Gott im Reiskorn

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Inhaltsangabe zu „Gott im Reiskorn“ von Mariam Kühsel-Hussaini

»Ein Glücksfall. Die Reichtümer ihrer orientalischen Herkunft erzählt Mariam Kühsel-Hussaini jetzt in der grenzenlosen Ausdruckskraft ihrer deutschen Sprache. Die deutsche Sprache darf sich bereichert fühlen durch Mariam Kühsel-Hussaini.« Martin Walser Mariam Kühsel-Hussaini erzählt in ihrem eindrucksvollen Debüt die Geschichte ihrer Familie, einer alten afghanischen Kalligraphenfamilie, deren Wurzeln bis zu Mohammed zurückreichen. In einer unerhörten Sprache, die Orient und Okzident zu vereinen scheint, schenkt Mariam Kühsel-Hussaini uns Einblicke in die Poesie und den unermesslichen Reichtum einer Kultur, die wir inzwischen entstellt wissen. Dabei entfaltet sie die deutsche Sprache in ihrer ganzen Farbigkeit, umspricht die Sprache selbst, umläuft und besingt sie.

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    Gott im Reiskorn
    Knigaljub

    Knigaljub

    28. December 2014 um 13:46

    Dieses Buch hat mich hin- und hergerissen zwischen absoluter, tiefgehender Begeisterung (und Stellen, die ich mit mehr als fünf Sternen bewerten möchte) und leichtem Genervtsein aufgrund der sich wiederholenden, zum Teil übertrieben wirkenden Hochlobung der eigenen Herkunft und Familie. Letztlich überwog aber bei Weitem die Faszination über dieses ganz besondere Buch! Mariam Kühsel-Hussaini hat auf jeden Fall eine ganz eigene Sprache, die die lyrische Begeisterung ihres Vaters widerspiegelt. Sie schafft es, alltägliche Situationen in wundervolle Worte zu verpacken, sie nimmt den Leser mit nach Afghanistan, in das Herkunftsland ihrer Eltern. Und sie schafft es, ihn eintauchen zu lassen in die orientalische Welt. Er nimmt - wie die Figur Jakob Benta - teil am Leben der alteingesessenen afghanischen Kalligraphenfamilie Hussaini, er ist fasziniert von der filigranen Kunst, die der Großvater fabriziert. Und er versteht den tiefen Verlust, den die Eltern erleiden, als das Land untergeht und sie fliehen müssen. Auch, wenn ich manche Sätze als etwas zu sprachspielerisch empfand: "Gott im Reiskorn" ist nicht nur wegen seiner außergewöhnlichen Sprache lesenswert, sondern auch, weil es das Verständnis der morgenländischen Kultur fördert und das Schicksal von Heimatvertriebenen näherbringt. Insgesamt ein wunderbares Buch.

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  • Rezension zu "Gott im Reiskorn" von Mariam Kühsel-Hussaini

    Gott im Reiskorn
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. September 2011 um 14:05

    Schon 2008 hat mich die Schriftstellerin Yasmine Ghata mit ihrem bei dem damals noch existierenden großen und traditionsreichen Verlag Ammann in Zürich erschienenen Roman „ Die Nacht der Kalligraphen“ (Taschenbuchausgabe bei Suhrkamp) auf einem türkisch-historischen Hintergrund mit der hohen, aber aussterbenden Kunst der Kalligraphie bekannt gemacht. Der hoch gelobte Roman der in Kabul geborenen und in Deutschland aufgewachsenen Mariam Kühsel-Hussaini erzählt die lange und bewegte Geschichte ihrer Familie, einer Familie, die ihren Stammbaum bis zum Propheten Mohammed zurückverfolgen kann und in der seit Urzeiten die geistliche Kunst der Kalligraphie von Generation zu Generation weiter gegeben wird. Auf dem Hintergrund einer Geschichte, die in ihrer Familie passiert ist , als sein in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts einen Gast aus dem Okzident aufnimmt , den Kunsthistoriker Jakob Benta aus Berlin, spannt die Autorin in einer so selten zuvor gelesenen Weise den Bogen zwischen Orient und Okzident und leistet damit mehr zur Integration beider Kulturen als viele teure Programme. Ein auch sprachlich mächtiges Debüt voller Poesie, das lange nachklingt im Leser.

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  • Rezension zu "Gott im Reiskorn" von Mariam Kühsel-Hussaini

    Gott im Reiskorn
    Clari

    Clari

    23. September 2010 um 10:59

    Poetische Klänge einer versunkenen Welt. Das Buch von Mariam Kühsel-Hussaini sprengt alle Vorstellungen darüber, wie man sich feinste Poesie vorzustellen hat. Es handelt von der Kalligraphie, was einfach gesagt "Schönschrift" bedeutet. Diese Schreibkunst untermalt den besonderen Ausdruck poetischer Darstellungen. In dieser Geschichte geht es um einen berühmten Kalligraphen mit Afghanischer Tradition. Sayed Da ud Hussaini ist der Kalligraph des letzten Afghanischen Königs. Der Kunsthistoriker Jakob Benta aus Berlin findet sich Ende der fünfziger Jahre in Kabul wieder, wo er sich nach dem Tod seines guten Freundes zur Nachlassregelung hinbegeben hat. Er wird als Gast im Hause Hussainis aufgenommen. Schon die Einganssprache ist blumig und geheimnisvoll und spiegelt Empfindungen wieder, die mehr durch den Ausdruck als das Gesagte von Bedeutung sind. Benta ist überrascht von dem Sprachreichtum. Die Räumlichkeiten, Essgewohnheiten und die orientalische Atmosphäre nimmt ihn ganz gefangen. Man zeigt sich im Umgang würdevoll höflich und zuvorkommend. In Hause seines Gastgebers gibt es die schönsten Schriften und Geschichten zu bewundern. Bentas Erlebnisse im Hause der Hussainis ist voll gewundener, malerischer Beschreibungen von Menschen, abenteuerlich bunt dekorierten Gemächern, Tischsitten und Umgangsformen. Daneben ist es immer wieder die auf edlem Papier gemalte Sprache, die den Bewunderer in Erstaunen versetzt. Das Reich am Hindukusch war einst eine Hochburg der orientalischen Kultur. Heute ist davon nicht mehr viel übrig. Die Enkelin aus der berühmten Kalligraphenfamilie, Mariam Kühsel - Hussaini, hat in ihrem Roman Erinnerungen an ihre Vorfahren aufgeschrieben. Bestückt mit Fotos aus der Familie hat sie in die deutsche Sprache transferiert, was einst an poetischer Dichtkunst das Leben und die Umgangsformen der Menschen im fernen Afghanistan berührte. Die vielen fremdartigen Namen sind verwirrend; doch gibt man sich der feinen Ausdruckweise des Beschriebenen hin und bekommt einen starken Eindruck von der Schönheit einer hoch zu rühmenden Sprachkultur. Der Kalligraph des Königs und sein Sohn Rafat wetteiferten im Dienst der Dichtkunst. Eine gemalte Sure im Reiskorn war die Krönung ihrer Arbeit. Mit dem Sturz der Monarchie 1973 verlor sich jedoch nach und nach die Spur der nach innen gerichteten Schönheit von Kunst, Kultur und Lebensformen. Ab 1979 begann mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen der endgültige Zerfall und Niedergang eines Landes, das einst als Hochburg orientalischer Traditionen mit allen seinen Schönheiten gelten konnte. Die Familie Hussaini wurde auseinander gerissen und floh in Länder, in denen sie in Sicherheit waren: Amerika, Indien, Deutschland. Das Heimweh der Älteren blieb, während die Jüngeren sich schnell dem neuen Leben zuwandten. Mariam Kühsel-Hussaini ist der Debütroman mit ihrer Familiegeschichte überaus gelungen. Sie hat mit poetischem Sprachklang der Tradition ihrer Familie ein Denkmal gesetzt und man bekommt einen guten Eindruck von dem ehemals so schönen und kultivierten Land. Die Autorin lebt heute in Berlin.

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