Mariana Leky Was man von hier aus sehen kann

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Inhaltsangabe zu „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen, verschwinden lassen oder in Ordnung bringen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman – und natürlich noch viel mehr. "Was man von hier aus sehen kann" ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe im Modus der Abwesenheit.

'Was man von hier aus sehen kann ist so unterhaltsam und märchenhaft und von einer so großen Weisheit und Tiefe, dass ich unbedingt damit zu tun haben wollte. Es gibt ganz wenige Bücher bei denen mir das passiert.' Sandra Hüller

Eine unfassbar schöne Geschichte über das Leben!

— SeitenHiebe

Unterhaltsamer Roman, oft nachdenklich, immer wieder skurril mit sympathischen Charakteren.

— black_horse

Zurecht hochgelobt - einer meiner neuen Lieblingsromane!

— Knigaljub

Ganz wunderbar gelesenes Hörbuch! Sandra Hüller erschafft mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme eine tolle Hör-Atmosphäre!

— Lyke

Was für ein Roman: Witzig, tragisch, unterhaltsam und vor allem sprachlich ganz große Klasse. Ein Highlight!

— chuma

Dieses Hörbuch hat nur einen Makel - es ist zu kurz!!!

— Gegen_den_Strom_lesen

Für mich eines der schönsten Hörbücher 2017. Wunderbar gelesen von Sandra Hüller. Danke für diesen Hörgenuss!

— Maulbeere

Unendlich, umfassend schön!

— kornmuhme

Eigentlich eine kleine Geschichte, aber großartig und tiefgründig erzählt! Und die Sprecherin macht sie ganz besonders, sehr empfehlenswert!

— FrolleinJott

Skurril, witzig, tiefsinnig!

— monerl

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    Was man von hier aus sehen kann

    black_horse

    05. May 2018 um 17:05

    Ein kleines Dorf, eine Familie, eine besondere Großmutter.Letztere sieht in ihren Okapi-Träumen den Tod voraus.Autorin Mariana Leky erzählt in einer angenehmen, lockeren Art vom Leben und Sterben, vom Lieben und Hassen, vom Begleiten und Verlassen, von Sehnsucht und Erfüllung.Die Hörbuchvertonung ist gut gelungen. Gern hört man der Sprecherin zu, wie sie aus dem Leben der jungen Luise erzählt, die im Mittelpunkt der Erzählung steht, um die herum viele Porträts ihr nahestehender Menschen gepuzzelt werden. Von ihrer geliebten Großmutter Selma, ihrem Freund Martin, der schon im Alter von 10 Jahren verunglückte, von Palm, dem verschrobenen Alten, der nach Martins Tod zum Glauben fand, vom Frederik, der zwar im fernen Japan im Kloster lebt, aber Luise doch sehr nah ist, vom Luises Vater, der die Welt bereist, um der Enge des Dorfes zu entfliehen, ihrer Mutter, die derweil mit dem Eisverkäufer angebandelt hat, ... und einigen anderen mehr.Insgesamt ein Buch ohne den Anspruch auf besondere Spannung oder Fantasie, eher ein bisschen philosophisch nachdenklich. Wir das normale Leben.

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  • Liebenswerte Charaktere, ein Okapi und viel Gefühl

    Was man von hier aus sehen kann

    Knigaljub

    16. March 2018 um 19:49

    Kein Lob ist zu groß für dieses grandiose (Hör-)Buch! Zum Inhalt:Selma, Luises Großmutter, träumt von einem Okapi und das ganze Dorf weiß, dass jemand sterben muss. Wir begleiten Luise, Selma, den Optiker und all die anderen Dorfbewohner eine ganze Zeit lang und nehmen teil an den großen und kleinen Katastrophen, an den schönen und traurigen Momenten. Ganz normale Geschehnisse werden von Besonderheiten durchkreuzt und lassen das Buch nicht langweilig werden. Lesenswert ist es aber vor allem wegen seiner Sprache und den vielen kleinen Weisheiten, die sich finden lassen.Meine Meinung:Da ich das Buch gehört und mir nichts notiert habe, kann ich jetzt nicht eines der zahlreichen Zitate anführen, die einfach nur wunderschön sind, und wegen der ich mir gut vorstellen kann, dass sich auch das Lesen lohnt. Das Hören hatte den Vorteil, dass Sandra Hüllers besondere Stimme perfekt zu diesem besonderen Buch passt und man so einfach nur abtauchen und genießen kann. Ich hätte ihr ewig weiter zuhören können – eine perfekte Mischung aus großartiger Geschichte und sehr guter Leseleistung. Leky schreibt grandios und so, dass man am liebsten gleich nochmal gedanklich in das kleine Dorf im Westerwald fahren möchte, wo man auf all die liebenswerten und leicht schrulligen Charaktere trifft. Besonders gefallen haben mir die Personifizierungen der Gefühle (da nimmt beispielsweise eine „Verstockung‟ auf der Fensterbank Platz und der „Aufhocker‟ begleitet in den Supermarkt).Beim Hören musste ich oft schmunzeln, zwischendurch sogar ein Tränchen verdrücken und war insgesamt einfach gerne Gast in dieser Geschichte. Bestimmt werde ich mal wieder reinhören – oder das Buch lesen.Fazit:Eines meiner absoluten Roman-Highlights – ich empfehle es von Herzen und schließe mich den Lobeshymnen an.

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  • Berührt Herz und Verstand

    Was man von hier aus sehen kann

    Lyke

    05. March 2018 um 21:39

    Es gibt Romane, die sprechen hauptsächlich den Verstand an - sie lassen verschiedene Blickwinkel und Interpretationsansätze zu und eignen sich deswegen hervorragend als Prüfungsthemen oder in Diskussionskreisen.  Es gibt aber auch Romane, die sich in erster Linie um das Herz kümmern und berühren - der Preis dafür ist häufig jedoch eine weichgekochte Geschichte ohne Tiefgang.Und dann gibt es Bücher, die beides können  - das Denken herausfordern und das Herz in Staunen versetzen. Mariana Leky ist mit ihrem Roman „Was man von hier aus sehen kann“ dieses seltene und außergewöhnliche Phänomen auf ganzer Linie gelungen.„Ich beschloss, Martin später zu heiraten, weil ich fand, der Richtige sei der, der einem das Hinsehen erspart wenn die Welt ihren Lauf nimmt.“ (S. 52)Die 10-jährige Luise wächst gemeinsam mit ihrem besten Freund Martin in einem kleinen Dorf im Westerwald auf, in dem die Uhren noch langsam ticken und die Dorfbewohner der Unberechenbarkeit der Welt eine große Portion Aberglauben und lauter schrulligen Angewohnheiten entgegensetzen. So ist es nicht verwunderlich, dass ein Okapi das ganze Dorf in helle Aufregung versetzen kann; denn schon dreimal ist Luises Großmutter Selma dieses zusammengewürfelt wirkende Tier im Traum erschienen und schon dreimal hat in den nächsten vierundzwanzig Stunden ein Mitglied der Dorfgemeinschaf sein Leben verloren. Nun hat sie erneut von einem Okapi geträumt und ab diesem Moment ist an Routine und Alltag nicht mehr zu denken:„Wenige Stunden nach Selmas Traum, bewegten sich die Leute im Dorf, als habe sich auf allen Wegen Blitzeis gebildet, nicht nur draußen, sondern auch in den Häusern, Blitzeis in den Küchen und Wohnzimmern. [...] Den ganzen Tag lang beargwöhnten sie ihr Leben und, soweit möglich, das aller anderen.“ (S. 22)Wir begleiten Luise, Selma und die anderen Dorfbewohner über eine lange Zeit und stellen schnell fest, dass der Lauf der Welt auch ein kleines, abgeschiedenes Dorf im Westerwald nicht verschont. Es passieren auch hier kleine, mittelgroße und sehr große Katastrophen; doch dazwischen wird gelebt, gelacht, geliebt, füreinander eingestanden, diskutiert, psychoanalysiert und missioniert, werden verschwiegene Wahrheiten ausgesprochen, Geständnisse gemacht und heimliche Lieben weiter verheimlicht. Mariane Leky entführt uns hier in einen wunderbar verrückten, aber gleichzeitig auch wahnsinnig liebenswerten Mikrokosmos an liebevoll verrückten und exzentrischen Charakteren, die einem schon innerhalb der ersten Seiten ans Herz wachsen. Dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass Lekys Figuren mit all ihren Ecken und Kanten einfach echt wirken und ich mich in einigen Figuren sofort wiedererkannte. Ich denke, dass in jedem von uns ab und an eine mürrische Marlies steckt, die sich hinter einer Wand aus Depression, Wut und Weltangst versteckt und im Grunde doch nur eine Freundin braucht; vielleicht wird der ein oder andere aber auch von unsichtbaren Stimmen angerempelt wie der Optiker, die ihn daran hindern, wichtige Herzensangelegenheiten anzugehen und auszusprechen? In mir jedenfalls steckt auf jeden Fall ein klitzekleines bisschen Selma, denn ich lasse auch nur ungern die Welt herein und begnüge mich lieber mit vertrauten und bekannten Situationen, statt mal etwas Neues und Unbekanntes zu wagen...Lekys Sprache ist einfach unglaublich, denn sie beschreibt sowohl die ganz großen Themen wie die Liebe und den Tod, als auch die allerkleinsten, alltäglichsten Dinge in wunderschönen Bildern und findet für jedes noch so abwegige Gefühl tiefsinnige und gleichzeitig unfassbar treffsichere Beschreibungen. Dabei driftet ihr besonderer Stil nie ins Pathetische oder Kitschige ab, sondern zeigt ganz im Gegenteil einen feinen Sinn für Humor und ihre hervorragende Menschenkenntnis.Mich lässt dieser Roman einfach nur sprachlos zurück. Sprachlos deswegen, weil mich die Autorin überrascht, überwältigt und schlichtweg überrumpelt hat! Oder angerempelt. Und das im positivsten Sinne. Es geht um das Leben im Hier&Jetzt, nicht im Wenn&Aber, um die Unerklärbarkeit der Welt, um unzusammenhängende Zusammenhänge, um die unbefestigten Dinge im Leben, ums Gesehenwerden und um eine ganz besondere Enkelin-Großmutter-Beziehung. Vor allen Dingen aber geht es darum, sich nicht vor der Welt zu verstecken, denn „keiner ist allein, solange er noch WIR sagen kann.“ (S. 287)Lest. Diesen. Roman. Alle! Er ist jede Lesesekunde wert und hat sich einen Ehrenplatz in meinem Lieblingsbücher-Regal erobert. Mein absolutes Highlight 2018!Anmerkung: Ich habe diese Geschichte abwechselnd gelesen und gehört und muss sagen: Beides ist einfach nur toll und sehr empfehlenswert! Sandra Hüller liest die verschiedenen Charaktere hervorragend und schafft mit ihrer ruhigen, angenehmen Stimme eine heimelige Hör-Atmosphäre. Man kann die Augen schließen und sich komplett in diese zauberhafte Welt entführen lassen. Das Lesen jedoch hat den Vorteil, dass man sich Zitate direkt markieren kann, denn auf jeder Seite steht mindestens ein Satz, den man sich am liebsten übers Bett hängen möchte ;) Ihr habt die Qual der Wahl! ^^

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  • Hörgenuss!

    Was man von hier aus sehen kann

    Petris

    17. February 2018 um 18:31

    Als Kind und Jugendliche las ich meine Bücher immer mehrmals. Meist aus Notwendigkeit, weil der Nachschub nicht hinter meinem Lesetempo her kam, aber auch, weil ich das mochte. Heute komme ich nicht mehr so oft dazu. Bei Mehrteilern mache ich es manchmal, dass ich die ersten Teil nochmal lese, bei absoluten Lieblingsbüchern ab und zu, manchmal auch lese ich ein Buch, das ich zuerst in einer Fremdsprache gelesen habe später nochmal auf Deutsch, um alle Details zu erfassen,… Aber nachdem es viel zu viele neue schöne Bücher oder auch alte noch ungelesene gibt, kommt das alles viel zu selten vor.Mariana Lekys Roman hatte ich schon vergangenes Jahr gelesen. Eine Freundin schenkte mir dieses Jahr zum Geburtstag dann die Hörbuchfassung. Nachdem ich das Buch nicht selber besaß, ich hatte es aus der Bücherei geliehen und eben gerne Bücher auch öfter lese bzw. höre, freute ich mich sehr. 8 Stunden 3 Minuten Hörvergnügen hatte ich vor mir.Und ein Vergnügen war es auch wirklich. Vieles hatte ich wieder vergessen, die Schlüsselszene durchlitt ich, obwohl ich ja wusste, was passieren würde (oder vielleicht sogar weil ich es wusste) genau so wie beim ersten Mal. Die Stimme von Sandra Hüller gefiel mir, nur an einigen wenigen Stellen fand ich, dass sie die Protagonisten*innen zu naiv wirken ließ, fast dümmlich, was sie für mich nicht waren.Das Leben der Icherzählerin, das sich in einem kleinen Westerwälder Dorf abspielt, verläuft in ruhigen Bahnen. Bis zu dem Tag, an dem ihre Großmutter von einem Okapi träumt. Wie immer, wenn das der Fall war, stirbt jemand. Diesmal jemand mit dem niemand rechnet, das Leben scheint still zu stehen.Zwölf Jahre später wird ihr Leben noch einmal durcheinander gewirbelt. Ein buddhistischer Mönch taucht plötzlich am Waldrand auf und hilft bei der Suche nach dem Hund, der davonlief. Wieder nimmt das Leben der Icherzählerin ein plötzliche Wende.Dazwischen die anderen Dorfbewohner, der betrunkene Palm, die abergläubische Elsbeth, die traurige Marlies, der treue Optiker,…In wunderschöner, poetischer Sprache werden die Geschichten aus dem Mikrokosmos der Dorfbewohner erzählt. Schon beim Lesen ein Genuss, aber beim Hören, kann man die schönen Sätze und Formulierungen noch auf eine ganz andere Weise genießen. Ich musste manchmal zurückspulen, um eine Formulierung noch einmal zu genießen.Schon für das Buch gab es von mir eine große Empfehlung, aber das Hörbuch ist noch einmal eine Draufgabe! Wahrscheinlich war es nicht das letzte Mal, das ich mir die Geschichte erzählen lasse. Aber jetzt wird sie erstmal weiter verborgt. Es gibt schon Interessenten.

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  • Skurril, witzig, tiefsinnig!

    Was man von hier aus sehen kann

    monerl

    30. November 2017 um 15:57

    Kurzmeinung: Genre: Roman , Handlung: Ein Dorf und seine Einwohner. Alles ist relativ normal, bis Selma im Traum ein Okapi erscheint. Wenn das passiert, verfällt das ganze Dorf in eine besondere Art von Schockstarre. Denn sie wissen, innerhalb von 24 Stunden wird jemand sterben. Da keiner weiß, wen es treffen wird, versuchen alle, die es für nötig halten, ihr Leben noch in Ordnung zu bringen: Heimliche Liebe wird gestanden, Schulden beglichen, Testamente vorbereitet, Briefe geschreiben, es wird verziehen, vergessen und noch so viel mehr. Eine dörfliche Gemeinschaft im Westerwald, voller Aberglauben, skurriler Figuren mit Problemen, die wir alle kennen und wie das Leben so spielt.  , Charaktere: Selma und Luise, Großmutter und Enkelin, die beiden Protagonistinnen des Romans. Sie sind eng verbunden und einander sehr wichtig, machen sie sich gegenseitig das Leben lebenswert. Wo Selma offen, extrovertiert, klug und besonnen ist, findet man in Luise das Gegenteil. Mit trockenem Humor bewegt man sich durch Luises Augen durchs Dorf(geschehen) und lernt auch Martin, Luises Eltern, den Optiker, einen jungen Buddhisten, den Hund Alaska und noch viele Bewohner mehr kennen. Jeder für sich einzigartig und unverwechselbar., Spannung: Ein Roman voller Leben, Tod, Hoffnung und Liebe. Was gibt es spannenderes, als den normalen Alltagswahnsinn zu begleiten. ;-), Schreibstil: Dieses Buch liest sich leicht und ist ungeschnörkelt und schön, manchmal sogar sehr poetisch. Es ist voller Sätze, die man als Weisheiten unterstreichen und in sein Leben mitnehmen und nicht mehr vergessen möchte., Ende: Zum Schluss bleibt ein Koffer voller Anfänge. Während ein Leben entweicht bleibt ehrliche und tiefe Liebe übrig. Die einen haben sie schon gefunden, die anderen müssen noch um sie kämpfen. Und wenn ihr wissen wollt, was das alles mit einem Buddhisten in Japan zu tun hat, dann greift unbedingt zu diesem Buch! Hörbuch: Sandra Hüller kannte ich als Sprecherin bisher noch nicht. Sie verleiht dem Roman durch die außergewohnlicher Klangfarbe ihrer Stimme aber eine ganz besondere Note. Ein Roman, der als Hörbuch sehr empfehlenswert ist, da man sich schön zurücklehnen und ein Dorf und seine Bewohner vor Augen entstehen lassen kann. Fazit: Dieses Buch ist anders. Es ist humorvoll, traurig, tragisch, voller Sehnsucht, Liebe, Aufmerksamkeit und Gefühlen. Sprachlich ein absolutes Hightlight, dem insgesamt zur vollen Punktzahl der allerallerletzte Kick gefehlt hat. So skurril und wirr, so gänzlich normal und realitätsnah am Ende. ________________________________________________https://monerls-bunte-welt.blogspot.de/2017/11/buchvorstellung-was-man-von-hier-aus.html

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  • ‚Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt [...].'

    Was man von hier aus sehen kann

    sabatayn76

    24. October 2017 um 00:00

    ‚Wenn man etwas gut Beleuchtetes lange anschaut und dann die Augen schließt, sieht man dasselbe vor dem inneren Auge noch mal, als unbewegtes Nachbild, in dem das, was eigentlich hell war, dunkel ist, und das, was eigentlich dunkel war, hell erscheint.‘Selma hat bereits in der Vergangenheit von einem Okapi geträumt, und danach ist jedes Mal jemand innerhalb der nächsten 24 Stunden gestorben. Nun ist ihr erneut eines der Tiere im Traum erschienen, und weil Selmas Träume in der Vergangenheit für viel Aufregung im Dorf gesorgt haben, möchte sie ihren Traum diesmal für sich behalten. Ihrer Enkelin Luise kann sie jedoch nichts vormachen, und als Selma sich zudem einer Nachbarin anvertraut, weiß kurz darauf das gesamte Dorf Bescheid. Die Tatsache, dass Selma den Tod vorhersagen kann, jedoch unklar bleibt, wen es treffen wird, sorgt dafür, dass die Bewohner des Dorfes verschwiegene Wahrheiten miteinander teilen, die Menschen vorsichtiger und ängstlicher werden. Mariana Leky erzählt in ihrem Roman ‚Was man von hier aus sehen kann‘ von der Angst, die die Menschen umtreibt, von ihren Sehnsüchten und Wünschen, von unerfüllter Liebe und von verpassten Chancen. Dabei hat Leky ihre Protagonisten auf so wundervolle Weise charakterisiert und ihre Handlungsorte so lebendig beschrieben, dass man sich fast heimisch fühlt in dem kleinen Dorf im Westerwald, wo so sonderbare Dinge passieren und wo so herzliche, ungewöhnliche und (oft) liebenswerte Menschen leben. Vor allem Selma und ihre Enkelin stechen aus der Fülle an Figuren hervor, aber auch der Optiker, der schon lange in Selma verliebt ist, und Selmas bester Freund Martin, der unter seinem tyrannischen und alkoholkranken Vater leidet, sind Charaktere, die einem ans Herz wachsen, die einen beim Lesen/Hören berühren und die so viele kleine Dinge tun und sagen, die klug sind, die nachdenklich machen und die dafür sorgen, dass man möchte, dass der Roman nie endet. ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ist sprachlich einfach, aber dennoch anspruchsvoll und hat mir vor allem wegen des Stilmittels der Wiederholungen gefallen. Diese sind einerseits Themen, Sätze und Phrasen, die immer wieder im Buch auftauchen und sich wie ein roter Faden durch den Roman ziehen, andererseits aber auch unzählige Beispiele, die die Autorin zu bestimmten Aussagen bietet, so dass man sich mit dem Inhalt dieser Aussagen gut identifizieren kann, da einem in der Reihe von Beispielen mindestens eines aus dem eigenen Leben bekannt und geläufig ist: ‚Wenn das, was man lange angeschaut hat, etwas Bedeutsames war [...], dann taucht dieses Nachbild immer wieder auf. [...] Das Nachbild des Mannes, der zum allerallerletzten Mal winkt, taucht plötzlich auf, wenn einem beispielsweise beim Reinigen der Regenrinne eine Mücke ins Auge geflogen ist. Es taucht auf, wenn man die Augen kurz ausruhen will, weil man lange auf eine Nebenkostenabrechung geschaut hat, die man nicht versteht. [...] Wenn man die Augen schließt, weil man jemanden küsst. Wenn man auf dem Waldboden liegt, auf einer Untersuchungsliege, in einem fremden Bett, im eigenen. Wenn man die Augen schließt, weil man etwas sehr Schweres hochhebt.‘ Sandra Hüller liest das ungekürzte Hörbuch auf eindringlicher Weise und mit gefühlvoller Stimme, so dass ich sie als die perfekte Wahl für diesen wunderbaren und besonderen Roman empfinde. ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ist ein Buch über Liebe und Freundschaft, über Verlust und Ankommen, steckt voller kleiner und großer Weisheiten und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite berührt und begeistert.

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  • Wir müssen mehr Welt hineinlassen

    Was man von hier aus sehen kann

    Thaliomee

    26. August 2017 um 21:11

    Das Cover und auch den Titel fand ich zunächst nicht unbedingt ansprechend. Vielleicht auch deshalb, weil ich mir wenig darunter vorstellen konnte. Jetzt kann ich sagen, dass dieses Buch auch schwer zu beschreiben ist, lesen oder hören lohnt Die Hauptfigur ist Luise und die Geschichte beginnt, als sie in der Grundschule ist. Ihr Vater hat gerade eine Psychoanalyse begonnen, ihr bester Freund Martin wird von seinem Vater geschlagen und ihre Oma Selma hält mit dem Optiker die Welt im Lot. Mehr noch, Selma und der Optiker haben für Luise und Martin „die Welt erfunden“, zumindest das Stück Westerwald, das ihre Heimat ist. Als Selma eines nachts von einem Okapi träumt, verbreitet sich die Botschaft in Windeseile im Dorf. Denn wenn Selma von einem Okapi träumt, wird jemand sterben. Die Menschen bereiten sich vor, legen Geständnisse ab oder schreiben Briefe. Niemand weiß, wen es treffen wird und natürlich werde ich es an dieser Stelle nicht verraten. In diesen Vorbereitungen lernen wir das Dorf kennen: Der Optiker ist heimlich in Selma verliebt, Selma liebt aber ihren Mann Heinrich, der schon lange tot ist. Elsbeth, die ziemlich abergläubisch ist und für jede Situation die passende Bauernregel hat. Marlies, die mürrisch und griesgrämig ist, aber trotzdem nicht vermeiden kann, dass Luise sie besucht. Es gibt natürlich noch viele weitere Charaktere, alle liebevoll beschrieben und ausgearbeitet! Im zweiten Teil ist Luise eine junge Frau und hat eine Ausbildung zur Buchhändlerin begonnen. Sie verliebt sich und wir erleben mit, wie sich nicht nur Luise sondern auch die Menschen im Dorf verändert haben. Bis zum dritten Teil vergehen wieder einige Jahre, Luise ist nun eine erwachsene Frau und sollte ihr Leben fest im Griff haben. Es ist rührend, ihr beim Erwachsen werden zuzusehen und Freude und Schmerz mit ihr zu teilen! Der Schreibstil ist wundervoll und ich finde, die Sprecherin Sandra Hüller passt einfach perfekt zu Luise und zur Geschichte. Sie liest ruhig und doch mit viel Emotion, ich konnte ihr stundenlang zuhören. Ein schönes Hörbuch, trotzdem überlege ich mir die Printausgabe zu kaufen, denn das Buch ist voll mit wundervollen Zitaten. Die Autorin Mariana Leky geht einfach phantastisch mit Sprache um und erschafft eine Welt, die ich nicht verlassen wollte. Am Ende des Hörbuchs fühlte ich mich tatsächlich ein wenig so, als müsste ich von guten Freunden Abschied nehmen.

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    • 2
  • Anders und hörenswert

    Was man von hier aus sehen kann

    Steffi1611

    18. August 2017 um 08:00

    Ein kleines Dorf im Westerwald bildet den Mittelpunkt dieser Geschichte. Hier lebt neben Selma auch deren Enkelin Luise aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.Der Hörer begleitet Luise von klein auf an. Nach und nach lernt man weitere Dorfbewohner kennen und jeder für sich ist speziell oder besonders. Aber die meisten sind zufrieden. Außer wenn Selma von einem Okapi träumt, dann stirbt nämlich einer von ihnen. 24 Stunden befindet sich das Dorf in einem Ausnahmezustand und alle überlegen, was sie noch zu tun haben oder mit wem sie noch reden wollen oder müssen.Aber dann trifft es jemanden, wo man es nicht erwartet hat. Was macht das mit den Bewohnern? Wie verändert sie das Ereignis?Mit viel Herz und einer unglaublichen Nähe zu den Charakteren wird diese Geschichte erzählt. Während des Hörens habe ich mich fast wie ein Dorfbesucher gefühlt, welcher die Leute wirklich kennen gelernt hat.Sandra Hüller als Sprecherin war mir vorher nicht bekannt, aber sie hat diesem Buch so viel Leben eingehaucht und die richtigen Stimmlagen für die Situationen gefunden. Es macht Spaß ihr beim Lesen zuzuhören.Mariana Leky ist ein wunderbares Buch gelungen, welches keinen deutlichen roten Faden hat aber dafür einen tollen Schreibstil. Auch nachdem Ende des Buches ist es nicht einfach vorbei. Ein wenig von dem Gehörten bleibt und man denkt mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die Geschichte zurück.

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  • Eine Geschichte, die mitten ins Herz trifft!

    Was man von hier aus sehen kann

    Code-between-lines

    13. August 2017 um 17:22

    Mariana Lekys Roman spielt in einem kleinen Dorf im Westerwald. Die Protagonistin Luise wächst größtenteils bei ihrer Oma Selma auf. Selma, die weiß, dass im Dorf innerhalb von 24 Stunden ein Mensch sterben wird, wenn sie nachts von einem Okapi geträumt hat.   Mit diesem ein wenig skurrilem Setting beginnt die Geschichte um Luise, Selma, Luises besten Freund Martin und den Optiker, der schon sein halbes Leben lang in Selma verliebt ist, sich aber seit Jahrzehnten nicht traut, ihr seine Liebe zu gestehen. Luise sagt, Selma und der Optiker "haben die Welt erfunden" - ein wunderschöner Satz, der illustriert, wie klein Luises Mikrokosmos in dem Dorf im Westerwald ist. Nicht umsonst fordert Luises Vater immer wieder, sie und Selma müssten endlich mal "etwas mehr Welt hereinlassen". Als Leser wünscht man sich, dass falls das passiert, die Welt bitte nichts an Luise und Selma ändern möge. Mariana Leky hat noch eine ganze Reihe weiterer liebenswerten Figuren in ihrem Roman untergebracht: Elsbeth, die abergläubische Schwägerin Selmas, die depressive und grundsätzlich griesgrämige Marlies, die sich am liebsten komplett vor der Welt verstecken möchte, obwohl sie doch fest zur Dorfgemeinschaft dazu gehört, Luises Eltern, die hauptsächlich mit sich und ihrer unglücklichen Ehe beschäftigt sind, und Martins gewalttätiger Vater, der sein eigenes Unglück in zu viel Alkohol ertränkt.   Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört und bin ihm nach wenigen Kapiteln komplett verfallen. Innerhalb kürzester Zeit war ich verliebt in die so liebevoll und herzlich und mit einer feinen Portion Humor gezeichneten Figuren, die wunderschön verpackten Weisheiten über die Liebe und das Leben und die in jedem Wort so deutlich spürbare Menschlichkeit, mit der auch die negativen Aspekte der Figuren dargestellt werden. Hätte ich die Printausgabe gelesen, wäre sie mittlerweile wohl voll mit kleinen Zetteln, die die zahlreichen, direkt ins Herz gehenden Sätze markieren. Aber auch das Hörbuch hatte seine Vorzüge, denn die Geschichte wird von der Sprecherin Sandra Hüller wunderbar und sehr passend gelesen - ihre Stimme wurde für mich beim Hören zur Stimme des Dorfes. Ich werden Luise, Selma und all die anderen wohl noch eine ganze Weile vermissen und mir sicher auch die Printausgabe irgendwann noch einmal vornehmen ♥

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    • 2
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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    • 2656
  • Ein besonderes Buch mit besonderen Charakteren

    Was man von hier aus sehen kann

    mareike91

    04. August 2017 um 15:08

    Inhalt:In kleinem Dorf im Schwarzwald führen Selma, ihre Familie und Freunde ein beschauliches Leben. Abgesehen davon, wenn Selma wieder einmal von Okapis träumt. Denn dann wird kurz darauf jemand sterben - und keiner weiß, wen es wohl treffen wird. Kein Wunder also, dass das Dorf wieder einmal Kopf steht, als Selma von einem Okapi träumt...Meine Meinung:Mit ihrer sehr angenehmen Stimme bringt Hörbuch-Sprecherin Sandra Hüller das von der Aurorin Mariana Leky wunderschön geschriebene Buch (ungekürzt) toll rüber. Ihre ruhige Stimme verleiht dem Buch Leben und passt gleichzeitig sehr gut zur auch eher ruhigeren Geschichte des Buches.Sicherlich spielt das alltägliche Leben eine große Rolle, dennoch hat mich die Geschichte in keinster Weise gelangweilt. Denn die Geschichte ist lustig und unterhaltsam, mal fröhlich und mal traurig...Im Laufe des Buches begegnet dem Leser wohl nahezu jede Emotion.Wer denkt, der Plot handelt insbesondere von dem Tag, an dem Selma mal wieder von einem Okapi träumt, der täuscht. Der Leser lernt stattdessen ihre zehnjährige Enkelin Luise kennen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, sieht sie aufwachsen und begleitet sie durch ihr Leben...Highlight des Buches sind definitiv die Charaktere. Sei es Selma, die ja bekanntlich von Okapis träumt, der Optiker, der Stimmen hört, oder Mönch Frederik, der plötzlich im Westerwald auftaucht, haben zwar allesamt ihre Macken und Eigenarten, aber sind auf ihre jeweilige Art und Weise besonders. Es ist eine wirklich schrullige, aber liebenswerte Dorfgemeinschaft, zu der man sich als Leser gerne zugehörig fühlt.Fazit:Ein berührendes Buch voller besonderer Charaktere, von denen einer kauziger und verrückter ist als der andere... Mir war es an manchen Stellen jedoch einfach zu überzeichnet oder aber zu ruhig. Dennoch eine klare Leseempfehlung!

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  • „Keiner ist alleine, solange er noch wir sagen kann.“

    Was man von hier aus sehen kann

    MissGoWest

    03. August 2017 um 20:29

    In einem kleinen Dorf im Westerwald, wo jeder jeden kennt, ist besondere Vorsicht geboten, wenn Selma, die Großmutter der Ich-Erzählerin Luise, von einem Okapi träumt. Denn dann wird innerhalb von 24 Stunden jemand im Ort sterben. Daher fühlen sich die Dorfbewohner dazu berufen, verdrängte Dinge ans Licht zu bringen oder ins Reine mit ihren Lieben zu kommen. Die einzigartigen Charaktere der Geschichte nahmen mich sofort gefangen – angefangen von Luise, deren wichtigste Bezugsperson ihre Oma Selma ist, über Luises Kinderfreund Martin, der gerne alles und jeden hochhebt (bevorzugt Luise), um Gewichte stemmen zu üben, bis hin zum Apotheker, der jahrzehntelang heimlich in Selma verliebt ist, aber seine Liebe nicht gestehen kann.   Die Handlung ist ein wenig wie das wirkliche Leben – vieles plätschert so dahin, ist aber durchaus nicht belanglos. Einige Szenen haben mir Unbehagen bereitet, z.B. wie ein junger Vogel erst nach mehreren Versuchen erschlagen wird oder wenn Hunde mit Schuhen beworfen werden. Zum Glück stehen diese Dinge nicht im Vordergrund.   Der Leser folgt Luise von der Kindheit als 10-Jährige ins Erwachsenenalter, erlebt mir ihr die Liebe zu Frederik, einem buddhistischen Mönch, der den Westerwald besucht, aber eigentlich in Japan lebt, starrt gebannt in den Himmel, um die totale Sonnenfinsternis zu bestaunen und wechselt mit der ganzen Dorfgemeinschaft ins 21. Jahrhundert.   Die vielschichtigen Beziehungen der Charaktere stehen dabei im Vordergrund. Das Buch spiegelt die Höhen und Tiefen des Lebens wider, ohne dabei kitschig zu werden. Fazit: Wer einen Roman mit einem Hauch von magischem Realismus in Kombination mit Charakteren, die in Erinnerung bleiben, schätzt, ist bei Was man von hier aus sehen kann gut aufgehoben.   Die Hörspielfassung des Buches ist ungekürzt und bereitet kurzweilige Unterhaltung von 8 Stunden und 3 Minuten. Nicht allzu gut gefällt mir die Lesestimme von Sandra Hüller, die oftmals zu monoton und salbungsvoll in meinen Ohren klingt. Etwas mehr Kraft in der Intonation hätte der Geschichte noch mehr Tiefgang verliehen.

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  • hat mich sehr berührt

    Was man von hier aus sehen kann

    silkedb

    03. August 2017 um 10:23

    Ich habe „Was man von hier aus sehen kann“ von Autorin Mariana Leky als Hörbuch gehört. Ich bin ganz erstaunt, wie sehr mich die Geschichte in ihren Bann gezogen hat. Gelesen wird das Hörbuch von Sandra Hüller, die hier ohne große Maskerade und eher nüchtern liest, was jedoch für die Geschichte ganz genau passend ist.Nach der Inhaltsangabe des Verlages dachte ich, dass sich die Handlung über einen sehr kurzen Zeitraum erstreckt und hauptsächlich mit dem Tag beschäftigt nachdem Selma vom Okapi geträumt hat. Ich war daher erstaunt, dass sich die Geschichte auf über 20 Jahre erstreckt. In dem Jahr als Selma das Okapi sieht, um das es in der Inhaltsangabe geht, ist ihre Enkelin Luise zehn Jahre alt. Erzählt wird hier auch aus Luises Perspektive und so begleitet der Hörer sie durch die verschiedenen Etappen ihres Lebens, wobei jedoch die Jugendzeit in einem Zeitsprung übergangen wird. Nach dem längeren Abschnitt in Luises Kindheit, widmet sich die Handlung dann hauptsächlich dem Lebensabschnitt von Anfang 20 bis Anfang 30.Mich hat die Geschichte sehr bewegt. Es gab einige Stellen an denen ich mehr als nur den Tränen nahe war (was mir schon ein bisschen peinlich war, weil ich das Hörbuch beim Autofahren gehört habe). Die Figuren sind zwar allesamt ziemlich überzeichnet, aber dadurch auch interessante Persönlichkeiten und echte Typen. Ich fand die Sprache wunderschön zu hören, diese bildhaften Vergleiche, die Überlegungen zum Buddhismus, der Aberglauben einer der Figuren und die Wort mit denen Luise sich und ihre Mitmenschen beschreibt. Für mich war auch die Wahl des Hörbuchs genau richtig. Ich bin mir nicht sicher, ob mir die Geschichte nicht zu langweilig gewesen wäre, wenn ich sie gelesen hätte, aber mit Luise als Erzählerin in Form von Sprecherin Sandra Hüller habe ich mich bestens unterhalten gefühlt. Ich habe überlegt womit sich dieses Hörbuch vergleichen lässt, aber das ist nur sehr schwer möglich. Ähnlich erstaunt und mit Worten berührt hat mich jedoch das Hörbuch zu „Die Eleganz des Igels“ und auch das ist eine Geschichte, die mich als Printausgabe wahrscheinlich nicht so erreicht hätte. „Was man von hier aus sehen kann“ könnte die deutsche Antwort darauf sein.Insgesamt gesehen ist „Was man von hier aus sehen kann“ eine eher ruhige Geschichte, die zum Nachdenken anregt und so für Leser/Hörer geeignet, die nicht nur auf der Suche nach dem nächsten Thrill sind.

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  • Bewegend und zauberhaft

    Was man von hier aus sehen kann

    Danni89

    02. August 2017 um 21:21

    Klappentext: „Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen, verschwinden lassen oder in Ordnung bringen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman – und natürlich noch viel mehr.“ Bei dem Hörbuch zu dem Roman „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky handelt es sich um eine ungekürzte Fassung auf 6 Audio-CDs mit einer Gesamtspielzeit von gut 8 Stunden. Gelesen wird die Geschichte von Sandra Hüller. Ich habe ein bisschen gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen, kam mit der Zeit aber zu dem Schluss, dass dieses Hörbuch wirklich toller Stoff zum Zurücklehnen und Träumen ist. Die Geschichte ist zauberhaft erzählt und die Sprecherin bringt diesen Zauber beim Lesen ebenso schön rüber. Neben dieser emotionalen Erzählweise sind für mich eindeutig die Charaktere eine Stärke des Romans gewesen: neben Selmas Enkelin Luise sind insbesondere die zahlreichen Dorfbewohner jeder für sich etwas Besonderes und ihre Beziehungen untereinander, ihre Gefühle werden wunderbar beschrieben. Dadurch habe ich viele von ihnen sehr lieb gewonnen und ihre Geschichte interessiert verfolgt. Stellenweise wurde mir der Handlungsverlauf nur leider ein bisschen langatmig, aber die schöne Erzählweise hat das wieder ein bisschen gut gemacht. Fazit: eine berührende Geschichte zauberhaft erzählt und ebenso stimmig gelesen! 

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  • Was man von hier aus sehen kann

    Was man von hier aus sehen kann

    typomanin

    02. August 2017 um 21:04

    Verlag: Tacheles / Roof MusicZeit: 8 Stunden 3 MinutenCover: Auf dem Cover ist in hübscher Zeichnung ein Opake abgebildet, das auf dem Blatt eines Apfels steht. Sieht schon aus wie im Märchen oder Traum und passt daher sehr gut zum Inhalt. Rezension: Immer wenn Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag innerhalb 24 Stunden jemand im Dorf. Wer es sein wird, ist jedoch nie klar. Die Bewohner des Dorfes sind in heller Aufruhr, wenn Selma wieder von einem Okapi geträumt hat. Sie versuchen Dinge abzuschließen, in Ordnung zu bringen, Liebe zu gestehen, Altes zu überwinden. Dies und mehr erzählt Mariana Leky in ihrem Roman, der als Hörbuch wunderbar von der Schauspielerin Sandra Hüller wunderbar eingesprochen wurde.Wunderbar märchenhaft ist die Sprache des Romans. Das ist mir sofort aufgefallen und hat mich angesprochen. Es ist keine perfekte Welt in diesem Dorf und trotzdem oder gerade dadurch sind die einzelnen Bewohner so liebenswert. Jeder und jede hat seine Macken und Kanten. Es ist ein Beziehungsroman, ohne kitschig zu sein und es geht nicht nur um innige Liebesbeziehungen, sondern vielmehr um »Liebe im Modus der Abwesenheit« und es handelt »von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben«. Fazit: Wundervoll hörbar in märchenhafter Sprache wachsen einem die Dorfbewohner nach und nach ans Herz. So dass das Ende für mich viel zu schnell kam und mich fast etwas traurig zurücklässt.

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