Maria Stern Acetat

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Inhaltsangabe zu „Acetat“ von Maria Stern

„Clara scrollte weiter, las, dass der gefährlichste Platz für Frauen zu Hause war und wunderte sich, warum Eltern sich sorgten, wenn ihre Töchter am Abend lange unterwegs waren.“ Die meisten Morde passieren in Folge von häuslicher Gewalt. Als die Wiener Mordkommissarin Clara Coban beginnt, nach den Ursachen dieser weit verbreiteten Bluttaten zu suchen, wird sie stets unzufriedener mit der medialen Berichterstattung Berichterstattung nach einem „Familienstreit“ und legt sich schließlich mit den Medienmogulen des Landes an. Dies stört zunehmend den Frieden ihrer eigenen Ehe mit David, der bei einer renommierten Tageszeitung arbeitet. Als plötzlich ihre Nachbarin verschwindet, ermittelt sie auf eigene Faust und gefährdet damit nicht nur ihren Job.

Spannend und informativ, ein schneller Lesegenuss, der in die Welt der häuslichen Gewalt führt.

— Valerie_Springer
Valerie_Springer

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    Acetat
    SharonBaker

    SharonBaker

    08. May 2017 um 19:06

    Mordkommissarin Clara Coban wird spät am Abend zu einem Tatort gerufen. Eine Frau wurde in ihrer Küche niedergestochen und zwei kleine Kinder sitzen verängstigt in ihren Betten, Clara ist wütend. Immer mehr nehmen die Morde durch häusliche Gewalt zu und werden von den Medien gleich gültig abgetan. Für Clara steht fest, die Aufmerksamkeit muss wieder zielgerichteter sein und legt sich mit den Medien an und ihren Chef. Durch ihren Kampf macht sie sich also nicht nur Freunde, sondern auch viele Feinde und schwört sogar einen riesigen Streit mit ihrem Mann David hervor, der Journalist ist. Überall sieht, Clara nur noch bedrohte und verängstige Frauen, und als auch noch ihre Nachbarin nach einem Streit verschwindet, ermittelt sie auf eigene Faust, egal welche Konsequenzen sich daraus für sie ergeben. Übertreibt Clara da nicht etwa? Was wird sie bezüglich ihrer Nachbarin herausbekommen? Und kann sie diesen Kampf überhaupt gewinnen? Mich lockte so einiges an diesem Krimi, zu erst natürlich Wien, dann eine junge Kommissarin, da es ja doch meistens ermittelnde Männer sind und ein Thema, was man ständig in den Nachrichten hört, aber oft einfach gedanklich weg blendet. So war ich doch recht gespannt, wie die Autorin mich als Leser packen wird und für welche Schwerpunkte sie sich entscheidet und da erwischt sie einem schon recht kalt, aber mehr gibt es jetzt.Clara Coban ist eine noch recht junge Kommissarin, mit ihren 28 Jahren, ist sie sogar eine richtige Überfliegerin und hübsch noch dazu. Allerdings zeichnen sie noch ganz andere Charakterzüge aus, sie ist sehr engstirnig, hartnäckig, selbstbewusst und schießt gern über das Ziel hinaus. Das bringt sie natürlich immer wieder in Schwierigkeiten, aber das nimmt sie in Kauf. In ihrer Arbeit ist sie sehr ehrgeizig, aber privat kann sie auch anders, sich fallen lassen, sensibel sein und von einer eigenen Familie träumen. Im Prinzip ist Clara eine moderne Frau, die emanzipiert ist und sich in ihrer Welt und Rolle wohlfühlt, jemand wie du und ich. Aber durch ihren Beruf sieht sie immer mehr die Schattenseiten in der Frauenwelt und die Machtkämpfe von Männern. Was sie wütend, ohnmächtig und einfach unerträglich macht. Ich mochte Clara im Grunde schon recht gern, sie spiegelt vieles wieder, was ich auch habe und was ich zu schätzen weiß, allerdings fand ich ihre unüberlegte Art nicht immer einfach, ihre Impulshandlungen, die meistens übers Ziel hinaus schossen und mehr Schaden anrichteten, da lässt sie die Vernunft etwas im Stich.Bevor ich dieses Buch angefangen hatte zu lesen, hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin über Emanzipation und Gleichberechtigung der Frauen und ihre Aussage, und diese ging mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf, wir stehen auf der Stelle und Entwickeln uns zurück. Ich hielt dagegen und meinte, schau, so lange gibt es die Frauenrechte ja auch noch nicht und unser Europa wird immer mehr von östlichen Einflüssen durchwandert, und dieser Menschenschlag ist einfach noch nicht so weit, daran müssen wir arbeiten und dann nahm ich das Buch und dachte, auch du Schreck, genau unsere Sorgen. Klar ist es einfach gesagt, beziehungsweise geschoben, dass viele Völker noch ganz anderes leben, aber die Gewalt nimmt immer mehr zu, Frau Stern hat diesen Spagat der Vorurteile mit dem Alltag gut hinbekommen und spielt wirklich alle Karten perfekt aus. Sie hält uns einen Spiegel der Gesellschaft vor, wo der Ehemann keinen Bock hat, Alimente zu zahlen, oder einfach diese Macht benötigt und Gewalt bei der eigenen Frau ausstrahlt, um Bestätigung zu finden. Maria Stern zeigt jede Facette auf und das große Drama unserer gegenwärtigen Welt, wie Politik und Journalismus versagen, oder den Ernst der Lage nicht polarisieren wollen. Für mich war vieles neu, unverdaulich und schwer zu begreifen und ich finde, dafür, dass es nur die Rahmenhandlung für den Krimi ist, ist dieses Thema der eigentliche Hauptprotagonist. Und es sagt eins, wir müssen weiter kämpfen, für alle, die nicht die Kraft dafür haben und die Augen offen halten.Mehr möchte ich nicht verraten, aber unsere Kommissarin hat eine schwierige Zeit zu meistern und gerät in wirkliche Lebensgefahr, aber das müsst ihr selbst lesen. Die Autorin hat mit ihren kurzen Kapiteln für Schnelles lese vorankommen gesorgt und mit wenig Worten viel Raum und Atmosphäre geschaffen, mir hat es gut gefallen, auch wenn ich gern bei einigen Szenen länger verweilt geblieben wäre, aber man kann ja nicht alles haben.Dieser Krimi ist ein Spiegel unsere Welt und ein Aufschrei an uns alle, passt auf euch auf, aber übertreibt es nicht. Spannend, realistisch, ernst und absolut überzeugend. Bin sehr gespannt, wo die Reise mit dem 2. Fall hingeht.

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