Maria Wiesner

 4.2 Sterne bei 10 Bewertungen

Lebenslauf von Maria Wiesner

Maria Wiesner, aufgewachsen in Brandenburg, studierte Germanistik, Italianistik und Journalistik inklusive Volontariat in Dresden, Leipzig, Florenz und Reggio di Calabria. Seit Juni 2013 war sie als freie Journalistin von Frankfurt aus tätig und schrieb Reportagen und Porträts von Reisen in Europa, Asien und Afrika für das Frankfurter Allgemeine Magazin und das Gesellschafts- und Politikressort der F.A.Z. Weitere journalistische Beiträge entstanden u.a. für BBC World Service, Deutschlandradio Kultur und die New York Post. Seit 2016 arbeitet sie als Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET. Als Herausgeberin sammelte sie die irrsten Erlebnisse von Bahnfahrern in ihrem Buch "Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf".

Quelle: Verlag / vlb

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Alles in Ordnung? - Warum wir vor lauter Aufräumen unser Leben verpassen

Erscheint am 26.01.2021 als Taschenbuch bei HarperCollins.

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Rezension zu ""Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf" - Wie die Bahn uns alle irre macht" von Maria Wiesner

[Rezension #111] "Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf"
KiraNearvor 7 Monaten

Name: "Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf

Autor: Maria Wiesner

Genre: Berichte

Preis: €10,00 [D] | €10,0 [A]

Seiten: 206

Sprache: Deutsch

Erscheinungsjahr: 2019

ISBN: 978-3-95967-346-4

Verlag: HarperCollins


Rückentext:

"Ich hatte ja bislang geglaubt, dass es Fahrpläne bei der Bahn gibt."

Verspätungen, Zugausfälle, geänderte Wagenreihung - kein Unternehmen erregt den Unmut seiner Kunden so sehr wie die Deutsche Bahn. FAZ-Redakteurin Maria Wiesner hat die irrsten Erlebnisse Bahnreisender gesammelt: von achtstündigen Verspätungen, saunaähnlichen Großraumawagen, schnarchend-schmatzend Sitznachbarn bis hin zu Pendlern am Rande des Nervenzusammenbruchs. Survival Training inklusive. Absurd, komisch - und leider wahr!

"So standen wir alle. Und standen. Und standen."


Meinung (Achtung, möglicherweise Spoiler!):

Dieses Buch habe ich mir vor einer Weile mal geholt, als ich mal wieder zum Arzt musste und es ist eine schöne Tradition, dass ich mir vor oder nach dem Arztbesuch ein Buch kaufe. Hat was von einem Trostpflaster, irgendwie. Jedenfalls mag ich es, solche Geschichten von anderen Reisenden zu lesen, ob nun positiv oder negativ. Nun gut, zugegeben, die negativen Geschichten sind meist die interessanteren. Jedenfalls habe ich es damals ein Stück weit gelesen und dann wieder vergessen. Es kamen auch noch andere Bücher dazwischen, die dann wichtiger waren. Nun hab ich das Buch vor mehreren Wochen neu angefangen und dieses Mal auch zuende gelesen. Nun ist es eigentlich nicht das Werk von Maria Wiesner alleine, sie hat nicht nur ihre eigenen Erfahrungen in das Buch gesetzt, sondern viele andere Menschen auch. Das Buch ist in mehrere Kapitel aufgebaut, in dem einen geht es um darum, dass die Bahn nicht improvisieren kann; man bekommt typische Situationen mit wie kaputte Züge oder defekte Klimaanlagen an einem heißen Sommertag (eine Erfahrung, die ich ebenfalls machen durfte, aber auch in die andere Richtung, dass die Klima auf zu kalt eingestellt war) - aber auch das Verhalten einiger Bahnmitfahrer, die sich ihre Aktionen lieber hätten sparen können. Natürlich gibt es auch positive Erlebnisse, die werden auch in einem Kapitel erwähnt.

Die Geschichten sind sehr interessant, nur manchmal, abgesehen von einem Kapitel, welches sich um den einen oder anderen Sturm kümmert, behandeln die meisten Erlebnisse irgendwie die Bahnstrecken aus der gleichen Gegend. Keine Ahnung, ob es da schlimmer ist als in anderen Regionen in Deutschland, aber ein bisschen mehr Abwechselung wäre interessanter gewesen. Auch ging es fast nur um Reisende, die entweder mit dem ICE oder sehr, sehr weite Strecken gefahren sind. Dabei hätten mich, als ehemalige Regionalbahnfahrerin, auch die eine oder andere Regionalverkehrsgeschichte interessiert. Denn ja, auch im "Nahverkehr", wie die Bahn sowas noch nennt, kann eine Menge negatives oder positives passieren. Auch ich hätte da das eine oder andere noch hinzufügen können. Am Ende jeder Geschichte wird dann der Name des Verfassers erwähnt.


Leseprobe:

Die Deutsche Bahn hat lange Zeit mit einem entspannten Fahrerlebnis geworben. Noch vor wenigen Jahren sah man Werbung von Zügen, in deren Abteilungen sich wenige Reisende lümmelten, auf ihren Laptops gemütlich Filme schauten oder auf dem Smartphone das Ultraschallbild des Enkelkindes bestaunten. Von dieser angenehm entspannten Vision des Fahrerlebnisses hat sich das Unternehmen längst verabschiedet, wie ein Werbespot mit Nico Rosberg aus dem Jahr 2018 zeigt.

Der ehemalige Rennfahrer sprintet in dem kurzen Video über den Bahnsteig, erwischt knapp den Zug und stellt - dank mobiler DB-App - fest, dass seine Sitzplatzreservierung am anderen Ende des ICEs liegt. Zum Iggy-Pop-Song "The Passenger" folgt nun ein Sprint durch das alltägliche Zugchaos: Rosberg hilft dabei, einen Koffer in die Ablage über den Sitzen zu wuchten, springt über Hunde und Babys im Gang und tanzt sich durch ein Abteil mit indischer Hochzeit. Der Zug ist voll, laut, gedrängt und soll natürlich trotzdem sympatisch wirken. Die Menschen sind entspannt, gehen an Laptops ihrer Arbeit nach. Am Ende gelangt Rosberg an seinen reservierten Platz, von dem ihm der halb nackte Iggy Pop persönlich entgegenlächelt und in vernuscheltem Deutsch "geänderte Wagenreihung" sagt.

Ironisches Augenzwinkern im eigenen Werbevideo.


Fazit:

Wie schon bereits gesagt, ist das Buch ziemlich interessant, auch wenn es schade ist, dass der Fokus so sehr auf den Fernverkehr liegt. Allerdings ist es jetzt nicht so interessant genug, dass ich es noch ein drittes Mal lesen würde. Es ist eines dieser Bücher, die man ließt und dann weitergibt, damit sie der nächste lesen kann. Auch wäre eine Abwechslung, was die Themen und die Gebiete, in denen die Erlebnisse stattfinden, auch etwas mehr hätten sein können. An sich ist es eine gute Ansammlung von Erlebnissen, aber jetzt nichts, was ich nochmal lesen möchte oder gar behalten. Daher werde ich das Buch auch bei der nächsten Gelegenheit zu einem neuen Besitzer geben; und gebe ihm vorher insgesamt 3 Rubine.

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Rezension zu ""Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf" - Wie die Bahn uns alle irre macht" von Maria Wiesner

Bahnfahren ist nur für Fortgeschrittene
Lena_Sophievor einem Jahr

Fast jeder hat schon einmal erlebt, was alles schief gehen kann, wenn man für eine Reise, und sei sie noch so kurz, der Gnade der Deutschen Bahn ausgeliefert ist. Gerade Pendler, zu denen auch ich zähle, können ein Lied davon singen, wie die Bahn sie täglich aufs Neue mit den absurdesten Vorfällen konfrontiert und die Fahrt zu einem Erlebnis macht, was man so schnell nicht wieder vergisst.. leider selten im positiven Sinne.


Als Pendler zwischen einer kleinen Stadt in Schleswig-Holstein und Hamburg habe ich täglich laut Fahrplan für eine Strecke rund 50 Minuten Fahrdauer einzuplanen, einmal morgens zur Uni hin, einmal nachmittags/abends zurück. Klingt soweit gar nicht dramatisch, wäre es nicht mittlerweile Standard, dass die Züge mit verringerter Wagenanzahl fahren müssen. Immer, ständig, egal welche Tageszeit man erwischt, es stehen grundsätzlich die Leute in den Gängen, sodass ich freiwillig auch mal eine Stunde auf den nächsten Zug warte, um mich vorher einen Sitzplatz zu sichern und mich zur Feierabendzeit nicht wie eine Sardine fühlen zu müssen. Kann eigentlich kein Zustand sein, denkt man sich. Geht aber noch viel schlimmer, denkt sich die Bahn.


In diesem kleinen aber feinen Büchlein wurden von der Herausgeberin die schrägsten und unglaublichsten Erfahrungsberichte von Reisenden gesammelt, bei deren Lektüre sich überzeugte Autofahrer wahrscheinlich lobend gegenseitig mit einem „Wir wissen halt, wie es richtig geht“ auf die Schulter klopfen würden und sich Normalsterblichen die Fußnägel hochrollen.


Von meiner Meinung nach Jammern auf hohem Niveau bis hin zu echten Schockern war alles dabei, aufgeteilt in verschiedene Kapitel mit einschlägigen Überschriften wie „It's hard to be a Pendler“ oder „Heiß und Eis – Die Sache mit dem Wetter“. Bei all den Beschwerden gibt es zu guter Letzt auch ein Kapitel mit erfreulichen Erfahrungen, die man leider viel zu selten macht und mir persönlich am meisten Lesespaß bereitet haben.


Beim Lesen dieses Buches, was ich selbstverständlich auf der Bahnfahrt getan habe, habe ich mich endlich mal gleichzeitig so richtig verstanden gefühlt und war auf der anderen Seite dankbar, dass ich „nur“ pendle und noch keine längere Bahnreise angetreten habe. Dem geübten Bahnfahrer begegnen einige bekannte Szenarien, wie zum Beispiel die unangenehmen Sitznachbarn jeglicher Art und das unkommentierte Stehenbleiben mitten auf der Strecke. Dinge, über die man nach einem Jahr Pendelei längst hinweg sieht, ja, die einem sogar kaum mehr erwähnenswert scheinen. Die richtigen Horror-Szenarien, wie zum Beispiel in einem geschlossenen Bahnhof zu stranden, fand ich da wesentlich interessanter und habe sie daher auch aufgesaugt wie ein Schwamm, während ich mich grinsend gefreut habe, dass mein eigenes Gefährt gerade mal lächerliche 10 Minuten Verspätung hatte.


Wer die Leiden der Fahrgäste so genau wie möglich nachvollziehen möchte, ist im Vorteil, wenn er gute Geografie-Kenntnisse besitzt, um Strecken und Entfernungen besser einschätzen zu können. Mir ist es öfter passiert, dass ich zwischen all den eigentlichen und tatsächlichen Abfahrtszeiten und -orten, mit denen man stellenweise bombardiert wird, den Überblick über das geschilderte Geschehen verloren habe, daher waren mir die kurzen und knappen Berichte meist lieber als die detaillierten über ganze Wochenendtrips, wobei erstere tatsächlich auch meist etwas humorvoller und selbstironischer ausgefallen sind als die langwierigen Leidensgeschichten.


Mein Fazit:
Sehr unterhaltsam, vor allem für Bahnfahrten empfehlenswert. Teilweise etwas verwirrend mit den gefühlt tausend Zeit- und Ortsangaben, dennoch ein lesenswertes Buch, bei dem jeder Bahnfahrer bestimmt mindestens eine Situation finden wird, in der er sich wiedererkennen kann.

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Rezension zu ""Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf" - Wie die Bahn uns alle irre macht" von Maria Wiesner

Typische Bahnmomente zwischen zwei Buchdeckeln
Lemas_Buecherweltvor einem Jahr

Mit „Grund dafür sind Verzögerungen im Betriebsablauf“ Wie die Bahn uns alle irremacht, habe ich ein Buch in der Hand gehabt, dass ich innerhalb eines Tages durchgesuchtet habe. Das lag nicht nur daran, dass es mit seinen 206 Seiten relativ dünn ist, sondern weil es um unser aller Lieblingstransportunternehmen geht: die Deutsche Bahn. Wer hat es nicht schon erlebt, mindestens 5 – 10 Minuten auf dem Bahnsteig zu versauern, weil der Zug wieder einmal Verspätung hatte.

MIt ihrem Buch zeigt Maria Wiesner auf ungeschönte Art auf, woran es genau bei der deutschen Bahn hakt. Inklusive knallharter Zahlen und Fakten. Da Maria Wiesner sonst für die FAZ schreibt, hat sie via Facebook nach Erlebnissen von anderen Viel-Bahn-Nutzern gebeten. Zusammen mit ihren eigenen Erlebnissen ist ein buntes Potpourri aus typischen Bahnsituationen zusammengetragen und zwischen zwei Buchdeckeln festgehalten worden. Beim Lesen wusste ich oft nicht ob ich Lachen, Weinen, den Kopf schütteln oder gleich auf den Tisch donnern soll. Innerhalb eines Tages war ich dann auch schon durch, denn man will einfach nicht aufhören zu lesen.

Auch wenn ich inzwischen deutlich weniger Bahn fahre, da es mich zu sehr belastet mich mit dem Rollstuhl in volle Züge zu quetschen, auf Sanitäranlagen zu verzichten (weil sie wieder defekt sind) und die Mobilitätszentrale mich vergisst anzumelden, kann ich jedem Bahn-Sympathisanten als auch Kritiker nur an Herz legen, dieses Buch zu lesen. Danach kommt man definitiv ins Grübeln.

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