Marianna Butenschön Maria, Kaiserin von Russland

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Inhaltsangabe zu „Maria, Kaiserin von Russland“ von Marianna Butenschön

Von Mömpelgard nach St. Petersburg. Als Sophie Dorothea von Württemberg (1759-1828) im Alter von knapp 17 Jahren den einzigen Sohn Katharinas der Großen heiratete und den Namen Maria Fjodorowna erhielt, konnte sie nicht ahnen, dass ein Leben voller Schicksalsschläge vor ihr lag: Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr. Kaiser Paul I., ihr Mann, wurde 1801 ermordet, seinen Tod hat sie nie verwunden. Ihr Sohn Alexander führte jahrelang Krieg gegen Napoleon, ihr Sohn Nikolaus begann seine Regierung mit der Niederschlagung eines Aufstandes, und ihre Töchter, die sie mit europäischen Fürsten verheiratet hatte, wurden in der Fremde nicht immer glücklich.

Kenntnisreich und einfühlsam erzählt Marianna Butenschön, wie aus der württembergischen Prinzessin „Dortel“ eine der bedeutendsten Herrscherinnen des Hauses Romanow wurde. Gekonnt verwebt die Autorin das persönliche Schicksal Marias mit den dramatischen politischen Ereignissen ihrer Zeit.

sehr gut recherchierte, anspruchsvolle Biographie

— Engel1974

Eine hervorragende Biografie, in der die Balance zwischen wissenschaftlich untermauerter Information und Unterhaltung stimmt.

— Barbara62

Tolle Bio einer begabten Künstlerin, Politikerin und Kaisermutter. Informativ, aufschlussreich, bemerkenswert. Eine klare Leseempfehlung!

— Wedma

Eine tolle Biografie mit einer großen Portion russischer Geschichte und europäischer Kulturgeschichte.

— Buchgespenst

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  • Maria, Kaiserin von Russland

    Maria, Kaiserin von Russland

    Tigerbaer

    Dank einer Leserunde vom Theiss-Verlag durfte ich „Maria, Kaiserin von Russland“ lesen. Marianna Butenschön, die Autorin hat sich der – aus meiner Sicht – nicht ganz leichten Aufgabe angenommen, Sophia Dorothea von Württemberg, der späteren Kaiserin Maria von Russland ein Gesicht zu geben. Die Prinzessin Sophie Dorothea von Württemberg wird mit Paul, dem Sohn von Katharina, der Großen verheiratet und muss ihren nicht ganz einfachen Weg im politisch wechselhaften Russland finden. Die Autorin schreibt das Buch in einem sachlichen Ton und zeichnet u. a. mit vielen Zitaten aus damaligen Quellen und beispielsweise der Korrespondenz von Maria, ein facettenreiches Bild der damaligen Gepflogenheiten und vom Leben Marias. Der Fokus liegt dabei nicht alleine auf Maria Fjodorowna, wie Sophie Dorothea nach ihrer Heirat genannt wird, sondern auch der wechselvollen europäischen und russischen Geschichte. Für mich war sehr spannend zu lesen, wie eng verflochten die Geschicke der damaligen Großmächte waren und auch welche Auswirkungen das Ganze bis in unsere heutige Zeit hat. Das Sachbuch ist eine anspruchsvolle Lektüre und stellenweise hat mich die schiere Fülle an Informationen erschlagen bzw. das Leseverständnis war durch die vielen Personen und sich ähnlich klingenden Namen etwas erschwert und ich habe wirklich lange zum Lesen gebraucht. Mit „Maria, Kaiserin von Russland“ hält man ein spannendes biographisches Werk zu einer interessanten – mir bislang unbekannten – historischen Persönlichkeit in Händen und erfährt ausgesprochen viel über die europäisch-russische Geschichte. Ein großes Kompliment muss ich auch dem Verlag machen, da das Buch sehr hochwertig ausgestattet ist und der interessante Inhalt wird durch Fototafeln in der Buchmitte wunderbar ergänzt.

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    • 7
  • Leserunde zu "Maria, Kaiserin von Russland" von Marianna Butenschön

    Maria, Kaiserin von Russland

    TheissVerlag

    Als Sophie Dorothea von Württemberg (1759 – 1828) im Alter von knapp 17 Jahren den einzigen Sohn Katharinas der Großen heiratete und den Namen Maria Fjodorowna erhielt, konnte sie nicht ahnen, dass ein Leben voller Schicksalsschläge vor ihr lag…   Liebe Bücherfreunde, taucht mit  uns ein in die Welt von Prinzessin „Dortel“ und begleitet sie auf ihrem Weg als Kaiserin von Russland. Schicksalsschläge gab es viele:  Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr. Kaiser Paul I., ihr Mann, wurde 1801 ermordet, seinen Tod hat sie nie verwunden. Ihr Sohn Alexander führte jahrelang Krieg gegen Napoleon, ihr Sohn Nikolaus begann seine Regierung mit der Niederschlagung eines Aufstandes und ihre Töchter, die sie mit europäischen Fürsten verheiratet hatte, wurden in der Fremde nicht immer glücklich. Marianna Butenschön erzählt in ihrem Buch „Maria, Kaiserin von Russland“ den Werdegang von Sophie Dorothea von Württemberg  sehr  einfühlsam und verwebt das persönliche Schicksal Marias mit den dramatischen politischen Ereignissen ihrer Zeit. Neugierig geworden? Dann bewerbt Euch bis zum 05. Mai für unsere Leserunde und beantwortet in ein paar kleinen, kreativen Zeilen die Frage: Mit welcher historischen Persönlichkeit würdest du gerne eine Tasse Tee (wahlweise natürlich auch Kaffee) trinken und warum? Zu gewinnen gibt es 10 nagelneue Leseexemplare – wir sind gespannt auf Eure Antworten! Die glücklichen Gewinner werden von uns per PN benachrichtigt. Bei Fragen stehen wir Euch selbstverständlich zur Verfügung – gebt uns einfach Bescheid :-)  Wir freuen uns auf eine spannende Leserunde! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit eigenem Exemplar herzlich eingeladen! Liebe Grüße, Euer Theiss-Team

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    • 270
  • Adel der Seele

    Maria, Kaiserin von Russland

    Wedma

    Eine beachtenswerte Biografie von Kaiserin Maria Fjodorowna (1759-1828, geb. Sophie Dorothea von Württemberg) auf 330 Seiten, verteilt in 16 Kapitel á 20-23 Seiten plus zwei extra Kapitel: eine Zusammenfassung ihres Lebenswegs auf elf Seiten zu Anfang und eins zum Schluss, das das Schicksal von Pawlowsk, Vermächtnis der Kaiserin, nach ihrem Tod über die Jahre der Revolution von 1917, den zweiten Weltkrieg 1941-1945 bis ins 1993 beschreibt, als die Stadt zu UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Das Buch enthält auch ein Glossar, ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel 1754-1828 der wichtigsten historischen Ereignisse, ausführliche Auflistungen der Quellenangaben, Bibliografie und zwanzig Bilder. Das Werk fängt mit der Kindheit von Dorothea, als Kind Dortel und Dörtchen genannt. Interessant sind die Beschreibungen der Umstände, wie die zukünftige Kaiserin aufwuchs. Auch von ihren Eltern und Familie insgesamt liefert Marianna Butenschön aufschlussreiche Fakten der damaligen Zeit. Spannend, wie die Brautschau sich gestaltete, wie die Überzeugungsarbeit verlief, wie Dortel letztendlich ausgewählt, nach Russland verheiratet wurde und wie ihr Leben als Großfürstin und Mutter begann. Parallel zu ihren familiären Verpflichtungen war Maria Fjodorowna aber auch die Bauherrin von Pawlowsk, lud Architekten und Baumeister ein, organisierte die Finanzierung, etc. damit ihr Werk stehen und die schönen Künste in sich vereinen konnte. Besonders aufschlussreich fand ich die Kapitel, in denen ums Kunstgeschichtliche ging: Maria und Paul reisten durch Europa, besuchten die Regenten, ließen sich mit Musik, Theater, Dichtung, etc. verwöhnen, z.B. in Wien spiele Mozart und Clementi um die Wette für das Großfürstenpaar, in Paris lud Maire Antoinette zu Comedie Francése, Theater, Oper, Konzerten und Balettaufführungen, Essen in Versailles, Besuch von Notre Dame, etc. ein. Und überall auf dem Weg durch Europa wurden Kunstgegenstände gekauft, die später die prachtvollen Paläste in Pawlosk und Gattchina schmücken würden. Kapitel 5, Die Grand Tour, berichtet ausführlich über diese Reise. Im Kapitel 14, Nachkriegsjahre, regiert die Kaisermutter an der Seite ihres ältesten Sohnes Alexander I und frönt ihrer Liebe zur Kunst. Viele bekannte Name fallen: Schukowskij, Karamsin, Puschkin, Krylow, etc. Die damit einhergehenden Details wie kleine Geschichten sind bemerkenswert wie aufschlussreich. Maria Fjodrowna war auch selbst eine geschickte und begabte Künstlerin. Ihre Zeichnungen, die Arbeiten in Jaspis, z.B. Kamee von Katharina II als Minerva, die Goldmedaille für Alexander I, und natürlich Pawlowsk als Kunstwerk deren Bilder im Buch enthalten sind, liefern einen überzeugenden Beweis dafür. Nicht nur die Geschichte Russlands wird in diesem Werk beleuchtet, auch viele Ereignisse der europäischen Geschichte und v.a. der Kulturgeschichte sind mit hineingeflossen.  Es wird klar, dass die Geschichte Russlands seit Jahrhunderten mit der Geschichte der gesamten Europa eng verwoben ist. Auch die vielen Ehen der Kaiserkinder mit den Söhnen und Töchtern der europäischen Regenten haben diese Bunde gefestigt. In dieser Biografie wird ein bewegendes, ereignisreiches Leben einer außergewöhnlichen Frau vor Augen geführt, faktengetreu und unterhaltsam zugleich. Es ist dicht erzählt, wirkt aber nicht überladen. Man erlebt, wie Maria gelebt hat, was sie gefreut, getrübt und bewegt hat. Zitate aus ihrer Korrespondenz und der vieler anderen historischen Persönlichkeiten erlauben tiefere Einblicke in die damalige Zeit: Es gibt Ausschnitte aus den Briefen von Maria, Katharina II, Paul I, Alexander I, uvm. Auch ein kurzer Ausschnitt aus Mozarts Brief zu seinem Vater hat seinen Weg in dieses Werk gefunden. Flair der Zeit erlebt man in diesem Werk hautnah, man hat die Möglichkeit zu erfahren, wie diese Menschen dachten, wie sie ihre Gedanken zum Ausdruck brachten, was für sie wichtig war. Der historische Stoff, mit vielen Quellenangeben belegt, wurde geschickt mit spannenden Details und z.T. Anekdoten ausgeschmückt, sodass die Lektüre mich vollends in ihren Bann geschlagen hat und am Ende denken ließ: Was für eine Frau, was für ein Leben! Zehnfache Mutter, die die Hälfte ihrer Kinder sterben sah, Kaisermutter, Politikerin, Mäzenin und selbst eine anerkannte Künstlerin, und last but not least die Erschafferin vom späteren Weltkulturerbe Pawlowsk. „Adel der Seele“ wurde Maria Fjodorowna mal, noch in ihren jungen Jahren, genannt. Nach der Lektüre kann man diese Bezeichnung auch selbst bestätigen und nachvollziehen, dass es dem so war. Ich habe schöne wie erfüllte Lesestunden mit diesem Werk verbracht. Es hat mich amüsiert, Freude bereitet, auch einige traurige Dinge offenbart, tiefere Einblicke in die europäische Geschichte wie Kunstgeschichte gewährt. Ich habe die Zeit mit diesem Buch sehr genossen. Es kann als Einstieg in die Materie oder auch als Referenz/Nachschlagewerk dienen. Diese Biografie von Maria Fjodorowna, Kaiserin von Russland, wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Ich lese gerne auch weitere Werke von Marianna Butenschön und vergebe die wohl verdienten 5 Sterne.  

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    • 3
  • "Maria, Kaiserin von Russland"

    Maria, Kaiserin von Russland

    Engel1974

    "Maria, Kaiserin von Russland", wer hier einen gewöhnlichen historischen Roman erwartet, liegt falsch, es handelt sich vielmehr um eine beeindruckende Dokumentation, historischen Zeitgeschehens. Inhalt: Erzählt wird hier die dramatische Lebensgeschichte der Kaiserin Maria, die als Sophie Dorothea von Württemberg in Stettin geboren wurde. Aufgewachsen in Treptow und Mömpelgrad schloss sie 1776 die Ehe mit dem russischen Thronfolger Paul. Damals war sie knapp 17 Jahre alt.  Ein Leben voller Schicksalsschläge lag vor ihr. Ihr Mann wurde 1801 ermordet, fünf ihrer 10 Kinder starben vor ihr ... Mit umfassenden Zeittafeln, einem umfangreichen Glosar und den eingefügten Bildern ist der Roman sehr gut recherchiert. Man merkt als Leser sofort wie viel Arbeit dahinter steckt. Der Schreibstil ist in Biographie Form und enthält sehr viele interessante Informationen, was allerdings kein schnelles Lesen ermöglicht. Auf grund der Vielzahl der Informationen kann man somit das Buch auch nicht einfach zwischendurch lesen, dafür sollte man sich schon Ruhe und Zeit nehmen. Fazit: sehr gut recherchierte, anspruchsvolle Biographie

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    • 2
  • Aus Dörtel wird Maria

    Maria, Kaiserin von Russland

    TochterAlice

    17. June 2015 um 09:52

    die Kaiserin aller Reußen nämlich, Zarin von Rußland also.: bzw. zunächst die Gattin den Thronfolgers Paul, des späteren Zaren Paul I., Sohn von Katharina der Großen. Sie ist es auch, die die Fäden zieht bei der Eheschließung und -stiftung zwischen ihrem Sohn und dem - für damalige Verhältnisse - Naturmädel aus der württembergischen Großfamilie, die ihr Schicksal eher dem Zufall - Pauls erste Frau verstirbt im Kindbett - verdankt. Ihr Leben ändert sich nachhaltig, sie wird zu einer der mächtigsten Frauen des 18. und vor allem des 19. Jahrhunderts in ganz Europa - ja, der Welt, die sich politisch in dieser Zeit noch sehr auf diesen einen kleinen Kontinent zentrierte. Marianna Butenschön beschreibt in ihrem Buch sehr ausführlich und anschaulich den Weg dieser bemerkenswerten Frau, Mutter vieler Kinder, Künstlerin, Kunstkennerin und geschickte (Sozial)Politikerin. Diesen Rollen ging eine jahrelange Entwicklung voraus, die durchaus steinig war. Der Leser begegnet zahlreichen Schlüsselfiguren der damaligen Zeit, sieht das russische Reich und dessen Herrscher im Kontext und im Bezug des Staatengeflechts, der politischen Beziehungen in Europa - Marias Leben fiel immerhin - zumindest teilweise - in die Zeit Friedrichs des Großen - und in die Napoleons. Die Autorin - eine kompetente Historikerin und erfahrene Journalistin - schreibt mitreißend und fesselnd, doch manchmal entsteht der Eindruck, als wolle sie möglichst viel ihres zweifellos ungeheuren Fachwissens in das Buch packen, den Zeitgeist, wenn möglich, umfassend einfangen - und das ist gelegentlich - zumindest für mich - des Guten zuviel. Ich hätte ein wenig mehr Fokussierung auf die Person Marias, auf ihre unmittelbaren Bezüge und ihren Alltag, mehr auf das  Leben "im Kleinen" sehr begrüßt. Insgesamt jedoch ist dies zweifelsohne eine wertvolle und auch unterhaltsame historische Dokumentation, die im letzten Kapitel noch eine Brücke über die nachfolgenden Jahrhunderte bis in die Gegenwart schlägt und die ich von Herzen weiterempfehle, nicht zuletzt wegen der fundierten Recherche, die sich auch im Anhang niederschlägt - Neben einer Zeittafel und den Anmerkungen findet sich dort auch ein ausführliches Personenverzeichnis.

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  • Kenntnisreiche Biografie einer deutschen Zarin

    Maria, Kaiserin von Russland

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. June 2015 um 16:18

    „Von Mömpelgard nach St. Petersburg. Als Sophie Dorothea von Württemberg (1759-1828) im Alter von knapp 17 Jahren den einzigen Sohn Katharinas der Großen heiratete und den Namen Maria Fjodorowna erhielt, konnte sie nicht ahnen, dass ein Leben voller Schicksalsschläge vor ihr lag: Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr. Kaiser Paul I., ihr Mann, wurde 1801 ermordet, seinen Tod hat sie nie verwunden. Ihr Sohn Alexander führte jahrelang Krieg gegen Napoleon, ihr Sohn Nikolaus begann seine Regierung mit der Niederschlagung eines Aufstandes, und ihre Töchter, die sie mit europäischen Fürsten verheiratet hatte, wurden in der Fremde nicht immer glücklich.“ (Klappentext) Die Biografin verfügt über eine tiefe Kenntnis der Portraitierten. Keine auch noch so entlegene Quelle wird von ihr ausgelassen, um zum Bild Marias beizutragen, von der nur wenige Selbstzeugnisse erhalten sind. Der Schreibstil ist flüssig und anschaulich. Die Fülle an Details ist gekonnt aufbereitet, so dass der Leser einen Einblick in die verschiedenen Stationen von Marias Leben erhält. Gezeichnet wird eine Persönlichkeit, die sich politisch zurückhielt, sei es aus Neigung, sei es als pure Überlebensstrategie, die ihren Mann aber wohl (ungewöhnlich für den Hochadel) aufrichtig liebte, und sich immer wieder persönliche Freiräume schuf, zunächst als Künstlerin, als Gemmenschneiderin von internationalem Rang, und dann als Wohltäterin, fast schon Sozialministerin ihres Sohnes. Politische Geschichte wird nur so weit erwähnt, als sie das Leben der jungen Adligen aus unbedeutendem Haus, Großfürstin, kurzzeitigen Zarin und Zarinnenmutter direkt betrifft. Man erhält eine gute Innensicht in die familiären Strukturen des europäischen Hochadels um 1800. Was mich beim Lesen etwas gestört hat, ist, dass die Detailfülle manchmal zu Lasten der Leserfreundlichkeit geht. Für auch wissenschaftliche Biografien ungewöhnlich, wird die Kenntnis der europäischen Geschichte vorausgesetzt. Was der siebenjährige Krieg ist oder die polnische Teilung muss man vorher wissen, um sich im Buch zurecht zu finden. Personen, die einmal kurz eingeführt sind, werden 100 Seiten später als bekannt vorausgesetzt. Was dazu führt, dass man immer wieder den Zusammenhang verliert. Der Service z.B. Werst in Kilometer umzurechnen, wäre wenig Aufwand gewesen. So muss es jeder Leser selbst tun. Genervt haben mich die sich wiederholenden Abwertungen Katharina II. An der Stelle hätte ich mir mehr Objektivität gewünscht. Ausstattung: Schönes Leinen-Hardcover samt Schutzumschlag mit dem Service Anmerkungen, Glossar (leider etwas unvollständig) und Personenverzeichnis sowie einigen Farbtafeln. Leseempfehlung für Geschichtsfans.

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  • interessante und anspruchsvolle Biografie

    Maria, Kaiserin von Russland

    irismaria

    „Maria, Kaiserin von Russland: Die Württembergerin auf dem Zarenthron“ von Marianna Butenschön ist die lesenswerte Biografie der Prinzessin Sophie Dorothea von Württemberg, die nach der Heirat mit dem Sohn Katharinas der Großen Maria Fjodorowna hieß. In ihre Lebenszeit (1759-1828) fallen wichtige historische Ereignisse wie die Französische Revolution und Napoleons Feldzüge aber auch die Wertschätzung von Kunst und Baukunst und die Auseinandersetzung mit neuen Ideen zu Erziehung und Staatsführung. Die Autorin schildert das ereignisreiche Leben Marias, ihre Liebe zu Paul, der unter der Fuchtel seiner Mutter Katharinas der Großen steht und dessen Zarenherrschaft tragisch endet, ihre Bautätigkeiten und Hilfsprojekte und das oft tragische Schicksal ihrer zehn Kinder. Die Autorin schreibt sachlich und baut viele Zitate aus damaligen Quellen ein. Dadurch erhält man eine Fülle an Informationen. Das Buch ist nicht leicht zu lesen wie ein Roman, sondern erfordert Konzentration und am besten Vorwissen, sonst wird man von der fülle der Personen, Zahlen und Ereignisse leicht erschlagen. Besonders interessant fand ich, die politischen Entwicklungen durch die Französische Revolution und Napoleons Feldzüge aus russischer Sicht zu sehen. Gut gefällt mir auch der Mittelteil des Buches mit den Fototafeln, die das Gelesene auch im Bild erleben lassen. Mein Fazit: „Maria, Kaiserin von Russland: Die Württembergerin auf dem Zarenthron“ ist eine interessante und anspruchsvolle Biografie einer bedeutenden Frau

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    • 2

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    13. June 2015 um 14:31
  • Eine Württembergerin im Zarenreich

    Maria, Kaiserin von Russland

    Buchgespenst

    Sophie Dorothea von Württemberg ist eine unbedeutende Prinzessin einer verarmten Adelsfamilie – bis Katharina die Große, Zarin von Russland, sie als Braut für ihren einzigen Sohn Paul erwählt. Damit beginnt für Sophie ein Leben im Glanz am Zarenhof, doch viele Schicksalsschläge warten auf sie. Ihre Kinder werden ihr von Katharina weggenommen, ihr geliebter Ehemann Paul wird ermordet und auch ihr Sohn Alexander stirbt auf dem Zarenthron – und das sind nur ein paar der Tragödien, die ihr Familienleben heimsuchen. Außerdem lebt sie in einer Zeit voller Umbrüche. Die Französische Revolution, Napoleonischen Kriege, der Krieg mit den Türken, Revolten im eigenen Land und die ewigen Auseinandersetzungen mit Österreich und Preußen beeinflussen und verändern Russland – nicht immer zum Guten. Als Maria Fjodorowna ist sie allerdings auch strahlender Mittelpunkt des künstlerischen und kulturellen Lebens ihrer Zeit, eine liebevolle Ehefrau und treusorgende Landesmutter. Ein breites Gesellschaftspanorama wird hier entrollt, das an Buntheit und Vielfalt kaum zu übertreffen ist. Mit der Biographie der Schwiegertochter Katharinas der Großen wird dem Leser ein großes Stück europäischer Geschichte aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel geboten. Ohne Wertung, unterfüttert mit Originalaufzeichnungen von Zeitgenossen, liegt hier ein toll geschriebenes Buch vor. Gekonnt verwebt die Autorin die historischen Ereignisse mit dem persönlichen Schicksal Marias. Viele Zusammenhänge haben mich überrascht und auf keiner Seite wurde das Buch langweilig. Der Bildteil hätte ruhig umfangreicher sein können, hätte ja nicht alles in Farbe sein müssen, aber trotzdem liegt hier eine außerordentlich schöne Biographie vor, die alle Aufmerksamkeit wert ist. Sie ist anspruchsvoll geschrieben, aber nicht zu hochgestochen und unterhaltsam ohne banal zu werden. Eine klare Leseempfehlung an alle, die an Geschichte und Biographien interessiert sind. Der ungewöhnliche Blickwinkel lässt selbst an Altbekanntem noch überraschende Entdeckungen machen.

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    • 3
  • Eine sehr gelungene Biografie

    Maria, Kaiserin von Russland

    Barbara62

    07. June 2015 um 14:41

    2013/14 fand in Stuttgart die große Landesausstellung mit dem Titel „Im Glanz der Zaren. Die Romanows, Württemberg und Europa“ statt. Anhand der 5 Ehen zwischen dem Hause Württemberg und den Romanows wurde die enge Verbindung zwischen diesen so ungleichen Häusern gezeigt wurde. Die erste Ehe in dieser Reihe war die zwischen Maria Fjodorowna, gebürtige Prinzessin Sophie Dorothea von Württemberg (1759 – 1828), und dem einzigen Sohn von Katharina II, dem späteren Zar Paul I, die 1776 unter tätiger Mithilfe von Friedrich II von Preußen zustande kam. Als aus der 16jährigen Sophie Dorothea, die eine glückliche Kindheit in einer harmonischen Familie in Treptow und Mömpelgard verlebt hatte, 1776 durch den Übertritt zur russisch-orthodoxen Kirche Maria Fjodorowna wurde, lagen ein Leben im Glanz des Zarenhofes, aber auch eine Reihe von Schicksalsschläge vor ihr. Sie gebar vier Söhne und sechs Töchter und kam damit dem Hauptanliegen ihrer Schwiegermutter Katharina vorbildlich nach, doch solange diese lebte, war ihr der Umgang mit ihren Kindern zum großen Teil verwehrt. Ihr Mann Paul, traumatisiert durch die Ermordung seines Vaters und die Verachtung seiner Mutter, neigte zu Jähzorn und litt unter Verfolgungswahn. Nach zunächst glücklichen Ehejahren bezog sich sein Misstrauen zuletzt auch auf seine Frau und seine Kinder, die sich mehr und mehr vor ihm fürchteten. Trotzdem war seine Ermordung im Jahr 1801 ein Schicksalsschlag, über den Maria, die ihn geliebt hatte, nie hinwegkam. Fünf ihrer zehn Kinder starben vor ihr und Ereignisse wie die Französische Revolution, die Napoleonischen Kriege und die Kriege gegen die Türken überschatteten auch ihr Leben. Zeitlebens hat sie die Begeisterung für die Kunst und ihr Wirken für die Wohlfahrt begleitet. Dank ihrer guten Erziehung und Ausbildung sowie einer Grand Tour durch Europa 1781/82 war sie in allen Bereichen der Kunst bewandert. Sie war selber als begabte Künstlerin tätig, sammelte Kunstgegenstände aller Art, wirkte maßgeblich mit am Bau und der Ausstattung von Pawlowsk und versammelte Künstler um sich oder unterhielt Korrespondenzen mit ihnen. Die Wohltätigkeit war ihr eine Herzensangelegenheit, sie förderte und gründete zahlreiche Bildungs- und Wohltätigkeitseinrichtungen und setzte sich für Behinderte ein, allerdings richtete sich ihr Interesse nur auf die Linderung von Missständen, nicht auf deren Behebung. So ließ sie in Waisenhäusern und Erziehungsanstalten elternlose Kinder betreuen, zweifelte aber nicht an der Richtigkeit des Verbots der Ehe für Hofangestellte. Sie war „die letzte Vertreterin einer höfischen Kultur, die sich schon vor ihrem Tod überlebt hatte“, oft konservativer als ihre Schwiegermutter, und machte sich bei den Revolutionen, die sie erlebte, nie die Mühe, nach den Beweggründen der Aufständischen zu fragen. Die Historikerin und Journalistin Marianne Butenschön hat eine exzellente Biografie über diese hochinteressante Persönlichkeit der Geschichte geschrieben, in der sie ihr Leben und die historischen Zeitumstände gekonnt verknüpft. Die Balance zwischen Information und Unterhaltung ist hervorragend gelungen, der Schreibstil flüssig und gut lesbar, wobei die Autorin Grundkenntnisse in Geschichte voraussetzt, ohne die die Lektüre beschwerlich werden könnte. Den bedauerlichen Umstand, dass Maria nach ihrem Tod alle persönlichen Dokumente verbrennen ließ, gleicht die Autorin durch andere Quellen bestmöglich aus, doch werden vermutlich immer Rätsel bleiben. Die überkritische Haltung gegenüber Katharina II hat mich zwar ab und zu irritiert, das Lesevergnügen aber nicht geschmälert. Die jeweils ca. 20 Seiten umfassenden Kapitel sind mit Stichwörtern und Jahreszahlen überschrieben, sodass eine Orientierung jederzeit gegeben ist und das Buch nach der Lektüre als Nachschlagewerk genutzt werden kann. Eine umfangreiche Bibliografie, detaillierte Anmerkungen, ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel und ein kleiner Bildteil machen deutlich, dass es sich um eine wissenschaftlich recherchiertes Werk handelt. Vermisst habe ich die Stammbäume der beiden Familie und auch der Bildteil hätte umfangreicher sein dürfen, vor allem im Hinblick auf das so detailliert beschriebene Pawlowsk, wobei hier auch Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf normalem Papier ausreichend gewesen wären. Trotzdem ein großes Lob an Autorin und Verlag für diese Biografie, die meinen Erwartungen in nahezu allen Belangen gerecht geworden ist. Über kurz oder lang werde ich mit Sicherheit auch die Biografie über Marias Schwiegertochter Alexandra lesen und weiter beobachten, was Frau Butenschön und der Theiss Verlag zu diesem Thema veröffentlichen.

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