Maria Zaffarana Getrübter Blick

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Inhaltsangabe zu „Getrübter Blick“ von Maria Zaffarana

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  • Atmosphärisch dicht und düster, nur das Ende überzeugt nicht völlig

    Getrübter Blick

    Kittyzer

    29. January 2015 um 17:26

    "Du bist besessen, Robert! Besessen von diesen zwei Spinnern", schrie sie mittlerweile hysterisch. Hemmungslos. Ihr Gesicht zur Maske verzerrt. Wie eine grässliche Furcht einflößende Maske. Die Wut hatte ihr schönes Antlitz völlig entstellt. Er war entsetzt. Geschockt. Gelähmt. Wehrlos. Alles zugleich. In seinem Kopf drehte sich alles. Sein Mund war pelzig. Das Atmen fiel ihm schwer. Er keuchte. Rang nach Luft. Dann ein letztes Aufbäumen. -- INHALT: Seit vielen Nächten schon leidet Robert unter einer Kräfte zehrenden Schlaflosigkeit. Seine daraus resultierende Angespanntheit macht ihm auch die Tage schwer. Erst als er durch einen Auftrag als Journalist den Professor Rostoff und dessen blinde Tochter Runa kennen lernt, kann er sich ein wenig fallen lassen - denn die beiden scheinen ihn zu verstehen und ihm zuzuhören. Doch Runa prophezeit Robert, dass er in großer Gefahr schwebe, und bald scheint sich ihre Aussage zu bewahrheiten: Denn seine Freundin Nina agiert unter Eifersucht auf seine Freundschaft mit der anderen Frau wie eine Furie. Und bald fürchtet sich Robert entsetzlich... MEINE MEINUNG: Maria Zaffaranas Independent-Roman "Getrübter Blick" erzählt die Geschichte eines aufgrund von Schlafmangel psychisch labilen Mannes, der unaufhaltsam in einen Strudel aus Furcht, Vorwürfen und Eifersucht gezogen wird. Beinahe die gesamten Geschehnisse werden aus der personalen Sicht des Protagonisten geschildert, zum Ende hin kommen jedoch auch noch ein paar andere Personen zu Wort. Wer sich übrigens wirklich von den Ereignissen überraschen lassen will, sollte es vermeiden, den Klappentext zu lesen, weil dieser ziemlich weit in der Handlung vorgreift und so ein Teil der Spannung verfliegt. Robert ist ein Charakter, mit dem man sich nicht so leicht anfreunden kann. Er ist extrem unterwürfig im Bezug auf seine Freundin Nina, reagiert dafür auf andere Personen häufig harsch und aufbrausend. Diese Eigenschaften werden letztendlich zwar geklärt, machen den Zugang aber dennoch schwer - auch wenn dieser vielleicht gar nicht unbedingt gewährleistet werden soll. Die geheimnisvolle und blinde Runa ist eine überwiegend in sich ruhende Frau, die manchmal jedoch auch ihre kryptischen Momente hat und solche voller brutaler Wahrheit. Ihre Beweggründe sind meistens zu verstehen und auch ihr Umgang mit ihrer Krankheit ist durchaus nachzuvollziehen. Nina dann ist mehr oder weniger die Antagonistin mit ihrer aufbrausenden, bösen und abfälligen Art. Leider lernt man ihre andere Seite kaum kennen, prinzipiell ist das für die Handlung aber auch nicht nötig. Insgesamt würde ich den ganzen Roman vielleicht weniger als Psychothriller, dafür mehr als Charakterstudie beschreiben. Denn Protagonist Robert macht sehr oft ausgedehnte Spaziergänge, in denen er versucht, seinen Gefühlen und Problemen auf den Grund zu kommen, wirkliche Enthüllungen gibt es erst sehr weit am Ende, und auch sonst wird viel über Emotionen, Lügen und Verhaltensweisen gesprochen. Sehr geschickt gelingt es der Autorin ansonsten, die Atmosphäre mit dem Fortlaufen der Handlung immer drückender werden zu lassen. Wo es anfangs noch kleinere Lichtblicke gibt, finden sich die Figuren irgendwann kaum noch zurecht, wissen nicht mehr, was richtig ist und was falsch. Das wird insbesondere durch den sehr abgehackten Schreibstil deutlich, der auch Roberts wild kreiselnde Gedanken gut einfängt. Allerdings kann ich dem Buch auch nicht die ein oder andere Länge absprechen. Gerade die vielen, vielen Ausflüge des Hauptcharakters durch die Landschaft sind zäh, weil sie so gehäuft auftreten, und in seinen Gesprächen sowohl mit Runa als auch mit Nina kaut er mehr oder weniger immer das Gleiche durch. Außerdem ist da noch das Ende: Die Enthüllung ist gut, glaubwürdig erklärt und macht Sinn, der Schluss entbehrt jedoch jeder Authentizität. An einem solchen Ort wie dem, an dem die letzten Szenen spielen, sind Geschehnisse wie sie stattfinden einfach nicht möglich. Um die Auflösung nicht zu spoilern, kann ich darauf nicht näher eingehen, dieser eher wenig durchdachte Abschluss hat mir aber leider so gar nicht gefallen. FAZIT: "Getrübter Blick" ist ein Independent-Roman - das merkt man vom Sprachstil her aber nur an wenigen Stellen, was man sonst nicht von jedem selbst veröffentlichten Buch sagen kann. Die Atmosphäre ist dicht, die Charaktere sind gebrochen, gewöhnungsbedürftig und anders. Leider hat der Roman aber auch seine Längen und der Schluss ist eher wenig realistisch. Insgesamt für Leser, die sich vom Einheitsbrei lösen wollen, aber eine durchaus lesenswerte Alternative. Gute drei Punkte.

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  • Ein schockierender Roman, in dem nichts ist wie es scheint

    Getrübter Blick

    aly53

    27. January 2015 um 10:15

    Aufbau und Handlung: Robert führt ein ausgeglichenes Leben, er arbeitet als Jourmalist und ist seit einem Jahr mit seiner Freundin Nina zusammen. Nur seine Gesundheit macht ihm Sorgen und bringt ihn an seine Grenzen. Er kämpft mit Selbstzweifeln, Ängsten und Schlaflosigkeit. Als er aus beruflichen Gründen die blinde Runa kennenlernt, ändert sich sein Leben schlagartig. Er fühlt sich aus unerklärlichen Gründen zu ihr hingezogen. Mit Nina gerät er ständig in Streit wegen Runa, bis es eines Tages eskaliert... Ein Roman der völlig anders ist, als ich erwartet habe. Aber er übt einen Sog aus, dem man nicht entkommen kann. Man ist hin- und hergerissen zwischen aufhören und weiterlesen. Ich habe natürlich weitergelesen und habe es nicht bereut. Ich kann nicht behaupten, daß ich Robert sympathisch fand. Er wirkte auf mich viel zu undurchsichtig. Aufgrund seinen Selbstzweifeln, Ängsten und der Schlaflosigkeit. Hatte ich nur einen Gedanken: Was hat er bloß? Ich habe immer darauf gewartet, daß dieses Rätsel endlich gelöst wird. Aber nichts. Stattdessen machte er die Bekanntschaft mit Runa, was sein Leben für mich noch undurchsichtiger machte. Runa ist eine Person, die auch sehr interessant ist. Sie ist blind und hat sich ihre ganz eigene Welt erschaffen. Als sie Robert kennenlernt, ändert das auch ihr Leben. Auch sie fühlt sich eigenartigerweise zu ihm hingezogen. Zwischen den beiden entsteht eine Freundschaft. Zwei Seelen die sich gefunden haben. Ich kann nicht sagen, daß ich dieses Buch, von vorne bis hinten spannend fand. Es war eher so, daß es eine gewisse Faszination ausübte. Es fesselte und lässt nicht mehr los. Über dem ganzen Buch liegt eine düstere Atmosphäre. Es ist sehr tiefgründig und geht unter die Haut. Hier ist nichts wie es scheint. Oft sieht man nur das, was man sehen möchte. Ich denke, daß trifft auch hier zu. Die Spannung die hier herrscht ist eher unterschwelliger Natur. Auch wenn vieles anfangs noch verwirrend ist, am Ende findet alles seinen Platz. Hier war nichts vorhersehbar und das Ende war selbst für mich sehr überraschend.  Ein Buch das schockiert und uns nachdenklich zurücklässt. Die Autorin hat hier ein wichtiges und schwieriges Thema aufgegriffen, daß aufwühlt. Ihr ist es gelungen, den Kern dieses Buches sehr glaubhaft darzustellen. Und das die Frage aufwirft: Was wissen wir von den Menschen, die wir kennen? Alles in allem ein Buch, daß uns auf die Dinge aufmerksam macht, die wir sonst nicht sehen. Den Schreibstil empfand ich als etwas langatmig, hin und wieder wurde mir zuviel drumherum geredet. Dennoch war ich mit diesem in einem Rutsch durch. Die Kapitel weisen eine normale Länge auf. Sehr schön fand ich, daß die Kapitel nicht numeriert waren. Sondern durch ein Symbol gekennzeichnet waren. Wir erfahren alles aus Roberts Sicht. Das bringt ihn uns zwar als Person näher. Aber mehr Sichtweisen wären mir lieber gewesen. So hätte man erfahren, wie die Umwelt Robert sieht. Und es hätte diesem Roman mehr Tiefe verliehen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen. Was Cover und Titel angeht, so spiegelt es genau den Inhalt des Buches wieder. Also sehr passend gewählt. Meine Meinung: Ein etwas anderer Psychothriller, der im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht. Das Lesen fand ich etwas beschwerlich, aufgrund des Schreibstils. Dennoch hat es mich enorm gefesselt und ich war in einem Rutsch durch. Ein Buch, daß man nicht so leicht vergessen wird. Es ist eins dieser Bücher, die erst im nachhinein wirken müssen.

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  • Nichts ist wie es scheint....

    Getrübter Blick

    unclethom

    09. January 2015 um 13:23

    Der Klappentext: Ein Psychothriller, in dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint! Die Begegnung mit der blinden Runa stößt in Robert das Tor zu einer schleierhaften Welt auf. Der Journalist lässt sich von der eigenwilligen jungen Frau in den Bann ziehen. Nicht Liebe zieht ihn jedoch zu ihr hin; die beiden verbindet vielmehr eine tiefe Seelenverwandtschaft. Dabei fühlt er sich von ihr anfangs gleichzeitig auch abgestoßen – insbesondere, nachdem Runa ihm völlig unvermittelt offenbart, dass er in Gefahr sei. Weshalb, das weiß sie zunächst selbst nicht. Doch im Laufe der Zeit werden ihre Warnungen immer spezifischer. Die orakelhaften Worte der Blinden lassen Robert fortan nicht mehr los. Sie haben eine regelrecht hypnotische Wirkung auf ihn. Der ohnehin gesundheitlich angeschlagene Robert gerät dadurch in einen Strudel voller Selbstzweifel, Ängste und zermürbender Gedanken. Außer sich vor Sorge macht seine Freundin Nina die vermeintliche Nebenbuhlerin für Roberts Kummer verantwortlich und versucht, diese Freundschaft zu unterbinden. Ninas Gefühle schlagen allerdings rasch in Hass und Aggressionen gegenüber Runa um – so sehr, dass Robert beginnt, sich vor der übermächtigen Nina zu fürchten. Wegen Runa kommt es zwischen ihr und ihm immer wieder zu heftigen Auseinandersetzungen, bis die Situation eines Tages eskaliert: Bei einem handfesten Streit bringt Robert Nina um. Noch am selben Abend stellt er sich. Aber die Leiche ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Schlimmer noch: Es fehlt jegliche Spur von ihr... Quelle: http://www.amazon.de/Getr%C3%BCbter-Blick-Maria-Zaffarana/dp/1505395127/?_encoding=UTF8&camp=1638&creative=6742&linkCode=ur2&site-redirect=de&tag=wwwcarpegusta-21&linkId=MU7RLGGUC5Y7EXWV Die Autorin: Herkunft Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust: ein italienisches und ein deutsches. Meine Familie stammt nämlich aus Sizilien, geboren wurde ich jedoch 1973 in Köln, wo ich aufgewachsen bin und wo ich immer noch mit meinem Mann und unseren beiden Töchtern lebe. Werdegang Die Faszination für das geschriebene Wort verschlug mich nach meinem Germanistik- und Romanistik-Studium an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn (1992-1999) zum Journalismus. Nach einem Zeitschriften-Volontariat war ich zehn Jahre lang als Promi-Redakteurin bei zwei Illustrierten tätig. 2009 machte ich mich als Freie Journalistin selbstständig. Seit 2014 bin ich Chefredakteurin des Genießer-Magazins CarpeGusta.de. Die erste große Liebe Eine unerschöpfliche Leidenschaft für Literatur erwachte in mir sehr früh. Bücher habe ich bereits als kleines Kind verschlungen wie andere Süßigkeiten. Und so keimte in mir mit gerade einmal zwölf Jahren der Wunsch auf zu schreiben. Mein erstes „Werk“ bastelte ich buchstäblich mit selbstgemachten Buchdeckeln. Es war eine unstillbare Sucht, die mich fortan dazu antrieb, immerzu und voller Emphase Geschichten zu Papier zu bringen. Inspiration Kein anderes Werk hat mich und mein literarisches Schaffen so geprägt wie Goethes „Die Leiden des jungen Werther“. 16 Jahre alt war ich damals, als ich das kleine Büchlein entdeckte, und ich habe es – sinnbildlich – nie wieder aus den Händen gelegt. Die ungestüme Leidenschaft und süße Melancholie des Wahlheimer Jünglings – sie wurden mir im weitesten Sinne zur Inspiration für all meine Kurzgeschichten, meine Dissertation („Das Motiv des Freitods in Goethes Werther und bei seinen dramatischen Nachfolgern“) und nicht zuletzt auch für meinen ersten Roman „Die Wahrheit ist ein Schlund“. Quelle: http://www.mariazaffarana.de/ueber-mich/ Die Rezension: Nichts ist so wie es auf den ersten Blick erscheint. So könnte mein Fazit zu diesem Buch lauten. Aber ganz so einfach ist es nicht. Man trifft im Buch auf zwei Hauptfiguren und eine wichtige Nebenfigur, die im Verlauf des Buches noch sehr wichtig werden wird. Der Autorin ist es gelungen eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Sehr spannend führt sie den Leser auf gut 300 Seiten zur Auflösung der Geschichte, mit der man so nicht rechnen kann. Die Figuren sind sehr glaubhaft beschrieben und regen zum Nachdenken an. Ich möchte nicht zu viel verraten, ich denke jeder wird nach der Lektüre wissen warum das Buch zum Nachdenken anregt. Ich hätte nie mit der Auflösung so wie ich sie denn vorgefunden habe gerechnet. Anfangs habe ich mit einem ganz normalen Krimi oder Thriller gerechnet. Bekommen habe ich einen hochspannenden Roman, der einem die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt. Der einem zeigt wie krank die Seele werden kann und wie sehr die betroffenen darunter leiden können. Der zeigt wie wenig die Betroffenen selbst an die kranke Seele glauben. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass es sich nicht um eine Krankengeschichte handelt. Es ist eher eine spannende Geschichte in der nichts so ist wie es anfangs erscheint. Eine Geschichte die mich wirklich sehr gut unterhalten hat. Und darum sind das für mich 4 von 5 Sternen.

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