Maria Weissenböck

Lebenslauf

Maria Weissenböck, geboren 1980 in Wien. Studium der Angewandten Sprachwissenschaften in der Fächerkombination Russisch/ Ukrainisch/ Deutsch. Maria Weissenböck übersetzt aus dem Ukrainischen und dem Belarussischen, u.a. von Taras Prochasko, Tanja Maljartschuk und Volja Hapeyeva. Sie erhielt 2004 den Übersetzerpreis der Stadt Wien für die Übersetzung von Jurij Wynnytschuks „Die Einhornjagd“. Für den Residenz Verlag übersetzte sie den Roman „Der Papierjunge“ und die Roman-Triologie "Amadoka".

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Maria Weissenböck

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Neue Rezensionen zu Maria Weissenböck

Cover des Buches Blauwal der Erinnerung (ISBN: 9783462004182)
Wolf-Macbeths avatar

Rezension zu "Blauwal der Erinnerung" von Tanja Maljartschuk

: Ein Meisterwerk der ukrainischen Literatur
Wolf-Macbethvor 9 Monaten

In "Blauwal der Erinnerung" entführt uns Tanja Maljartschuk erneut in die faszinierende Welt der Ukraine. Ähnlich wie in ihrem beeindruckenden Debütroman "Biografie eines zufälligen Wunders" (ein absolutes Muss für Leser), taucht sie tief in die Geschichte ihres Landes ein. Dieses Mal steht der vergessene ukrainische Volksheld Wjatscheslaw Lypynskyj im Mittelpunkt, dessen Schicksal eng mit der Icherzählerin verknüpft ist.

Die Icherzählerin, die unter Panikattacken leidet und ihre Wohnung selten verlässt, stößt auf Lypynskyj, als sie alte ukrainische Zeitungen liest. Dieser Zufallsfund setzt eine fesselnde Recherche in Gang, die nicht nur die Geschichte der Ukraine enthüllt, sondern auch die innere Welt der Protagonistin aufwühlt.

Doch letztendlich geht es in diesem Buch nicht nur darum, über was Tanja Maljartschuk schreibt, sondern dass sie überhaupt schreibt. Ihre Worte und Sprache haben die einzigartige Kraft, den Leser zu begeistern und mitzureißen. Dies ist wahrlich große Literatur. Ich bin ein großer Fan von ihr und hoffe aufrichtig, dass dies nicht ihr letzter Roman ist.

Ich kann jedem nur empfehlen, "Blauwal der Erinnerung" und ihren ersten Roman "Biografie eines zufälligen Wunders" zu lesen, um zu verstehen, welches literarische Juwel Tanja Maljartschuk ist.

Cover des Buches Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde (ISBN: 9783709934487)
Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde" von Natalka Sniadanko

Wilhelm von Habsburg - Held oder Aufschneider?
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Gleich vorweg, dieses Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen, weil ich etwas anderes erwartet habe.  

Ich habe mich auf eine (Lebens)Geschichte gefreut, die das Leben des Wilhelm von Habsburg, der auch heute noch in der Ukraine verehrt wird, zum Thema hat. Eine Geschichte, die seiner Enkelin Halyna anhand von Tagebüchern und/oder Briefen erzählt werden, hätte können, da Wilhelm 1948 im Kiewer Lukjaniwska-Gefängnis gestorben ist. Dem ist leider nicht so, denn da für den historischen Wilhelm aufgrund seiner homosexuellen Neigung keine Hochzeit und keine Nachkommen im Stammbaum der Habsburger verzeichnet sind, ist jener Teil des Romans, der sich mit (s)einer fiktiven Enkelin Halyna beschäftigt, der Fantasie der Autorin entsprungen. 

Die Erzählungen von Wilhelm, der in der Ukraine auch wegen seines mit ukrainischen Mustern bestickten Hemdes, Vasyl Vyshyvanyi, genannt, werden durch Abstecher in diverse Zeiten und Orte unterbrochen. Die Kindheit als Sohn eines Erzherzoges mit zahlreichen Bediensteten und einem strengen Zeremoniell wechselt plötzlich in die sowjetische Gegenwart der 1990-er Jahre und später in in das neue Jahrtausend zu Halyna, um dann plötzlich mit Kaiser Maximilian nach Mexiko zu reisen und dort dessen Scheitern und der Exekution beizuwohnen. Zahlreiche historische Fakten werden mit eigenartigen fiktionalen Ereignissen gemischt. So wird Kaiserin Elisabeth (neben ihren Kindern Sophie, Gisela, Rudolf und Marie Valerie) ein weiteres Kind angedichtet. Diese Szene erschließt sich mit nicht und bringt die Handlung keinen Millimeter weiter.  

Der Erzählstrang der Gegenwart rund um Halyna beginnt zuerst vielversprechend, um dann in einer für mich endlos scheinenden Debatte mit Ehemann Hryz über die Erziehung des gemeinsamen Sohnes Oles sowie der Schilderung des korrupten Schulsystems zu enden.  

Da ich gerne mehr über diese schillernde Figur erfahren möchte, werde ich wohl „Der rote Prinz. Die geheimen Leben des Wilhelm von Habsburg“ von Timothy Snyder lesen müssen. 

Fazit: 

Diese wilde Mischung aus Heldenepos und erfundener Familiengeschichte konnte mich leider nur stellenweise fesseln. Daher gebe ich diesem ziemlich kontrovers erzählten Roman rund um Vasyl Vyshyvanyi 3 Sterne.

 

Cover des Buches Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde (ISBN: 9783709934487)
awogflis avatar

Rezension zu "Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde" von Natalka Sniadanko

Das absolute Chaos: das Wimmelbild und die verwirrenden Zeitsprünge
awogflivor 3 Jahren

Analog zum sehr umfangreichen Titel des Romans „Der Erzherzog, der den Schwarzmarkt regierte, Matrosen liebte und mein Großvater wurde“, der mich beim ersten Anblick sehr neugierig gemacht hat, habe ich das Werk sogleich im selben Stil umgetauft, um mit meiner Headline gleich mit dem Finger in die Schwächen zu bohren und auf meine Probleme mit der Geschichte hinzuweisen.

Ich liebe ja epische Familienromane über mehrere Generationen, lese auch jedes Jahr extrem viel in diesem Genre und habe punktgenau davor zwei großartige Werke von Judith Fanto und von Daphne du Maurier kennenlernen dürfen. Der wesentlichste kritische Erfolgsfaktor von Mehrgenerationenromanen ist es, der Leserschaft Struktur zu geben, damit sie sich quer über die Zeiten und Personen im Plot zurechtfindet. Das kann durch aufgezeichnete Familienstammbäume realisiert und sollte unbedingt durch logisch gut strukturierte, einheitliche, möglichst sparsam eingesetzte Handlungsstränge mit homöopathisch angewandten Zeitsprüngen verwirklicht werden.

In dieser Geschichte war das Motto, anstatt Unterstützung anzubieten, bedauerlicherweise möglichst viel Verwirrung zu stiften: Zu viele Erzählstränge in unterschiedlichen Zeiten, die exzessiven Zeitensprünge zu abrupt und zu bunt gemischt, innerhalb der stroboskopartig servierten Handlungsstränge auch noch Rückblenden in andere Zeiten, zusätzlich noch jeden Furz von Nebenpersonen in die Handlung reingenommen, die wenig zum Plot beitragen und kein Familienstammbaum als kleine strukturelle Hilfe wird angeboten, sodass ein unentwirrbares Wimmelbild und ein absolutes Tohuwabohu entsteht. Der Roman hat ein bisschen etwas von Hundert Jahre Einsamkeit, fokussiert aber nicht die Stärken des Romans, die im Fantastischen Realismus begründet sind, sondern widmet sich ausschließlich dem Umstand, die Schwächen ganz massiv zu kopieren. Dieser Umstand ist auch darin begründet, dass der im Titel erwähnte Erzherzog tatsächlich einem historisch fast nicht relevanten Seitenarm der weitverzweigten und kinderreichen Habsburger entstammt, dessen Eltern auch Maria Theresia und Karl Stephan heißen aber nicht die Maria Theresia und der Karl Stephan sind. DAS ist die Analogie zu Gabriel García Márquez preigekröntem Roman. Alle heißen quer über die Generationen oft gleich mit dem Vornamen und das kombiniert mit permanenten Zeitsprüngen ließ mich als Leserin völlig konfus zurück. Ok, macht man sich die Mühe, diesen historisch nicht so wichtigen und noch nie gehörten Habsburger Willhelm den Bestickten zu googeln, bekommt man einen Familienstammbaum, aber so etwas sollte im Buch stehen und nicht erst durch ausführliche Sekundärrecherche zugänglich gemacht werden. https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Franz_von_Habsburg-Lothringen

So waren mir die Figuren und das Chaos von Anfang an verhasst und ich konnte auch kaum eine Beziehung zu den Protagonisten aufbauen, weil bis zu zwei Dritteln des Buches alles so wirr war. Als ich endlich ein bisschen durch die Familienzusammenhänge blickte, hatte mich sowohl die Gesamthandlung verloren, als auch waren mir die beschriebenen Figuren total egal. Was halt dann schlussendlich bleibt, sind ein paar witzige Anekdoten, wie zum Beispiel jene, dass eine deutsche Kellnerin Österreicher beim Bestellen eines Wienerschnitzels als Trockenesser bezeichnet, weil sie das Schnitzel nicht mit Tunke bestellen und ein paar mäßig interessante politische Informationen über die Ukraine (Galizien) während der Habsburgerzeit.

Fazit: Total chaotischer Roman, von mir gibt es keine Leseempfehlung. Eigentlich sehr schade, denn in dieser Geschichte wäre mehr drin gewesen.

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