Maria Hageneder

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Maria HagenederRatzfatz
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Ratzfatz
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Erschienen am 01.08.2017
Maria HagenederIn der Mitte Maxi
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Erschienen am 27.02.2012

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Rezension zu "Ratzfatz" von Maria Hageneder

Eine wunderbare Geschichte zum Thema Hyperaktivität, die unterhaltsam ist und zum Nachdenken anregt
Kinderbuchkistevor 8 Monaten

Thema Hyperaktivität
Als mein Sohn sich das Bilderbuch ansah sagte er: "Mama wenn du dir die Bilder weg denkst dann ist das ein Buch über mich!" Hm, dachte ich und schaute mir das Buch selbst an. Schon auf den ersten zwei Seiten gab es tatsächlich erstaunliche Parallelen. Nun unser Sohn ist Asperger Autist und dann doch noch etwas anders. Aber ja, er hatte recht. Die Autorin Maria Hageneder erzählt eine Geschichte, in der sich sicherlich viele Kinder wieder finden. Wie das Wiesel verhalten sich viele unserer Kinder. Wo wir früher sagten, "es ist halt ein Zappelphillip!" sagen wir heute es sind Kinder mit ADS bzw. ASHS, aber auch Hyperaktivitätsstörung, was nur eine andere Bezeichnung ersteren ist genauso wie Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom. Ja, und auch Asperger Autismus ist gar nicht mehr so unbekannt und geht oft mit solchen Verhaltensweisen einher. Die Kinder sind wie unser Wiesel. Kaum sind sie da sind sie auch schon wieder weg. Sie sind stets in Aktion, laufen und wuseln umher, können nur schwer einmal ruhig sitzen und sind auch in Gedanken schon immer einen Schritt weiter. Unser kleines Wiesel steht früh auf, ist sofort munter und in Aktion während der Rest der Familie entweder noch gemütlich im Bett liegt oder einfach noch wach wird. Er läuft zu seinen Freunden. Wie er selbst sagt ein " richtig bunter Haufen...." mit Stärken und Schwächen. Da sie so verschieden sind ergänzen sie sich aber wunderbar. Der eine kann gut klettern, der andere gut graben und wieder andere haben super gute Augen. Nicht immer ist es gut wenn man nur rumzappeln kann und nicht mal für einen kurzen Moment ruhig sein kann. Z.B. dann wenn man verstecken spielt so wie Wiesel und seine Freunde. Die Ruhigen werden nicht so schnell entdeckt wie die Zappeligen, das leuchtet ein, doch auch die Unruhigen können versuchen etwas ruhiger zu sein um nicht gleich gefunden zu werden.  Ruhe zu finden um vielleicht der Mutter zu lauschen wie sie ein Buch vorliest das gelingt nur selten doch dafür ist unser Wiesel sehr hilfsbereit. Erledigt gern Aufgaben die andere ihm geben, denn er ist "der schnellste Aufgabenerlediger", ( so ein Exemplar habe ich auch zuhause) nur leider hat dieses schnelle Gewusel auch seine Tücken. Wenn man alles schnell erledigen will wird man unaufmerksam und dann geschehen schon mal Missgeschicke, die sonst nicht passiert wären. Genauso geht es unserem kleinen Wiesel. Dies sind nur einige der Dinge, die unser Protagonist erlebt und die Kindern vor Auge halten was passieren kann wenn  man zappelig, wuselig, flink und schnell ist. Durch das Wiederfinden und Verbindungen erkennen ermöglicht es den betroffenen Kindern aber auch Einsichten zu erlangen, die zum Nachdenken anregen. Sie bekommen ein Gefühl dafür was man tun könnte damit Situationen nicht eskalieren oder  zu Missgeschicken führen. Geschickt verbindet die Autorin die verschiedensten Situationen, die ein Kind mit Hyperaktivität täglich in ähnlicher Form erlebt mit kleinen Botschaften wie es besser gehen könnte. So zum Beispiel darf das Wiesel die Füchsin besuchen, die einen besonderen Draht zu dem kleinen Zappler hat. Sie fordert ihn so sehr das der Kleine erschöpft still und ruhig wird. Wie er empfindet erfährt der Leser sowohl in der Geschichte als auch in den Bildern.  Das besondere an der Geschichte ist, das man zu keiner Zeit den  den pädagogischen Zeigefinger erkennt. Das liegt auch an den Bildern. Durch die wundervollen klaren Illustrationen die mit wenig Details auskommen und dadurch klar fokussieren gelingt es Dinge zu visualisieren, die Kinder vielleicht noch nie so klar vor Augen gehalten bekommen haben. Die Bilder sind zum Teil sehr dynamische, greifen das Wuselige des Wiesels wunderbar auf. Zeitweise hat man das Gefühl es laufe ein Film vor einem ab .Man vergisst, das man ein Buch vorliegen hat. Genau dies bewirkt aber, das die Kinder die Aufmerksamkeit auf das Geschehen richten und in der Lage sind einer Geschichte zu folgen, wo sie sonst vielleicht schon längst beim Vorlesen weggelaufen wären oder nebenbei etwas anders gemacht hätten bleiben sie plötzlich bei der Sache. Wir haben das Buch mit 5 sonst sehr unruhigen Kindern gelesen. Zunächst durfte jedes der Kinder sich das Buch alleine ansehen während die anderen spielten. Sie waren gefordert zu krabbeln, zu flitzen, zu wuseln wie ein Wiesel das macht. So ausgepowert und im Bewusstsein schon etwas von der Geschichte zu wissen gelang es uns die Kinder so an das Buch bzw. das Geschehen im Buch zu binden, das sie in der Tat alle samt in der Lage waren der Geschichte ohne Ablenkung bis zum Ende zu folgen. Um die Aufmerksamkeit zu fokussieren ist es beim Vorlesen wichtig ein dem Inhalt angepasstes Tempo zu wählen. Schnelle Aktionen müssen schnell aber trotzdem sehr betont deutlich gelesen werden und langsame ruhige Stellen etwas in der Stimme leiser, langsamer. Ist das Wiesel z.B. erschöpft muss dies auch in der Stimme erkennbar sein. Das situationsorientierte in der Stimme ist grundsätzlich ein wichtiger Faktor für eine gelungene Lesung doch mit Kindern, die ohnehin unruhiger sind ist es um ein vielfaches wichtiger. Daher rate ich auch dazu vor dem Vorlesen die Geschichte mindestens einmal laut zu lesen. * Unsere Lesekinder waren begeistert man erkannte jedoch auch deutlich, das sie nach der Lesung nicht gleich zu etwas anderen über gingen sondern sich auch noch mit dem Buch beschäftigten. Dies lässt erkennen, das das Buch fesselt und unbewusst auch zum Nachdenken anregt. * Es ist bei weitem kein Therapie Buch sondern einfach ein wunderbares Bilderbuch, das sich mit der Thematik der Hyperaktivität beschäftigt in dem es einen Protagonisten begleitet, der es nicht immer einfach hat, weil er so ist wie er ist.  Die Bindung an den Leser gelingt vor allem deshalb so gut weil die Autorin den Wiesel erzählen lässt was eine Identifikation des Kindes mit dem Wiesel hervorruft. * Hervorheben möchte ich zum Schluss noch die besonders gelungene Farbwahl und Collagentechnik der Illustrationen, die einen großen Teil dazu beitragen, das die Botschaften die Kinder so intensiv erreichen. Die warmen harmonisch in einander übergehenden und aufeinander abgestimmten Farben schaffen eine ganz besondere emotionale Stimmung, die einen einfängt und durch die Geschichte führt. *

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