Weiberwirtschaft

von Maria Linke 
3,2 Sterne bei9 Bewertungen
Weiberwirtschaft
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Positiv (4):
K

Spannende Erzählung von drei miteinander verwobenen Frauenschicksalen im Köln der Gegenwart und der Nachkriegszeit.

Kritisch (3):
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Mir wurde zu wenig auf die Vergangenheit eingegangen, dadurch war das Heute zu sehr im Mittelpunkt ...

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Inhaltsangabe zu "Weiberwirtschaft"

Köln 1945: Grete Weidenhaupt hat vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg gewartet. Sie muss die Eckkneipe 'Zum goldenen Pfau' alleine weiterführen, um sich und ihre Tochter Lotte durchzubringen. Die wächst zwischen Bierfässern und Schnapsgläsern auf und hat erstaunliches Vergnügen an der Buchhaltung. Doch kann eine 'Weiberwirtschaft' funktionieren?
2015: Hanna Guenther, 42, stößt im Haus ihres Vaters auf einen alten Koffer. Er enthält die Tagebücher ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter Lotte. Doch was hat es mit den Tischwimpeln, Aschenbechern und dem Zimmermannshalstuch auf sich? Hanna taucht ein in die Geschichte des 'Goldenen Pfaus' - und ahnt nicht, wie sich dadurch ihr ganzes Leben verändern wird.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548288024
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:336 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:12.01.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor 6 Monaten
    Ganz nett, mehr aber auch nicht (3,5 Sterne)

    An dem Buch haben mich vor allen Dingen zwei Sachen interessiert, zum einen die Zeit, 50er Jahre und zum anderen die Stadt, Köln. In den Fünfzigern sind meine Eltern, Tanten und Onkels aufgewachsen, Köln, die Stadt in der ich studiert habe, so war meine Neugier geweckt. Das Cover ist meiner Meinung nach gut gewählt, da es die Zeit sehr gut einfängt, der Klappentext ist in der Rückschau eher irreführend. So suggeriert er doch, dass beide Zeitebenen ungefähr gleich viel Raum im Roman einnehmen, doch dies ist leider nicht so und dies ist auch mein großer Kritikpunkt. Mir kamen die 50er einfach zu kurz, die Geschichte der Gegenwart hat für meinen Geschmack einfach zu viel Raum eingenommen. Sicherlich ist es so, dass wir schon einiges erfahren, über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg. Aber dieser Erzählstrang ist längst nicht gleichwertig zu setzen mit dem der Gegenwart. Somit ist dieser Roman eher ein netter Frauenroman, in dem die Protagonistin Tagebucheinträge ihrer Mutter liest, aber sicherlich kein historischer Roman, wo wir Leser in eine vergangene Zeit eintauchen, wirklich sehr schade, da hatte ich mir mehr versprochen.

    Als Frauenroman lässt sich die Story wirklich sehr gut lesen, innerhalb von zwei Tagen, absolut kein Problem eine nette Geschichte über Vergangenheit, Familienprobleme, Pubertät und Patchwork-Familien. Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, die Dialoge überwiegen und tragen somit zu einem sehr flotten Lesetempo bei.

    Mit der Hauptfigur Hanna konnte ich mich leider nicht so richtig identifizieren, Grete und auch Lotte waren mir da mit ihrer resoluteren Art doch etwas näher. Die Männer bleiben in dem Roman relativ blass, einzig Erwin, der jetzige Wirt des Pfaus, bekommt von der Autorin mehr Aufmerksamkeit geschenkt.

    Der Teil der Gegenwart wird stringent chronologisch erzählt, der der Vergangenheit leider nicht, hier sind immer wieder Sprünge und man muss im Kopf die Reihenfolge sortieren, was sehr schade ist. Auch die Verzahnung der beiden Ebenen hätte besser sein können, die Tagebucheinträge sind das eine, zum Ende der Geschichte tritt noch ein Zeitzeuge auf, der Hannah die Geschichte ihrer Mutter aus seiner Perspektive erzählt.

    Die Zielgruppe dieses Romans sind definitiv Frauen, aber sicherlich nicht Männer oder geschichtsinteressierte Leser, denn diese würden so wie ich enttäuscht werden. Ich habe den Roman als Frauenroman eingestuft und bewertet, hätte ich ihn als historischen Roman oder Zeitzeugnis bewertet, wäre die Bewertung leider noch schlechter ausgefallen. So kann ich aber für einen unterhaltsamen Frauenroman, eine Leseempfehlung aussprechen. Leichte Urlaubs- bzw. Freizeitlektüre, mehr aber auch nicht.

    Ich bedanke mich beim Ullstein Verlag und NetGalley Deutschland für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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    MissNorges avatar
    MissNorgevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Mir wurde zu wenig auf die Vergangenheit eingegangen, dadurch war das Heute zu sehr im Mittelpunkt ...
    Zu wenig Vergangenheit

    Kurz zur Geschichte
    (lt.Amazon)
    Köln 1945: Grete Weidenhaupt hat vergeblich auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Krieg gewartet. Sie muss die Eckkneipe »Zum goldenen Pfau« alleine weiterführen, um sich und ihre Tochter Lotte durchzubringen. Die wächst zwischen Bierfässern und Schnapsgläsern auf und hat erstaunliches Vergnügen an der Buchhaltung. Doch kann eine »Weiberwirtschaft« funktionieren? 2015: Hanna Guenther, 42, stößt im Haus ihres Vaters auf einen alten Koffer. Er enthält die Tagebücher ihrer viel zu früh verstorbenen Mutter Lotte. Doch was hat es mit den Tischwimpeln, Aschenbechern und dem Zimmermannshalstuch auf sich? Hanna taucht ein in die Geschichte des »Goldenen Pfaus« - und ahnt nicht, wie sich dadurch ihr ganzes Leben verändern wird.

    Meine Meinung
    Nach gut 150 Seiten musste ich diesen Roman abbrechen, denn ich hatte keinen Trieb mehr mich durch die restlichen Seiten zu quälen. Leider kommt mir die rückblickende Geschichte, durch die Tagebucheinträge von Lotte, der Mutter Hannah's viel zu kurz. Lotte starb so früh, das Hannah sich kaum an sie erinnern kann. Leider drängt sich der Alltag der geschiedenen und dreifachen Mutter Hannah mir zu sehr in den Vordergrund. Ich hatte mir eher einen Plot um ein Familiengeheimnis vorgestellt, oder zumindest um mehr Einblicke in das damalige Leben von Lotte und deren Mutter, die die Verantwortung für die Kneipe "Zum Pfau" allein tragen muss. Man sollte dieses Buch wohl eher als einfachen, normalen Roman sehen und nicht ein dunkles Geheimnis erwarten.

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    K
    Kellerkatzevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Erzählung von drei miteinander verwobenen Frauenschicksalen im Köln der Gegenwart und der Nachkriegszeit.
    Selbstbewusste Frauen - damals und heute

    Die Geschichte:

    Hannah Guenther, Anfang Vierzig, seit kurzem geschieden und alleinerziehend, lebt mit ihren drei halbwüchsigen Töchtern in Köln. Ihr neuer Job und die anspruchsvollen Wünsche ihrer Mädchen stellen sie vor immer neuen Herausforderungen.

    Als sie nach dem Tod ihres Vaters gemeinsam mit ihrer Schwester Monika dessen Wohnung räumt, stößt sie auf einen vergessenen Koffer, gefüllt mit alten Fotos, Erinnerungsstücken und Tagebüchern aus der Jugendzeit ihrer Mutter Lotte.

    Hannah, die sich an ihre Mutter, die sehr früh verstorben ist, kaum erinnern kann, taucht nach und nach in deren Lebensgeschichte ein. Lotte erzählt von ihrer Jugend in Köln um 1945, wo sie als Tochter der ebenfalls alleinerziehenden Wirtin Grete Weinhaupt aufwächst. Grete führt, nachdem ihr Mann aus dem Krieg nicht zurückgekehrt ist, die Kölner Kneipe „Zum Goldenen Pfau“ weiter, um sich und ihre Tochter durchzubringen. Lotte erzählt, wie sie quasi mit der Gaststätte und deren Gästen aufwächst und von ihrer Mutter immer mehr in den Betrieb mit eingebunden wird.

    Neugierig geworden beginnt Hannah Nachforschungen anzustellen und stößt dabei auf das noch immer in Betrieb befindliche Gasthaus. Dort lernt sie dessen sympathischen Wirt Erwin und einen ganz besonderen, alten Stammgast kennen, der ihr hilft die vielen Fragen und Lücken, die die Tagebücher aufwerfen, nach und nach aufzuklären. 

     

    Meine Meinung:

    Bei Maria Linkes Roman hat zunächst das wirklich gelungene Cover meine Neugierde geweckt und beim Lesen auch die Geschichte sofort in ihren Bann gezogen. Die geschickt und spannend miteinander verwobenen Schicksale der drei Frauen habe ich fasziniert und – dank des flüssigen, angenehmen Schreibstils der Autorin - sehr schnell gelesen.

    Hannahs Probleme und Gewissenskonflikte als alleinerziehende Mutter und auch die Schwierigkeiten, die eine neue Beziehung mit sich bringen sind für mich durchaus nachvollziehbar und sehr realistisch beschrieben. Besonders gut gelungen finde ich den Charakter des Wirtes Erwin, den ich mir mit seiner ruhigen, geduldigen Art bildlich sehr gut vorstellen kann. Auch Hannahs Freundin Ute, die ihr immer unterstützend zur Seite steht, gefällt mir sehr, und es ist einfach schön, wie die Frauen zusammenhalten und sich gegenseitig helfen.

    Maria Linke hat in ihrem Roman autobiographische Erzählungen aus ihrer eigenen Familiengeschichte, in der ebenfalls eine Gaststätte eine wichtige Rolle spielt, verarbeitet, was die Geschichte authentischer und realistischer erscheinen lässt.

    Als das Buch zu Ende war, war ich etwas enttäuscht – ich hätte gerne noch länger darin gelesen und mehr erfahren - besonders auch aus dem Leben von Lottes Mutter in der Nachkriegszeit und wie es mit Hannah und Erwin weitergeht... Aber vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung – ich würde mich freuen!

     

     


    Gebundene Ausgabe:  336 Seiten

    Verlag: Ullstein

     Erscheinungsdatum: 12. Januar 2018

    Sprache: Deutsch

    ISBN: 9783548288024

    Preis: 10,00 € (Taschenbuch)

                8,99 € (Kindle Edition)




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    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Das Geheimnis ist recht unspektakulär, Tolles Nachwort das das Buch in ein anderes Licht stellt. Klappentext hat zu viel versprochen.
    Passender Buchtitel, Geschichte eher mittelmässig, "Geheimnis" unspektakulär, tolles Nachwort.

    Hier wurde mit Weiberwirtschaft ein sehr passender Buchtitel gefunden.
    Es fing sofort vielversprechend an aber der Bogen konnte über die ganze Zeit nicht gehalten werden, da war meine Erwartungshaltung wahrscheinlich zu hoch!
    Anhand des Klappentextes habe ich es mir noch ein bisschen aufregender vorgestellt.
    Der Plot war irgendwie trotzdem interessant,deshalb hab ich es schnell durchgelesen.
    Mich erwartete eine Familiengeschichte von der Protagonistin Hannah und dem Leben mit ihren 3 Kindern.
    Sie erforscht nach dem Tod ihres Vaters ihre Vergangenheit und deckt ein für sie wichtiges Geheimnis auf.
    Das nimmt auf ihr derzeitiges Leben einen nachhaltigen Einfluß, auch gibt es eine sanfte Liebesgeschichte die nicht zu stark in den Vordergrund drängt.
    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und gut verständlich.
    Im Nachwort schreibt die Autorin wovon sie inspiriert wurde das war sehr informativ und nachvollziehbar und hat mir das Buch nochmal in einer anderen Weise nahegebracht.
    Insgesamt 3 Sternewürdig im positiven Sinne!

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    zauberblumes avatar
    zauberblumevor 8 Monaten
    Nette Unterhaltungslektüre

    "Weiberwirtschaft" ist für mich der erste Roman, den ich aus der Feder von Maria Linke gelesen habe. Die Geschichte der Autorin hat einen authentischen Hintergrund, da ihre Mutter Anfang der 50er Jahre in Köln eine alteingesessene Gaststätte geführt hat. Aber nun zur Geschichte, in der unsere Protagonistin Hanna die Hauptrolle spielt.

    Wir werden entführt nach Köln im Jahr 1945. Hier führt Hannas Großmutter Grete Weidenhaupt die Eckkneipe "Zum goldenen Pfau" nach dem Krieg ohnen ihren Mann weiter. Sie muss ihre Tochter Lotte allein durchbringen. Und Lotte wächst praktisch in der Gaststätte auf. Sie hilft ihrer Mutter und macht auch die Buchführung. Kann so eine Weiberwirtschaft funktionieren? Aber Grete weiß sich zu helfen.
    Im Jahr 2015 findet Hanna Guenther im Nachlass ihres Vaters einen alten Koffer. Er enthält Tagebücher ihrer verstorbenen Mutter Lotte. Außerdem befinden sich in dem Koffer noch Tischwimpel, Aschenbecher, die auf die Gaststätte hindeuten. Hanna taucht in die Geschichte des "Goldenen Pfaus" ein - und macht eine spannende Reise in die Vergangenheit, die dann Einfluss auf ihr weiteres Leben nimmt .....

    Die Geschichte hat mich von Anfang an begeistert. Der Schreibstil der Autorin, die ja durch ihre Familie viel Hintergrundwissen hat, gefällt mir sehr gut und lässt mich sofort in die Geschichte eintauchen. Ich lerne unsere Protagonistin Hanna kennen, die mitten im Leben steht. Sie ist geschieden und führt ab und an einen Kampf mit ihren pubertierenden Töchtern aus. Nebenher ist sie noch berufstätig. Und dann findet sie diesen alten Koffer und die Tagebücher ihrer Mutter und eine spannende Reise in die Vergangenheit beginnt. Und dann packt Hanna die Neugierde und sie will mehr wissen. Ich besuche mit ihr in Köln den "Goldenen Pfau". Bei Erwin habe ich mich gleich wohlgefühlt und Hanna ist es ähnlich ergangen. Es wurde alles so wunderbar beschrieben, so daß ich ein tolles Bild vor meinem inneren Auge habe. Ich kann mir vorstellen, wie überrascht Hanna war, als sie einige Dinge aus dem Leben ihrer Großmutter und Mutter erfahren hat. Und dann wurde es auch noch ganz schön spannend. Aber warum wird nicht verraten....

    Eine absolutes Gute-Laune-Wohlfühlbuch, das mir unterhaltsame und vergnügliche Lesestunden beschert hat. Das Cover gefällt mir auch sehr gut. Passt zur Geschichte. Gerne vergebe ich 5 Sterne und freue mich schon auf das nächste Buch der Autorin.

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    Curinvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein unterhaltsamer Roman mit leider zu wenig Tiefgang
    Unterhaltsamer Roman mit kleinen Schwächen

    Hanna Guenther hat schon früh ihre Mutter bei einem Unfall verloren und dementsprechend kaum Erinnerungen an sie. Nun hat sie selbst drei Töchter, die sie alleine großzieht. Als sie zufällig beim entrümpeln ihres Elternhauses auf einen alten Koffer stößt, findet sie alte Tagebucheinträge, die von einer Kneipe namens ,,Zum goldenen Pfau" berichten, die ihre Mutter und Großmutter eine zeitlang geführt haben... .
    Maria Linke hat hier einen unterhaltsamen Roman geschrieben, der verschiedene Einblicke in das Leben einer alleinerziehenden Frau mittleren Alters, aber auch in die Nachkriegszeit gibt. 
    Zeitlich spielt die Handlung in der Gegenwart, aber durch die Tagebucheinträge reist man als Leserin auch immer wieder in die Vergangenheit.
    Im Mittelpunkt steht Hanna Guenther, eine Frau mittleren Alters, die auf mich anfangs etwas farblos und zum Teil auch langweilig wirkte. Beim lesen habe ich mich immer wieder gewundert, warum sie ihren Vater nie gedrängt hat, ihr mehr über ihre Mutter zu erzählen. Gerade weil immer wieder betont wird, wie sehr sie unter der Unwissenheit leidet, hätte ich schon erwartet, dass sie als Erwachsene hartnäckiger durchgreift und Antworten verlangt.
    Im Laufe des Romans merkt man aber deutlich, dass Hanna stärker und auch mutiger wird, was natürlich auch mit dem Aufsuchen der noch immer existenten Kneipe in Köln zusammenhängt. Auch hat mir gefallen, wie viele alltägliche Probleme, die Alleinerziehende haben, herausgestellt werden.
    Meine Lieblingsfigur im Buch ist allerdings Hannas beste Freundin Ute, die immer ein offenes Ohr für diese hat und vor allen Dingen auch sehr gute und besonnene Ratschläge gibt. Sie wirkte auf mich manchmal schon fast zu perfekt, aber dennoch unglaublich nett und sympatisch.
    Maria Linke schreibt einfach und gut lesbar. Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, ist die Darstellung der Vergangenheit 1945, die sich alleine auf die Tagebucheinträge beschränkt. Ich hätte mir zusätzlich gewünscht, dass man in einigen Kapiteln doch auch aus der Ich-Perspektive von Hannas Mutter etwas über deren Leben erfahren hätte. 
    Insgesamt ist ,,Weiberwirtschaft" ein unterhaltsamer und solider Roman, der mir zu wenig Tiefgang hatte. Dennoch empfehle ich das Buch hier gerne weiter.

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    S
    Streifivor 9 Monaten
    Nett für zwischendurch

    Wer bei Weiberwirtschaft ein Buch erwartet das zum größten Teil in den fünfziger Jahren spielt wird enttäuscht werden. Der Klappentext führt hier ein wenig in die Irre. Im Großen und Ganzen dreht sich das Buch um Hanna, alleinerziehende Mutter von drei Mädchen, die nach dem Tode ihre Vaters beim Haus ausräumen einen Koffer mit Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter findet. Da ihre Mutter gestorben ist, als sie drei Jahre alt war, weiß Hanna so gut wie nichts über sie, vor allem, da in der Familie auch nie über die Mutter gesprochen wurde.

    Über die Tagebuchaufzeichnungen und die Fotos findet Hanna die alte Kneipe wieder, die ihre Großmutter und Mutter in den Fünfzigern geführt haben. Mit dem neuen Wirt Erwin freundet sie sich rasch an und es gelingt ihr auch noch einen alten Freund ihrer Mutter wiederzufinden.


    Mir hat das Buch gut gefallen, Hanna war mir sympathisch und die Probleme, die sie mit ihren drei pubertierenden Töchtern hat, sind gut nachvollziehbar. Auch die Probleme, die sich durch die Trennung vom Mann und später die einer werdenden Patchwork Familie ergeben waren gut dargestellt.

    Einzig das Ende war mir zu wenig ausformuliert. Hier blieben dann doch einige Fragen offen, wie das denn alles so funktionieren soll.


    Alles in allem ist es aber ein gut geschriebenes Buch, das sich wirklich flüssig lesen lies. Weglegen ist mir schwergefallen, ich wollte doch wissen, was kurz vor Hannas Geburt passiert war und wie es mit Hanna und Erwin weitergeht. Die Beschreibungen der Kneipe und des Kölner Viertels ließen das Kopfkino anspringen.


    Von mir durchaus eine Leseempfehlung!

    Herzlichen Dank an NetGalley und den Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars!

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 9 Monaten
    Nicht so gelungen

    Hanna und ihre Schwester Margarete räumen nach dem Tod des Vaters ihr Elternhaus aus, bevor sie es verkaufen wollen. Bei einem abschließenden Rundgang findet Hanna auf dem Dachboden einen kleinen sehr alten Koffer voller Fotos, alter Kleider und Tagebüchern, die ihrer verstorbenen Mutter Lotte gehört haben. Hanna hat keinerlei Erinnerungen mehr an ihre Mutter, die schon sehr früh starb, als Hanna noch sehr klein war. Ihr Vater hat so gut wie nie über sie gesprochen. Umso kostbarer ist nun dieser Fund, der sich für Hanna als wahrer Schatz erweist. Durch die Tagebücher lernt sie ihre Mutter kennen, die in den 50er Jahren als Teenager schon in der Kneipe deren Mutter aushelfen musste und erfährt s auch von der Begegnung ihrer Eltern. Hannas Leben wird durch den alten Fund regelrecht auf den Kopf gestellt…

    Maria Linke hat mit ihrem Buch „Weiberwirtschaft“ einen Roman vorgelegt, dessen Handlung durch verschiedene Perspektiven erzählt wird. Zum einen erfährt der Leser über Hannas Leben in der Gegenwart, eine weitere berichtet von Lottes Jugend- und Erwachsenenleben in den 50er Jahren, die durch Tagebucheinträge dargestellt sind. Ebenfalls kommt Hans Tonn zu Wort, ein alter Freund Lottes, der insgeheim sehr verliebt in sie war, doch die ihn nie erhörte. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen, jedoch sind die Übergänge der einzelnen Perspektiven leider nicht fließend, so dass der Lesefluss immer wieder jäh gestoppt wird. Der Spannungsbogen wird sehr langsam aufgebaut, steigert sich während der Handlung allerdings auch nicht nennenswert weiter. Die Lebensumstände der 50er Jahre wurden von der Autorin allerdings so lebendig geschildert, dass der Leser das Gefühl bekommt, selbst dabei gewesen zu sein.

    Die Charaktere wurden differenziert ausgearbeitet und gemäß ihren Eigenheiten in Szene gesetzt. Während Lotte so lebensecht und authentisch beschrieben wird, dass der Leser sich gut mit ihr identifizieren kann, wirkt Hanna eher eindimensional und irgendwie unnahbar. Lotte musste schon früh im mütterlichen Betrieb mithelfen, um das Auskommen zu sichern. Sie kennt Entbehrungen, hat eigene Träume und Wünsche. Sie ist eine sympathische Person, die dem Leser schnell ans Herz wächst. Hanna ist geschieden und alleinerziehend. Der Altersunterschied zu ihrer älteren Schwester ist mit 9 Jahren beträchtlich und obwohl die beiden aneinander hängen, wirkt Hanna oftmals einsam und allein. Sie hat ihre Mutter nie gekannt und sich doch innerlich immer danach gesehnt. Leider lässt Hanna das gewisse Maß an Wärme vermissen, dass man als Leser mit ihr mitfühlen könnte, was sehr schade ist. So wirkt die Geschichte nur noch halb so interessant und kann nicht so richtig fesseln.

    „Weiberwirtschaft“ ist ein ganz unterhaltsames Buch mit historischen Einschüben. Leider wird die Geschichte nur oberflächlich abgehandelt, und auch Hanna kann als Protagonistin nicht sehr überzeugen. Deshalb gibt es hier eine eingeschränkte Leseempfehlung, denn die Geschichte bleibt einem nicht lange im Gedächtnis.

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    katikatharinenhofs avatar
    katikatharinenhofvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Bleibt leider hinter meinen Erwartungen zurück
    Bleibt leider hinter meinen Erwartungen zurück


    Hanna sichtet den Nachlass ihres Vaters und stößt dabei auf einen alten Koffer, der ihrer viel zu früh verstorben Mutter gehört hat. In diesem Koffer befinden sich Erinnerungsstücke aus einer Zeit, da die Mutter als Teenie in den 1950ern in der Gaststätte der Mutter mithelfen musste und ihren späteren Mann kennenlernte. Auf den Spuren der Vergangenheit sucht Hanna auch nach ihren Wurzeln und ahnt nicht, dass sich so ihr ganzes Leben verändern wird.


    "Weiberwirtschaft" hat mich vom Klappentext fasziniert und ich dachte, ich schwelge als Leser in Erinnerungen der wilden 50er. Doch leider war das nur teilweise so und  ich musste meine Erwartungen ganz schön zurückschrauben.
    Während die Erzählungen von Lotte tatsächlich Fiftieesfeeling pur sind und auch den Alltag in der Gaststätte schildern, verliert sich die Erzählung von Hanna in einem eher nervigen Unterton. Hanna erscheint mir kopf-, plan- und manchmal sogar herzlos, wenn sie aus ihrem Leben und den aktuellen Ereignissen berichtet. Ihr Ton geht mir an die Nerven und zerrt gewaltig an ihnen. Aber sie hat auch ihre guten Seiten und das macht es mir so schwer, sie gänzlich unsympathisch zu finden.
    Ganz anders ergeht es mir mit den Schilderung von Hans, der über Lotte erzählt. Die Erlebnisse und Erinnerungen besitzen Seele und bringen mir Hannas Mutter so nah, als würde ich sie selbst kennen. 
    Auch laufen die Erzählstränge nicht wirklich schjön ineinander, sondern hören immer irgendwie abrupt auf und das stört mich sehr.
    Die Geschichte an und für sich hat Herz und Seele und verzaubert , da man viel aus dem Alltag der Gaststätte in den 1950ern erfährt, die Erlebnisse der jungen Lotte sind toll geschildert und wirken authentisch.
    Leider nimmt dann aber immer der Zauber ein jähes Ende, sobald Hanna auftaucht und ihr Leben Spielraum bekommt. Schade, ich hatte mit etwas mehr Nostalgie und weniger nervtötende Protagonistin erhofft.


    Herzlichen Dank an den Verlag, der mir über NetGalley dieses Rezi-Exemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt hat

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