„Francesco – Alles verrückt“ ist ein Jugendroman von Maria Gabriela Wisniewska, erschienen im Novum-Verlag. Es erzählt die ungewöhnliche Geschichte eines jungen Außenseiters, dessen Leben plötzlich eine völlig unerwartete Wendung nimmt.
Die Autorin, ein 14-jähriges Mädchen aus Polen, beginnt schon sehr früh Geschichten zu schreiben. Im Juni 2024 fällt der Entschluss, ein richtiges Buch zu erschaffen, das dann tatsächlich nach 8 Monaten fertig wird und im Novum-Verlag erscheint. Das Buch ist in deutscher Sprache entstanden und auch als E-Book erhältlich. Die polnische Familie lebt von 2016 bis 2024 in Salzburg, wo das Mädchen zuletzt die 3. Klasse der Mittelschule Nonntal besucht und positiv abschließt, bevor die Rückkehr nach Polen erfolgt. Maria hat zu dieser Zeit sieben jüngere Geschwister.
Das Buch beginnt – musikalisch gesprochen – mit einem Paukenschlag: Der außergewöhnlich und geschickt als „Vorgeschichte“ gestaltete Beginn des Werkes offenbart bereits eine deutlich spürbare Hinwendung zu Spiritualität und Religiosität, die sich im weiteren Verlauf verstärkt. Ein hinterhältiger Mord und das Erscheinen eines Engels samt Prophezeiung bilden den Schlüssel zum Verständnis der folgenden 43 Kapitel der bemerkenswerten Geschichte.
Die Handlung folgt einer klaren, gut strukturierten Linie. Die Ereignisse sind nachvollziehbar, auch wenn die wiederholt auftretenden unheimlichen Kräfte den Leser – wie auch Francesco – oft rätselnd zurücklassen.
Die Charaktere sind lebendig und bildhaft beschrieben. Francesco besucht die 2. Klasse Gymnasium, wird gemobbt und zweifelt häufig an sich selbst. Auf der Gegenseite stehen seine gefühlskalten Eltern, die Schlägertypen Paul, Bob und Mark sowie der sadistische Sportlehrer und die gefühllose Direktorin.
Unterstützung findet Francesco vor allem in seinem Freund Markus, in Bartek und dessen Mutter Dorota. Eine Schlüsselfigur ist der geheimnisvolle Bibliotheksbesitzer mit dem ungewöhnlichen Namen Susej Ttog – eine Person, deren Bedeutung sich dem aufmerksamen Leser auf besondere Weise erschließt.
Der Wendepunkt in Francescos Leben ist die Freundschaft mit genau diesem Mann, dem er das Leben gerettet hat. Er wird zu seinem Beschützer und spirituellen Begleiter und führt ihn behutsam an den römisch-katholischen Glauben heran. Die Namen „Gott“ und „Jesus“ erhalten im Buch eine zentrale, aber fein verwobene Bedeutung – mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Zur formalen Gestaltung: Das Buch hätte von mehr Absätzen und Umbrüchen profitiert – längere Textpassagen wirken bisweilen atemlos. Auch eine Reduktion der Kapitelanzahl wäre denkbar. Für eine eventuelle Neuauflage wären diese Punkte lohnende Verbesserungen.
Der abrupte Schluss lässt viele Fragen offen – etwa, ob Francescos Eltern erneut zu Gewalt greifen könnten. Ähnlich wie ein dissonanter Septakkord, der nach Auflösung verlangt, sehnt sich der Leser nach einer Fortsetzung – und hofft, dass die talentierte junge Autorin uns diese schenken wird.
„Francesco – Alles verrückt“ ist ein starkes Debüt. Ich empfehle das Buch allen Jugendlichen ab 12 Jahren und auch Erwachsenen, die sich ihre kindliche Neugier bewahrt haben. Drei Personen aus meinem Umfeld haben es ebenfalls gelesen – und waren begeistert. Daher mein Appell: Kauft das Buch – ihr werdet es nicht bereuen!

