Maria Zaffarana

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen
Autorin von Die Wahrheit ist ein Schlund, Getrübter Blick und weiteren Büchern.
Maria Zaffarana

Lebenslauf von Maria Zaffarana

Maria Zaffarana, Jahrgang 1973, war zehn Jahre lang als Promi-Reporterin bei zwei Illustrierten tätig und promovierte nebenher in Literaturwissenschaften. Sie machte sich 2009 als Freie Journalistin selbstständig und lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern in Köln. Ihre Liebe zur Literatur entdeckte sie mit gerade einmal zwölf Jahren. Ungefähr zur gleichen Zeit keimte in ihr der Wunsch auf, einen eigenen Roman zu schreiben. Doch erst jetzt fand sie die Zeit und die nötige Muße dazu.

Alle Bücher von Maria Zaffarana

Die Wahrheit ist ein Schlund

Die Wahrheit ist ein Schlund

 (13)
Erschienen am 05.09.2013
Getrübter Blick

Getrübter Blick

 (3)
Erschienen am 06.12.2014

Neue Rezensionen zu Maria Zaffarana

Neu

Rezension zu "Im Jenseits gibt es keine Pralinen: Ein phantastischer Künstler-Roman" von Maria Zaffarana

Transzendent-paradiesischer Wortkonfekt von Maria Zaffarana ...
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Maria Zaffarana: Im Jenseits gibt es keine Pralinen

Eigentlich schade, finde ich genauso wie der Protagonist des phantastischen Künstlerromans von Maria Zaffarana, das es im Jenseits keine Pralinen gibt. Womit versüsst sich mann oder frau denn sonst das Leben?

Die Autorin war so nett, mir ein Rezensionsexemplar zu schicken. Ansonsten wäre ich wahrscheinlich nicht über den Titel gestolpert, aber die Lektüre – so ungewohnt der Rahmen für mich war – hat sich gelohnt. Denn es wimmelt in diesem Künstler-Roman von Überraschungen, sprich auch Autoren. Im Jenseits, wo der Held viel zu früh und unerwartet gelandet ist, trifft er seinen hochverehrten Böll. Wenigstens etwas Gutes hat diese Zeitreise schon. Allerdings ist auch bei Böll ein wenig der Glanz ab.

Wie ist es denn nun im Himmel, sorry Jenseits? Erwarten Sie bloss keine Choralgesänge oder schwebenden Luftwesen. Das wäre auch zu langweilig für einen Roman, denn hier braucht es Konflikte und Spannung. Gut, es gibt schon so was wie ein Gericht. Nur dass es Syndikat heisst und mich fast an die Mafia erinnert. Erstaunlich ist auch, wie es dort aussieht – Farben, Blüten, Menschen, doch fast alle beziehungslos.

Es mutet eher wie die Hölle oder das Fegefeuer an, dort wo unser Held gelandet ist. Und sicher ist er ja selbst auch nicht, wo es ihn hin verschlagen hat. Sicher ist nur, dass er nicht mehr lebt. Schliesslich sieht er sich selbst auf den Boden der Küche liegen, in einer Blutlache, und inmitten der ekligen Krümmel.

Ob der Tote sympathisch ist? Anfangs ja, aber die Sympathie für ihn hat sich bei mir verflüchtigt. Irgendwann tat er mir nur leid mit dem Leben und der Vergangenheit, die ihn auch immer noch im Jenseits plagt. So ein armes Schwein aber auch.

Das Buch ist ungewöhnlich – vom Konzept, von der Verarbeitung, der Humor ist trocken und spröde und es gibt genug Situationskomik. Zum Schluss sitze ich da und denke: Geniess das Leben, mach das Beste draus.


Maria Zaffarana hat eine runde Sprache, die die Situation gut einfängt. Gönnen Sie sich das Buch. Sie werden lachen, schmunzeln, überrascht sein und vielleicht auch weinen über das arme Schwein, das da viel zu früh verstorben ist. Mehr sei nicht gesagt. Vielmehr: Lesen Sie selbst. 

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Kittyzers avatar

Rezension zu "Getrübter Blick" von Maria Zaffarana

Atmosphärisch dicht und düster, nur das Ende überzeugt nicht völlig
Kittyzervor 4 Jahren

"Du bist besessen, Robert! Besessen von diesen zwei Spinnern", schrie sie mittlerweile hysterisch. Hemmungslos.
Ihr Gesicht zur Maske verzerrt. Wie eine grässliche Furcht einflößende Maske. Die Wut hatte ihr schönes Antlitz völlig entstellt. Er war entsetzt. Geschockt. Gelähmt. Wehrlos. Alles zugleich. In seinem Kopf drehte sich alles. Sein Mund war pelzig. Das Atmen fiel ihm schwer. Er keuchte. Rang nach Luft. Dann ein letztes Aufbäumen.

--

INHALT:
Seit vielen Nächten schon leidet Robert unter einer Kräfte zehrenden Schlaflosigkeit. Seine daraus resultierende Angespanntheit macht ihm auch die Tage schwer. Erst als er durch einen Auftrag als Journalist den Professor Rostoff und dessen blinde Tochter Runa kennen lernt, kann er sich ein wenig fallen lassen - denn die beiden scheinen ihn zu verstehen und ihm zuzuhören. Doch Runa prophezeit Robert, dass er in großer Gefahr schwebe, und bald scheint sich ihre Aussage zu bewahrheiten: Denn seine Freundin Nina agiert unter Eifersucht auf seine Freundschaft mit der anderen Frau wie eine Furie. Und bald fürchtet sich Robert entsetzlich...

MEINE MEINUNG:
Maria Zaffaranas Independent-Roman "Getrübter Blick" erzählt die Geschichte eines aufgrund von Schlafmangel psychisch labilen Mannes, der unaufhaltsam in einen Strudel aus Furcht, Vorwürfen und Eifersucht gezogen wird. Beinahe die gesamten Geschehnisse werden aus der personalen Sicht des Protagonisten geschildert, zum Ende hin kommen jedoch auch noch ein paar andere Personen zu Wort. Wer sich übrigens wirklich von den Ereignissen überraschen lassen will, sollte es vermeiden, den Klappentext zu lesen, weil dieser ziemlich weit in der Handlung vorgreift und so ein Teil der Spannung verfliegt.

Robert ist ein Charakter, mit dem man sich nicht so leicht anfreunden kann. Er ist extrem unterwürfig im Bezug auf seine Freundin Nina, reagiert dafür auf andere Personen häufig harsch und aufbrausend. Diese Eigenschaften werden letztendlich zwar geklärt, machen den Zugang aber dennoch schwer - auch wenn dieser vielleicht gar nicht unbedingt gewährleistet werden soll. Die geheimnisvolle und blinde Runa ist eine überwiegend in sich ruhende Frau, die manchmal jedoch auch ihre kryptischen Momente hat und solche voller brutaler Wahrheit. Ihre Beweggründe sind meistens zu verstehen und auch ihr Umgang mit ihrer Krankheit ist durchaus nachzuvollziehen. Nina dann ist mehr oder weniger die Antagonistin mit ihrer aufbrausenden, bösen und abfälligen Art. Leider lernt man ihre andere Seite kaum kennen, prinzipiell ist das für die Handlung aber auch nicht nötig.

Insgesamt würde ich den ganzen Roman vielleicht weniger als Psychothriller, dafür mehr als Charakterstudie beschreiben. Denn Protagonist Robert macht sehr oft ausgedehnte Spaziergänge, in denen er versucht, seinen Gefühlen und Problemen auf den Grund zu kommen, wirkliche Enthüllungen gibt es erst sehr weit am Ende, und auch sonst wird viel über Emotionen, Lügen und Verhaltensweisen gesprochen. Sehr geschickt gelingt es der Autorin ansonsten, die Atmosphäre mit dem Fortlaufen der Handlung immer drückender werden zu lassen. Wo es anfangs noch kleinere Lichtblicke gibt, finden sich die Figuren irgendwann kaum noch zurecht, wissen nicht mehr, was richtig ist und was falsch. Das wird insbesondere durch den sehr abgehackten Schreibstil deutlich, der auch Roberts wild kreiselnde Gedanken gut einfängt.

Allerdings kann ich dem Buch auch nicht die ein oder andere Länge absprechen. Gerade die vielen, vielen Ausflüge des Hauptcharakters durch die Landschaft sind zäh, weil sie so gehäuft auftreten, und in seinen Gesprächen sowohl mit Runa als auch mit Nina kaut er mehr oder weniger immer das Gleiche durch. Außerdem ist da noch das Ende: Die Enthüllung ist gut, glaubwürdig erklärt und macht Sinn, der Schluss entbehrt jedoch jeder Authentizität. An einem solchen Ort wie dem, an dem die letzten Szenen spielen, sind Geschehnisse wie sie stattfinden einfach nicht möglich. Um die Auflösung nicht zu spoilern, kann ich darauf nicht näher eingehen, dieser eher wenig durchdachte Abschluss hat mir aber leider so gar nicht gefallen.

FAZIT:
"Getrübter Blick" ist ein Independent-Roman - das merkt man vom Sprachstil her aber nur an wenigen Stellen, was man sonst nicht von jedem selbst veröffentlichten Buch sagen kann. Die Atmosphäre ist dicht, die Charaktere sind gebrochen, gewöhnungsbedürftig und anders. Leider hat der Roman aber auch seine Längen und der Schluss ist eher wenig realistisch. Insgesamt für Leser, die sich vom Einheitsbrei lösen wollen, aber eine durchaus lesenswerte Alternative. Gute drei Punkte.

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aly53s avatar

Rezension zu "Getrübter Blick" von Maria Zaffarana

Ein schockierender Roman, in dem nichts ist wie es scheint
aly53vor 4 Jahren

Aufbau und Handlung:
Robert führt ein ausgeglichenes Leben, er arbeitet als Jourmalist und ist seit einem Jahr mit seiner Freundin Nina zusammen.
Nur seine Gesundheit macht ihm Sorgen und bringt ihn an seine Grenzen.
Er kämpft mit Selbstzweifeln, Ängsten und Schlaflosigkeit.
Als er aus beruflichen Gründen die blinde Runa kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig.
Er fühlt sich aus unerklärlichen Gründen zu ihr hingezogen.
Mit Nina gerät er ständig in Streit wegen Runa, bis es eines Tages eskaliert...

Ein Roman der völlig anders ist, als ich erwartet habe.
Aber er übt einen Sog aus, dem man nicht entkommen kann.
Man ist hin- und hergerissen zwischen aufhören und weiterlesen.
Ich habe natürlich weitergelesen und habe es nicht bereut.
Ich kann nicht behaupten, daß ich Robert sympathisch fand. Er wirkte auf mich viel zu undurchsichtig. Aufgrund seinen Selbstzweifeln, Ängsten und der Schlaflosigkeit.
Hatte ich nur einen Gedanken: Was hat er bloß?
Ich habe immer darauf gewartet, daß dieses Rätsel endlich gelöst wird.
Aber nichts.
Stattdessen machte er die Bekanntschaft mit Runa, was sein Leben für mich noch undurchsichtiger machte.
Runa ist eine Person, die auch sehr interessant ist.
Sie ist blind und hat sich ihre ganz eigene Welt erschaffen.
Als sie Robert kennenlernt, ändert das auch ihr Leben.
Auch sie fühlt sich eigenartigerweise zu ihm hingezogen. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft.
Zwei Seelen die sich gefunden haben.
Ich kann nicht sagen, daß ich dieses Buch, von vorne bis hinten spannend fand. Es war eher so, daß es eine gewisse Faszination ausübte. Es fesselte und lässt nicht mehr los.
Über dem ganzen Buch liegt eine düstere Atmosphäre.
Es ist sehr tiefgründig und geht unter die Haut.
Hier ist nichts wie es scheint.
Oft sieht man nur das, was man sehen möchte. Ich denke, daß trifft auch hier zu.
Die Spannung die hier herrscht ist eher unterschwelliger Natur.
Auch wenn vieles anfangs noch verwirrend ist, am Ende findet alles seinen Platz.
Hier war nichts vorhersehbar und das Ende war selbst für mich sehr überraschend.
 Ein Buch das schockiert und uns nachdenklich zurücklässt.
Die Autorin hat hier ein wichtiges und schwieriges Thema aufgegriffen, daß aufwühlt.
Ihr ist es gelungen, den Kern dieses Buches sehr glaubhaft darzustellen.
Und das die Frage aufwirft: Was wissen wir von den Menschen, die wir kennen?
Alles in allem ein Buch, daß uns auf die Dinge aufmerksam macht, die wir sonst nicht sehen.
Den Schreibstil empfand ich als etwas langatmig, hin und wieder wurde mir zuviel drumherum geredet.
Dennoch war ich mit diesem in einem Rutsch durch.
Die Kapitel weisen eine normale Länge auf. Sehr schön fand ich, daß die Kapitel nicht numeriert waren. Sondern durch ein Symbol gekennzeichnet waren.
Wir erfahren alles aus Roberts Sicht.
Das bringt ihn uns zwar als Person näher. Aber mehr Sichtweisen wären mir lieber gewesen. So hätte man erfahren, wie die Umwelt Robert sieht. Und es hätte diesem Roman mehr Tiefe verliehen.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.
Was Cover und Titel angeht, so spiegelt es genau den Inhalt des Buches wieder.
Also sehr passend gewählt.


Meine Meinung:
Ein etwas anderer Psychothriller, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.
Das Lesen fand ich etwas beschwerlich, aufgrund des Schreibstils.
Dennoch hat es mich enorm gefesselt und ich war in einem Rutsch durch.
Ein Buch, daß man nicht so leicht vergessen wird.
Es ist eins dieser Bücher, die erst im nachhinein wirken müssen.

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Gespräche aus der Community

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M
Hallo zusammen,

eigentlich hatte ich mir für meinen Debütroman eine gediegene, ernste Handlung vorgestellt. Vielleicht sogar eine Tragödie?! Warum, das weiß ich selbst nicht so recht. Und das ist jetzt ohnehin egal. Weil aus dem geplanten Trauerspiel eine Satire geworden ist: „Die Wahrheit ist ein Schlund" heißt das schwarzhumorige Stück, das bisweilen bissig, nicht selten skurril geraten ist und oftmals regelrecht grotesk anmutet. Es ist soeben sowohl als E-Book als auch als Printversion im Verlag publifair erschienen.

Zum Klappentext:

„Du beobachtest uns ja. Warum? Was geht dir durch den Kopf?“

Diese unerwartete Frage seiner dominanten, überlauten Mutter nimmt der zwölfjährige Tim zum Anlass, seine ahnungslosen Liebsten mit seinen ureigensten Gefühlen zu konfrontieren.

„Ihr ekelt mich an“ gesteht er seiner Familie unbedarft und aufrichtig – und entfesselt damit einen gewaltigen Sturm, der alle mitreißt und Tims Kindheit gründlich durcheinander wirbelt. Nach einem Reigen endloser Therapieversuche gelangt er zu der bitteren Erkenntnis, dass die Wahrheit keine Tugend, sondern ein Schlund ist, in den hineinzufallen sich nur wenige trauen.

Mit sarkastischem Humor blickt Literaturprofessor Tim Zobern, vierzig Jahre später, auf den Tag zurück, der sein Leben veränderte und ihn zum vermeintlichen „Sonderling“ machte. Nicht verbittert, sondern mit Wärme und einem Augenzwinkern erinnert er sich der abenteuerlichen Odyssee, die er bestehen musste, um nach vielen Irrungen und Wirrungen endlich zu sich selbst zu finden.


Wir verlosen unter allen, die sich bis zum 12. November 2013 bei mir melden, um an dieser Leserunde teilzunehmen, 10 Exemplare der Printversion von „Die Wahrheit ist ein Schlund". Ich freue mich auf ein konstruktives gemeinsames Leseerlebnis.

Liebe Grüße
Maria
M
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