläubiger dürfte damit sicherlich so seine Probleme haben, ja, gar Häresie vermuten. Aber wer auch in Glaubensfragen durchaus einmal einen Blick über den Tellerrand zu werfen bereit ist, sich und seine Religion nicht in allen Bereichen  so bierernst nimmt und durchaus offen ist für eine etwas andere Sicht auf die biblischen Geschehnisse rund um die heilige Familie, der ist mit diesem Buch gut beraten und wird mit einer interessanten, fesselnden Lektüre belohnt, der es aber dennoch nicht an dem nötigen Respekt vor allem Göttlichen mangelt. Ein Buch, das man aber auch mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern lesen sollte.


„Das Geschenk“ ist ein Roman, der die heilige Familie als das erscheinen lässt, was sie doch eigentlich waren, Menschen. Zugegeben, diese Adaption der heiligen Geschichte, ist nicht mehr ganz druckfrisch, erschien Maria Elisabeth Straubs Roman doch bereits erstmalig im Jahr 2006. Dennoch hat es über die Jahre nichts an Anziehungs- und Aussagekraft verloren. Ein Buch für Menschen die bereit sind Fragen zu stellen, auch und gerade wenn sie die eigene Geschichte, den eigenen Glauben betreffen, die Antworten darauf nicht fürchten und offen sind gegenüber neuen Anschauungen, Möglichkeiten, Sichtweisen sind. Ein Buch, horizonterweiternd, wie gemacht für die heutige Zeit.


„Jede Frau hat das Recht, ihr Wissen für sich zu behalten, ...“ (S. 73)


Gut das Straubs Maria dies nicht getan hat und ihr Wissen mit uns teilt, uns ihre Geschichte erzählt, die sicherlich polarisiert.

„Das Geschenk“ – Ein Buch erschienen im Diogenes Verlag, das ich sehr gerne gelesen habe und zu dem ich immer mal wieder greifen werde, nicht nur jetzt zur Weihnachtszeit und das vor allem anderen zeigt, dass die Bibel alles hat, was ein guter Roman braucht, Sex, Crime, Spannung, Hass, Neid, Missgunst, Intrigen, Liebe.

Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783257063172)
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Rezension zu "Kleine Schwester" von Martina Borger

Rezension zu "Kleine Schwester" von Martina Borger
blueberry7vor 13 Jahren

Hier ist Borger und Straub wieder mal eine grässliche Geschichte gelungen.
Schrecklich die Vorstellung und erschreckend die Entwicklung von Lillys Mutter.
Wobei die Beschreibung aus der kindlichen Sicht Lillys eine gute Herangehensweise darstellt............

Cover des Buches Kleine Schwester (ISBN: 9783257063172)
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Rezension zu "Kleine Schwester" von Martina Borger

Rezension zu "Kleine Schwester" von Martina Borger
Birkhennevor 13 Jahren

"Ich glaub, daß jedem Menschen auf der Welt alles passieren kann, daß er ganz schreckliche Dinge tut, die er eigentlich gar nicht tun will. Bei Tante Bella hab ich mal mit ihrem Tintenfaß gespielt, obwohl sie das verboten hat, als ich den Deckel wieder auf das Faß schrauben wollte, ist ein winziger Tropfen auf das weiße Tischtuch gefallen, ich bin in die Küche gelaufen und hab einen Lappen geholt und wollte den Tropfen wegputzen, ich hab ein bißchen Wasser draufgetan, da ist die Tinte hellblau zerflossen, und aus dem Tropfen ist ein Fleck geworden, so groß wie meine ganze Hand. So ähnlich ist es, wenn man Fehler macht, glaub ich, erst sind sie ganz klein, und wenn man sie wieder wegmachen will, und keiner soll es merken, werden sie immer größer, und irgendwann gibt es keinen Ausweg mehr. Lotta ist auch so ein Fleck."
In diesem Buch erzählen die beiden Autorinnen Martina Bogner und Maria Elisabeth Straub die Geschichte der Familie Jessen aus der Sicht der 12-jährigen Tochter Lilly.
Ich mußte unwillkürlich beim Lesen an "Flavia de Luce" denken, da sie ihre Empfindungen ähnlich ausdrückte und auch das Alter stimmte überein.
Nur dass es in dieser Geschichte wesentlich ernster zugeht.
Die kleine Familie Jessen wünscht sich ein zweites Kind. Ihre Tochter Lilly ist inzwischen schon 10 Jahre alt und es will einfach nicht klappen mit einem zweiten Kind. Nachdem der Vater von Lilly dem Drängen seiner Frau endlich nachgegeben hat und einen Arzt konsultiert, stellt dieser fest, dass Carl nach einer zurückliegenden Krankheit zeugungsunfähig geworden ist.
Ellen, Lilly's Mutter, hier Ela genannt stürzt in eine Depression. Nach einer seelischen Erholungsphase hat sich bei Ela, der gelernten Kindergärtnerin der Entschluß festgesetzt, einem Heimkind ein neues Zuhause zu geben,
Wenn möglich, sollte es natürlich ein Baby sein. Da dieses aber wiederum eine längere Wartezeit bedeutet hätte, hat sie sich dann kurz entschlossen die fünfjährige Lotta nach Hause geholt. Carl hat sich da nicht groß eingemischt.
Er nahm an, dass mit dem neuen Kind endlich auch wieder Zufriedenheit bei Ela einkehren würde. Sie hätte wieder jemanden, den sie umsorgen könnte und Lilly hätte eine Schwester und alles wäre Friede, Freude, Eierkuchen.
Nur geht die ganze Sache nach hinten los, denn schon nach kurzer Zeit stellt die Familie Jessen fest, dass mit Lotta etwas nicht in Ordnung ist.
Noch denkt Ela, dass man das mit viel Liebe und Hinwendung geradebiegen kann.
Als dies dann aber nicht gelingt, überlegt man, ob man das Kind vielleicht wieder zurückgeben kann aber da ist ja noch die finanzielle Zuwendung für Pflegekinder, auf die man auch nicht mehr verzichten möchte und kann.
Inzwischen befindet sich die Familie in einer Zwickmühle, die in einer Tragödie zu enden scheint.
Eigentlich wollte die Familie Jessen nur eine glückliche Familie sein, sonst nichts.

Dieses Buch hat mich zutiefst berührt und es sollte jeden wachrütteln und genau hinschauen lassen, was in seinem unmittelbaren Umfeld passiert.
Oft sind die Betroffenen nur hilflos und fühlen sich im Stich gelassen und aus einer Mücke wird dann sprichwörtlich ein Elefant.
Die Jugendämter allein sind überfordert und haben viel zu wenig Personal für die vielen Problemfälle in unserer Gesellschaft. Leider werden es immer mehr.

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