Maria R. Heinitz

 4.3 Sterne bei 17 Bewertungen

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Als der Sommer eine Farbe verlor

Als der Sommer eine Farbe verlor

 (73)
Erschienen am 13.04.2015

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Rezension zu "Als der Sommer eine Farbe verlor" von Maria R. Heinitz

Als der Sommer eine Farbe verlor
eleisouvor 2 Jahren

Die junge Benedicte, ein heranwachsendes Mädchen, gibt uns einen Einblick in ihr Gefühlsleben, nachdem sie ihre depressive Mutter Aimee bei einem Selbstmordversuch in einer großen Blutlache in ihrem Atelier gefunden hat. Schlagartig ändert sich ab diesem Tag alles in Benedicts Leben. Aimee wird daraufhin in ein Sanatorium/Nervenklinik eingewiesen, und der Rest der Familie - Benedicte, ihr Vater und ihr Bruder Marcel - ziehen nach Sprede, um vom dem tragischen Ereignis Abstand zu nehmen und ohne an das traurige Schicksal der Mutter erinnert zu werden. Benedicte kann dieses schweres Trauma nur schwer verarbeiten und ihre Jugend geniessen. Sie leidet unter Alpträumen und muß psychologische Behandlung bekommen. Zur Unterstützung reist zudem Großmutter Monique an. Ausserdem besteht eine sehr enge Bindung der Geschwister miteinander und Benedicte übernimmt die Beschützerrolle in dieser Beziehung, wobei sie beide gegenseitig Halt geben. So vergehen die Jahre und einige neue Nebenrollen anderer Charaktere, Freunde und Bekannte, treten in dem Buch neu auf. 

Meine Meinung: obwohl ich das Thema an sich sehr interessant fand und es auch gefühlvoll und intensiv rüberkam, fand ich das Buch einfach zu lang. Da sich vieles wiederholte und die Gefühlsmomente oft wiederbeschrieben wurden, hat es mich an manchen Stellen gestört und ich muss schon sagen, dass ich hin und wieder ein paar Seiten ausgelassen habe. Ich denke falls das Buch ein paar hundert Seiten weniger hätte, wäre vielleicht das Ergebnis intakter. 
Drei Sterne würde ich jedoch trotzdem geben, für die Idee, den Anfang und das Cover.

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Lesestunde_mit_Maries avatar

Rezension zu "Als der Sommer eine Farbe verlor" von Maria R. Heinitz

Tragisch, melancholisch und doch lebensbejahend
Lesestunde_mit_Marievor 3 Jahren

Dieser wundervolle, tiefgründige Roman der Autorin Regina Maria Heinitz hat mein Herz angerührt. Ich denke, dass er auch eine gute Filmgrundlage bieten könnte!

Der Leser darf an einem sehr einschneidenden Ausschnitt aus der Kindheit des Mädchens Bénédicte und der Familie Baron teilnehmen. Es beginnt im Sommer 1976. Bénédicte ist mit ihren 12 Jahren ein angehender Teenager und lebt gemeinsam mit ihrer französischen Mutter Aimée, einer Künstlerin, ihrem Vater Emil, einem Psychiater und ihrem kleinen, aufgeweckten Bruder Marcel in Hamburg. Auch ihre Großmutter Mamique ist eine wichtige Bezugsperson für sie. Bisher wuchs Bénédicte in einem zwar etwas außergewöhnlich „bohèmen“ Umfeld auf, jedoch fühlte sie sich recht sicher und geborgen. Zwar neigte ihre Mutter schon immer zu Depressionen und hatte häufig Migräne, doch im Zweifel war da ja noch Mamique. Doch von einem Moment auf den nächsten gerät ihre schöne Kindheit aus den Fugen, denn sie findet ihre geliebte Aimée in einer Blutlache, weil diese versuchte sich das Leben zu nehmen. Traumatisiert existiert für das Mädchen die Farbe Rot nicht mehr. Sie verdrängt und sehnt sich doch so sehr nach ihrer geliebten Aimée.

„Ich wusste, wenn ich beginnen würde, Mitleid mit ihm zu haben, würde es nicht lange dauern, bis ich mir selbst leidtat, und ich würde nicht mehr aufhören können zu heulen.“

Von jetzt auf gleich wird Bénédicte aus ihrem Umfeld gerissen, denn Ihr Vater zieht mit den Kindern nach Sprede und übernimmt die Leitung einer Psychiatrischen Klinik. Die Kinder werden in relativer Unkenntnis über den Verbleib der Mutter gelassen. Es heißt, sie sei in einem Sanatorium. Zudem kämpft Bénédicte mit ihrer Legasthenie und muss sich nun im neuen Schulumfeld mit dieser Teilleistungsschwäche behaupten.

„Die Buchstaben bewegten sich wie von unsichtbaren Magneten gezogen. Sie tanzten, drehten sich, liefen quer durcheinander, meinen Blicken davon und waren nicht zu bändigen.“

Marcel wird zu Bénédictes wichtigster Bezugsperson, da der Vater sich in seiner Arbeit zu vergraben scheint. Auch die fleißige und gewissenhafte Hausangestellte Gertrud kann ihr Mutter und Großmutter nicht annähernd ersetzen. Als Marcel dann Freunde findet, muss sich Bénédicte anders orientieren.

Wir lernen weitere Bezugspersonen wie den zwergwüchsigen Philo, die Psychiaterin Frau Fritzi, Anna, ihre Schwester Rita und ihre Tochter Susi sowie Frau Voroneckova und ihren Neffen Misha kennen, die Bénédicte mehr oder weniger Halt und Orientierung geben.

„Wir sagten nicht viel, meist etwas völlig Unwichtiges, doch zwischen den Worten war eine Ahnung.“

Es gibt aber auch die Antagonisten wie Merle und ihren Bruder Volker, die Bénédicte und ihrem Bruder übel mitspielen.

„Das traurige Bild, das ich zusammen mit den Erwachsenen an jenem Morgen gesehen hatte, war so voller Zauber gewesen, voller Magie und Schönheit, dass wir uns nicht hinfühlen konnten zu dem Jungen, der da in schmerzvoller Haltung vor dem Gewächshaus kniete.“

Besonders gefallen hat mir das französische und künstlerische Flair, das diese Familie und die eingestreuten französischen Sätze vermitteln, obwohl die Geschichte mitten im flachsten Deutschland spielt.

“ `Bei uns ist es ein bisschen bohème.´ .... Ich merkte, dass sich die Leute als erstes immer bei uns umsahen. Wir sollten es natürlich nicht mitbekommen, aber sie drehten die Köpfe, sahen in alle Winkel, und ihre Augen schätzten ab, was Kunst war, was Design und was Unordnung.“

Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich und fantasievoll. Sie wartet am Schluss sogar mit einem überaus überraschenden Ende auf, bei der die Kraft der Fantasie eine große Rolle spielt. Eine wahre Ode an das Leben, an Kindheit und Jugend sowie an Kunst und Theater.

„Es war ein bisschen wie in meiner Fantasie, so ganz genau konnte ich die Dinge manchmal nicht auseinander halten, …“

Fazit:
Dieser Roman hat mich verzaubert und fasziniert. Trotz seines teilweise tragischen und melancholischen Inhalts vermittelt er Lebensfreude und wärmte mir das Herz. Ich hätte gern noch weitergelesen. Das war ein wahres Lese-Highlight!

Kommentare: 8
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H

Rezension zu "Als der Sommer eine Farbe verlor" von Maria R. Heinitz

Verlorene Farbe
HK1951vor 3 Jahren

Ein Buch, das beginnt wie eine laue Sommernacht: spielende, glückliche Kinder, die noch nichts von der Grausamkeit der Welt wissen. Sie können sich noch so geben, wie sie sind: rein und unschuldig.

Bis ein Ereignis sie aus der Bann wirft: ihre Mutter Aimee versucht sich umzubringen, kommt in ein Sanatorium und der Vater zieht mit Benedicte und Bruder Marcel fort. Die Kinder flüchten sich in eine Phantasiewelt.

Doch dann trifft die Tochter eines Tages wieder auf die Mutter und beginnt zu verstehen...

Beide „Erzählstränge“, wenn man das mal so sagen darf, da sie ja nicht parallel, sondern nacheinander verlaufen (mir fällt jetzt leider auch kein anderes Wort ein, denn zwei Geschichten sind es ja auch nicht, sondern nur eine zusammenhängende...), sind geprägt von Farben: einmal hübsch bunt und dann trostlos-düster. Beide Stimmungen fängt die Autorin so gekonnt ein, dass sie beim Leser 1:1 ankommen, jedenfalls ging mir das so und das hielt das gesamte Buch über auch an.

Eine Geschichte über das Erwachsenwerden, aber ohne erhobenen Zeigefinger, sondern in einem wundervoll erzählten Stil, der gleichermaßen schön wie auch traurig ist. Man möchte lachen, weinen, dieses Buch löst einfach soviele verschiedene Gefühle bei einem aus, das man gar nicht weiß, in welches Genre man es nun genau einordnen soll und das ist auch gut so.

SO müssen richtig gute Bücher sein !

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Gespräche aus der Community

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MariaReginaHeinitzs avatar
Im Rahmen der Aktion 'Autoren schenken Lesefreude' - für alle, die im vergangenen Jahr leer ausgegangen sind: Der Berlin Verlag hat mir 10 Exemplare der gerade erschienenen Taschenbuchausgabe zur Verfügung gestellt! 


'Als der Sommer eine Farbe verlor' ist die Geschichte von zwei jungen Menschen, die lernen, ihr eigenes Glück zu finden. Eine Familiengeschichte, Ende der 70er Jahre, über Liebe und Verantwortung, Verlust und Annäherung und darüber, was es heißt, erwachsen zu werden, ohne den Zauber der Kindheit zu verlieren. 

Ein signiertes Exemplar versende ich jeweils gerne an die Verfasser der 10 schönsten Antworten auf die Frage: Welches ist für Dich das kostbarste Wort der Welt - und warum. Ich freue mich auf Eure Antworten!


Herzlich, Eure Maria R. Heinitz

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