Maria Stern

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Autor von Wassermann und Acetat.

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Neu erschienen am 01.09.2018 als Buch bei Verlag Wortreich.

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Maria SternAcetat
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Erschienen am 05.09.2016
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Erschienen am 01.09.2018

Neue Rezensionen zu Maria Stern

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Wassermann" von Maria Stern

Clara Coban in den Fängen der Politik
aus-erlesenvor 2 Monaten

Wien als Zentrum eines weltweiten Skandals, der – wenn er nicht aufgedeckt wird – die Weltordnung aus den Angeln hebt. Und alles beginnt mit einer Putzfrau. Anna Romanova arbeitete seit Jahren schon im österreichischen Parlament. Man nimmt sie wohlwollend wahr, schätzt sie. Aber man kennt sie nicht. Das wird klar als sie auf den Stufen in ihrem eigenen Blut gefunden wird. Tot. Doch warum ist sie vom Dach gesprungen? Sie hatte nur noch eine kurze Zeit bis zu ihrer Pensionierung. Oder wurde sie gestoßen?
Clara Coban und Aca Petrovic stoßen schnell auf Ungereimtheiten – der Fall ist klar: Anna Romanova, die ukrainische Putzkraft, die jeder mochte, wurde in den Tod gestoßen! Doch wer sollte ihr so etwas antun? Und warum? Vielleicht hatte sie etwas gesehen, was sie lieber nicht hätte sehen sollen… Fast gleichzeitig gerät Sahra Schneider ins Visier der Ermittlungen. Nicht als Verdächtige, sondern als potentielles Opfer einer weiteren Straftat. Die Abgeordnete, verheiratet mit einem Kurden, steckt immerzu ihre Nase in Dinge, die sie nichts angehen. Das meinen ihre politischen Gegner, das meint auch zunehmend ihre eigene Partei. So ziemlich jedes politisch heiße Eisen hat sie schon angefasst. Schwulenrechte, Naturschutz, Abtreibung, Einwanderung – die Liste ist lang. Und Sahra Schneider stand immer auf der Seite derer, deren Situation verbessert werden sollte. 
Parallel dazu spinnt Autorin Maria Stern ein dichtes, anfangs undurchsichtiges Geflecht aus wirtschaftlichen und politischen Interessen. Es stellt sich nach und nach heraus, dass die Partei Plan A nur ein Vehikel ist, den Wasserversorgungssektor zu privatisieren. Als Rauchbombe für den Leser, die Ermittler und die Öffentlichkeit im Roman fungieren die leider real existierenden Grauen Wölfe. Eine paramilitärische, fanatische Organisation in der Türkei, die regierungsfeindlichen Personen, Organisationen und Strömungen auch mit Waffengewalt die Grenzen aufzeigt. 
Sahras Mann ist Kurde. Geflohen vor Verfolgung. Ein willkommenes Indiz dafür, dass Sahra Schneider nicht ins zeitgemäße Bild von Fremdenhass und Fremdenangst passen kann. Dass ihr konservativer Gegenspieler Mike Grossmann ihr dann auch noch körperlich auf die Pelle rückt, bestärkt die eloquente Frau nur in ihrem Tun. Ihre scharfe Zunge ist gefürchtet. Doch leider ist ihr Verkaufstalent verkümmert, was die Gegenspieler als wohlwollend hinnehmen. Dennoch bleibt sie Ziel von Angriffen. Nicht nur verbal…
Clara Coban hat alle Hände voll zu tun. Ihr serbischstämmiger Partner Aca Petrovic hat seinen Wortschatz und seine oberflächlichen Ansichten nur selten unter Kontrolle. Ihrem Mann David kann sie nicht von ihrem neuen Fall berichten. Er ist Journalist, ging schon mal fast schief. Erst als klar wird, dass Sahra und Mike jeder auf seine eigene Art und ohne Wissen des Anderen am gleichen Strang ziehen, kommt ein gewaltiger Ball ins Rollen.
Maria Stern ist selbst politisch aktiv. Als Parteichefin der Liste Pilz hat sie Einblicke in den politischen Alltag aus der ersten Reihe. Sie im zweiten Fall von Clara Coban aufgezeigten Mechanismen lassen den Leser nachdenken. Passiert das auch bei mir im Land? Da entwickelt sich eine neue Partei. Es wird krakelt, geschrien, gestritten und Konzepte verheimlicht. Parteiaustritte nach Einzug ins Parlament sind die Folge. Nun sitzen parteilose Politiker in Gremien, die das Land eigentlich leiten sollten. Wer nicht fragt, bleibt dumm, wurde schon in der Sesamstraße gesagt…

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SharonBakers avatar

Rezension zu "Acetat" von Maria Stern

Realistisch, erschreckend & spannend
SharonBakervor 2 Jahren

Mordkommissarin Clara Coban wird spät am Abend zu einem Tatort gerufen. Eine Frau wurde in ihrer Küche niedergestochen und zwei kleine Kinder sitzen verängstigt in ihren Betten, Clara ist wütend. Immer mehr nehmen die Morde durch häusliche Gewalt zu und werden von den Medien gleich gültig abgetan. Für Clara steht fest, die Aufmerksamkeit muss wieder zielgerichteter sein und legt sich mit den Medien an und ihren Chef. Durch ihren Kampf macht sie sich also nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde und schwört sogar einen riesigen Streit mit ihrem Mann David hervor, der Journalist ist. Überall sieht, Clara nur noch bedrohte und verängstige Frauen, und als auch noch ihre Nachbarin nach einem Streit verschwindet, ermittelt sie auf eigene Faust, egal welche Konsequenzen sich daraus für sie ergeben. Übertreibt Clara da nicht etwa? Was wird sie bezüglich ihrer Nachbarin herausbekommen? Und kann sie diesen Kampf überhaupt gewinnen?
Mich lockte so einiges an diesem Krimi, zu erst natürlich Wien, dann eine junge Kommissarin, da es ja doch meistens ermittelnde Männer sind und ein Thema, was man ständig in den Nachrichten hört, aber oft einfach gedanklich weg blendet. So war ich doch recht gespannt, wie die Autorin mich als Leser packen wird und für welche Schwerpunkte sie sich entscheidet und da erwischt sie einem schon recht kalt, aber mehr gibt es jetzt.

Clara Coban ist eine noch recht junge Kommissarin, mit ihren 28 Jahren, ist sie sogar eine richtige Überfliegerin und hübsch noch dazu. Allerdings zeichnen sie noch ganz andere Charakterzüge aus, sie ist sehr engstirnig, hartnäckig, selbstbewusst und schießt gern über das Ziel hinaus. Das bringt sie natürlich immer wieder in Schwierigkeiten, aber das nimmt sie in Kauf. In ihrer Arbeit ist sie sehr ehrgeizig, aber privat kann sie auch anders, sich fallen lassen, sensibel sein und von einer eigenen Familie träumen. Im Prinzip ist Clara eine moderne Frau, die emanzipiert ist und sich in ihrer Welt und Rolle wohlfühlt, jemand wie du und ich. Aber durch ihren Beruf sieht sie immer mehr die Schattenseiten in der Frauenwelt und die Machtkämpfe von Männern. Was sie wütend, ohnmächtig und einfach unerträglich macht. Ich mochte Clara im Grunde schon recht gern, sie spiegelt vieles wieder, was ich auch habe und was ich zu schätzen weiß, allerdings fand ich ihre unüberlegte Art nicht immer einfach, ihre Impulshandlungen, die meistens übers Ziel hinaus schossen und mehr Schaden anrichteten, da lässt sie die Vernunft etwas im Stich.

Bevor ich dieses Buch angefangen hatte zu lesen, hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin über Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen und ihre Aussage, und diese ging mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf, wir stehen auf der Stelle und Entwickeln uns zurück. Ich hielt dagegen und meinte, schau, so lange gibt es die Frauenrechte ja auch noch nicht und unser Europa wird immer mehr von östlichen Einflüssen durchwandert, und dieser Menschenschlag ist einfach noch nicht so weit, daran müssen wir arbeiten und dann nahm ich das Buch und dachte, auch du Schreck, genau unsere Sorgen. Klar ist es einfach gesagt, beziehungsweise geschoben, dass viele Völker noch ganz anderes leben, aber die Gewalt nimmt immer mehr zu, Frau Stern hat diesen Spagat der Vorurteile mit dem Alltag gut hinbekommen und spielt wirklich alle Karten perfekt aus. Sie hält uns einen Spiegel der Gesellschaft vor, wo der Ehemann keinen Bock hat, Alimente zu zahlen, oder einfach diese Macht benötigt und Gewalt bei der eigenen Frau ausstrahlt, um Bestätigung zu finden. Maria Stern zeigt jede Facette auf und das große Drama unserer gegenwärtigen Welt, wie Politik und Journalismus versagen, oder den Ernst der Lage nicht polarisieren wollen. Für mich war vieles neu, unverdaulich und schwer zu begreifen und ich finde, dafür, dass es nur die Rahmenhandlung für den Krimi ist, ist dieses Thema der eigentliche Hauptprotagonist. Und es sagt eins, wir müssen weiter kämpfen, für alle, die nicht die Kraft dafür haben und die Augen offen halten.

Mehr möchte ich nicht verraten, aber unsere Kommissarin hat eine schwierige Zeit zu meistern und gerät in wirkliche Lebensgefahr, aber das müsst ihr selbst lesen. Die Autorin hat mit ihren kurzen Kapiteln für Schnelles lese vorankommen gesorgt und mit wenig Worten viel Raum und Atmosphäre geschaffen, mir hat es gut gefallen, auch wenn ich gern bei einigen Szenen länger verweilt geblieben wäre, aber man kann ja nicht alles haben.

Dieser Krimi ist ein Spiegel unsere Welt und ein Aufschrei an uns alle, passt auf euch auf, aber übertreibt es nicht. Spannend, realistisch, ernst und absolut überzeugend. Bin sehr gespannt, wo die Reise mit dem 2. Fall hingeht.

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