Maria Wellershoff Von Ort zu Ort

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Inhaltsangabe zu „Von Ort zu Ort“ von Maria Wellershoff

Pommern, das ›Land am Meer‹, gibt es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Dort wuchs Maria Wellershoff als Maria von Thadden auf, auf den Landgütern Trieglaff und Vahnerow, die seit Generationen der Familie von Thadden gehörten. Mit leichter Hand und einer wundervoll eindringlichen Sprache bringt die Autorin uns ihre Kindheit und Jugend nahe. Maria Wellershoff erzählt von den Dörfern und Gutshäusern, von Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden, von den Tieren, von Festen und Jagden, von der pommerschen Landschaft und den Ferien an der Ostsee. Eine große Rolle spielen dabei auch Naziherrschaft und Krieg. So beschreibt sie, wie Elisabeth, ihre Halbschwester, 1944 von den Nazis hingerichtet wird. Zu diesem Zeitpunkt studiert Maria bereits Kunstgeschichte in Prag. Kurz vor Kriegsende kehrt sie ins ›Reich‹ zurück. Zusammen mit ihrem Bruder Ado wird sie von den Amerikanern gefangen genommen und gelangt auf abenteuerlichen Wegen nach Göttingen, wo sie endlich ihr Studium fortsetzen kann.

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    Von Ort zu Ort
    Monika58097

    Monika58097

    29. December 2013 um 12:27

    Maria Wellershoff war eine von Thadden, einer der Töchter der Gutsherren von Thadden. Sie wuchs in Trieglaff und später in Vahnerow auf, Güter, die seit Generationen den von Thaddens gehört haben. Schlösser, Gutshöfe, adelige Menschen - Normalität für Maria von Thadden, ebenso wie Feste und Jagden. Eindrücklich erzählt Maria Wellershoff von der Pommerschen Landschaft, von der Weite des Landes, von den Ländern, aber auch von den Ausflügen zum Meer an die Ostsee. Marias Ziel ist es nicht, reich zu heiraten, Gutsfrau und Mutter zu werden. Sie möchte unbedingt studieren. Sie möchte selbständig sein. Mit größter Disziplin schafft sie es, auf die Schule zu gehen. Sie lernt, schafft ihr Lernpensum oft schneller als andere. Sie will unbedingt schaffen, was zu dieser Zeit oft nur den Jungs vorbehalten ist. Maria schafft es. In Berlin macht sie ihr Abitur und fängt schließlich an Kunstgeschichte zu studieren, doch der Zweite Weltkrieg naht. Schließlich ist er ausgebrochen, dieser schreckliche Krieg. Das Bodenamt hat ihrer Freundin Christiane und ihr aufgetragen, Schlösser zu inventarisieren. Sie widmen sich mit Hingabe dieser Aufgabe, werden sie auf diese Weise nicht zu anderem Arbeitsdienst herangezogen. Zugfahrten sind immer noch möglich, doch inzwischen sind sie lang und unbequem. Überfüllte Züge sind an der Tagesordnung, ebenso wie stundenlange Verspätungen. Eines Tages wird sie mit einem Auto am KZ Theresienstadt vorbeigefahren. Den Gefangenenzug mit den Menschen in gestreifter Sträflingskleidung wird sie ihr Leben lang nicht vergessen können. Und doch dringt nicht allzu viel vom Krieg zu ihr durch. Maria hat Glück. Meistens ist sie irgendwo auf dem Land untergebracht, bei Verwandten, bei Freunden, bei Bekannten. Über das mögliche Ende des Krieges wurde irgendwann nicht mehr gesprochen. Die Menschen konnten es sich nicht mehr vorstellen. Maria macht sich immer wieder Notizen in ihren Taschenkalender. Politisches schreibt sie nicht hinein. In diesen schlimmen Zeiten ist es viel zu gefährlich. Ihr Zuhause in Vahnerow sieht sie Ende Dezember 1944 vorerst zum letzten Mal. Erst 31 Jahre später soll Maria Wellershoff wieder dort hinkommen. Sie sieht Berlin, die ehemalige Reichshauptstadt. Sie erinnert sich daran, dass alles schwarz-weiß aussieht, zerbombt, ausgebrannt. In Libochowitz, wo wieder einmal zusammen mit Christiane ein Schloss inventarisiert, erlebt sie einen Großangriff auf Dresden mit. Zum Glück ist das Schloss weit genug entfernt. Während sie von Flüchtingstrecks weiß und sie selbst auch gesehen hat, das ganze Elend gesehen hat, die Not der Menschen, deren Stumpfheit, während sie irgendeinem Ziel entgegen gehen, spielt Maria Halma und trinkt Wein. Was soll sie tun? Wohin soll sie gehen? Maria ist jung und versucht trotz dem Krieges ihr Leben zu genießen. Da sie immer wieder auf dem Land lebt, muss sie keinen Hunger leiden, doch auch ihre Familie wird vom Krieg arg getroffen. Einige der männlichen Familienmitglieder, auch Freunde und Bekannte fallen in diesem unsinnigen Krieg. Ihre Schwester Elisabeth wird verhaftet und gar enthauptet. Im Radio erfahren sie schließlich, dass Hitler tot ist. Es ist die Rede von Kapitulationen und Desertationen. Am 8. Mai 1945 wird Maria mit den Worten "Der Krietg ist aus!" geweckt. Das Ende ist der Anfang, so Marias Motto. Gemeinsam mit ihrem Bruder Ado schlägt sie sich zu den Amerikanern durch, wo sie vorerst verhaftet werden. Schließlich gelingt es Maria nach Göttingen zu gelangen, wo sie endlich ihr Studium wieder aufnehmen kann. "Von Ort zu Ort" ist ein Lebensbericht, der aus der Masse heraussticht. Wie Maria Wellershoff von ihrer pommerschen Heimat erzählt, von ihrem Leben dort als Kind und Jugendliche, das fasziniert. Die von Thaddens, zur sogenannten feinen Gesellschaft gehörend, haben sich trotz ihres Standens immer für die anderen eingesetzt, haben geholfen, wo geholfen werden konnte. Auch Maria hat nie gezögert mit anzupacken, wenn es nötig war. Dieser Lebensbericht berührt, macht nachdenklich. Es ist das Leben der Maria von Thadden und doch geschrieben wie eine packende Geschichte. Eine Lebensgeschichte, die einen nicht so schnell los lässt.

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