Maria W. Peter Die Festung am Rhein

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Inhaltsangabe zu „Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter

Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben - immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ... Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude.

Welch ein großartiges Buch! Unbedingt lesen!

— Eliza08

Ein Roman, der auf allen Ebenen überzeugt!

— Gosulino

Stark wie eine Festung ist dieses brillant recherchierte Geschichtsepos ... eine meiner Lieblingsautorinnen "did it again!" Leseempfehlung!

— engineerwife

Die Festung Ehrenbreitstein im Schatten von Verrat und Leidenschaft noch ehe sie vollendet wurde. Historisch herausragend.

— danielamariaursula

Maria W. Peter ist für mich eine der mit Abstand besten deutschen Autorinnen historischer Romane. Klare Empfehlung.

— AUSGEbuchT-PetraMolitor

Bildgewaltig, spannend und gelungen verwebt mit Liebe, Intrige und Verrat. Dieser Roman überzeugt mit seiner Authentizitä̱t auf ganzer Linie

— federdrache

ein wunderschöner, historischer Roman, mit traumhafter Kulisse - ein absoluter schöner Leseschmaus

— Bibilotta

Historisch, spannend, leidenschaftlich. Hach, was will man mehr. Absolut empfehlenswert.

— Katzenpersonal_Kleeblatt

Fesselnd, romantisch, umrahmt von großer historischer Kulisse

— bettinahertz

Kein typischer "heile Welt"-HistoRoman. Maria W. Peter versteht es, spannend zu schreiben und die Charaktere kontrastreich darzustellen :)

— lille12

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  • Der Verrat

    Die Festung am Rhein

    Eliza08

    08. October 2017 um 13:02

    Maria W. Peter hat wieder einen grandiosen historischen Roman geschrieben, den ich von der ersten bis zur letzten Seite geliebt habe. Das Cover gefällt mir zwar jetzt nicht so gut, ist es doch recht klischeehaft, indem wieder einer Frau ein Teil ihres Körpers (in diesem Fall das Gesicht) abgeschnitten wird. Die Festung im Hintergrund nimmt Bezug zum Titel. Auch die Farbe blau ist gut gewählt, so gilt blau als Farbe Preußens. Der Klappentext gibt eine gute Zusammenfassung des Geschehens und macht neugierig, ob Franziska und Rudolph es schaffen können, zum einen die Unschuld von Christian, Franziskas Bruder, zu beweisen und zum anderen die gesellschaftlichen Grenzen für ihre Liebe zu überwinden. Somit ist dieser historische Roman zugleich ein Kriminal-, als auch Liebesroman, Leserherz was willst Du mehr?  Dazu diese wunderbare Art von Maria W. Peter zu erzählen, so süffig und eingehend, dass man bereits nach wenigen Sätzen mitten im Geschehen ist. Sie malt viele Szenen farbenprächtig aus und schafft es auf ihre sehr eigene Weise Emotionen beim Leser zu schüren. Sehr eindringlich schildert die Autorin die Zerrissenheit von Rudolph, der zwischen der Loyalität gegenüber seinem Kaiser und seinem Verstand, sowie Instinkt hin und her gerissen ist. Der Roman gliedert sich in fünf Teile und einen Epilog. Jeder der fünf Teile beginnt mit einer Rückblende, dann wird die Handlung chronologisch aus der Perspektive von Franziska und Rudolph erzählt. Karten mit der Rheinprovinz und der Stadt Coblenz sind im vorderen Teil des Buches abgedruckt, am Ende befindet sich neben einem Nachwort, auch eine Übersicht der Figuren der Handlung, sowie der historischen Persönlichkeiten, ein Dankeswort und ausführliche Reise- und Stöbertipps runden diesen Roman ab. Zugleich zeigt das zusätzliche Material die akribische Recherche der Autorin und die historische Fundiertheit der Story. Die Autorin schafft es meisterlich historische Details so zu dosieren, dass der Leser sie nicht als Infos wahrnimmt, sondern sie bettet die Fakten so geschickt in die Story ein, dass man als Leser ganz nebenbei etwas über die „Preußenzeit“ am Rhein lernt.  Der Kriminalfall wird meisterlich gelöst. Ich bin auf diesen „Täter“ nicht gekommen (hatte da jemand ganz anderen im Visier), doch die Argumentation die uns Maria W. Peter darlegt, ist schlüssig, konsequent und überzeugend. Es entstehen keine Gedankenlücken, man hat jeder Zeit das Gefühl der Autorin folgen zu können. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit Franziska und Rudolph zu ermitteln. Ein äußerst gelungener, fundierter und mitreißender historischer Roman, den ich jedem Leser nur ans Herz legen kann. Denn wer durch diesen Roman nicht Fan von „Vergangenen Zeiten“  wird, dem ist leider auch nicht mehr zu helfen. ;-) Spannend und gefühlvoll, sodass man auf der gesamten Linie nur eine absolut unbedingte Lese- und Kaufempfehlung aussprechen kann. Ich bedanke mich herzlich bei Maria W. Peter für diesen grandiosen Roman und die wunderschönen Lesestunden!

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  • Die Festung am Rhein

    Die Festung am Rhein

    Blaustern

    14. August 2017 um 12:18

    Koblenz im Jahre 1822: Die Festung Ehrenbreitstein wird errichtet. Plötzlich sind geheime Baupläne verschwunden. Christian Berger soll sie entwendet haben, schließlich ist sein Vater im Dienste Napoleons. Seine Schwester Franziska ist als einzige von seiner Unschuld überzeugt, und da er zu allem schweigt, macht sie sich selbst an die Nachforschung. Sie trifft mit Leutnant Rudolph Harten, dem die Pläne fehlen, zusammen. Dieser misstraut ihr zunächst. Doch schon bald erkennen sie, dass sie an einem Strang ziehen, und auch persönlich kommen sie sich näher.Ein perfekt recherchierter historischer Roman, in dem deutlich wird, wie die Rheinländer damals zu den Preußen standen. Geschichte wird hier großgeschrieben und detailliert lebendig wiedergegeben. Es ist interessant, den Figuren zu folgen, weil man sich komplett in ihre Lage versetzen kann. Ab und zu kommen Dialekte vor, die aber gezielt eingesetzt sind, um es authentischer zu machen und nicht störend zu wirken. So passt der Schreibstil zu jener Zeit und lässt sich trotzdem flüssig lesen. Auch die Spannung wird gehalten, und zum Ende gibt es dann noch eine gute Überraschung.

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  • Bildgewaltig, fesselnd, berührend

    Die Festung am Rhein

    Gosulino

    12. August 2017 um 15:12

    Coblenz 1822: Über dem Rhein wird die Feste Ehrenbreitstein gebaut, ein Bollwerk der Preußen, mit dem sie ihre Macht demonstrieren, ihre Disziplin, ihren Perfektionismus. Aber da sind auch die Rheinländer, bis vor Kurzem noch Bürger Frankreichs, freiheitsliebend, modern und voller Lebensfreude. Für Franziska, eine Halbfranzösin, bricht die Welt zusammen, als sie erfährt, dass ihr Bruder, einer der Bauarbeiter auf der Feste, in ein preußisches Gefängnis geworfen wurde. Angeklagt wegen Verrats und Diebstahls von Bauplänen. Sofort versucht Franziska, der Sache auf den Grund zu gehen, aber das entpuppt sich als schwieriger als erwartet. Zu ihrem Leidwesen muss sie den preußischen Leutnant Rudolph Harten zu Hilfe bitten, der ihr und ihrem Bruder mit sehr gemischten Gefühlen gegenübersteht. Gemeinsam versuchen sie, dem wahren Täter auf die Spur zu kommen, was sich aber als nicht einfach erweist wenn Rheinland und Preußen aufeinandertreffen....Maria W. Peter hat mit ihrem bildgewaltigen und brilliant recherchiertem Roman ein wahres Epos geschaffen. Authentische Charaktere vermitteln das Leben jener Zeit in Koblenz und Köln. Rheinische Lebensfreude trifft auf preußische Disziplin. Daneben lernen wir noch einen wundervollen Schotten kennen, alle verwickelt in die Schlacht von Waterloo. Ein großartiger Roman, wie ich ihn länger nicht gelesen habe.Bei Frau Peter wird man zum Wiedholungstäter! Von Herzen alle fünf Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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  • Das ist das Meisterwerk der Autorin...

    Die Festung am Rhein

    unclethom

    10. August 2017 um 13:32

    Mit diesem Roman ist der Autorin ihr Meisterwerk gelungen. Maria W. Peters Schreibstil hat mich direkt auf den ersten Seiten abgeholt und fesselte mich bis zur letzten Seite.Es ist kein Buch welches man mal eben so weg lesen sollte, sondern es vielmehr genießen sollte.Nach den ersten ca 50 Seiten habe ich für mich entschieden, nicht mehr als 10-15 Seiten am Tag zu lesen um es wirklich genießen zu können und um es richtig wirken zu lassen. Und ich muss sagen das war die richtige Entscheidung, denn das Buch ist es auf jeden Fall Wert sich mehr als nur zwei oder drei Tage wie beim schnellen lesen, damit zu beschäftigen.Für mich war es aber auch etwas Besonderes weil ich die Stadt Koblenz, den Haupthandlungsort der Geschichte, doch etwas kenne. Viele mir bekannte Schauplätze waren so schön und plastisch beschrieben, dass ich sie sofort wiedererkannt habe. Doch auch für jemanden der so garkeinen Bezug zu Koblenz hat ist es ein Erlebnis die Stadt im frühen 19. Jahrhundert mit diesem Buch zu erleben.Fein beschriebene Charaktere, die, so mein Eindruck, alle durchweg sehr authentisch wirken, runden die Story ab und lassen sie wirklich echt wirken. Gleich von den ersten Seiten an kam eine leichte Spannung auf, die sich step by step immer weiter. gesteigert hatte und bis zum Finale.Nur wenigen Autoren gelingt es, mir solche Bilder in den Kopf zu pflanzen wie es Maria W. Peter gelungen ist. Farbenfrohe Bilder, fast so wie in einem Kinofilm, ließen diese Story in meinem Kopf ablaufen wie eben einen Kinofilm.Wie immer in den Büchern der Autorin kann man auch hier wieder einiges über die Geschichte Deutschlands und dem Rheinland insbesondere lernen. Und als Sahnehäubchen ist die Liebesgeschichte zwischen Franziska der jungen Mädchen aus Koblenz und dem Preußischen Leutnant Rudolph anzusehen. Mich konnte Mariaa W. Peter mit diesem Buch wieder einmal aufs Beste unterhalten und so vergeben ich hochverdiente 5 von 5 Sternen und natürlich auch eine Leseempfehlung!

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  • Wie war es doch am Rhein so schön ...

    Die Festung am Rhein

    engineerwife

    04. August 2017 um 14:11

    Gerade habe ich dieses imposante Werk ausgelesen und schon während des Lesens machte es mir spontan Lust auf einen Ausflug zum Rhein. Die im Buch genannten Orte, u. a. Köln und natürlich an erster Stelle Koblenz, haben mich mal wieder sehr neugierig gemacht, wenn sich auch zwischen 1822 und 2017 sicher vieles verändert hat. Zum Beispiel war mir gar nicht bewusst, dass u.a. der Dom zu Anfang des 19. Jahrhunderts noch gar nicht fertig gestellt war. Die begabte Autorin schafft es mit ihrem Buch mal wieder wunderbar, mich als Leserin genau in diese vergangene Zeit zurückzuversetzen. Wie mag es gewesen sein, als das Land nach der Niederlage Frankreichs plötzlich von den Preußen übernommen wurde? Die ordnungsliebenden Preußen, von den viele nicht mit dem illustren Lebensstil der Rheinländer zurechtkamen? In genau diesem Kunterbunt mit dem Stimmengewirr vieler Nationen lernen wir Franziska kennen, von ihrem Bruder liebevoll Fanchon genannt. Ihr Bruder, der sich in einer mehr als misslichen Lage befindet, nämlich unter falschen Anschuldigungen im Gefängnis. In Franziska erwacht der Kampfgeist, sie will, nein sie muss ihn retten! Neben den Hauptcharakteren Franziska, Christian und natürlich Leutnant Harden, machen die vielen kleinen Nebenschauplätze den Roman zu einem Genuss. So lernen wir den Schotten Alasdair McBaird kennen, dessen „Scottish brogue“ mir das Herz wärmte. Ich habe mir seine Sätze immer laut vorgelesen – es erinnerte mich an Jamie aus der Outlander Reihe. Dann haben wir da noch die vornehme Henriette von Rülow, die vor Langeweile an ihrer steifen Ehe mit Capitain von Rülow zu Grunde gehen würde, wären da nicht die Vergnügungen ganz eigener Art. Aber auch über die Verhältnisse in dem damals zum Bersten gefüllten Koblenz kann man sich ein authentisches Bild verschaffen. Gerüche von Schwarzpulver, Bier, Schweiß und gelegentlichem Weihrauch schwängern die Luft, die der heiße Sommer fast unerträglich macht. Alles in allem handelt es sich hier um ein großartiges historisches Werk, wenn ich mir auch ein klitzekleines bisschen mehr Informationen zum eigentlichen Bau der Festung an sich erhofft hatte. Besonders beeindruckt hat mich der Anhang, in dem die Autorin über ihre Ergebnisse ihrer wie immer sehr ausführlichen Recherche berichtet. Für Maria scheint Schreiben kein Beruf, sondern eine Berufung zu sein. Noch „Die Küste der Freiheit“ ist dieses Buch mein zweites und bestimmt nicht letztes Buch von ihr. Ich werde garantiert zum wiederholten Wiederholungstäter 

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  • Liebe, Freundschaft und Verrat auf dem Hintergrund 'Die Preußen am Rhein'

    Die Festung am Rhein

    Federfee

    31. July 2017 um 13:06

    Wer das Rheinland kennt, das Mittelrheintal mit seinen Burgen, kommt nicht an Koblenz vorbei, dort, wo die Mosel in den Rhein mündet und wo auf der gegenüberliegenden Seite die bombastische Feste Ehrenbreitstein das Rheintal beherrscht.Das sind die Schauplätze eines Romans, der von der Handlung her etwas klischeehaft sein mag: eine junge Frau aus Koblenz, halbe Französin, also dem 'Erzfeind' nahe, und ein preußischer Offizier verlieben sich. Ihr Bruder wird verdächtigt, Geheimnisverrat begangen zu haben. Es geht um die Pläne der Feste, die gerade im Bau ist.Die Personen sind gut gezeichnet und die Sprache ist flüssig und ohne Klischees. Der Leser wird sicher besonders die beiden Hauptpersonen mögen, die sehr sympathisch erscheinen. Ob es ein Happy End geben wird, bleibt am Ende offen, ist also sehr realistisch.Mir hat das Buch gut gefallen, weil ich die Gegend kenne, die hübsche, idyllische Altstadt von Koblenz und die atemberaubende Festung gegenüber, hoch über dem Rhein, aber auch, weil die Autorin meiner Meinung nach die Zustände der damaligen Zeit gut geschildert hat. Wer die Mentalität der Rheinländer kennt, kann sich gut vorstellen, dass sie mit den preußischen Herren, die Herrscher in der Rheinprovinz, mit ihren eher konservativen Ansichten nicht zurecht kamen.Wie es zur Einverleibung der Rheingegend durch Preußen kam, die Neuordnung Europas nach der vernichtenden Schlacht von Waterloo (Belle-Alliance) wird auch kurz angerissen, die Wunden, die der Krieg schlägt und dass er Menschen gegeneinander aufbringt, die eigentlich gar keine Feinde sind oder sein wollen.Alles in allem: ein lesenswerter, intelligent gemachter Schmöker.

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    • 3
  • Verrat und Vergebung

    Die Festung am Rhein

    danielamariaursula

    29. July 2017 um 08:09

    Zum 200. Jubiläum der Festung Ehrenbreitstein, hoch über den Rhein, gegenüber von Koblenz. Nach der endgültigen Niederlage von Napoleons Truppen bei Belle Alliance/Waterloo, ist das ehemals französische Rheinland nun ein Teil des Reiches des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Die strenge, korrekte und steife Art der Preußen passt so gar nicht zur rheinisch lockeren Lebensfreude des Rheinlandes. Dennoch wird Koblenz aus militärisch strategischen Gründen zu einer ummauerten Garnisionsstadt befestigt, als neue Hauptstadt der Rheinprovinz. Über allem soll die Festung auf dem Ehrenbreitstein thronen, uneinnehmbar und nach neuesten militärischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen erbaut. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Die Rheinländer werden zum Teil gegen ihren Willen zum 3 jährigen Militärdienst für einen ihnen fremden und fernen König herangezogen. So auch Christian Berger, der schöngeistige Sohn eines französischen Offiziers und einer Koblenzerin. Nach dem Tod des Vater bei Belle Alliance ist es seiner Familie in Köln schlecht gegangen und die Mutter schickte ihn und seine Schwester  Franziska zu ihrem Bruder einem kinderlosen Maurermeister nach Koblenz. Dort werden sie lediglich geduldet, obwohl die Geschwister hart mit anpacken müssen, ohne Bezahlung. Eines Tages wird Christian vor Franziskas Augen verhaftet, wegen des Verdachts der Spionage und des Landesverrates. Er soll die geheimen Baupläne seiner Vorgesetzten gestohlen und an die Franzosen weitergegeben haben. Von der Unschuld ihres Bruders überzeugt, scheut die temperamentvolle Franziska kein Risiko um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei kreuzen ihre Wege immer häufiger die des disziplinierten und überkorrekten Leutnant Rudolf Harten, Ingenieursoffizier, dessen Schicksal ebenfalls mit diesem Verrat verknüpft ist. Nachdem er die Schlacht von Belle Alliance dank der Hilfe von französischen Offizieren überlebte, steht er seither unter Generalverdacht und versucht alles um seinen Ruf reinzuwaschen und sein Lebenswerk, die stolze Festung über dem Rhein, zu vollenden und vor den Feinden zu schützen. Die Ermittlungen sind riskant und die Zeit drängt, da andernfalls Pionier Christian Berger wegen des vermeintlichen Verrats hingerichtet wird. Auch ich bin quasi im Schatten des Ehrenbreitsteins aufgewachsen, allerdings hat mich seine nüchterne riesige Anlage als Kind nicht interessiert. Zu geradlinig, zu schnörkellos, ganz anders als die Schlösser und Burgen am Rhein, die mich faszinierten. Daher war ich bis zu diesem Jubiläumsjahr erst zweimal zu Kinderausstellungen dort (eine in meiner eigenen Kindheit), bis ich zur szenischen Lesung dieses Buches dort ging und ich mir dieses Bauwerk genauer anschaute und seiner Faszination erlag. Ja, dieser Bau ist durch und durch preußisch und auch sonst kann man in Koblenz noch viel von dem widerstreitenden Mix des strengen Preußentums und der rheinischen Lebensfreude entdecken. Koblenz ist auch heute noch eine Garnisions- und Verwaltungs- und Justizstadt. Diese Aspekte werden neben dem zu klärenden Kriminalfall präzise herausgearbeitet. Franziska als Halbfranzösin hat die Ideen von Freiheit und Gleichheit tief in sich aufgenommen. Sie glaubt daran und lebt danach. Der Code Napoléon, der auch später noch für die linke Rheinseite Anwendung fand, wie mein francophiler Richteropa nie müde wurde zu erzählen, ist ihre Leitschnur, das Allgemeine Preußische Landrecht für die Rheinländer fremd. Diese starren Hierarchien, die festgefahrenen Standesdünkel, die ein Aufstreben fleißiger Menschen aus einfachen Verhältnissen fast unmöglich machen sind für sie inakzeptabel. Aber sie erklären natürlich auch, warum ein einfacher Pionier, der auch noch ein halber Franzose ist für diesen Verrat verhaftet wurde. Ein höherer Rang, würde so etwas natürlich nie tun, obwohl es ihm viel leichter fallen würde, an die entsprechenden bestens gehüteten Pläne zu gelangen. Diese Aspekte der Logik können jedoch von der Militärverwaltung nicht infrage gestellt werden, würden sie sich doch selbst damit unter Generalverdacht stellen. Somit scheint Franziska gegen Windmühlen zu kämpfen, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Franziskas Temperament und Leidenschaft machen diesen Roman auch für weniger francophil geprägte, Nichtrheinländer und Nichtjuristen lesenswert. Langsam aber sicher decken Franziska und Rudolf ein Geflecht von Verrat und Intrigen auf. Franziska ist mir dabei äußerst sympathisch, sowohl ihre moderne Denkweise, als auch ihre lebensbejahende Art auch mal fünf gerade sein zu lassen. So lernt Rudolf im Umgang mit ihr, seine eigenen Denkschemata infrage zu stellen – weicher zu werden und das Konzept der Vergebung in Erwägung zu ziehen. Mit Rudolfs preußischer Überkorrektheit hatte ich so emotional meine Probleme, so ganz wurde ich nicht mit ihm warm, im Gegensatz zu seinem Burschen Fritz, mit der lockeren Berliner Schnauze, auch wenn dieser lediglich eine untergeordnete Rolle spielte, der Rudolf aber neben Franziska weitere Denkanstöße gibt. Als Rheinländerin liegen mir auch der Schotte Alaisdair McBaird im Gasthaus von Franziskas Freundin Therese weilender Künstler und ausgeschiedener Offizier der britischen Armee, sowie Therese deutlich mehr. Auch wenn Rudolf nicht verkehrt ist und seine verkopfte Herangehensweise durchaus was für sich hat, fehlt mir bei ihm der zündende Funke, um mit seiner und Franziskas Liebesgeschichte völlig zu entflammen. Desweiteren kommen mir in dieser Geschichte ein paar Zufälle zu viel zum Tragen. Doch die historische Aufarbeitung und ihre Bedeutung dieser Kontraste, auch der dort aufeinander prallenden Konfessionen, finde ich brillant. Sie haben mich wirklich sehr beschäftigt und mich zum Nachdenken gebracht, ebenso wie die Themen Vergebung und Vergeltung. Ergänzt wird der Roman vorne mit einem historischen Stadtplan von Koblenz (damals Coblenz), leider jedoch ohne Straßennamen, ein ausführliches Glossar, ein Personenverzeichnis, ein Verzeichnis der historisch realen Persönlichkeiten, sowie ein erläuterndes Nachwort, daß diese besondere Region auch für Nichtrheinländer begreiflicher macht. Die historische Korrektheit des Romans liegt der studierten Romanistin/Anglistin/Historikerin sehr am Herzen und das spürt man auf jeder Seite dieses Buches. Die einzelnen Teile des Buches werden jeweils mit Zitaten eingeführt, wobei mir dies zum 4. Teil besonders gefiel:  „Denn was auch immer auf Erden besteht, besteht durch Ehre und Treue. Wer heute die alte Pflicht verrät, verrät auch morgen die neue.“ (Adalbert Stifter) Doch können diese Pflichten bisweilen einander widerstreiten und den Betroffenen in tiefe Gewissenkonflikte führen, welche hier auf verschiedenen Seiten hervorragend herausgearbeitet wurden. Mein Dank gilt der Autorin, die mir mit ihrem Buch eine besondere Freude bereitete und dem ich gerne gute 4 von 5 Sternen gebe.

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    • 5
  • Spannend, unterhaltsam und lehrreich: Maria W. Peters neuster Roman ist ein wahres Leseereignis für

    Die Festung am Rhein

    AUSGEbuchT-PetraMolitor

    22. July 2017 um 15:16

    Spannend, unterhaltsam und lehrreich: Maria W. Peters neuster Roman ist ein wahres Leseereignis für Historien-Fans 608 Seiten umfasst „Die Festung am Rhein“, erschienen im März 2017 bei Bastei Lübbe. Ein beachtliches Werk, dass die im Saarland geborene Autorin hier vorgelegt hat. Den ein oder anderen Leser mag ein solcher Umfang abschrecken, ich gehöre nicht dazu, lese ich doch selten Bücher unter 300 Seiten. Ein fesselnder Wälzer, den man nicht mehr aus der Hand legen kann und will, das ist meine Vorstellung eines gelungenen Buches. Doch dazu später. Kurz etwas zur Vita der Schriftstellerin und zum Cover des Romans: Maria W. (für was steht das W. eigentlich?) Peter ist seit ihrer Kindheit dem Zauber längst vergangener Zeiten erlegen. Bereits während ihres Studiums an der Universität des Saarlandes und der Université de Metz, arbeitete sie als Journalistin. Nach einem Fulbright-Stipendium an der „School of Journalism“ in Columbia/Missouri begann sie, exakt recherchierte historische Romane zu schreiben. Ihr 2014 erschienener Roman „Die Küste der Freiheit“ über deutsche Einwanderer während der Amerikanischen Revolution wurde für den Homer-Literaturpreis nominiert und war zudem auf der Shortlist des LovelyBooks-Leserpreises 2015. Heute ist Maria W. Peter als freie Autorin tätig und pendelt zwischen dem Rheinland und ihrer Heimat, dem Saarland. Ich habe das E-Book gelesen, habe mir natürlich aber natürlich auch das Cover der Printausgabe angeschaut. Es wurde für mich perfekt auf den Inhalt des Buches abgestimmt. Die Farbgestaltung und verschiedenen Stilelemente sind gut gewählt und ergänzen sich perfekt. Wie beim Vorgänger erneut sehr gelungen. Worum geht es? Eine gigantische Festung, ein teuflischer Verrat und eine verbotene Liebe Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben - immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört ...Die Festung Ehrenbreitstein (erbaut 1817 bis 1828) thront bis heute hoch über Rhein und Mosel. Zum 200-jährigen Jubiläum der Festungsstadt Koblenz entwirft Maria W. Peter ein schillerndes Panorama der Rheinprovinz im 19. Jahrhundert. Preußische Disziplin trifft auf rheinische Lebensfreude. Und ein Schotte kommt auch drin vor :-). Meine Meinung: Ich als Saarländerin bin mit der von Maria W. Peter geschilderten Landschaft am Zusammenfluss von Mosel und Rhein sehr vertraut. Ich durfte die Festung Ehrenbreitstein schon besuchen und den herrlichen Ausblick von der Feste hoch über Koblenz genießen. Ich finde es immer besonders schön, Schauplätze der von mir gelesenen Bücher schon besucht zu haben oder noch besuchen zu können. Das schafft für mich eine besondere Verbindung und zusätzliche Vertiefung des Gelesenen. Es werden Erinnerungen geschaffen, die nicht verblassen. „Die Festung am Rhein“ ist der zweite historische Roman, den ich von Maria W. Peter gelesen habe. Bereits „Die Küste der Freiheit“ fand ich sehr gelungen, was eine 5-Sterne-Rezension nach sich zog. Umso gespannter war ich darauf, was die sympathische Schriftstellerin nun zu Papier gebracht hatte. Meine Messlatte lag hoch, es würde nicht einfach sein, dieses hohe Level zu halten. Was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil. Ich glaube, Maria W. Peter kann einfach schreiben, was sie will, es wird mir immer gefallen. Sie wechselt in ihrem Schaffen so gekonnt zwischen Epochen, Schauplätzen und historischen Ereignissen, dass ich nur den Hut ziehen kann. Und trotz dieser Wechsel sind alle ihre Ausflüge in die Geschichte immer professionell recherchiert, akribisch aufbereitet und historisch so interessant, dass ich fast mit jedem ihrer Sätze etwas Neues, Interessantes, erfahre. Geschickt werden geschichtliche Hintergründe mit der gut aufgebauten Geschichte um Franziska und Rudolph verwoben. Ich finde es sehr gelungen, dass man hier nicht nur bestens unterhalten wird, sondern stets auch etwas dazulernt. Dies macht für mich den Reiz der Bücher von Maria W. Peter aus und neugierig auf ihre früheren Romane. Zu dem bereits Erwähnten möchte ich noch ergänzen, dass ich kaum eine andere Autorin kenne, die so „schön“ schreibt wie Maria W. Peter. Ihre Ausführungen lesen sich nicht nur sehr flüssig, man hat auch den Eindruck, dass jedes Wort, jeder Satz, gut durchdacht ist. Die darauf entstehende Einheit ist für mich persönlich stilistisch hervorragend. Komplettiert wird die Handlung neben dem überraschenden Schluss durch umfangreiche Zusatzinformationenzum historischen Hintergrund, real existierenden Personen, einem Glossar der verwendeten Begriffe und Reisetipps in der Region. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert von „Die Festung am Rhein“ und möchte es Freunden gefühlvoller Historien-Schmöker unbedingt ans Herz legen. Für 10,00 Euro für das Taschenbuch und 8,49 Euro für die E-Book-Ausgabe bekommt man hier sehr viel geboten. 5 von 5 Sternen von mir.

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  • Beste Unterhaltung an Rhein und Mosel!

    Die Festung am Rhein

    Bibi1960

    12. July 2017 um 18:51

    Nachdem mich das Buch „Die Küste der Freiheit“ von Maria W. Peter begeistert hat, war ich nun auf ihren Roman „Die Festung am Rhein“ gespannt. Würde er mich ebenso fesseln und faszinieren oder ist es womöglich ein Fehler, sofort im Anschluss einen weiteren Roman der gleichen Autorin zu lesen? Der Einstig in die Geschichte gelang mir nicht ganz so zügig wie bei der „Küste der Freiheit“, obwohl der Schreibstil wie gewohnt flüssig, locker und leicht zu lesen ist. Vielleicht waren meine Gedanken noch zu sehr in der „neuen Welt“…. Doch bereits nach einem Kapitel hatten mich die Geschehnisse fest gepackt. Wir schreiben das Jahr 1822, einige Jahre nach der Übernahme des Rheinlands durch die Preußen und des Siegs über die Grand Armée. Im Umbruch und während der Restauration treffen Franziska, die Halbfranzösin und Rudolph, der preußische Offizier aufeinander. Gemeinsam versuchen sie trotz gegenseitiger Abneigung und Vorbehalte, Diebstahl, Spionage und Beschuldigungen aufzuklären und kommen sich so langsam näher. Eingebettet in die Begebenheiten um den Bau der Feste Ehrenbreitstein entwickelt Maria W. Peter eine zarte Liebesgeschichte, die letztendlich gesellschaftliche, religiöse und politische Schranken überwindet. Gleichzeitig ist es Maria W. Peter wieder hervorragend gelungen neben der fiktiven Geschichte wahre Fakten über die Feste Ehrenbreitstein, das Rheinland, den preußischen Militärdienst und sogar über Schottland einfließen zu lassen, so dass erneut eine unwiderstehliche Mischung entstanden ist. Da ich selbst im „linksrheinischen“ Rheinland wohne und sowohl Koblenz als auch Köln kenne, fand ich den Roman besonders interessant. Maria W. Peters schreibt in ihrem Nachwort: „Ich wünsche mir, dass es diesen schillernden, eigenwilligen und teilweise auch recht halsstarrigen Romanfiguren rheinischer, preußischer, französischer und schottischer Herkunft gelungen ist, eine besondere Epoche an Rhein und Mosel wieder zu neuem Leben zu erwecken.“ Genau das ist ihr in allerbester Form gelungen!

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  • Ein wahres Meisterwerk ...

    Die Festung am Rhein

    federdrache

    27. June 2017 um 22:50

    Zum 200. Jubiläum der Festungsstadt Koblenz nimmt uns in die Autorin Maria W. Peter mit, in das Jahr 1822 und zeigt eindrucksvoll das damalige Leben im von Preußen besetztem Rheinland.     Doch worum geht es in dem Roman?   Es ist das Jahr 1822 als hoch über der Stadt Coblenz die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht. Doch als geheime Baupläne von dort verschwinden wird Franziskas Bruder, der Pionier Christian Berger des Landesverrats bezichtigt und verhaftet. Er soll die Baupläne gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, war ihr gemeinsamer Vater immerhin ein Offizier Napoleons. Franziska ist verzweifelt und versucht mit allen Mitteln die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Hilfe bekommt sie dabei vom strengen Leutnant Rudolph Harten, der mit der Zeit an die Unschuld Christians glaubt und den wahren Verräter finden will. Auf der Suche kommen die beiden sich immer näher, fast zu nah, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört.       Ich habe schon seit längerer Zeit keinen historischen Roman gelesen und zu dem Zeitpunkt, als Maria mich anschrieb und mich fragte, ob ich Interesse daran hätte ihr Buch zu lesen und zu rezensieren, war ich auf der Suche nach Büchern außerhalb der Genre Fantasy. Verrat und eine verbotene Liebe ist meines Erachtens nach, immer eine spannende Sache, wenn sie gut umgesetzt wird und deswegen habe ich als allererstes in die Leseprobe auf Amazon hineingeblickt. Marias Schreibstil hat mir sofort zugesagt und anhand der Spannung, die sich gleich zu Anfang an aufbaut, wurde ich neugierig auf mehr. Das Buch kam als Print in selbiger Woche bei mir an und ich begann direkt nach Abschluss eines anderen Rezensionsexemplars zu lesen.    Schon der Einstieg in den Roman erwies sich, wie schon erwähnt, als sehr spannend und so glitt ich mühelos von einer Seite auf die nächste. Es war allein der ermüdenden Hitze der letzten Tage zu verdanken, dass ich mit dem kompletten Roman langsamer vorankam, als gewollt. Der Schreibstil ist durchgehend flüssig und angenehm zu lesen und ich kann mich nicht daran erinnern, an irgendeiner Stelle hängen geblieben zu sein. Die Handlung hat viele düstere und traurige Stellen, die das damalige Leben detailreich und bildlich im Kopf widerspiegeln lassen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, insbesondere am Anfang, wenn sich Franziska und Rudolph ständig über den Weg laufen. Verbunden und verwebt wird all das mit einer Liebesgeschichte, die sich ganz langsam entwickelt und daher realistisch bleibt und nicht von den eigentlichen Problemen ablenkt. Genauso stelle ich es mir vor.   Die verschiedenen Protagonisten, die im Laufe der Handlung dazu kommen, sind sehr gut gelungen und authentisch beschrieben. So kam es, dass ich für die einen Sympathie und Verständnis entwickelte und auf andere Wut und Hass. Franziska ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Schon allein wegen ihrer offenen und dickköpfigen Art und ihren Handlungen, über die andere Frauen ihrer Zeit wohl nicht einmal nachgedacht hätten, merkt man schnell, dass die Halbfranzösin eine komplett andere Einstellung vom Leben hat. Ich würde sogar behaupten, dass sie den Menschen im Rheinland, in der Zeit, ein wenig voraus ist, was ich als sehr erfrischend empfand. Ihr Wesen fällt, umgeben von preußischer Disziplin, allemal auf. Auch der Leutnant Rudolph Harten, hat sehr schnell meine Sympatie gewonnen, spätestens ab dem Punkt, an dem er an Christians Unschuld glaubt und Franziska hilft den wahren Verräter aufzuspüren. Auch wenn es für ihn erstmals ganz andere Gründe hat, als für die junge Frau, die ihrem Bruder lediglich das Leben retten will. Er mag auf dem ersten Blick ein typischer Preuße sein – hart, streng und diszipliniert. Aber mit dem fortschreiten der Geschichte entdeckt man auch eine weiche, eine gar verletzliche Seite an ihm. Man erfährt nicht nur einiges aus Franziskas Vergangenheit, sondern auch vieles aus der von Rudolph. Und all das, macht die beiden Protagonisten von Kapitel zu Kapitel sympathetischer. Christian, Franziskas Bruder, ist in meinen Augen ein sehr tapferer junger Mann (oder Junge). Er erleidet während seiner Gefangenschaft körperliche und seelische Qualen und versucht dennoch seine Schwester daran zu hindern, ihm zu helfen. Allein deswegen, um sie zu schützen und aus der Sorge ihres Wohlergehens heraus. Seine Beweggründe, weshalb er während der vielen Verhöre schweigt, haben mich auf der einen Seite schockiert und auf der anderen Seite konnte ich es dennoch nachvollziehen. Als Halbfranzose und Sohn eines ehemaligen französischen Offizier Napoleons hat er es unter der Macht der Preußen nicht leicht. Doch auch die anderen Figuren der Handlung dürfen nicht unerwähnt gelassen werden. Da ist unter anderem Franziskas Freundin Therese, die stets ein offenes Ohr für ihre Freundin hat, nur leider viel zu wenig Auftritt auf den über 500 Seiten hatte. Auch Alasdair McBaird, ein Schotte und alter Freund von Rudolph ist nennenswert. Er ist Künstler und fällt durch seinen Akzent und den ständigen Wechsel in seine Muttersprache, sehr auf. Er ist ein freundlicher Mann, der jedoch auch seine Schattenseiten in sich trägt. Im Gedächtnis geblieben sind mir auch, der mir unsympathische Feldwebel Bäske und Rudolphs Bursche Fritz dem die Lebensmut in die Wiege gelegen worden sein muss und mir nicht selten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat.   Ich habe durch die vielen Informationen und Fakten, die jedoch keinesfalls überladen wirkten, sehr viel neues und interessantes gelernt und konnte gleichzeitig meinen Wortschatz erweitern, was mir sicherlich noch zu Gute kommen wird. Sehr interessant empfand ich auch den Glossar ganz am Ende des Buches, der noch viele weitere Informationen birgt und den ich auf alle Fälle noch einmal genauer ansehen werde.   Fazit:   Mit „Die Festung am Rhein“ ist Maria W. Peter ein sehr authentischer und bildgewaltiger Roman gelungen, der rheinische Lebensfreude und preußische Disziplin aufeinander treffen lässt. Er verwebt Liebe und Hass mit Spannung und ist für jeden Freund der historischen Romane eine klare Empfehlung, die sich lohnt, gelesen zu werden 

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    • 3
  • ein spannender, mitreißender und bildgewaltiger historischer Roman <3

    Die Festung am Rhein

    Bibilotta

    21. June 2017 um 08:07

    Als ich mir also den Roman geschnappt habe, war ich auch sehr schnell gefangen in diesem tollen Roman. Es war spannend, abenteuerlich und eine absolut wunderschöne Reise in die Vergangenheit. Maria W. Peter hat hier wieder einen wunderschönen, mitreißenden und absolut bildgewaltigen Schreibstil, der mich absolut gepackt hat. Ich konnte gedanklich mich regelrecht an die Plätze und Orte träumen - mir die Geschichte bildhaft innerlich vor Augen halten - und ich habe mich absolut in eine total andere Zeit führen lassen - was mir super gefallen hat. Maria ist ja für ihre ausgiebigen und absolut tiefgründige Recherchearbeit bekannt (zumindest bei denen, die sie verfolgen) - und das merkt man auch ganz stark in ihren Geschichten. Man merkt, mit wieviel Herzblut sie doch ans Werk geht und uns als Leser in eine andere Epoche abtauchen lässt - die sich auf wahre Begebenheiten mit stützt. Besonders interessant und erwähnenswert finde ich außerdem, dass man ja schnell mal denkt, dass historische Romane eher schwere Lektüren sind - aber dem ist hier nicht so. Maria W. Peter hat hier eine absolut leichte, einfache, nachvollziehbare und lockeren Schreibstil, der sich flüssig und leicht lesen lässt. Man lernt und erfährt hier seht viel über diese Zeit und man bekommt auch im Nachwort noch einige interessante Fakten und Daten vermittelt - was die Glaubwürdigkeit nochmals verstärkt. Was hier natürlich nicht fehlen darf, sind hier absolut passend ein paar wundervolle, starke, gefühlvolle und auch sehr gut ausgearbeitete Charaktere, eine tolle Handlung mit viel Emotionen , Spannung und stimmigen Fakten - dann ist das Wunderwerk fast schon fertig - zumindest hab ich bei Maria W. Peter ihren Romanen das Gefühl, dass hier einfach alles immer super zusammenpasst. Die Figuren Franziska, Christian und Rudolph waren so toll beschrieben - man konnte sich in jeden von ihnen sehr gut hineinversetzen und die Sichtweise super miterleben.  Durch den Wechsel der Perspektiven beim Lesen, war man ihnen besonders nah. Ebenso war alles sehr gefühlvoll und ich war für ein paar Tage einfach nur hin und weg - über dieses absolut spannende und tolle Geschichte. Sie konnte mich als Leser auch mit diesem Roman wahnsinnig überzeugen - ich mochte die Handlung, die absolut glaubwürdigen und bildhaften Beschreibungen - und ich wollte mich am liebsten sofort und auf der Stelle an den ein oder anderen Ort, der in dieser Geschichte eine Rolle spielt, begeben. Ich möchte allen Liebhabern von historischen Romanen - und denen, die vielleicht noch zögern, dieses Buch hier ans Herz legen - es wird euch nicht enttäuschen. Fazit "Die Festung am Rhein" von Maria W. Peter ist ein absolut schöner, spannender, mitreißender und bildgewaltiger historischer Roman, der den Leser an wunderschöne Plätze, aber auch in eine absolut spannende Zeit mitnimmt. Ich war sehr schnell in der Geschichte drin, wurde spannend und absolut historisch gut unterhalte.. Maria W. Peter hat sich hier wieder selbst übertroffen und konnte mich als Leser in eine absolut spannende Zeit entführen - an Plätze, die ich bei Gelegenheit doch noch besuchen muss ;) Absolute Leseeempfehlung

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  • Geschichte super verpackt

    Die Festung am Rhein

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    06. June 2017 um 07:57

    König Wilhelm III. veranlasste 1815 die Order zur Neubefestigung der Stadt Coblenz und der Festung Ehrenbreitstein. Während die Bauarbeiten in vollem Gange sind, verschwinden geheime Baupläne. Schnell wird auch ein Schuldiger gefunden, Christian Berger. Beim Militär ist er eher unfreiwillig und was ihm besonders zur Last gelegt wird ist die Tatsache, dass sein Vater ein französischer Offizier Napoleons war, der Feind also. Christian und seine Schwester Franziska wuchsen nach dem Tod des Vaters bei einem Onkel in Cöln auf, da ihre Mutter, eine Deutsche, allein nicht den Unterhalt finanzieren konnte.Als Franziska von der Verhaftung des Bruders und des Vorwurfes zum Hochverrat hört, kann und will sie nicht glauben, dass ihr Bruder etwas derartiges getan haben soll. Sie versucht, seine Unschuld zu beweisen und gerät dabei an Christians unmittelbaren Vorgesetzten Leutnant Rudolph Harten.Auch für ihn steht fest, dass Christian schuldig ist und wahrscheinlich hat auch dessen Schwester Franziska die Hände mit im Spiel gehabt.Aber es gibt Ungereimtheiten und gemeinsam versuchen sie die Wahrheit aufzudecken...Die Autorin Maria W. Peter schreibt mit diesem historischen Werk über den Bau der Feste Ehrenbreitstein ein Stück deutscher Geschichte.Leutnant Rudolph Harten, nicht nur Soldat, sondern auch Ingenieur auf der Baustelle der Feste Ehrenbreitstein, steht unter Zeitdruck. Er muss den Schuldigen finden, der die geheimen Pläne gestohlen hat, denn ihm droht sonst die Versetzung von der Feste und das ist das schlimmste, was ihm passieren kann. Er ist mit Leib und Seele Ingenieur und tut alles dafür, um den Posten behalten zu können. Doch da kommt das engelsgleiche Wesen auf ihn zu, die Schwester des Schuldigen und behauptet, ihr Bruder wäre unschuldig. Ihre Argumente bringen auch seine feststehende Meinung ins Schwanken. Hat sie Recht? Kann es sein, dass hier ein Unschuldiger beschuldigt wird? Aber wer ist dann für das Verschwinden der Pläne verantwortlich? Franziska und Christian sind aus der Ehe einer Deutschen mit einem Franzosen hervorgegangen. Der Vater war Franzose und Offizier unter Napoleon, was sie auch heute noch verdächtig macht, denn schließlich sind Franzosen die Feinde der Preußen, noch immer.Die beiden Protagonisten Franziska und Rudolph könnten entgegengesetzter nicht sein.Franziska ist geprägt durch ihre Liebe zu ihrem Bruder. Sie steht für Ehrlichkeit und Vertrauen, ist aber impulsiv und temperamentvoll.Rudolph ist eher ein Pedant, ruhig, gewissenhaft, korrekt und ein wenig steif. Die beiden prallen förmlich aufeinander und trotz der gewaltigen Unterschiede bemerken sie die Anziehung, die der jeweils andere ausübt. Aber eine Beziehung zwischen einer Halbfranzösin und einem Preußen ist absolut nicht angemessen und doch nähern sie sich an.Die Autorin bringt dem Leser nicht nur geschichtliches über den Bau der Feste Ehrenbreitstein näher, sondern auch über den Napoleonkrieg und den Preußen im Rheinland. Für mich ein Stück Geschichte, der mir völlig unbekannt war, wie auch die Feste Ehrenbreitstein an sich.Für den Leser gibt es zu Beginn des Buches zwei Karten, anhand derer es leicht fällt, sich in der Rheinprovinz und auf der Feste Ehrenbreitstein zurechtzufinden.Das Buch vermittelt jedoch nicht nur geschichtliches, sondern beinhaltet auch kriminalistische Aspekte wie auch eine Liebesgeschichte. Die Autorin versteht es, den Leser gleich zu Beginn des Buches zu packen und nicht mehr loszulassen. Die hervorragend recherchierte Geschichte und die Umsetzung dazu im Buch machen es spannend und lesenswert. Man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen, man will wissen, wie es ausgeht, wer die Pläne gestohlen hat und ob es für Franziska und Rudolph eine Zukunft geben kann.Ein Buch, dass ich sehr gern weiterempfehle.

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  • Eine kleine historische Schatzkiste mit großem Inhalt

    Die Festung am Rhein

    bettinahertz

    05. June 2017 um 11:26

    Die Festung am RheinAutor: Maria W. PeterNach der Niederlage Napoleons Anfang des 19. Jahrhunderts wird das Rheinland Preußen zugeführt. Mit preußischer Gründlichkeit entsteht in den Jahren 1817 bis 1828 hoch über Coblenz die Feste Ehrenbreitstein. Als plötzlich geheime Baupläne verschwinden, wird Franziskas Bruder Christian, der sich grad im Militärdienst befindet, wegen Landesverrat verhaftet. Man wirft ihm vor, diese den Franzosen verkauft zu haben, schließlich war sein Vater Offizier unter Napoleon. Capitain von Rülow ist von seiner Schuld überzeugt, zusätzlich macht er seinen Untergebenen Leutnant Rudolph Harten, Ingenieur und Frontmann beim Bau der Feste, verantwortlich, dass besagte Baupläne einfach so verschwinden konnten. Christian schweigt beharrlich über bestimmte Vorkommnisse, selbst seiner Schwester Franziska vertraut er sich nicht an. Diese lässt sich allerdings nicht beirren und fechtet ihre persönliche Revolution gegen das preußische Militär aus. Dabei ist sie allerdings auf Hilfe angewiesen, von keinem geringeren als Rudolph Harten. Bei ihren Ermittlungen kommen Sie sich sehr nahe und das darf ja überhaupt nicht sein, er Preuße, sie Halbfranzösin! Sie sind einem unglaublichen Verrat auf die Schliche und geraten mehr als einmal in eine brenzliche Situation…Dieser neue Roman aus der Feder von Maria W. Peter ist eine kleine historische Schatzkiste mit großem Inhalt. Allein das Buch selbst, das Cover – vordergründig eine junge Frau in damaliger Kleidung/im Hintergrund die Feste Ehrenbreitstein – ist ein echter Hingucker. Anhand der beiden Karten auf den ersten Seiten bekommt man einen tollen Überblick über die örtlichen Gegebenheiten. Ein ausführliches Nachwort inkl. der Personen, mit denen M. W. Peter bzgl. des Romans zusammenarbeitete, zeigt wieviel Recherche notwendig ist und dafür ist sie ja sehr bekannt und belohnt uns mit historischem Hochgenuss. Auch die Übersicht der fiktiven und historischen Personen inkl. Reise- und Stöbertipps lassen einen noch lange nach dem lesen gedanklich im Rheinland verweilen. Der Schreibstil ist sehr flüssig, bildhaft, spannend und den damals sprachlichen Gebräuchen super angepasst. Ich konnte Landschaften, Gebäude und die einzelnen Charaktere bildlich vor mir sehen und letztere sogar sprechen hören, sehr unterhaltsam. Und die Charaktere selbst:Zum einen Franziska, liebevoll, unerschrocken, selbstbewusst. Ihre Eltern, eine sogenannte Mischehe, Vater Lucien Franzose, später Offizier unter Napoleon, Mutter Luise Deutsche. Franziska und ihr Bruder Christian wachsen im damaligen Cöln in einem sehr behüteten Elternhaus auf, geprägt vom Geist der französischen Revolution. Durch die Niederlage Napoleons schlägt das Schicksal für die Familie sehr hart zu und Franziska und Christian landen bei ihrem Onkel in Coblenz.Zum anderen Rudolph Harten, streng, diszipliniert, aber gerecht und menschlich. Er ist in einfachen Verhältnissen aufgewachsen. Durch eine schwere Verletzung im Krieg gegen Napoleon an Leib und Seele gezeichnet, erhält er durch Graf Neidhardt von Gneisenau die Möglichkeit ein Ingenieurstudium zu absolvieren und scheint eine neue Lebensaufgabe gefunden zu haben.Nun treffen beide, Franziska und Rudolph, ungewollt aufeinander – wie Feuer und Eis. Dabei ist Franziska sicher die temperamentvollere und Rudolph der bedachtere. Aber es ist schön zu sehen, dass sich beide auf den anderen einlassen mussten und konnten. Ich fand beide Charaktere absolut gelungen. Franziska erinnerte mich ein wenig an Invita (aus M. W. Peters historischen Kriminalreihe), natürlich in völlig anderer historischen Kulisse. Des Weiteren gibt es so einige Nebencharaktere, die M. W. Peter zum Leben erweckt. Rudolphs Bursche Fritz mit seiner „Berliner Schnauze“, der mal ganz mutig seinem Leutnant über die Frauen aufklärt. Der Schotte Alasdair McBaird, der die Epoche Kunst und Literatur, sprich Romantik, verkörpert und viele andere, jede auf ihre Weise einzigartig. M. W. Peter versteht es geschickt, die fiktiven Figuren in die Historie einzufädeln. Der Roman ist von Anfang an spannend und man tappt immer wieder im Dunkeln, wer denn nun der Verräter ist. Für mich war das Thema Feste Ehrenbreitstein unbekanntes Terrain, auch dass die vorlauten Preußen dort mitmischten entzog sich meiner Kenntnis, wahrscheinlich auch deshalb, da ich im steifen Geschichtsunterricht nur mit halben Ohr zugehört habe. Um so mehr freut es mich, dass mir dieses Stück Preußengeschichte im Rheinland sehr lebendig präsentiert wurde. Ich kann das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen und vergebe sehr gerne fünf Sterne.

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  • [rezension] - Die Festung am Rhein von Maria W. Peter

    Die Festung am Rhein

    lille12

    31. May 2017 um 10:25

    Bereits seit einiger Zeit habe ich sehnsüchtig auf den neuen historischen Roman „Die Festung am Rhein“ von Maria W. Peter gewartet. Als er dann endlich bei mir zu Hause ankam, hatte ich gerade den extremen Wälzer „1815“ liegen, der noch zu Ende gelesen werden musste, daher verzögerte sich die Geschichte rund um Franziska bis jetzt. Und jetzt bin ich durchgeflogen. Knapp 600 Seiten, einfach weg. So schnell.Klappentext: Coblenz, 1822: Hoch über der Stadt entsteht die preußische Feste Ehrenbreitstein. Als geheime Baupläne von dort verschwinden, wird Franziskas Bruder wegen Landesverrats verhaftet. Er soll die Pläne an die Franzosen verkauft haben – immerhin war ihr gemeinsamer Vater ein Offizier Napoleons. Um seine Unschuld zu beweisen, ist Franziska auf die Hilfe des strengen Leutnants Rudolph Harten angewiesen. Bei der Suche nach dem wahren Verräter kommen sich die beiden näher, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört … Kurz vorweg – ich liebe Marias Art zu schreiben. Ihr Schreibstil enthält exakt die richtige Menge an Informationen, nicht zu viel und nicht zu wenig; nicht zu kitschig und nicht zu grob. Einfach ganz genau auf den Punkt das, was ich lesen möchte. Die Charaktere sind toll beschrieben und – was ich an historischen Romanen ganz besonders schätze, einfach weil es das so selten gibt – nicht nur gut und böse. Gerade das Ende hält in dieser Hinsicht eine Überraschung bereit, die mich sprachlos und sogar ein wenig traurig zurück ließ. Ein genialer Schachzug, mit dem ich so am Ende gar nicht mehr gerechnet hätte. Ein toller Schreibstil und sympathische, echte Charaktere… Was passt dazu? Eine mega spannende und sehr reale Geschichte, von der man nicht los kommt. Natürlich kommt, wie vermutlich in nahezu jedem historischen Roman, das Schicksal den Hauptprotagonisten ganz schön oft zur Hilfe, aber ich finde, dass es ohne diese Elemente eigentlich überhaupt nicht geht.  Dennoch ist es nicht der ‚klassische‘ Iny Lorentz-Roman, der mittlerweile in fast jedem historisch angehauchten Buch aufgegriffen wird. Die Autorin hat ihren eigenen Stil und schreibt ihre eigenen Geschichten. Mich hat sie damit überzeugt! Maria hat es wieder einmal geschafft, mich vollständig in den Bann der Geschichte zu ziehen. Ich bin absolut überzeugt und werde auf jeden Fall weitere Bücher von ihr lesen. „Die Festung am Rhein“ bekommt von mir eine absolute Empfehlung und 5 von 5 Mäxchen! mehr auf https://celinesbucherwelt.wordpress.com/2017/05/10/rezension-die-festung-am-rhein-von-maria-w-peter/

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  • So wird Geschichte lebendig!

    Die Festung am Rhein

    Schlehenfee

    30. May 2017 um 21:51

    Koblenz, 1822: Aus dem linksrheinischen Herrschaftsgebiet Napoleons ist nach dessen Niederlage die „Preußische Rheinprovinz“ entstanden und der Bau der Festung Ehrenbreitstein durch die Preußen ist in vollem Gange. Der Diebstahl geheimer Baupläne führt zur Verhaftung von Christian Berger. Er ist ein preußischer Soldat und Sohn eines Franzosen, des neuen Erzfeindes. In der aufgeladenen Stimmung versucht seine Schwester Franziska den wahren Täter zu finden. Dabei erhält sie Unterstützung von unerwarteter Seite.Als Rheinländerin mit Wohnsitz fast mittig zwischen Köln und Koblenz hat mich „Die Festung am Rhein“ und die äußerst interessante historische Epoche, in der der Roman spielt, sofort angesprochen. Mit Koblenz verbinden mich schulische und berufliche Wege und einige Freundschaften. Darum freut es mich besonders, dass die Stadt in solch einem hervorragenden Roman porträtiert wird.Autorin Maria W. Peter hat bis ins Detail genau recherchiert und die damaligen Verhältnisse zwischen liberalen Rheinländern und konservativen Preußen akkurat dargestellt. Diese Recherchearbeit zahlt sich aus, denn als Leser erhält man ein fantastisches Panorama der damaligen Zeit. Zusätzlich bekommt man in einem umfangreichen Anhang noch mehr geschichtliche Hintergründe und Tipps für einen Besuch am Rhein aufgezeigt. Auch der Kowwelenzer Dialekt ist perfekt eingefangen, mir klangen die Aussagen sofort authentisch im Ohr. Das gilt aber auch für die anderen Dialekte, die sparsam aber gut dosiert in die Dialoge eingeflochten sind.Die Charaktere, allem voran Franziska und Rudolph sind lebendig und facettenreich ausgearbeitet. Dass Franziska vielleicht etwas zu forsch und damit eher modern auftritt, kann ich verschmerzen, denn es passt gut in das Gesamtbild hinein. Der Spannungsbogen der Handlung wird durch die Detektivarbeit der Protagonisten gut hochgehalten und die Seiten flogen nur so dahin.Für all dies, vor allem aber für die hervorragende historische Genauigkeit, durch die Geschichte lebendig wird, vergebe ich gerne fünf Sterne! (Und dafür, dass ich nun weiß, was es mit dem Koblenzer Schängel auf sich hat....)

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