Marianna Butenschön

 4.5 Sterne bei 26 Bewertungen

Alle Bücher von Marianna Butenschön

Die Hessin auf dem Zarenthron

Die Hessin auf dem Zarenthron

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Erschienen am 01.03.2017
Maria, Kaiserin von Russland

Maria, Kaiserin von Russland

 (9)
Erschienen am 01.11.2015
Die Preußin auf dem Zarenthron

Die Preußin auf dem Zarenthron

 (4)
Erschienen am 18.06.2012
Litauen

Litauen

 (2)
Erschienen am 21.08.2002
Estland, Lettland, Litauen

Estland, Lettland, Litauen

 (0)
Erschienen am 01.01.1992
Baltikum. Marco Polo Reiseführer

Baltikum. Marco Polo Reiseführer

 (0)
Erschienen am 01.11.1998

Neue Rezensionen zu Marianna Butenschön

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Rezension zu "Die Preußin auf dem Zarenthron" von Marianna Butenschön

Eine sehr gut gelungene, unterhaltsam geschriebene Biographie!
Wedmavor einem Jahr

„Die Preußin auf dem Zarenthron. Alexandra, Kaiserin von Russland“ von Marianna Butenschön (2012) ist eine sehr gut gelungene Biographie von Charlotte von Preußen (1798-1860), Kaiserin von Russland (1825-1855).

Die Biographie liest sich sehr schön, leicht und locker, wie ein historischer Frauenroman.

Es gibt viele Zitate aus ihrer Korrespondenz mit ihren Brüdern, Friedrich Wilhelm IV und Wilhelm von Preußen, mit ihrem Mann, Nikolaus I. (1798-1855), Kaiser von Russland, die Alexandra selbst sprechen lassen und ihr fröhliches, einnehmendes Wesen offenbaren.

Sie war allerseits, auch und insb. beim russischen Hof sehr beliebt. Sie sah wunderschön aus: hochgewachsen, schlank, mit feinen Gesichtszügen, der königlichen Haltung, aber freundlich und herzlich. Sie wusste auch für jeden ein nettes Wort, was auch sehr geschätzt wurde. Als später, nach paar Kindern, Nikolaus‘ Affäre mit einer der Hofdamen offensichtlich wurde, war der gesamte Hof auf Alexandras Seite. Sie bekam noch mehr Aufmerksamkeit und Trost ihrer Höflinge.

Sie war zwar „nur“ Frau und Mutter, hatte aber zweifelsohne Einfluss auf ihren Mann und auf manch seine Entscheidungen im politischen Bereich.

Ihre Pflichten nahm sie sehr ernst und „lieferte“, was erwartet wurde, ob es ums Kinderkriegen ging, sie hatte sieben Kinder zur Welt gebracht, oder ob es sich um die repräsentativen Pflichten handelte, bei den frau viel Ausdauer uvm. mitbringen musste, um das alles meistern zu können. Alles gelang ihr scheinbar mühelos. Sie war kinderlieb und hatte ihre Kinder sehr gern um sich. Die Kinder waren auch gern bei ihr, so Olga, die zweitälteste Tochter, deren Aufzeichnungen hier oft zitiert wurden.

Man bekommt viel von Alexandras Beziehung zu ihrem Mann mit, die auch manche Seitensprünge seinerseits und manche Flirts ihrerseits verkraften konnte. Wie Nikolaus vom Charakter her war, wird im Laufe der Erzählung auch klar.

Über die jungen Jahre von Alexander II., ihrem ältesten Sohn und später Kaiser von Russland, von seinem Verhältnis zu seiner Mutter sowie ihrem Bild von ihm erfährt man auch einiges.

Die Beschreibungen des wiederaufgebauten Winterpalasts sind so beeindruckend! Sie laden an mehreren Stellen zum Besuch ein. Heute ist es Eremitage, die Zimmernummern stehen da auch bei.

Manches hat Alexandra auch getan, was man heute unter Fehlern verbucht. Abgesehen davon, dass weder sie noch ihr Mann kaum groß auf die Nöte des Volkes geachtet und gute Lösungen zu finden versucht hätten, denn es wurde repressiv regiert und in manchen Fällen hart durchgegriffen, um die Monarchie zu erhalten, ihre Zeit haben die beiden aber lieber mit anderen Dingen zugebracht. Vergnügungssucht wurde Alexandra von mehreren ihrer Zeitgenossen attestiert. Zudem hat sie Edmond Dantes, einen Emporkömmling aus dem Elsass protegiert, der in die Geschichte als Mörder A.S. Pushkins, des großen russischen Dichters und Denkers des 18. Jahrhunderts, eingegangen ist. Auch Michail Lermontow, der den Ruf hatte, Pushkin vllt z.T. ersetzen zu können, war mit den Repressalien des Zaren konfrontiert und wurde wie Pushkin beim Duell erschossen. So gesehen, haben sich die beiden nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Geschicke der rus. Literatur des 18 Jahrhunderts angeht.

Der Krimkrieg von 1853-1856, infolge dessen Nikolaus I. gestorben war, ist etwas blass dargestellt worden, aber gut, das betraf eher den Kaiser, und ich hoffe, mehr in seiner Biographie dazu, v.a. zu den eigentlichen Gründen seines Todes, lesen zu können.

In späteren Jahren begründete Alexandra russischen Tourismus in Nizza, wo sie gern die Winter verbracht hatte. Das raue Klima in St. Petersburg und Umgebung setzte ihr zunehmend zu.

Sie tat am Ende einem leid, denn sie war ernsthaft krank, wurde aber aufgrund der falschen Diagnose völlig an den Ursachen ihrer Krankheit vorbei behandelt.

Es gibt auch ein sehr schönes Nachwort, das u.a. erzählt, wer, wo, welche Andenken an Alexandra aufgestellt/veranstaltet wurden. Im Zuge der Allgemeinbildung sollte man schon so etwas wissen.

Fazit: Eine sehr schöne Biographie, die ich zum zweiten Mal nach paar Jahren gern wiedergelesen habe. Sie ist Teil 1 der Reihe „Deutsche Prinzessinnen auf dem Zarenthron“ aus der Feder von Marianna Butenschön, bemerkenswerter Historikerin, die ihre fundierten Kenntnisse der russischen Geschichte der 18-19 Jh. sehr beeindruckend in dieser Trilogie zum Ausdruck gebracht hat. Teil 2: „Maria: Kaiserin von Russland: Die Württembergerin auf dem Zarenthron“ (2015), Teil 3: „Die Hessin auf dem Zarenthron: Maria, Kaiserin von Russland“ (2017). Wenn man chronologisch lesen möchte, fängt mit Teil 2 an, geht zu Teil 1 rüber und liest anschließend den dritten Band der Reihe. Ich habe sie alle gelesen. Sie sind alle sehr gut und lesenswert.

 

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Ladybella911s avatar

Rezension zu "Die Hessin auf dem Zarenthron" von Marianna Butenschön

Kaiserin eines großen Reiches, geachtet und verehrt und dennoch beinahe vergessen
Ladybella911vor einem Jahr

Eine hessische Prinzessin heiratet aus Liebe den Thronfolger von Russland und wird zu einer mächtigen, vom Volk verehrten und geachteten Kaiserin Russlands.

Was mit einer Liebesheirat begann sollte 40 Jahre Bestand haben, aber glücklich wurde Maria Alexandrowna, wie sie nach ihrer Heirat genannt wurde, nicht, obwohl sie ihrem Mann acht Kinder gebar.

In unserem Bewußtsein ist sie nicht verankert, sie war eine Frau, die mehr im Hintergrund agierte, was einerseits ihrer Schüchternheit andererseits der Tatsache, dass am Zarenhof ein äußerst strenges Hofzeremoniell herrschte, zuzuschreiben ist.

Sie scheint ihren Mann, der als Zar Alexeander II. In die Geschichte einging, sehr geliebt zu haben, negierte sie doch seine Affären und langjährige Geliebten.

Es ist eine ungeheure Fülle an Informationen, die uns die Autorin, Marianna Butenschön, hier präsentiert, und man ist oftmals verwirrt beim Lesen, vor allem was die vielfältigen verwandtschaftlichen Beziehungen angeht, sehr oft begegnen uns die gleichen Namen , aber es sind unterschiedliche Personen.

Sehr hilfreich sind daher die Bibliographie sowie eine Zeittafel und ein Glossar, welche sich im Anhang befinden, dies vereinfacht die Lektüre ungemein. Schön auch die Bilder in der Mitte des Buches, welche uns einen Eindruck der damals herrschenden Mode geben. Dass sich das Leben des Adels zur damaligen Zeit in äußerst prunkvoller Umgebung abspielte, ist hinreichend bekannt, und man weiß um die zunehmende Unzufriedenheit des Volkes, die sich diese verschwenderische Lebensart nicht länger ansehen wollte.

Es ist der Autorin bestens gelungen, hier nicht nur ein wissenschaftliches Sachbuch zu schreiben, sondern auch, durch das Einflechten kleiner Anekdoten, die von Zeitzeugen berichtet wurden, ein sehr lebendiges Bild von der Kaiserin, ihrer Familie und ihrem Leben zu schaffen.


Ein beeindruckendes Buch, welches ich Liebhabern, die gerne gut recherchierte Biographien lesen, ans Herz legen möchte.

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Die Preußin auf dem Zarenthron" von Marianna Butenschön

Wieder eine deutsche Prinzessin für den Zarenthron
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

In 20 Kapiteln erzählt Maria Butenschön die Lebensgeschichte von Charlotte von Preußen, einer Tochter von Luise, der beliebten Königin von Preußen, die den Zarensohn Nikolaus heiratet und als Zarin Alexandra in die Geschichte eingehen wird.

Charlotte ist 1798 in eine von den Napoleonischen Kriegen geprägte Zeit hineingeboren. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie auf dem eher bescheidenen, um nicht zu sagen ärmlichen Preußischen Königshof, immer bedroht von Napoleon und seinen Truppen.
1809, Preußen wurde durch mehrere Niederlagen zu einer mittelmäßigen Staatsmacht degradiert und sucht genauso wie Russland einen Ausweg aus dem Dilemma „Napoleon“. Was liegt daher näher, als eine familiäre Allianz zwischen den beiden Reichen zu schließen? Eben!
Man kommt überein, dass Charlotte und Nikolaus eine dynastische Verbindung eingehen sollen. Wider Erwarten verlieben sich die beiden ineinander und einer glücklichen Ehe steht nichts mehr im Wege, oder?

Wie üblich muss die protestantische Prinzessin zum orthodoxen Glauben konvertieren und erhält den Namen „Alexandra Pawlowna“. Die Pracht und der Reichtum des Zarenhofes sowie die neue Umgebung überfordern die junge Frau, die bald (1819) Mutter des Thronfolgers wird. Immer wieder zieht es sie nach Preußen, zumal ihr das kalte Klima in St. Petersburg nicht so gut bekommt.

Nikolaus war ursprünglich nicht als Thronfolger vorgesehen, sondern sein älterer Bruder Konstantin. Doch der verzichtete wegen einer nicht standesgemäßen Heirat bereits 1822 auf den Thron. Doch als Alexander 1825 stirbt, wird vorerst Konstantin als neuer Zar ausgerufen, dankt aber gleich wieder ab. In diese Zeit fällt auch der Dekabristen-Aufstand, den Nikolaus blutig niederschlagen lässt.
Auch andere blutige Konflikte wie die polnischen Aufstände beschäftigen das Zarenpaar.

Charlotte-Alexandra sieht sich selbst als „unpolitisch“, was im Vergleich mit anderen Gemahlinnen von Zaren durchaus nachvollziehbar ist. Trotzdem ist sie wegen ihres Briefwechsels mit ihren Brüdern (die späteren Preußische Könige Friedrich Wilhelm IV. und Wilhelm I.) recht gut informiert.

In den späteren Jahren, als Nikolaus sich vermehrt seinen Mätressen zuwendet, bleibt Charlotte-Alexandra nach wie vor seine engste Vertraute.

Die schweren Schicksalsschläge ihres Lebens, schon in der Jugend verliert sie ihre Mutter, das ständige Heimweh nach Preußen, der Tod ihrer jüngsten Tochter und das schwere Amt als Zarin meistert sie mit Gottvertrauen und dem Preußischen e Pflichtbewusstsein.

Meine Meinung:

Marianna Butenschön ist wieder eine tolle Biographie einer russischen Zarin gelungen, die im Schatten ihrer Preußischen Mutter, Luise, steht. 
Wie wir es von der Autorin gewöhnt sind, ist das Buch sehr gut recherchiert. Zahlreiche Zitate aus Charlotte-Alexandras Briefwechsel mit ihren Weggefährten sowie aus Briefen anderer über sie, machen die Biographie zu einer interessanten Lektüre. Wir bekommen ein recht gutes Bild von der Preußischen Zarin. Abgerundet wird das Buch durch zwei Stammbäume, jener der Hohenzollern und der Romanows, einer Zeittafel und einem umfangreichen Glossar. Ein weitreichendes Personenregister hilft, sich in der Geschichte zurecht zu finden. Zudem gibt es einen bunt bebilderten Innenteil mit zahlreichen Portraits von Charlotte und ihrer Familie.

Fazit:

Wieder eine tolle Biographie, die ich gerne weiter empfehle. 5 Sterne

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Gespräche aus der Community

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TheissVerlags avatar

Liebe Bücherfreunde,

im Jahr des 100. Jahrestags der Russischen Revolution von 1917 kehrt die Zarendynastie Romanow in unser allgemeines Bewusstsein zurück. Schillernde Persönlichkeiten und große Herrscherinnen und Herrscher waren Teil dieser Familie – Nikolaus II., Katharina die Große, die junge Zarentochter Anastasia, Maria Alexandrowna. Wenn es beim letzten Namen bei Euch nicht geklingelt hat, macht Euch keine Sorgen: so dürfte es den meisten gehen. Über die 1824 in Darmstadt geborene Kaiserin von Russland ist im Allgemeinen eher wenig bekannt.

Mehr über das Leben der schüchternen Kaiserin könnt Ihr jetzt in „Die Hessin auf dem Zarenthron“ erfahren, einer neuen Biographie von Marianna Butenschön. Sie zeichnet den Weg von Maries Kindheit in Darmstadt, der Hochzeit mit dem Zarewitsch und der anfänglich glücklichen Ehe hin zu den schweren Jahren, geprägt von persönlichen Schicksalsschlägen sowie politischen Krisen. Die Autorin führt uns entlang der Lebensgeschichte der Kaiserin in eine innen- wie außenpolitisch weichenstellende Zeit Russlands, in der sich Maria als besonders gut informierte Beraterin des Kaisers herausstellte und sich als überaus tapfere Frau bewies.

Ihr seid neugierig geworden? Dann bewerbt Euch bis zum 3. April 2017 für unsere Leserunde und erzählt uns doch mal, welche europäische Adelsfamilie Euch besonders in ihren Bann zieht und warum. Verratet uns doch auch noch, auf welchen Plattformen Ihr Eure Rezension veröffentlichen wollt. Zu gewinnen gibt es eines von 10 nagelneuen Leseexemplaren – wir sind gespannt auf Eure Antworten!

Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen!

Liebe Grüße,

euer Team vom Theiss Verlag

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TheissVerlags avatar

Als Sophie Dorothea von Württemberg (1759 – 1828) im Alter von knapp 17 Jahren den einzigen Sohn Katharinas der Großen heiratete und den Namen Maria Fjodorowna erhielt, konnte sie nicht ahnen, dass ein Leben voller Schicksalsschläge vor ihr lag…

 

Liebe Bücherfreunde,

taucht mit  uns ein in die Welt von Prinzessin „Dortel“ und begleitet sie auf ihrem Weg als Kaiserin von Russland. Schicksalsschläge gab es viele:  Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr. Kaiser Paul I., ihr Mann, wurde 1801 ermordet, seinen Tod hat sie nie verwunden. Ihr Sohn Alexander führte jahrelang Krieg gegen Napoleon, ihr Sohn Nikolaus begann seine Regierung mit der Niederschlagung eines Aufstandes und ihre Töchter, die sie mit europäischen Fürsten verheiratet hatte, wurden in der Fremde nicht immer glücklich.

Marianna Butenschön erzählt in ihrem Buch „Maria, Kaiserin von Russland“ den Werdegang von Sophie Dorothea von Württemberg  sehr  einfühlsam und verwebt das persönliche Schicksal Marias mit den dramatischen politischen Ereignissen ihrer Zeit.

Neugierig geworden? Dann bewerbt Euch bis zum 05. Mai für unsere Leserunde und beantwortet in ein paar kleinen, kreativen Zeilen die Frage: Mit welcher historischen Persönlichkeit würdest du gerne eine Tasse Tee (wahlweise natürlich auch Kaffee) trinken und warum?

Zu gewinnen gibt es 10 nagelneue Leseexemplare – wir sind gespannt auf Eure Antworten!

Die glücklichen Gewinner werden von uns per PN benachrichtigt. Bei Fragen stehen wir Euch selbstverständlich zur Verfügung – gebt uns einfach Bescheid :-) 

Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen!

Liebe Grüße,

Euer Theiss-Team

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Letzter Beitrag von  Tigerbaervor 3 Jahren
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