Maria Elisabeth Straub

 3.8 Sterne bei 12 Bewertungen

Alle Bücher von Maria Elisabeth Straub

Das Geschenk

Das Geschenk

 (11)
Erschienen am 29.10.2014
Grönen Aal und Rode Grütt

Grönen Aal und Rode Grütt

 (1)
Erschienen am 01.01.1971

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Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub

Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub
Bernd_Sieberichsvor 6 Jahren

Eines der schönsten Bücher, die je zum Thema "Maria und unbefleckte Empfängnis" geschrieben wurde. Das Geschenk ist ein Geschenk der Autorin an ihre Leser: voller Mutterwitz, Warmherzigkeit, Augenzwinkern. In ihrer Schlichtheit und auf den ersten Blick betrachtet kommt die Erzählung einfach und geradlinig daher. Die volle Überzeugungskraft der persönlichen (Ein- und Aus-) Sichten auf Marias Familienleben entfaltet sich still, leise, fast subversiv im Subtext. Ein äußerst vielschichtiges Buch, dessen zahllose Erzählebenen zwischen den Zeilen wie kleine Juwelen funkeln. Besonders schön und zeitlos beschreibt diese grandiose Autorin den ewig-menschlichen Konflikt zwischen den Geschlechtern.
Inhaltlich, sprachlich und kompositorisch verdiente 5 Sterne!

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Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub

Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub
R-E-Rvor 8 Jahren

Die unglaublichste Geschichte aller Zeiten

An dieser Frage scheiden sich die Geister nicht nur der Ungläubigen. Die unbefleckte Empfängnis. Wie ging das wohl vonstatten? Maria Elisabeth Straub versucht in ihrem Roman “Das Geschenk” eine Geschichte um diese Empfängnis herum zu spinnen. Schließlich hatte Maria vorher ein Leben und hinterher auch. Dieser Versuch gelingt und zugleich scheitert er.

Nazareth vor 2000 Jahren. Eine Frau wartet auf das Sterben ihres Mannes, die Familie mit ihr auf den Tod des Oberhauptes. Während die Stunden der Nacht langsam vergehen, lässt die Frau ihr Leben Revue passieren. Beginnend bei ihrem zwölften Lebensjahr, als sie von ihrem eigenen Vater geschwängert wird. Der Zwangsheirat mit dem ungeliebten, dreißig Jahre älteren Zimmermann um die Schande zu vertuschen. Der Lüge mit der sie ihrem “in Schande” gezeugten Sohn einen ehrenvollen Platz in der Gesellschaft sichert. Bis zu dieser Nacht, in der ihr sterbender Mann die Wahrheit zu wissen verlangt. Wird sie diese aus Liebe preisgeben?

Die Ich-Erzählerin im Roman nennt ihren Mann immer nur “den Hölzernen”, als Synonym für seinen Beruf und seinen Charakter. Der Begriff Hölzern ließe sich aber auch auf das ganze Buch anwenden. Zu Beginn ist es erst einmal schwierig alle Figuren auseinanderzuhalten. So viele Söhne, Töchter und Schwiegertöchter, Tanten, Onkel und Nachbarn gilt es zu unterscheiden. Das verlangt höchste Konzentration und verwirrt trotzdem. Außerdem springt die Erzählung zwischen der Sterbenacht und der Vergangenheit hin und her ohne das dies für den Leser immer sofort erkennbar ist. Den Sprachtonus hat die Autorin allerdings sehr gut getroffen. Das liest sich wirklich, als wenn eine Frau von vor 2000 Jahren spricht.

Ärgerlich sind die Entnahmen von Bibelzitaten, die im Text als kluge Weisheiten der erzählenden Frau zugesprochen werden oder auch die platten Sätze, die die Autorin den Sohn sprechen lässt: Sorge dich nicht. Lebe! oder Nichts ist unmöglich.

Ich kannte Maria Elisabeth Straub bislang nur von den Krimis, die sie zusammen mit Martina Borger schreibt. Diese haben mich, vor allem wegen der psychischen Raffinesse immer begeistert. Aus diesem Grund habe ich überhaupt zu diesem Buch gegriffen und auch weil die Grundidee spannend ist und neugierig macht. Leider kann Maria Straub alleine nicht an das Niveau des Krimi-Duos heranreichen. Schal und blutleer liest sich der Roman, mühsam kämpft man sich durch die Seiten. Schade. Straub lässt ihre Erzählerin einmal über ihren Mann denken: “Da erzählt man ihm die unglaublichste Geschichte aller Zeiten - und er? Kein Wort.” Genau so ist es.

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Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub

Rezension zu "Das Geschenk" von Maria Elisabeth Straub
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Auch wenn Jesus nicht gewollt war, stand die Gottesmutter mit seiner Geburt voll hinter ihm. Zwar trägt sie schwer an dem vom „Vater“ (ens a se?) gezeugten Sohn und versucht sie, die Frucht ihres Leibes loszuwerden. Gott lässt sich aber nicht abtreiben. Gott, den die Autorin mit nahezu unendlichem Erfindungsreichtum immer wieder neu umschreibt, beginnend etwa mit "der am Himmel Thronende, der Ewige, der Unsichtbare" und so weiter über - z.B. - "der Unermessliche, das Einundalles einschließlich des Nichts" bis zu "der Lebendige" und schlussendlich "Geist" (ohne das Adjektiv heilig!); einmal muss er sich sogar als "der Ungeheuerliche" und, noch böser, als "Baal" bezeichnen lassen. Nicht nur in diesen Pseudonymen, sondern in der ganzen von Straub neu geschriebenen Mariengeschichte verwischen sich die Grenzen zwischen biblischer Legende und jetztzeitlicher Realfiktion, und wird nicht nur die von den Christen mit dem Prädikat heilig bedachte Maria, sondern werden auch Jesus, Marias Ehemann Josef (der Hölzerne) und einige weitere Gestalten der Bibel als Menschen wie wir alle gezeichnet. Bei solch oft allzu menschlich anmutenden Figuren (köstlich: der lautmalerische Ausdruck „Blitscher“, der die Einordnung der Menschen in die Klasse der Säugetiere hörbar macht) kommt – nicht nur für Christen - manchmal fast zwangsläufig der Gedanke an Blasphemie auf. Trotzdem beschreibt Straub ihre „Namensbase“ (Entsprechung für Namensvetter) so einfühlsam, dass der Leser die zunächst als unwahrscheinlich erscheinende Geschichte nach und nach fast als Selbstverständlichkeit hinnimmt. Da verwundert es nicht, dass sich allmählich die Überlegung einstellt, es könnte seinerzeit in Nazareth wirklich so gewesen sein wie die Autorin dem Leser suggeriert. Diese suggestive Kraft dürfte es vor allem sein, die das Buch auszeichnet. Sie sorgt auch dafür, dass das Buch im Gespräch bleibt und sich weiterempfiehlt.

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