Maria Kjos Fonn

 5 Sterne bei 3 Bewertungen
Autor von Kinderwhore.

Lebenslauf von Maria Kjos Fonn

Maria Kjos Fonn, geboren 1990, lebt als Journalistin in Oslo. 2014 erschien ihr von der Kritik gefeiertes erstes Buch, die Kurzgeschichtensammlung »Dette har jeg aldri fortalt til noen« (Davon habe ich nie jemandem erzählt), mit der sie für den Tarjei Vesaas’ debutantpris nominiert war und für die sie das Aschehoug-Debütantenstipendium gewann. Fonn ist Teil des NORLA-Förderprogramms »New Voices« für junge literarische Talente. Ihr Debütroman »Kinderwhore « wurde hochgelobt und stand 2018 auf der Shortlist für den renommierten Brage Prize, den P2-Listeners’ Prize und den Natt&Dag Literature Prize.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Maria Kjos Fonn

Cover des Buches Kinderwhore (ISBN: 9783959881067)

Kinderwhore

 (3)
Erschienen am 01.09.2019

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Rezension zu "Kinderwhore" von Maria Kjos Fonn

Missbrauch verjährt nicht!
Buecherseele79vor einem Jahr

Charlotte lebt mit ihrer Mutter zusammen, doch eigentlich ist sie die Erwachsene. Sie kümmert sich um den Haushalt, versucht zu kochen, macht die Hausaufgaben, geht zur Schule und tröstet ihre Mutter die neben Party auch den Drogen und Alkohol nicht abgeneigt ist. Doch dann hat die Mutter eine neue Beziehung, mit Jonas, der aber nicht Interesse an der Mutter hat sondern an Charlotte...und diese schreckliche Tat verändert Charlotte ihr ganzes Leben...


Ich habe schon einige Bücher über sexuellen Missbrauch gelesen, aber die Autorin hat hier, in meinen Augen, das realistische Buch über diese Thematik verfasst.


Schonungslos, oft hoffnungslos, mit Wut und Angst im Bauch, hier und da lacht man über den kindlichen Humor und die Ansichten, aber im Ganzen fühlt man zu 100% mit der kleinen und größer werdenden Protagonistin Charlotte mit.


Von daher gleich vorweg eine Warnung – wer zu zart besaitet ist, dem würde ich dieses Buch nicht ans Herz legen. Auf der anderen Seite finde ich sollte man dieses Buch gelesen haben da es eine schwierige Thematik sensibel und schonungslos umsetzt und man sich mit der ganzen Thematik auseinander setzen muss.


Der Schreibstil ist besonders, schonungslos, auf den Punkt gebracht, die Kapitel oft sehr kurz gehalten, es entsteht ein schneller Lesesog dem man sich nicht mehr entziehen kann.


Charlotte ist ein normales Mädchen das schon sehr früh mit den Problemen der Mutter umzugehen lernen muss. Die Mutter bekommt ihr Leben nicht auf die Reihe, liegt die meiste Zeit im Bett, wenn sie nicht zu einer Party unterwegs ist, will endlich einen Mann fürs Leben.


Charlotte sucht die Liebe ihrer Mutter, sie versucht alles damit sie beachtet wird, ist oft aufmüpfig und mobbt gerne ihre Mitschüler, was auch in der Schule nicht unbemerkt bleibt. Und doch ist sie ein schlaues Mädchen was einige Möglichkeiten für die Zukunft hat.


Oft fühlte ich beim lesen einfach nur Wut, weil die Mutter sich keine Hilfe sucht, sich ihrer Tochter nicht annimmt und zu wenig „helle“ Tage hat um sich um Charlotte richtig kümmern zu können. Vieles was Charlotte macht ist auch nachvollziehbar und verständlich.


Dann geschieht der sexuelle Missbrauch durch Jonas und Charlotte versteht die Welt nicht mehr, sie hofft einer bemerkt es, hofft einer in der Schule sieht es ihr an, aber eigentlich will sie nur härter und stärker werden, nicht weinen und irgendwie ihr Leben bestehen. Schnell versinkt sie in Sex, Drogen, Alkohol und Medikamenten, Selbstmordgedanken sind an der Tagesordnung.


Charlotte kommt in die Pubertät und schnell wird klar – ihr Leben ist ein Scherbenhaufen, sie sucht nach sich, nach ihrem Körper, sucht nach etwas was ihr gehört, worüber sie bestimmen darf und doch hat sie keinen klaren Weg vor Augen. Sie ist in Einrichtungen „zuhause“, Psychologen und Psychiater versuchen ihr zu helfen, doch Charlotte will niemanden mehr an sich ran lassen, sich baut eine Mauer die sie nicht durchbrechen kann, es nicht vermag.


Das Schlimmste an der ganzen Geschichte ist diese Gefühl dass Charlotte sich an allem die Schuld gibt.


Wäre sie netter gewesen, hätte sich mehr um die Mutter gekümmert, wäre nicht so eine fiese Mitschülerin gewesen, hätte sich nicht an Jonas herangemacht, dann wäre dies alles nicht passiert.


Während der Täter weiter sein Leben lebt, wie so oft, müssen die Opfer mit der „Schande“ leben, geben sich die Schuld und haben kein eigenes Leben mehr.


Ein Buch was aufwühlt, bewegt, schockiert und doch Hoffnung verbreitet und klar macht – hier müssen noch viel mehr Maßnahmen geschehen um die Opfer zu schützen, sie zu stärken und ihnen ein neuen Lebenspunkt bieten.


Ich kann für dieses wilde, poetische und aufwühlende Buch nur eine klare Leseempfehlung aussprechen!




Ich danke dem CulturBooks Verlagfür das Rezensionsexemplar.

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