Maria Edgeworth

 4,6 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Belinda, Belinda und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Maria Edgeworth

Maria Edgeworth (1767–1849), anglo-irische Schriftstellerin, war eine der erfolgreichsten Autorinnen ihrer Epoche und soll u. a. Sir Walter Scott und Jane Austen beeinflusst haben. Sie verwaltete gemeinsam mit ihrem Vater dessen Landsitz in Irland und widmete sich neben dem Schreiben verschiedenen Sozialprojekten. Neben mehreren Romanen verfasste sie Kinderbücher und Abhandlungen zu Erziehungsfragen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Maria Edgeworth

Cover des Buches Belinda (ISBN: 9783150113752)

Belinda

 (5)
Erschienen am 18.03.2022
Cover des Buches Belinda (ISBN: 9781617207655)

Belinda

 (1)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Helen: A Tale (ISBN: 9781113101259)

Helen: A Tale

 (1)
Erschienen am 17.07.2009
Cover des Buches Belinda (Girlebooks Classics) (ISBN: B001CBFV8C)

Belinda (Girlebooks Classics)

 (0)
Erschienen am 07.07.2008
Cover des Buches Leonora (ISBN: B004T531WG)

Leonora

 (0)
Erschienen am 20.03.2011

Neue Rezensionen zu Maria Edgeworth

Cover des Buches Belinda (ISBN: 9783150113752)Elifants avatar

Rezension zu "Belinda" von Maria Edgeworth

Toller und empfehlenswerter Roman
Elifantvor 16 Tagen

Ich mochte die einzelnen Charaktere sehr und auch die Entwicklung, die jeder von ihnen während des gesamten Buches vollzogen hat, war wirklich interessant zu „beobachten“. Jeder ist gereift, hat dazugelernt und von den oft so unterschiedlichen Ansichten des anderen profitiert. Und das Beste dabei ist, dass auch der Leser die Möglichkeit hat, sein eigenes Handeln und Denken durch den Vergleich mit dem Handeln und Denken der Hauptpersonen in den verschiedensten Situationen kritisch zu hinterfragen. Führt man sich vor Augen, wie sie mit bestimmten Herausforderungen umgehen, kann man dies für sich selbst entweder als abschreckendes Beispiel nehmen oder sich hier und da von ihnen vielleicht sogar eine Scheibe abschneiden.

Interessant ist auch, mit wieviel Witz herausgearbeitet wird, wie oft sich so viele Leute etwas aus skandalträchtigen Gerüchten machen oder das Gehörte oder Gesehen so lange verdrehen, bis solche entstehen. Gerade was diesen Punkt angeht kann man aus dem Buch gute Lehren ziehen: Nämlich zum einen, dass man sich das Gerede der Leute so wenig zu Herzen nehmen sollte, dass man ihm einfach mit Ruhe, Selbstvertrauen und Gelassenheit entgegnen kann. Und zum anderen, dass man sich von dem Getratsche sensationsgieriger Menschen niemals beeinflussen lassen sollte, ohne seinen Wahrheitsgehalt kritisch anzuzweifeln und zu prüfen. Oft steckt eben einfach nur Neid und Unzufriedenheit dahinter.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich trotzdem: Zum Ende des Buches hin konzentriert sich der Roman auf die Erzählung der Geschichte rund um Virginia und Clarence. Zwar ist das Buch an vorherigen Stellen schon oft etwas langatmig – aber nie ist es mir so stark aufgefallen, wie hier zum Schluss, denn da zieht sich das immer und immer wieder aufgeworfene Thema der „Undankbarkeit“, bei der Virginia fürchtet, man könne sie ihr anlasten, für meinen Geschmack einfach so sehr, dass es fast schon ein bisschen nervt.

Das ist aber auch nur ein kleiner Kritikpunkt. Alles in allem ein empfehlenswerter Roman, aus dem man viel mitnehmen und von dem man viel lernen kann.   

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Cover des Buches Belinda (ISBN: 9783150113752)Kristall86s avatar

Rezension zu "Belinda" von Maria Edgeworth

Was für ein Klassiker!
Kristall86vor 4 Monaten

!ein Lesehighlight 2022!


Klappentext:

„London um 1800: Die junge, behütet aufgewachsene Belinda Portman soll in die feine Gesellschaft eingeführt werden – und natürlich eine gute Partie machen. Doch Belinda merkt bald, dass ihre Gastgeberin Lady Delacour, eine vergnügungssüchtige und kapriziöse Dame, keine geeignete Mentorin ist. Sie muss also lernen, sich im turbulenten Gesellschaftsleben selbst zurechtzufinden. Dabei verliebt sie sich in Clarence Hervey, einen Freund Lady Delacours, der jedoch anderweitig versprochen ist ...“


Wenn ich „Belinda“ kurz und präzise beschreiben sollte, würden diese Worte eigentlich genügen: ein Klassiker!, grandiose Neuübersetzung!, die Autorin schrieb damit einen Meilenstein der Zeitgeschichte!. Aber genügt das wirklich? Nein und genau deshalb werde ich nun etwas ausführlicher: Wer Vorgänger dieses Titels bereits gelesen hat, wird hier und da etwas verschnupft das Buch beendet haben. Hier erwartet den Leser aber eine wirklich mehr als gelungene und, nennen wir es wie der Verlag, „unzensierte“ Neuübersetzung. Gerlinde Völker sei hier auch deshalb als Übersetzerin namentlich erwähnt, denn ihre Wortwahl, ihr Esprit der hier durch die Worte schwebt, wird die verschnupfte Leserschaft von damals befreien. Die Geschichte rund um Belinda will ich hier weiter gar nicht inhaltlich wiederholen - das lese bitte jeder selbst, aber: es ist doch immer wieder grandios zu erlesen welchen Wortwitz, welches Gespür und vor allem welche Sichtweise Autorin Maria Edgeworth bereits damals an den Tag legte. Wir erleben hier wahrlich bestens fein akzentuierte Satire und anspruchsvolle Literatur mit dem gewissen Extra. Warum ausgerechnet jetzt diese Neuauflage könnte man sich fragen und die Antwort ist mehr als einfach: die Zeit ist nunmehr eine andere. Sie ist bunt und das ist gut so und genau deshalb passt dieser Roman so vorzüglich in die aktuelle Zeit. Eine Weiße heiratet einen Schwarzen - damals eine schier unmögliche Geschichte und heute einfach ganz normal. Aber genau das ist nur ein winziger Punkt in der Geschichte der eben den jetzigen Zeitgeist trifft. Sie werden erstaunt sein was sich dem Leser hier noch alles bietet! Edgeworth war mit „Belinda“ ein Meisterwerk gelungen und genau diese aktuelle Übersetzung wird dem Werk endlich gerecht. Jeder Leser wird hiervon begeistert sein, dessen bin ich mir sicher. Wer auch nur ein bisschen offen durch diese Welt geht, wird erstaunt sein, wie es Edgeworth damals bereits schon war. 

Dieses grandiose Meisterwerk hätte mehr als 5 Sterne verdient!

Kommentare: 4
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Cover des Buches Belinda (ISBN: 9783150113752)Aksis avatar

Rezension zu "Belinda" von Maria Edgeworth

Habe jede Seite genossen
Aksivor 5 Monaten

In »Belinda« von Maria Edgeworth begleiten wir die titelgebende Protagonistin bei ihrer Einführung in die Londoner High Society. Dabei lernt Belinda, dass bei den feinen Damen und Herren vieles ganz anders ist, als es den Anschein macht. »Belinda« wurde 1801 veröffentlicht und ist Edgeworths erster Gesellschaftsroman.

Handlung:
Auf Anraten ihrer Tante, die viel Erfahrung im Verkuppeln hat, reist die junge Belinda Portman zu Lady Delacour nach London. Die beliebte Delacour soll Belinda den Eintritt in die feine Londoner Gesellschaft ermöglichen. Das Vorhaben erweist sich jedoch schwieriger als gedacht. Angekommen in London stellt Belinda fest, dass alles ganz anders ist, als sie es sich vorgestellt hat, vor allem Lady Delacour. Belinda ist also auf sich allein gestellt und muss ihrem Instinkt vertrauen. Dabei hätte sie Hilfe gut brauchen können, da sie die Bekanntschaft des begehrten Junggesellen Clarence Hervey macht.

Figuren:
Belinda Portman ist die netteste, feinfühligste und liebevollste Figur. Zu Beginn des Buches steht sie noch zu sehr unter dem Einfluss ihrer Tante Mrs. Stanhope, aber sie lernt immer mehr, eigene Entscheidungen zu treffen und sich von niemanden in ihrem Urteil beeinflussen zu lassen. Es dauert auch nicht lange, bis Belinda die ersten Verehrer nachlaufen. Diese Aufmerksamkeit nutzt die junge Frau aber nicht aus, sondern bleibt bescheiden und ehrlich. Belinda will niemanden täuschen oder hintergehen, da sie selbstlos und verständnisvoll ist.

Lady Delacour war sowohl für Belinda als auch für mich eine Überraschung. Während Delacour in der Öffentlichkeit lebensfroh, humorvoll und gut gelaunt ist, ist sie zu Hause das Gegenteil – launisch, unglücklich und verbittert. Dazu kommen jede Menge Probleme und Geheimnisse, von denen man zunächst nichts ahnt. Zu Beginn war mir Delacour ein bisschen sympathisch. Doch als ihr wahres Gesicht immer mehr offenbart wurde, machte sie sich bei mir immer unbeliebter.

Clarence Hervey ist ein Freund und Bewunderer von Lady Delacour. Aus meiner Sicht macht er die größte Entwicklung durch. Anfangs genießt Clarence es, im Mittelpunkt zu stehen und Lady Delacour zu imponieren. Er denkt, er wüsste über alles und jeden bestens Bescheid, was ihn oberflächlich und arrogant macht. Doch als Clarence Belinda kennenlernt, wird etwas in ihm ausgelöst und er wird reflektierter und vernünftiger.

Ein weiterer wichtiger Charakter ist Lady Anne Percival, da sie das Gegenteil von Lady Delacour ist. Diese Tatsache reichte der Letzteren bereits aus, um die Erstere nicht zu mögen. Lady Percival führt ein ruhiges und vor allem ein glückliches Leben. Sie braucht keine wilden Partys und genießt das Familienglück. Manchmal erinnerte mich Lady Percival an Belinda. Beide sind besonnen, hilfsbereit und versuchen immer vorurteilsfrei zu bleiben. Aus diesem Grund war es nicht verwunderlich, dass die beiden Damen sich auf Anhieb gut verstanden haben.

Außer den bereits genannten Charakteren gibt es noch viele weitere. Ich möchte jedoch nicht auf jede einzelne detailliert eingehen, da es den Rahmen dieser Rezension bei weitem sprengen würde. Ich möchte aber betonen, dass jede Figur großartig ist und ihre Rolle perfekt erfüllt. Da gibt es zum Beispiel Lady Delacours Rivalin Mrs. Harriet Freke, die nichts unversucht lässt, egal wie absurd es ist. Ihre Aktionen sorgten für einige skurrile Szenen, was eine Abwechslung zu Belindas vernünftigem Verhalten darstellte.

Schreibstil:
»Belinda« spielt im frühen 19. Jahrhundert. Der Roman besteht aus drei Bänden, die einunddreißig Kapitel umfassen. Als Edgeworth 1801 ihr Werk veröffentlichte, machte sie nicht nur auf Probleme aufmerksam, sondern brach mit einigen Konventionen. Mit über fünfhundert Seiten ist das Buch ein ganz schöner Klopper und ist definitiv ein Vergnügen für mehr als einen Tag, aber Edgeworths Schreibstil lässt die Zeit wie im Flug vergehen. Sowohl mit Ironie als auch Ernsthaftigkeit geht die Autorin auf verschiedene Themen ein, zum Beispiel: Freundschaft, Liebe, Eifersucht, Krankheit, Verlust und Tod. Vor allem geht es aber um die Rolle von jungen Frauen und den Druck, der auf sie sowohl von der Gesellschaft als auch von der Familie und damit auch von sich selbst ausgeübt wird.

Fazit:
Jetzt verstehe ich, warum Jane Austen Maria Edgeworth gelobt hat. »Belinda« ist großartig und gehört definitiv zu meinen Lesehighlights 2022!

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