Das Buch mit festem Einband, Lesebändchen und interessantem Titelbild (in meinem Exemplar das Gesicht eines Jungen) wurde mir auf Instagram empfohlen. Dass die Autorin einen Preis für ihren Roman erhielt, hätte mich warnen müssen. Der Text ist schwer zu lesen, da die wörtliche Rede komplett fehlt (keine Anführungsstriche) und kühl wie ein Polizeibericht und ungeschickt wie ein Schulaufsatz formuliert ist. Einzig die unterschiedliche Art der Trauer der verschiedenen Familienmitglieder über den Verlust von Kostja ging mir zu Herzen. Schura selbst verhält sich unerträglich feindselig jedem gegenüber. Zuerst nahm ich es wörtlich, als Kostja wieder auftauchte. Dann merkte ich, dass Schura unter Wahrnehmungsstörungen litt und die Geschichte in Fantasie abdriftet. Ich zitiere Emil Staiger: „Sie (die Romane) spielen in lichtscheuen Räumen und beweisen in allem, was niederträchtig ist, blühende Einbildungskraft. So frage ich: In Welchen Kreisen verkehren sie?“ Mehr muss man dazu nicht sagen.





