Was man von hier aus sehen kann

von Mariana Leky 
4,7 Sterne bei28 Bewertungen
Was man von hier aus sehen kann
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daydreamins avatar

Eine ruhige und einfühlsame Geschichte rund um das Leben und den Tod.

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Eine schöne, authentische, eigenartige, feinhumorige Geschichte! Die muss man kennen. Sie mutet recht einfach an, hat aber so viel Tiefgang!

Alle 28 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Was man von hier aus sehen kann"

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen, verschwinden lassen oder in Ordnung bringen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman – und natürlich noch viel mehr. "Was man von hier aus sehen kann" ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe im Modus der Abwesenheit.

'Was man von hier aus sehen kann ist so unterhaltsam und märchenhaft und von einer so großen Weisheit und Tiefe, dass ich unbedingt damit zu tun haben wollte. Es gibt ganz wenige Bücher bei denen mir das passiert.' Sandra Hüller

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783864844362
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Audio CD
Verlag:tacheles!
Erscheinungsdatum:27.07.2017
Das aktuelle Buch ist am 15.08.2018 bei DuMont Buchverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    daydreamins avatar
    daydreaminvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine ruhige und einfühlsame Geschichte rund um das Leben und den Tod.
    Anders als erwartet

    Wenn Selma von einem Okapi träumt, versetzt sie damit ein ganzes Dorf in Panik. Der scheinbar harmlose Traum deutet darauf hin, dass am nächsten Tag einer der Dorfbewohner sterben wird. Eine solch dunkle Vorahnung bleibt natürlich nicht folgenlos und so kommt es, dass lauter unausgesprochene Wahrheiten und geheim gehaltene Gefühle ihren Weg an die Oberfläche finden.

    Mariana Leky verpackt diese originelle Idee in einen sehr ruhigen, aber außergewöhnlichen und einfühlsamen Roman. Leider blieb er durch die vielen Schwärmereien anderer Leserinnen und Leser hinter meinen Erwartungen zurück. Den Anfang fand ich ungeheuer spannend und ich habe mich darauf gefreut die Geheimnisse und Wünsche der Dorfbewohner zu entdecken, so wie es der Klappentext bereits andeutet. Leider konnte mich das Buch gegen Ende hin immer weniger überzeugen. Es ging weniger um Selma und die Okapi-Vorahnung, viel mehr wurden Episoden der Dorfbewohner über viele Jahre hinweg erzählt. Die Figuren waren allesamt sehr liebevoll gestaltet, ich persönlich konnte mich jedoch in keinen Protagonisten so richtig hineinfühlen. Letztlich berührte mich nur der erste Teil des Buches, den Rest habe ich leider sehr distanziert erlebt. Das finde ich ungeheuer schade, denn so vielen Leserinnen und Lesern konnte das Buch viel mitgeben.

    Einen Pluspunkt möchte ich für die schöne Sprache und die raffinierten Bilder und Metaphern vergeben, die auch im Laufe des Romans immer wieder aufgegriffen werden. Das Zuhören hat bei diesem Hörbuch wirklich Spaß gemacht, auch wenn mich die Ereignisse im Dorf und die Schicksale der einzelnen Bewohner letztlich nicht richtig packen konnten. Wahrscheinlich ist es besser, wenn man über die Geschichte so wenig wie möglich weiß, wenn man zu ihr greift.

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    Wedmas avatar
    Wedmavor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine schöne, authentische, eigenartige, feinhumorige Geschichte! Die muss man kennen. Sie mutet recht einfach an, hat aber so viel Tiefgang!
    Ein großartiger Roman. Unbedingte Lese-/ Hörpflicht!

    Den Roman habe ich im letzten Jahr gelesen, als er neu herauskam. Nun wurde so langsam Zeit, den auch zu hören, was mir oft genug passiert, wenn ich die Geschichte großartig finde, und ich war vom Hörbuch schlicht und einfach begeistert! 

     

    Es war ein viel tieferes, reichhaltigeres Erlebnis, den Roman vorgelesen zu bekommen. All die Ereignisse, die Figuren standen mir so lebendig vorm inneren Auge, ob Selma, die Großmutter der Luise, die uns diese Geschichte erzählt, ihr Verehrer der Optiker, Martin, Palm, Elsbeth und viele anderen. Sie waren so wirklich, dass es unmöglich daran zu denken war, dass sie „nur“ die Figuren eines Romans darstellten.

     

    Die Geschichte mutet eigentlich recht einfach an, hat aber so viel Tiefgang! Es geht um das Leben, die Liebe, den Tod, die Freundschaft, den Familienzusammenhalt, die Heimatliebe und natürlich „von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben“, wie die Buchbeschreibung sagt.

    Das Ganze ist so schlicht und ergreifend, so feinhumorig und auf jeden Fall stark erzählt! 

     

    Die Sprecherin Sandra Hüller hat ganz hervorragend gelesen. Sowohl ihre Stimme als auch ihre Art vorzutragen passen wunderbar zu diesem Roman, der dadurch noch viel besser zur Geltung kommt.

     

    So eine schöne, authentische, eigenartige Geschichte! Die muss man einfach kennen. Beim Hören hörte ich heraus, welche Stellen ich vor einem Jahr mit bunten Klebezetteln markiert habe. Ich wusste, wie es weitergeht und trotzdem war es spannend und auch gerade deshalb wiederholungsbedürftig, weil ich mehr auf die Details, mehr auf den versteckten Sinn, den Ausdruck usw. achten und das Ganze genießen konnte.

     

    Fazit: Ein großartiger Roman. Unbedingte Lese-/ Hörpflicht!

     

    Hörbuch, 8 Stunden 1 Minute, ungekürzt.

     

    Kommentare: 3
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    MilaWs avatar
    MilaWvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Lustig, berührend, traurig, skurril... Ein wunderschönes Hörerlebnis.
    zusammendenken, was nicht zusammenpasst

    Das Buch wurde mir schon ganz oft empfohlen, es fand gefühlt jeder supertoll. Der Klappentext hat mir nicht so zugesagt, aber irgendwann habe ich mich breitschlagen lassen. Zum Glück!

     

    Die 10jährige Luise lebt mit ihrer Familie in einem Dorf im Westerwald. Der Alltag im Dorf ist voller skurriler Ereignisse. Eines Tages träumt Luises Großmutter Selma von einem Okapi und bald sind alle in heller Aufregung. Schon dreimal ist jemand gestorben, als Selma von einem Okapi träumte. Wird es auch diesmal jemanden treffen? Und wenn ja, wen? Dabei gibt es doch noch so viel zu erledigen und alle haben ihre kleinen Geheimnisse. Und auf einmal ist nichts so wie zuvor.

    Es geht um das Leben in einem Dorf, Buddhismus, die Liebe und den Tod und lustig ist es auch. Und das passt erstaunlicherweise tatsächlich zusammen. Tradition und Moderne existieren ganz selbstverständlich nebeneinander. Wenn das der neue Dorfroman ist, dann bin ich dem Genre ab jetzt definitiv mehr zugetan. Magie und Realität verbinden sich zu einer ganz besonderen Atmosphäre.  Das ist nie kischig und trotzdem extrem berührend, gleichzeigt leichtfüßig und tiefgründig. Die Autorin schafft es gleichzeitig, einem das Gefühl zu geben, dass das absolut realistisch ist und viel absurde Komik einzubauen. Die Charaktere haben Ecken und Kanten und sind gerade deswegen liebenswert.

     

    Und das Ganze wird auch noch sehr ergreifend vorgelesen von der großartigen Sandra Hüller. Ich habe gelacht und geweint, war tief berührt und werde mir auch noch das Buch besorgen, um mir die vielen wunderschönen Sätze rausschreiben, die mir so gefallen haben. Und ich werde es ganz vielen Leuten empfehlen, die sich noch immer nicht haben breitschlagen lassen, es zu lesen oder zu hören… :)

    Kommentare: 2
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    black_horses avatar
    black_horsevor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Unterhaltsamer Roman, oft nachdenklich, immer wieder skurril mit sympathischen Charakteren.
    Seht her!

    Ein kleines Dorf, eine Familie, eine besondere Großmutter.
    Letztere sieht in ihren Okapi-Träumen den Tod voraus.

    Autorin Mariana Leky erzählt in einer angenehmen, lockeren Art vom Leben und Sterben, vom Lieben und Hassen, vom Begleiten und Verlassen, von Sehnsucht und Erfüllung.

    Die Hörbuchvertonung ist gut gelungen. Gern hört man der Sprecherin zu, wie sie aus dem Leben der jungen Luise erzählt, die im Mittelpunkt der Erzählung steht, um die herum viele Porträts ihr nahestehender Menschen gepuzzelt werden. Von ihrer geliebten Großmutter Selma, ihrem Freund Martin, der schon im Alter von 10 Jahren verunglückte, von Palm, dem verschrobenen Alten, der nach Martins Tod zum Glauben fand, vom Frederik, der zwar im fernen Japan im Kloster lebt, aber Luise doch sehr nah ist, vom Luises Vater, der die Welt bereist, um der Enge des Dorfes zu entfliehen, ihrer Mutter, die derweil mit dem Eisverkäufer angebandelt hat, ... und einigen anderen mehr.

    Insgesamt ein Buch ohne den Anspruch auf besondere Spannung oder Fantasie, eher ein bisschen philosophisch nachdenklich. Wir das normale Leben.


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    Knigaljubs avatar
    Knigaljubvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Zurecht hochgelobt - einer meiner neuen Lieblingsromane!
    Liebenswerte Charaktere, ein Okapi und viel Gefühl

    Kein Lob ist zu groß für dieses grandiose (Hör-)Buch!

    Zum Inhalt:
    Selma, Luises Großmutter, träumt von einem Okapi und das ganze Dorf weiß, dass jemand sterben muss. Wir begleiten Luise, Selma, den Optiker und all die anderen Dorfbewohner eine ganze Zeit lang und nehmen teil an den großen und kleinen Katastrophen, an den schönen und traurigen Momenten. Ganz normale Geschehnisse werden von Besonderheiten durchkreuzt und lassen das Buch nicht langweilig werden. Lesenswert ist es aber vor allem wegen seiner Sprache und den vielen kleinen Weisheiten, die sich finden lassen.

    Meine Meinung:
    Da ich das Buch gehört und mir nichts notiert habe, kann ich jetzt nicht eines der zahlreichen Zitate anführen, die einfach nur wunderschön sind, und wegen der ich mir gut vorstellen kann, dass sich auch das Lesen lohnt. Das Hören hatte den Vorteil, dass Sandra Hüllers besondere Stimme perfekt zu diesem besonderen Buch passt und man so einfach nur abtauchen und genießen kann. Ich hätte ihr ewig weiter zuhören können – eine perfekte Mischung aus großartiger Geschichte und sehr guter Leseleistung.
    Leky schreibt grandios und so, dass man am liebsten gleich nochmal gedanklich in das kleine Dorf im Westerwald fahren möchte, wo man auf all die liebenswerten und leicht schrulligen Charaktere trifft. Besonders gefallen haben mir die Personifizierungen der Gefühle (da nimmt beispielsweise eine „Verstockung‟ auf der Fensterbank Platz und der „Aufhocker‟ begleitet in den Supermarkt).
    Beim Hören musste ich oft schmunzeln, zwischendurch sogar ein Tränchen verdrücken und war insgesamt einfach gerne Gast in dieser Geschichte. Bestimmt werde ich mal wieder reinhören – oder das Buch lesen.

    Fazit:
    Eines meiner absoluten Roman-Highlights – ich empfehle es von Herzen und schließe mich den Lobeshymnen an.

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    Lykes avatar
    Lykevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Ganz wunderbar gelesenes Hörbuch! Sandra Hüller erschafft mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme eine tolle Hör-Atmosphäre!
    Berührt Herz und Verstand

    Es gibt Romane, die sprechen hauptsächlich den Verstand an - sie lassen verschiedene Blickwinkel und Interpretationsansätze zu und eignen sich deswegen hervorragend als Prüfungsthemen oder in Diskussionskreisen.  Es gibt aber auch Romane, die sich in erster Linie um das Herz kümmern und berühren - der Preis dafür ist häufig jedoch eine weichgekochte Geschichte ohne Tiefgang.
    Und dann gibt es Bücher, die beides können  - das Denken herausfordern und das Herz in Staunen versetzen. Mariana Leky ist mit ihrem Roman „Was man von hier aus sehen kann“ dieses seltene und außergewöhnliche Phänomen auf ganzer Linie gelungen.

    „Ich beschloss, Martin später zu heiraten, weil ich fand, der Richtige sei der, der einem das Hinsehen erspart wenn die Welt ihren Lauf nimmt.“ (S. 52)

    Die 10-jährige Luise wächst gemeinsam mit ihrem besten Freund Martin in einem kleinen Dorf im Westerwald auf, in dem die Uhren noch langsam ticken und die Dorfbewohner der Unberechenbarkeit der Welt eine große Portion Aberglauben und lauter schrulligen Angewohnheiten entgegensetzen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Okapi das ganze Dorf in helle Aufregung versetzen kann; denn schon dreimal ist Luises Großmutter Selma dieses zusammengewürfelt wirkende Tier im Traum erschienen und schon dreimal hat in den nächsten vierundzwanzig Stunden ein Mitglied der Dorfgemeinschaf sein Leben verloren. Nun hat sie erneut von einem Okapi geträumt und ab diesem Moment ist an Routine und Alltag nicht mehr zu denken:

    „Wenige Stunden nach Selmas Traum, bewegten sich die Leute im Dorf, als habe sich auf allen Wegen Blitzeis gebildet, nicht nur draußen, sondern auch in den Häusern, Blitzeis in den Küchen und Wohnzimmern. [...] Den ganzen Tag lang beargwöhnten sie ihr Leben und, soweit möglich, das aller anderen.“ (S. 22)

    Wir begleiten Luise, Selma und die anderen Dorfbewohner über eine lange Zeit und stellen schnell fest, dass der Lauf der Welt auch ein kleines, abgeschiedenes Dorf im Westerwald nicht verschont. Es passieren auch hier kleine, mittelgroße und sehr große Katastrophen; doch dazwischen wird gelebt, gelacht, geliebt, füreinander eingestanden, diskutiert, psychoanalysiert und missioniert, werden verschwiegene Wahrheiten ausgesprochen, Geständnisse gemacht und heimliche Lieben weiter verheimlicht. Mariane Leky entführt uns hier in einen wunderbar verrückten, aber gleichzeitig auch wahnsinnig liebenswerten Mikrokosmos an liebevoll verrückten und exzentrischen Charakteren, die einem schon innerhalb der ersten Seiten ans Herz wachsen. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Lekys Figuren mit all ihren Ecken und Kanten einfach echt wirken und ich mich in einigen Figuren sofort wiedererkannte. Ich denke, dass in jedem von uns ab und an eine mürrische Marlies steckt, die sich hinter einer Wand aus Depression, Wut und Weltangst versteckt und im Grunde doch nur eine Freundin braucht; vielleicht wird der ein oder andere aber auch von unsichtbaren Stimmen angerempelt wie der Optiker, die ihn daran hindern, wichtige Herzensangelegenheiten anzugehen und auszusprechen? In mir jedenfalls steckt auf jeden Fall ein klitzekleines bisschen Selma, denn ich lasse auch nur ungern die Welt herein und begnüge mich lieber mit vertrauten und bekannten Situationen, statt mal etwas Neues und Unbekanntes zu wagen...

    Lekys Sprache ist einfach unglaublich, denn sie beschreibt sowohl die ganz großen Themen wie die Liebe und den Tod, als auch die allerkleinsten, alltäglichsten Dinge in wunderschönen Bildern und findet für jedes noch so abwegige Gefühl tiefsinnige und gleichzeitig unfassbar treffsichere Beschreibungen. Dabei driftet ihr besonderer Stil nie ins Pathetische oder Kitschige ab, sondern zeigt ganz im Gegenteil einen feinen Sinn für Humor und ihre hervorragende Menschenkenntnis.

    Mich lässt dieser Roman einfach nur sprachlos zurück. Sprachlos deswegen, weil mich die Autorin überrascht, überwältigt und schlichtweg überrumpelt hat! Oder angerempelt. Und das im positivsten Sinne. Es geht um das Leben im Hier&Jetzt, nicht im Wenn&Aber, um die Unerklärbarkeit der Welt, um unzusammenhängende Zusammenhänge, um die unbefestigten Dinge im Leben, ums Gesehenwerden und um eine ganz besondere Enkelin-Großmutter-Beziehung. Vor allen Dingen aber geht es darum, sich nicht vor der Welt zu verstecken, denn „keiner ist allein, solange er noch WIR sagen kann.“ (S. 287)

    Lest. Diesen. Roman. Alle! Er ist jede Lesesekunde wert und hat sich einen Ehrenplatz in meinem Lieblingsbücher-Regal erobert. Mein absolutes Highlight 2018!

    Anmerkung: Ich habe diese Geschichte abwechselnd gelesen und gehört und muss sagen: Beides ist einfach nur toll und sehr empfehlenswert! Sandra Hüller liest die verschiedenen Charaktere hervorragend und schafft mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme eine heimelige Hör-Atmosphäre. Man kann die Augen schließen und sich komplett in diese zauberhafte Welt entführen lassen. Das Lesen jedoch hat den Vorteil, dass man sich Zitate direkt markieren kann, denn auf jeder Seite steht mindestens ein Satz, den man sich am liebsten übers Bett hängen möchte ;) Ihr habt die Qual der Wahl! ^^

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    Petriss avatar
    Petrisvor 7 Monaten
    Hörgenuss!

    Als Kind und Jugendliche las ich meine Bücher immer mehrmals. Meist aus Notwendigkeit, weil der Nachschub nicht hinter meinem Lesetempo her kam, aber auch, weil ich das mochte. Heute komme ich nicht mehr so oft dazu. Bei Mehrteilern mache ich es manchmal, dass ich die ersten Teil nochmal lese, bei absoluten Lieblingsbüchern ab und zu, manchmal auch lese ich ein Buch, das ich zuerst in einer Fremdsprache gelesen habe später nochmal auf Deutsch, um alle Details zu erfassen,… Aber nachdem es viel zu viele neue schöne Bücher oder auch alte noch ungelesene gibt, kommt das alles viel zu selten vor.

    Mariana Lekys Roman hatte ich schon vergangenes Jahr gelesen. Eine Freundin schenkte mir dieses Jahr zum Geburtstag dann die Hörbuchfassung. Nachdem ich das Buch nicht selber besaß, ich hatte es aus der Bücherei geliehen und eben gerne Bücher auch öfter lese bzw. höre, freute ich mich sehr. 8 Stunden 3 Minuten Hörvergnügen hatte ich vor mir.

    Und ein Vergnügen war es auch wirklich. Vieles hatte ich wieder vergessen, die Schlüsselszene durchlitt ich, obwohl ich ja wusste, was passieren würde (oder vielleicht sogar weil ich es wusste) genau so wie beim ersten Mal. Die Stimme von Sandra Hüller gefiel mir, nur an einigen wenigen Stellen fand ich, dass sie die Protagonisten*innen zu naiv wirken ließ, fast dümmlich, was sie für mich nicht waren.

    Das Leben der Icherzählerin, das sich in einem kleinen Westerwälder Dorf abspielt, verläuft in ruhigen Bahnen. Bis zu dem Tag, an dem ihre Großmutter von einem Okapi träumt. Wie immer, wenn das der Fall war, stirbt jemand. Diesmal jemand mit dem niemand rechnet, das Leben scheint still zu stehen.
    Zwölf Jahre später wird ihr Leben noch einmal durcheinander gewirbelt. Ein buddhistischer Mönch taucht plötzlich am Waldrand auf und hilft bei der Suche nach dem Hund, der davonlief. Wieder nimmt das Leben der Icherzählerin ein plötzliche Wende.
    Dazwischen die anderen Dorfbewohner, der betrunkene Palm, die abergläubische Elsbeth, die traurige Marlies, der treue Optiker,…

    In wunderschöner, poetischer Sprache werden die Geschichten aus dem Mikrokosmos der Dorfbewohner erzählt. Schon beim Lesen ein Genuss, aber beim Hören, kann man die schönen Sätze und Formulierungen noch auf eine ganz andere Weise genießen. Ich musste manchmal zurückspulen, um eine Formulierung noch einmal zu genießen.

    Schon für das Buch gab es von mir eine große Empfehlung, aber das Hörbuch ist noch einmal eine Draufgabe! Wahrscheinlich war es nicht das letzte Mal, das ich mir die Geschichte erzählen lasse. Aber jetzt wird sie erstmal weiter verborgt. Es gibt schon Interessenten.

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    monerls avatar
    monerlvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Skurril, witzig, tiefsinnig!
    Skurril, witzig, tiefsinnig!

    Kurzmeinung:

    Genre: Roman Handlung: Ein Dorf und seine Einwohner. Alles ist relativ normal, bis Selma im Traum ein Okapi erscheint. Wenn das passiert, verfällt das ganze Dorf in eine besondere Art von Schockstarre. Denn sie wissen, innerhalb von 24 Stunden wird jemand sterben. Da keiner weiß, wen es treffen wird, versuchen alle, die es für nötig halten, ihr Leben noch in Ordnung zu bringen: Heimliche Liebe wird gestanden, Schulden beglichen, Testamente vorbereitet, Briefe geschreiben, es wird verziehen, vergessen und noch so viel mehr. Eine dörfliche Gemeinschaft im Westerwald, voller Aberglauben, skurriler Figuren mit Problemen, die wir alle kennen und wie das Leben so spielt.  Charaktere: Selma und Luise, Großmutter und Enkelin, die beiden Protagonistinnen des Romans. Sie sind eng verbunden und einander sehr wichtig, machen sie sich gegenseitig das Leben lebenswert. Wo Selma offen, extrovertiert, klug und besonnen ist, findet man in Luise das Gegenteil. Mit trockenem Humor bewegt man sich durch Luises Augen durchs Dorf(geschehen) und lernt auch Martin, Luises Eltern, den Optiker, einen jungen Buddhisten, den Hund Alaska und noch viele Bewohner mehr kennen. Jeder für sich einzigartig und unverwechselbar. Spannung: Ein Roman voller Leben, Tod, Hoffnung und Liebe. Was gibt es spannenderes, als den normalen Alltagswahnsinn zu begleiten. ;-) Schreibstil: Dieses Buch liest sich leicht und ist ungeschnörkelt und schön, manchmal sogar sehr poetisch. Es ist voller Sätze, die man als Weisheiten unterstreichen und in sein Leben mitnehmen und nicht mehr vergessen möchte. Ende: Zum Schluss bleibt ein Koffer voller Anfänge. Während ein Leben entweicht bleibt ehrliche und tiefe Liebe übrig. Die einen haben sie schon gefunden, die anderen müssen noch um sie kämpfen. Und wenn ihr wissen wollt, was das alles mit einem Buddhisten in Japan zu tun hat, dann greift unbedingt zu diesem Buch! Hörbuch: Sandra Hüller kannte ich als Sprecherin bisher noch nicht. Sie verleiht dem Roman durch die außergewohnlicher Klangfarbe ihrer Stimme aber eine ganz besondere Note. Ein Roman, der als Hörbuch sehr empfehlenswert ist, da man sich schön zurücklehnen und ein Dorf und seine Bewohner vor Augen entstehen lassen kann. Fazit: Dieses Buch ist anders. Es ist humorvoll, traurig, tragisch, voller Sehnsucht, Liebe, Aufmerksamkeit und Gefühlen. Sprachlich ein absolutes Hightlight, dem insgesamt zur vollen Punktzahl der allerallerletzte Kick gefehlt hat. So skurril und wirr, so gänzlich normal und realitätsnah am Ende.________________________________________________
    https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/11/buchvorstellung-was-man-von-hier-aus.html

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Jahr
    ‚Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt [...].'

    ‚Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint.‘

    Selma hat bereits in der Vergangenheit von einem Okapi geträumt, und danach ist jedes Mal jemand innerhalb der nächsten 24 Stunden gestorben. Nun ist ihr erneut eines der Tiere im Traum erschienen, und weil Selmas Träume in der Vergangenheit für viel Aufregung im Dorf gesorgt haben, möchte sie ihren Traum diesmal für sich behalten. Ihrer Enkelin Luise kann sie jedoch nichts vormachen, und als Selma sich zudem einer Nachbarin anvertraut, weiß kurz darauf das gesamte Dorf Bescheid.

    Die Tatsache, dass Selma den Tod vorhersagen kann, jedoch unklar bleibt, wen es treffen wird, sorgt dafür, dass die Bewohner des Dorfes verschwiegene Wahrheiten miteinander teilen, die Menschen vorsichtiger und ängstlicher werden.

    Mariana Leky erzählt in ihrem Roman ‚Was man von hier aus sehen kann‘ von der Angst, die die Menschen umtreibt, von ihren Sehnsüchten und Wünschen, von unerfüllter Liebe und von verpassten Chancen. Dabei hat Leky ihre Protagonisten auf so wundervolle Weise charakterisiert und ihre Handlungsorte so lebendig beschrieben, dass man sich fast heimisch fühlt in dem kleinen Dorf im Westerwald, wo so sonderbare Dinge passieren und wo so herzliche, ungewöhnliche und (oft) liebenswerte Menschen leben. Vor allem Selma und ihre Enkelin stechen aus der Fülle an Figuren hervor, aber auch der Optiker, der schon lange in Selma verliebt ist, und Selmas bester Freund Martin, der unter seinem tyrannischen und alkoholkranken Vater leidet, sind Charaktere, die einem ans Herz wachsen, die einen beim Lesen/Hören berühren und die so viele kleine Dinge tun und sagen, die klug sind, die nachdenklich machen und die dafür sorgen, dass man möchte, dass der Roman nie endet.

    ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ist sprachlich einfach, aber dennoch anspruchsvoll und hat mir vor allem wegen des Stilmittels der Wiederholungen gefallen. Diese sind einerseits Themen, Sätze und Phrasen, die immer wieder im Buch auftauchen und sich wie ein roter Faden durch den Roman ziehen, andererseits aber auch unzählige Beispiele, die die Autorin zu bestimmten Aussagen bietet, so dass man sich mit dem Inhalt dieser Aussagen gut identifizieren kann, da einem in der Reihe von Beispielen mindestens eines aus dem eigenen Leben bekannt und geläufig ist:

    ‚Wenn das, was man lange angeschaut hat, etwas Bedeutsames war [...], dann taucht dieses Nachbild immer wieder auf. [...] Das Nachbild des Mannes, der zum allerallerletzten Mal winkt, taucht plötzlich auf, wenn einem beispielsweise beim Reinigen der Regenrinne eine Mücke ins Auge geflogen ist. Es taucht auf, wenn man die Augen kurz ausruhen will, weil man lange auf eine Nebenkostenabrechung geschaut hat, die man nicht versteht. [...] Wenn man die Augen schließt, weil man jemanden küsst. Wenn man auf dem Waldboden liegt, auf einer Untersuchungsliege, in einem fremden Bett, im eigenen. Wenn man die Augen schließt, weil man etwas sehr Schweres hochhebt.‘

    Sandra Hüller liest das ungekürzte Hörbuch auf eindringlicher Weise und mit gefühlvoller Stimme, so dass ich sie als die perfekte Wahl für diesen wunderbaren und besonderen Roman empfinde.

    ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ist ein Buch über Liebe und Freundschaft, über Verlust und Ankommen, steckt voller kleiner und großer Weisheiten und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt und begeistert.

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    Thaliomees avatar
    Thaliomeevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Einfach wundervoll! Eines meiner Lieblingsbücher 2017
    Wir müssen mehr Welt hineinlassen

    Das Cover und auch den Titel fand ich zunächst nicht unbedingt ansprechend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mir wenig darunter vorstellen konnte. Jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch auch schwer zu beschreiben ist, lesen oder hören lohnt

    Die Hauptfigur ist Luise und die Geschichte beginnt, als sie in der Grundschule ist. Ihr Vater hat gerade eine Psychoanalyse begonnen, ihr bester Freund Martin wird von seinem Vater geschlagen und ihre Oma Selma hält mit dem Optiker die Welt im Lot. Mehr noch, Selma und der Optiker haben für Luise und Martin „die Welt erfunden“, zumindest das Stück Westerwald, das ihre Heimat ist.

    Als Selma eines nachts von einem Okapi träumt, verbreitet sich die Botschaft in Windeseile im Dorf. Denn wenn Selma von einem Okapi träumt, wird jemand sterben. Die Menschen bereiten sich vor, legen Geständnisse ab oder schreiben Briefe. Niemand weiß, wen es treffen wird und natürlich werde ich es an dieser Stelle nicht verraten.

    In diesen Vorbereitungen lernen wir das Dorf kennen: Der Optiker ist heimlich in Selma verliebt, Selma liebt aber ihren Mann Heinrich, der schon lange tot ist. Elsbeth, die ziemlich abergläubisch ist und für jede Situation die passende Bauernregel hat. Marlies, die mürrisch und griesgrämig ist, aber trotzdem nicht vermeiden kann, dass Luise sie besucht. Es gibt natürlich noch viele weitere Charaktere, alle liebevoll beschrieben und ausgearbeitet!

    Im zweiten Teil ist Luise eine junge Frau und hat eine Ausbildung zur Buchhändlerin begonnen. Sie verliebt sich und wir erleben mit, wie sich nicht nur Luise sondern auch die Menschen im Dorf verändert haben.

    Bis zum dritten Teil vergehen wieder einige Jahre, Luise ist nun eine erwachsene Frau und sollte ihr Leben fest im Griff haben. Es ist rührend, ihr beim Erwachsen werden zuzusehen und Freude und Schmerz mit ihr zu teilen!


    Der Schreibstil ist wundervoll und ich finde, die Sprecherin Sandra Hüller passt einfach perfekt zu Luise und zur Geschichte. Sie liest ruhig und doch mit viel Emotion, ich konnte ihr stundenlang zuhören. Ein schönes Hörbuch, trotzdem überlege ich mir die Printausgabe zu kaufen, denn das Buch ist voll mit wundervollen Zitaten. Die Autorin Mariana Leky geht einfach phantastisch mit Sprache um und erschafft eine Welt, die ich nicht verlassen wollte. Am Ende des Hörbuchs fühlte ich mich tatsächlich ein wenig so, als müsste ich von guten Freunden Abschied nehmen.

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