Mariana Leky Was man von hier aus sehen kann

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Inhaltsangabe zu „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. ›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

Ein starkes, emotionales Buch, dessen Bedeutung nicht in Worte zu fassen ist.

— Thoronris
Thoronris

Ein schönes Buch, eine Verzauberung des tragischen und tristen Alltages mitten im Westerwald.

— buecher-bea
buecher-bea

einfach schön

— suppenfee
suppenfee

Ein lesenswertes Buch mit einzigartigen Charakteren und wunderschönem Schreibstil!

— SophLovesBooks
SophLovesBooks

Wundervolles Buch

— Murksy
Murksy

Charmant, humorvoll und absolut liebenswert!

— miro76
miro76

Wundervolle Geschichte über liebenswerte kuriose Menschen aus einem Dorf im Westerwald in einer wunderbaren Sprache!!!

— Xirxe
Xirxe

Wunderschöne Geschichte über das Leben, die Liebe und die Welt.

— leserattebremen
leserattebremen

trocken aber eindringlich

— Sabine_Hartmann
Sabine_Hartmann

Ein Buch, das große Erwartungen weckte, aber blass und blutleer blieb. Enttäuschend.

— buchmachtkluch
buchmachtkluch

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  • Wunderschöne schräge Geschichte mit kauzigen, liebenswerten Figuren

    Was man von hier aus sehen kann
    Xirxe

    Xirxe

    24. July 2017 um 18:31

    Dieses Buch ist wie eine Wundertüte, voller geheimnisvoller Dinge und Überraschungen, mit denen niemand rechnet. Denn eigentlich erzählt es die Geschichten der Menschen eines kleinen Dorfes im Westerwald, das von außen betrachtet wohl eher öde und langweilig wirkt. Doch die Menschen und deren Leben sind alles andere als öde und langweilig. Da ist Selma, die Großmutter der Erzählerin Luise, die Rudi Carrell ungeheuer ähnlich sieht und gelegentlich von einem Okapi auf einer Wiese träumt, woraufhin innerhalb der nächsten 24 Stunden jemand stirbt. Der Optiker, der eine ganze Wohngemeinschaft von Stimmen in sich beherbergt und unsterblich in Selma verliebt ist, ihr es aber nie gesteht. Dafür schreibt er ihr Liebesbriefe, die aber immer nach spätestens dem zweiten Satz enden und die er nie abschickt. Elsbeth, die abergläubische Schwägerin von Selma, die gegen Alles ein Heilmittel weiß und hat: Gicht, ausbleibende Liebe und ausbleibenden Kindersegen, unausgebliebene Hämorrhoiden und quer liegende Kälber. Und natürlich Luise, die Ich-Erzählerin, die bereits ihr ganzes Leben zwischen und mit diesen und noch mehr Menschen verbringt und in diesem Buch davon berichtet.Nun könnte man meinen, was gibt es da schon groß zu berichten, aus einem kleinen Dorf im Westerwald, was vermutlich auch Luises Vater so sieht (sein Lieblingssatz: "Ihr müsst dringend mal ein bisschen mehr Welt hereinlassen."), denn er verschwindet eines Tages um zu reisen. Doch hier gibt es Alles, was es auch in der großen weiten Welt gibt: es wird gelebt, geliebt und gestorben, Glück und Drama, Freude und Leid. Und Mariana Leky lässt Luise so wunderbar liebevoll, heiter und bildhaft von dieser kleinen Welt in der großen erzählen, dass ich am liebsten sofort aufgebrochen wäre, um all diese Menschen kennenzulernen. Wunderschöne Sätze folgen einer nach dem andern und ich schwelgte so richtig in dieser herrlichen Sprache: "Er sah ihn (den Hund) nur selten, das vereinfachte die Liebe, denn Abwesende können sich nicht danebenbenehmen."; "Es schien, als habe er (der Hund) mehrere Leben, die er alle hintereinander weglebte, ohne zwischendurch zu sterben."; "Marlies' Tante hatte sich umgebracht, im Alter von 92 Jahren hatte sie sich in der Küche erhängt, wofür Marlies kein Verständnis hatte, denn mit 92, fand sie, lohne das Aufhängen ja kaum noch."Ein Buch über das Leben, die Liebe und den Tod - wunderschön!

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  • Mein Highlight, die Figuren ...

    Was man von hier aus sehen kann
    SharonBaker

    SharonBaker

    23. July 2017 um 19:16

    Selma lebt in einem schiefen Haus, in einem kleinen Dorf, im schönen Westerwald. Nur hat sie manchmal einen besonderen Traum, da begegnet ihr nämlich ein Okapi, und wenn das passiert, steht das ganze Dorf Kopf. Es ist so, wenn dieses Tier, ihr im Traum erscheint, kündigt es den Tod an. So sind die Bewohner alarmiert, einige versuchen es einfach als Aberglaube abzutun und andere wollen noch alles im Leben regeln. So überschlagen sich die Ereignisse und alle wollen nur die nächsten 24 Stunden überstehen, mit der Angst, wem wird es treffen. Wird es überhaupt jemanden treffen? Welche Angelegenheiten wollen sie regeln? Und was sagt Selma eigentlich dazu? Momentan habe ich es ja mit Geschichten, die in kleinen Gemeinden spielen, aber dieses Mal gibt es kein Verbrechen, sondern ein Traum steht im Mittelpunkt, oder besser gesagt ein Okapi. Das zuletzt entdeckte Säugetier unserer Zeit und dann bekommt es so eine Rolle. Überhaupt war ich gespannt auf dieses Dorf und seine Bewohner und letztendlich auf dessen Aussage, den einen Täter werde ich wohl nicht finden.Der Roman wird in drei Bereichen unterteilt erzählt, und zwar von Luise, der Enkelin von Selma. Im ersten Abschnitt, ist sie zehn Jahre alt, als ihre Oma wieder solch einen Traum hat und sie miterlebt, wie die Älteren darauf reagieren. Der Optiker bringt Liebesbriefe vorbei, Elsbeth wird um Rat gefragt, da diese, Rezepte gegen den Aberglauben praktiziert, Marlies verschanzt sich in ihrem Haus und ist schlechter gelaunt als sonst, nur Martin, ihr einziger Freund und Luise streifen durch die Gegend und beobachten das Chaos. 24 Stunden hält die Unruhe an und dann, ja dann, passiert nix. Oder doch? Denn diesmal schlägt der Traum mit Verspätung zu und diesmal wird es Luises Leben auf den Kopf stellen. Wie oben schon gesagt, dreht es sich eigentlich um Luises Leben und sie hat es nicht einfach dieses auch Selbst zu gestalten. Es ist immer etwas eigenartig, wenn Kinder nur mit älteren Leuten zu tun haben, sie übernehmen den lebensstill, das altklug sein und vergessen dabei, selbst Erfahrungen zu sammeln. Bei Luise ist der Fall sogar noch spezieller, da ihr Vater seine Praxis hinschmeißt, um die Welt zubereisen, während die Mutter zurückbleibt und mit dem Gedanken spielt, ihn auch richtig zu verlassen. So ist eigentlich nur Selma ihr fester Dreh- und Angelpunkt und diese, hat ihr Dorf und ihr Haus noch nie verlassen. So ist auch Luises Kosmos extrem klein und beschränkt sich auf die kleine Gemeinde und sie versucht, jede Lücke auszufüllen, vergisst aber ihr eigenes Leben dabei. Bis sie eines Tages auf Frederik trifft, einen buddhistischen Mönch, der in Japan lebt. Wird diese Begegnung mehr in ihr auslösen als nur Interesse?Ich muss gestehen, dass ich mich manchmal etwas schwer mit der Geschichte getan habe. Oft wollte ich, diese einfach nicht weiterlesen, obwohl ich die Figuren sehr mochte, aber die Geschichte kam für mich nicht so richtig in Fahrt. Ich meine, schauen wir uns doch die Figuren an, eine Oma, die wie Rudi Carrell aussieht, ein Optiker, der Stimmen hört und unglücklich verliebt ist, ein Vater, der mit Abwesenheit glänzt und einen Psychotherapeuten mit knarrender Lederjacke hat, dazu kommt noch ein alkoholabhängiger Jäger, der später nur noch die Bibel zitiert, ein Buddhist aus dem fernen Japan und ein Hund, der unsterblich ist. Tja, und das sind noch nicht mal alle, da kommen noch ein paar wilde Exemplare. Ein kauziger Haufen sozusagen, aus komplett verschiedenen Figuren und deshalb habe ich weiter gelesen, da ich jeden Einzelnen irgendwie mochte. Die Personen waren jeder auf seiner Weise lebensecht und sehr detailtreu geschildert. Sprich, man hatte sie alle vor Augen und sie waren die absoluten Highlights des Buches. Aber die Geschichte an sich wirkte oft langatmig, bisschen überzogen und spannungsarm. Und mit solch einem Schluss komme ich auch nicht gut klar.Was man von hier aus sehen kann, ist eine melancholische Suche nach dem eigenen Lebenswunsch und welche Wege man dafür nehmen muss, um für andere sichtbar zu werden. Das Leben soll nicht einfach nur dahin plätschern, sondern man soll es leben. Eine wunderbare Aussage, auch wenn sie für meinen Geschmack, etwas zu träge erzählt wurde, aber vielleicht war ich auch nicht so in Stimmung dafür.

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  • Buch- und Hörbuchverlosung zu "Was man von hier aus sehen kann" von Mariana Leky

    Was man von hier aus sehen kann
    m_exclamationpoint

    m_exclamationpoint

    Der Tod ist nur einen Okapi entfernt Was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du nur noch einen Tag zu leben hast? Mit dieser Frage müssen sich die Bewohnerinnen und Bewohner des Dorfes öfter auseinandersetzten als ihnen lieb ist, denn jedes Mal, wenn Selma im Traum einen Okapi sieht, wird in den nächsten 24 Stunden jemand sterben.Gewinne "Was man von hier aus sehen kann" als Hörbuch oder Printexemplar und lass dich in eine Welt voller eigenartiger Verwicklungen, wundersamer Zufälle und schicksalhafter Liebe entführen!Über das (Hör-) Buch: Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohnerinnen und Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …>> Hier geht´s zur Hörprobe! >> Hier geht's zur Leseprobe! Über die Autorin:Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband ›Liebesperlen‹ (2001), die Romane ›Erste Hilfe‹ (2004) und ›Die Herrenausstatterin‹ (2010) sowie ›Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde‹ (2013). Sie lebt in Berlin und Köln. Mit ihren ersten Erzählungen gewann sie den Allegra Preis 2000. Für den 2001 bei DuMont erschienenen Erzählband ›Liebesperlen‹ wurde sie mit dem Niedersächsischen Literaturförderpreis und dem Stipendium des Landes Bayern ausgezeichnet. 2005 wurde sie für ihren Roman ›Erste Hilfe‹ mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte Dichtung/Schriftstellerei des Landes NRW ausgezeichnet.Über die Sprecherin:Sandra Hüller, 1978 geboren, ist eine der renommiertesten deutschen Bühnen-, TV- und Film- Schauspielerinnen. Zuletzt erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen – u. a. den Europäischen und Bayerischen Filmpreis – für ihre Rolle im Oscar-nominierten und international preisgekrönten Film Toni Erdmann.Gemeinsam mit dem DuMont Verlag und Roof Music verlosen wir jeweils 15 Printexemplare und Hörbücher von "Was man von hier aus sehen kann". Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch bis einschließlich 19.07. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und beantwortet folgende Frage: Wenn du wüsstest, dass du nur noch einen Tag zu Leben hast, was würde dann auf deiner To-do-Liste stehen?Schreibt uns in einfach in eurer Antwort, ob ihr ein Printexemplar oder ein Hörbuch haben wollt.Bitte beachtet vor eurer Bewerbung unsere Richtlinien für Buchverlosungen.Ich wünsche euch ganz viel Glück und freue mich schon riesig auf eure Antworten!  Für Träumer! Unter allen, die bis zum 04.08.2017 eine Rezension zu "Was man von hier aus sehen kann" auf LovelyBooks posten, verlosen wir ein einzigartiges Buch- oder Hörbuch-Paket! Mehr dazu findet ihr im passenden Unterthema.  

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    • 350
  • Die Kunst des Wörterjonglierens

    Was man von hier aus sehen kann
    heinoko

    heinoko

    22. July 2017 um 09:53

    Wunderbar, großartig, bewegend, ein Juwel, meisterhaft, ergreifend, unauslotbar, ein Kleinod – ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen von diesem überragenden Buch! Wenn die alte Selma, die aussieht wie Rudi Carell, von einem Okapi träumt, wird innerhalb der nächsten 24 Stunden jemand aus dem Dorf sterben. Und alle aus dem Dorf rüsten sich in diesem Fall auf sehr individuelle Weise, um entweder vorbereitet zu sein auf den Tod oder sich vor ihm zu verbergen. Dieser trivial-geniale Ausgangspunkt eröffnet ein Kaleidoskop an Geschichten, an kleinen und großen Geschichten, an Geschichten, die so schmerzhaft sind, dass man ganz schnell die Seiten wegliest, bis man ein paar Seiten später all die Verletzungen einfach weglacht, und Geschichten, die so gut tun, dass man die Zeilen immer und immer wieder liest, um nichts von diesen Wohltaten je zu verlieren. Überhaupt: Man möchte Satz um Satz festhalten und nicht mehr loslassen. Was für eine wunderbare Sprache, präzise und lyrisch in einer ungewöhnlichen Kombination. Gibt es zum Beispiel ein schwärzeres, grausameres Schwarz als das Wort „kranzschleifenschwarz“, so endgültig und tief. Oder wer hätte nicht sofort ein Bild vor Augen, wenn Teppichfliesen wie Rauhaardackelfell beschrieben werden. Ich bin fasziniert von der Autorin und ihrer großartigen Gabe, mit Wörtern zu jonglieren und uns dabei wie mit einer überaus scharf geschliffenen Brille eine prismengenaue, dabei aber unendlich tolerante Sicht auf die Welt, auf die Menschen, auf all die alltäglichen Merkwürdigkeiten um uns herum zu gewähren. Und dies nicht mit einer drögen Ernsthaftigkeit, sondern mit einer gelassenen Heiterkeit. Meisterhaft!

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    • 3
  • Eine Zeitreise durch das Leben

    Was man von hier aus sehen kann
    claudi-1963

    claudi-1963

    21. July 2017 um 12:15

    "Wenn wir etwas anschauen, kann es aus unserer Sicht verschwinden, aber wenn wir nicht versuchen, es zu sehen, kann dieses etwas nicht verschwinden" (Auszug aus dem Buch)Ein kleines Dorf im Westerwald, immer wenn Selma in der Nacht von einem Okapi träumt, dann gab es innerhalb von 24 Stunden jemanden, der Tod war. In dieser Nacht hatte Selma wieder von einem Okapi geträumt und alle die Selma kannte überdachten jetzt ihr Leben und blieben zu Hause, aus Angst es würde was geschehen. Nur Selma nicht, den sie dachte, dass es einfach Zufall war, das jemand nach diesem Traum starb. Der Optiker besah sich seine Liebesbriefe, die er nie Selma gegeben hatte und überlegte sich, ob er Selma nun endlich alles gestehen sollte. Doch als nach Ablauf der Zeit nichts geschah, waren alle froh darüber, den keiner konnte ja ahnen, dass der Tod sich diesmal länger Zeit nahm. Auch konnte keiner ahnen, dass es jemanden treffen würde, bei dem man es nicht erwartet hätte. Dann gibt es noch Luise die Enkelin von Selma um die sie sich kümmert, weil ihre Eltern keine Zeit für sie haben. Luises Mutter lebt mit Antonio dem Eisverkäufer zusammen und ihr Vater tingelt in der Welt herum, weil er im Dorf nicht vergammeln wollte. Luise kümmert sich um Alaska den Hund, der schon sehr alt ist, liebevoll seit ihr Vater auf Reisen ist. So begeben wir uns auf Luises Zeitreise, in dem Leben, Tod, Freundschaft, Träume, Trauer und die Liebe eine große Rolle spielen.Meine Meinung:Ich musste mich am Anfang mit der etwas eigenwilligen Sprache der Autorin anfreunden, doch dann war es ein Buch, das mich immer mehr angesprochen hat. Der Schreibstil ist sehr gut, aber auch eigenwillig und anders, mit so viel Esprit das es mich manchmal sprachlos machte und mit so viel Witz das ich oft schmunzelnd über dem Buch saß. Die Autorin besitzt meiner Ansicht nach viel an Lebenserfahrung, das man so ein Buch schreiben kann. Die Menschen und der Ort in diesem Buch könnten im Grunde überall sein, den es spiegelt, das Leben, das jeder führen könnten. Luise und Selma sind mir am Ende richtig ans Herz gewachsen, weil man über die beiden am meisten erfährt. Auch hier in dieser Geschichte schlägt das Schicksal wie im wahren Leben erbarmungslos zu und man leidet und hofft mit Luise und ihren Freunden. Es handelt sich bei diesem Buch nicht um ein Kriminalfall, sondern es geht wahrlich um das Leben, Tod, Träume, Trauer, Freundschaft, Liebe und was daraus entsteht oder wie es gelebt wird. Genauso seltsam wie das Okapi, sind diese Menschen die uns in dieser Geschichte begegnen. Der Roman bei dem wir mehr die Welt hineinlassen, bekommt von mir 5 von 5 Sterne.

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    • 3
  • "Du hast die Welt erfunden"

    Was man von hier aus sehen kann
    R_Manthey

    R_Manthey

    21. July 2017 um 11:08

    ">>Nein<<,  sagte Selma, >>du warst das<<, Und das war das Letzte, was sie sagte."  Selma ist Luises Großmutter, und Luise erzählt in diesem Buch über Selma und sich. In diesem letzten Dialog auf Selmas Sterbebett offenbart sich mit letzter Deutlichkeit die innige Selbstverständlichkeit einer tiefen Liebe zwischen Enkelin und Großmutter. Die kleine Luise lernte die Welt durch die Augen Selmas kennen. Und Selma verstand sie neu mit Luise. Um Liebe geht es in diesem ungewöhnlichen und sehr zarten, aber gleichzeitig robusten Buch. Es spielt im Westerwald und über eine lange Zeit, was aber eigentlich völlig egal ist. Wichtig ist nur der kleine Kosmos, in dem sich Luise, Selma und die wenigen Menschen bewegen, die ihnen irgendwie nahe sind oder sein wollen. Man könnte meinen, dass es um nichts geht. Außer um die teils wirklich skurrilen Beziehungsgeflechte, die Menschen entwickeln. Da ist der Optiker, der nur einmal bei seinem wirklichen Namen genannt wird. Er liebt Selma, bringt es aber nicht fertig, es ihr zu gestehen. Oder der buddhistische Mönch, dem Luise im Wald begegnete. Beide verlieben sich. Aber der Mönch lebt in Japan und glaubt, er wäre stärker als seine Liebe. Trotz dieser zwar gelegentlich seltsamen, aber doch nicht ungewöhnlichen Ausgangslage fesselt dieses Buch. Mariana Lekys lakonische erzählerische Präzision gibt ihrer Geschichte eine beschwingende Leichtigkeit, mit der sie völlig unbefangen die feinen Fäden menschlicher Beziehungen entwirrt und mit hintergründigem Witz schildert. Leky besitzt ein unfassbares Talent, mit dem nur wenige Autoren gesegnet sind: Sie schafft es,  etwas präzise beschreiben, das sich gewöhnlich Worten und Sätzen entzieht. Wie Menschen mit ihrer Liebe ringen, so kann man es auf dem Cover lesen, sei das Thema dieses Romans. Und das stimmt. Ein großes Thema, das Leky schwerelos, sanft, aber mit einer Eindringlichkeit bearbeitet, auf die man nicht gefasst ist. Ein wirklich in jeder Hinsicht überraschendes und fröhliches Buch. 

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  • Eine märchenhafte Reise in den Westerwald

    Was man von hier aus sehen kann
    buecher-bea

    buecher-bea

    20. July 2017 um 18:11

    Luise (*1973) wird hauptsächlich in der Obhut ihrer Großmutter Selma und dem Optiker groß. Sie lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald und genießt die schrägen Einwohner. Und diese Menschen verhalten sich noch schräger, wenn Selma mal wieder von einem Okapi geträumt hat. Dann stirbt nämlich am nächsten Tag jemand und das ganze Dorf ist im Aufruhr und muss noch ungetane Dinge tun und ungesagte Dinge sagen.Dies Buch erzählt von Luises Kindheit, Jugend und Erwachensein bis zu ihrem 32. Lebensjahr. Es wird verpackt in einer verzauberten Geschichte mit liebevoll beschriebenen verschrobenen Figuren und komischen Zufällen - falls es welche sind. Ein Buch zum Schmunzeln und sich in Fantasiewelten fallen lassen, die neben dem Alltag besser ertragbar zu sein scheinen. Es tut irgendwie gut, dass es in diesem Buch ausschließlich Menschen gibt, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, aber so fantastisch und liebevoll beschrieben werden, dass sie nicht daran kaputt gehen. Obwohl es manchmal kurz davor ist.Ein schönes Buch, eine Verzauberung des tragischen und tristen Alltages mitten im Westerwald.

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  • Ein Buch der leisen Zwischentöne

    Was man von hier aus sehen kann
    Gise

    Gise

    18. July 2017 um 23:05

    Wenn die alte Selma von einem Okapi träumt, stirbt im Dorf jemand innerhalb der nächsten 24 Stunden. Bis dahin beginnen alle Bewohner, sich darauf vorzubereiten, dass die Reihe an ihnen wäre zu sterben; sie wollen gestehen, etwas wagen oder verschwinden lassen. Selmas Enkelin erlebt das mit, und die Autorin lässt das Leben mit Selma und Luise und den anderen Dorfbewohnern vor den Augen des Lesers entstehen. Jeder der Bewohner hat seine ganz besonderen Eigenheiten, so dass ein äußerst interessantes Bild dieses Örtchens entsteht, in dem das Leben durch Pflichtgefühl, aber auch eine besonders liebevolle, wenn auch unterschwellige Verbundenheit geprägt ist. Wie das Okapi, das so zusammengestupft erscheint aus Teilen von Zebra, Rind, Giraffe und Maus, so finden sich auch die scheinbar so unterschiedlichen Dorfbewohner zu einem Gemeinsamen zusammen. Es ist ein Roman der leisen Töne, den die Autorin Mariana Leky erzählt, oft mit einem Augenzwinkern, einem Hang zum Skurrilen, immer aber mit einer besonderen Sympathie für jeden ihrer Personen in dieser Geschichte. Ihr Markenzeichen ist das scharfe Beobachten auch der kleinsten Kleinigkeit, die sie dann nach und nach in Bezug zu den anderen setzt.Dieser Roman ist etwas sehr Besonderes. Wer sich auf leise Zwischentöne und wenig Action einlassen kann, wird mit diesem Buch ein Kleinod finden, das einen besonderen Einblick in eine ganz besondere Gemeinschaft gibt.

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  • Wir sehen jetzt anders

    Was man von hier aus sehen kann
    KSteffi1

    KSteffi1

    18. July 2017 um 18:25

    iinn

    • 2
  • Ein bisschen Welt hineinlassen

    Was man von hier aus sehen kann
    SophLovesBooks

    SophLovesBooks

    17. July 2017 um 15:20

    Immer, wenn Luises Großmutter Selma von einem Okapi träumt, stirbt in den folgenden Stunden ein Einwohner des kleinen Dorfes im Westerwald. Dann kommen lang gehütete Geheimnisse und Wahrheiten der Dorfbewohner ans Licht, da niemand weiß, wer als nächstes sterben wird. Mehr zum Inhalt des Buches möchte ich nicht verraten, doch was auf dem Buchrücken steht, beschreibt das Buch mehr als treffend: Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben. So richtig kann man den Roman nicht in Worte fassen. Die Figuren sind einzig- und eigenartig und im Verlauf des Buches habe ich viele lieben gelernt. Besonders hat mir gefallen, dass man die Namen einiger Figuren nicht kannte. Der Optiker, der Einzelhändler, der Zwilling, der der Postbote war, ... Alle Personen hatten etwas an sich, was sie besonders macht. Der Schreibstil Mariana Lekys hat mich fasziniert. Er ist leicht und zugleich manchmal schwer zu fassen, feinsinnig und mit einer Prise liebevollem Humor versehen. Schon beim Lesen der Leseprobe habe ich mich in ihn verliebt. Er macht das Buch und die teilweise alltäglichen Handlungen darin besonders. Selten habe ich einen so schönen Schreibstil gelesen. Auch der Kontrast zwischen der Welt und dem Dorfes hat mir gut gefallen, insbesondere die buddhistischen Weisheiten, mit denen sich der Optiker befasst hat, haben sich wunderbar in dieses einzigartige Buch eingefügt und kleine Rätsel hinterlassen. Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses tolle Buch lesen durfte. Eine klare Leseempfehlung!

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  • Das abwegige Okapi

    Was man von hier aus sehen kann
    Murksy

    Murksy

    16. July 2017 um 17:30

              Heben Sie sich schon einmal näher mit dem Okapi beschäftigt? Oder sind gehen Sie im Zoo nur halbherzig schauend an dem Tier vorbei? Schade. Spätestens nach der Lektüre dieses wunderbaren Buches werden Sie einen genaueren Blick auf dieses wahrhaft merkwürdige Tier werfen..versprochen. Selma träumt, wie jeder Mensch. Doch wenn die ältere Frau von einem Okapi träumt, ändert das in der kleinen Gemeinde den Lauf der Dinge. Denn innerhalb von 24 Stunden wird jemand sterben. Nun, zum Trost sei erwähnt, dass Selma sehr selten von diesem abwegigen Tier träumt. Aber als es wieder so weit ist, verbreitet sich die schlechte Nachricht schneller als das Licht unter den Menschen. Letzte Worte werden verfasst, man denkt über sein Leben nach, schreibt noch einmal einen Brief und will radikal sein Leben ändern. All das bewirkt die unklare Botschaft vom Tode bei den Menschen. Bis auf wenige Ausnahmen hofft jeder, nicht der oder die Auserwählte zu sein. Und so spinnen sich um diesen merkwürdigen Traum all die Fäden, die dieses Buch beleben und so herzlich machen. Verheimlichte Liebe, Rachegelüste oder verborgene Träume werden in diesen 24 Stunden zum Leben erweckt. Doch der Tod kennt zum Einen keine Uhrzeit, zum Anderen ist er launisch. So trifft es diesmal eine Person, die niemand auf der Rechnung hatte. Und genauso wie die Ankündigung des Todes bewirkt auch der Tod selbst viele Veränderungen. Menschen werden gläubig, andere verzeihen einander. Doch so schlimm und tragisch jeder Verlust ist, die Zeit läuft weiter und die Erde dreht sich immerzu...Voller Wortwitz und herrlichen Satzkonstruktionen nimmt das Buch einen auf eine Reise in die Erfahrungszone, die man allzu gerne verdrängt: Tod und Verlust. Doch ohne sentimental oder kitschig zu werden, sondern feinfühlig mit viel Humor, gibt das Buch Hoffnung. In jedem Ende steckt auch ein Anfang, Menschen finden zueinander, besinnen sich auf den Kern des Lebens und der Liebe. Den einen ereilt der Tod zu früh, manch anderer (im Buch herrlich symbolisch Alaska, ein riesiger Hund) scheint nie zu sterben. Es gibt keine Garantie. Das einzige was bleib, ist zu leben, all die Freuden zu erleben, die diese Welt zu bieten hat. Das Leben ist zu kurz und wertvoll, um es mit Hass und Frust zu verbringen. Nehmt euch Mut, gesteht euch eure Liebe und atmet jeden Atemzug mit Inbrunst. Danke für dieses wundervolle Buch!       

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  • Man soll mehr Welt hereinlassen!

    Was man von hier aus sehen kann
    miro76

    miro76

    15. July 2017 um 16:45

    Was man von hier aus sehen kann ist ein äußerst charmanter Roman. Ich habe mich sofort in die kleine Dorfgemeinschaft um Selma verliebt. Es passiert nicht viel in diesem Dorf, aber die Menschen und ihre kleinen Eigenheiten sind wahnsinnig liebenswert. Da ist Selma, die manchmal von einem Okapi träumt. Das ist sehr unheilvoll, denn dann stirbt jemand und das ganze Dorf ist für 24 Stunden in Aufruhr, weil letzte Dinge gesagt oder getan werden müssen. Da ist der Optiker, der Selma liebt, es ihr aber nicht sagen kann und immer wieder versucht es ihr zu schreiben. Bis er schließlich einen großen Koffer voller Briefanfänge hat, die ihr ganzes Leben dokumentieren. Da ist noch Elsbeth, die für jedes Übel ein Mittel kennt. Um zu vergessen, muss man beispielsweise gefundenes Brot essen. Allerdings klappt das nicht, wenn man es vorsätzlich verloren hat. Und im Zentrum von allen steht Louise. Sie ist Selmas Enkelin und wächst eigentlich bei ihr und dem Optiker auf. Sie lernen ihr lesen mit den Horoskopen auf den Zuckersäcken und die Uhr lernt sie am Bahnhof, wo ihr der Optiker auch gleich noch die Zeitzonen erklärt. Das braucht sie auch später. Denn Frederick, über den sie im Wald stolpert, lebt eigentlich in einem buddhistischen Kloster in Japan. Und obwohl beide der Ansicht sind, dass sie nicht zusammengehören können, entwickelt sich eine Liebe über 900 km hinweg. Mariana Leky hat einen Roman geschaffen, dessen Charme sich wohl niemand entziehen kann. Mit viel Witz und Humor zeichnet sie das Leben dieser ländlichen Dorfgemeinschaft, wo alle auf ihre Weise mit der Suche nach Liebe beschäftigt sind. Die Menschen sind wortkarg, sagen aber die richtigen Dinge zur richtigen Zeit und alle stehen zusammen, wenn das nötig ist. Auch wenn sie etwas abgeschottet wohnen, gelingt es ihnen die Welt herein zu lassen!

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    • 2
  • Bewegend, nah und wunderschön

    Was man von hier aus sehen kann
    leserattebremen

    leserattebremen

    13. July 2017 um 13:59

    Wenn Selma von einem Okapi träumt, wird im Dort jemand sterben, das hat die Erfahrung gezeigt. Der neueste Okapi-Traum von Selma sorgt dementsprechend für Panik, Überreaktionen und Kurzschlusshandlungen. Jeder will noch einiges geklärt haben, wenn es ihn eventuell erwischt. Doch was dann wirklich passiert, damit hatte keiner gerechnet und die Erzählerin Luise wirft es vollständig aus der Bahn, da kann auch Selma, ihre Großmutter und der wahrscheinlich wunderbarste Mensch in ihrem Leben, ihr nicht helfen. Beim besten Willen nicht. „Was man von hier aus sehen kann“ ist eine wunderschöne Geschichte über ein Mädchen, dass sich völlig verkriecht in einem Leben, dass sie kennt und ihr keine Unsicherheit bietet, bis das Leben selbst sie zwingt, diese Wohlfühlzone zu verlassen und in die Wirklichkeit hinauszugehen. Die Autorin Mariana Leky schafft hierfür ganz wundervolle Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen und die Geschichte so nah und unmittelbar erlebbar machen. Luise hat das ganz Dorf als Freunde und Familie: Selma, den Optiker, die abergläubige Elsbeth, die immer schlecht gelaunte Marlies und den ununterbrochen Bibelverse zitierenden Palm. Was stört es da schon, dass ihre eigentlichen Eltern viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, um sich um das Mädchen zu kümmern, dass sich in ihren einfachen Strukturen eingerichtet hat. Luise ist eine sehr empfindsame und liebenswerte Figur, die es sehr schwer hat, ohne es vielleicht selbst zu bemerken. Ich hatte beim Lesen der Geschichte das Gefühl, dass Luise als Ich-Erzählerin ihr Leben als absolut selbstverständlich annimmt und keineswegs bewusst damit hadert. Mariana Leky Roman „Was man von hier aus sehen kann“ ist ein ergreifendes und berührendes Buch, dass einem ganz nah kommt und einen gefangen nimmt. Sie beschreibt ein fast trauriges Leben auf unglaublich schöne und positive Art und entführt einen ohne zu Fragen restlos in die Welt von Selma, Luise und dem Okapi. Bewegend, nah und einfach nur wunderschön. 

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  • ungewöhnlich

    Was man von hier aus sehen kann
    Sabine_Hartmann

    Sabine_Hartmann

    12. July 2017 um 13:20

    Es ist ungewöhnlich, was die Autorin da serviert. Die Geschichte spielt im Westerwald, soweit so klar. Ihre Hauptfigur ist Luise. Selma ist deren Oma. Selma hat gelegentlich Visionen, zum Beispiel von einem Okapi, immer, wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb von 24 Stunden jemand aus dem Dorf. Nun ist das Dorf besiedelt mit zahlreichen skurrilen Gestalten. Einer davon ist der Optiker, der in Selma verliebt ist, ist er jedoch noch nie gestanden hat, dafür aber einen ganzen Koffer gefüllt hat mit den Anfängen von Liebesbriefen, die er nie fertig geschrieben hat und der auch nie zugestellt hat. Die Menschen in diesem Dorf erledigen nun alle das, von dem sie glauben, dass sie es unbedingt erledigt haben sollten, falls der Traum diesmal ihren Tod angekündigt haben sollte. Sie dabei zu beobachten ist gleichzeitig witzig, traurig und hintersinnig. Die Autorin schreibt in einem ungewöhnlichen Stil, trocken, kurze Sätze, viele innere Monologe und trotzdem werden die Figuren greifbar, vielschichtig und nachvollziehbar. Der Roman ist nicht leicht zugänglich, die Leserinnen und Leser müssen sich Mühe geben, mit ihm warm zu werden, doch diese Mühe lohnt sich. Das sind nicht nur die Figuren, mit denen man bald miterlebt, sondern auch allerhand skurrile Ideen und Weisheiten, die einem beim Lesen so unvorbereitet präsentiert werden, dass man innehält, zurückgeht und die Sätze noch einmal liest. Es entwickelt sich sogar eine Spannung, wenn man sie sich wissen will, wen der Traum gemeint hat, nur um es dann eigentlich gar nicht mehr wissen zu wollen. Fazit: Es lohnt sich, sich auf diesen ungewöhnlichen Roman einzulassen.

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  • Leider enttäuschend

    Was man von hier aus sehen kann
    buchmachtkluch

    buchmachtkluch

    11. July 2017 um 14:34

    Ja, schön ist er, der Westerwald. Als Nachbarbewohner kenne ich die Landschaft sehr gut. Ob die Menschen dort allerdings glauben, dass tote Mäuse gegen Augenleiden helfen und ein Dieb gestohlenes Gut zurückbringt, wenn man Friedhofserde in der Pfanne brät, weiß ich nicht. Ist aber eh nicht wichtig. Schließlich ist „Was man von hier aus sehen kann“ ein Roman und damit in seiner Fiktion völlig frei. Und so bewegen sich Figuren und Handlung im Mikrokosmos eines überschaubaren Ortes. Da bringt die nicht richtig schließende Tür eines Regionalzugs einen jungen Mann zu Tode, der Vater der Ich-Erzählerin Luise ist zwecks Lebensverwirklichung nahezu permanent auf Reisen, ihre Mutter betreibt einen Blumenladen und ein Verhältnis mit dem Eiscafébesitzer, der Optiker will den Jäger umbringen und liebt Luises Oma Selma, die das Orakel in Person ist. Träumt sie von einem Okapi (!), stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Und Luise selbst? Arbeitet bei einem Buchhändler und ist verliebt in einen buddhistischen Mönch aus Japan, der eines Tages unvermittelt durch das westerwäldische Unterholz in ihr Leben einbricht. Stoff genug für einen intensiven Blick auf die dörfliche Struktur, in der nun einmal jeder mit jedem in irgendeiner Verbindung steht. An und für sich liebe ich Literatur, die ihr Augenmerk auf einen solchen regional begrenzen Kosmos und seine Bewohner richtet. Entsprechend euphorisch habe ich mit dem Lesen begonnen, freute ich mich doch darauf, in dieses Beziehungsgeflecht einzutauchen, alle denkbaren Typen mit ihren guten, schlechten, skurillen Charakterzügen kennen zu lernen. Letztlich war der Roman für mich wie eine Achterbahnfahrt mit einigen Höhen, vielen Tiefen und dem mehrmaligen Drang, das Buch einfach beiseite zu legen. Aber wie das so ist: Bei Achterbahnfahrten steigt man auch nicht einfach während der Fahrt aus, und so habe ich tapfer durchgehalten. Leider wurden meine anfänglichen Erwartungen nicht erfüllt, es entwickelte sich keinerlei Empathie für die Personen, die Handlung blieb mir seltsam fremd, mitunter absurd, banal, spannungsarm und blutleer. Auch der Sprache konnte ich wenig abgewinnen. Mir erscheint der Roman wie eine Zettelkastensammlung von Ideen, die zusammengefügt kein Ganzes ergibt. Vielleicht fehlt mir auch einfach das Verständnis dafür, dass es sich lt. Klappentext um ein „Buch über die Liebe unter besonderen Vorzeichen“ handeln soll, eine Liebe, „die scheinbar immer die ungünstigen Bedingungen wählt“.  Dass die Autorin „zu den kraftvollsten, den unverwechselbaren Stimmen der deutschen Literatur“ gehören soll, kann ich nur schwerlich nachvollziehen. 

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