Rezension zu "Das geheimnisvolle Haus: oder Wo ich meine Wurzeln fand" von Marianne Deinert
odenwaldcolliesDie Innenarchitektin Victoria Schumann träumt vom eigenen Haus – zumal sie und ihr Mann Clemens die Kündigung des Mietvertrages für ihr aktuelles Domizil erhalten haben. Als Clemens beruflich ein altes Haus begutachten soll, begleitet ihn seine Frau. Schon beim Anblick des Hauses spürt Victoria eine faszinierende Anziehungskraft und als sie im Haus noch ein Gemälde von ihrer verstorbenen Mutter und deren Schwester entdeckt, ist ihre Neugier endgültig geweckt. Welche Verbindung besteht zwischen ihr und diesem Haus bzw. der kürzlich verstorbenen Besitzerin?
Die Autorin nimmt den Leser mit auf die Suche nach Victorias familiären Wurzeln – und nach ihren eigenen Wurzeln. Denn Martha, die das Haus bis zu ihrem Tod bewohnt hat, gab es wirklich. Über Marthas Tagebuch bekommen wir einen Einblick in das Leben von Martha, welches durch frühen Verlust, Demütigung und harte Arbeit gekennzeichnet ist. Nur das zarte Pflänzchen der Liebe zaubert etwas Farbe in ihren tristen Alltag. Aber genau diese Liebe wird ihr zum Verhängnis.
Die Geschichte von Martha und Johann ist sehr traurig und macht immer wieder fassungslos, wie übel vor allem Martha mitgespielt wurde. Man braucht sehr viel Kraft, um so ein Leben durchzustehen.
Da geht es Victoria und Clemens in der heutigen Zeit deutlich besser, auch wenn Clemens die erste Begeisterung seiner Frau für das Haus eher unheimlich ist. Wie in jeder Beziehung gibt es auch bei den beiden Konflikte, die sie aber gemeinsam meistern. Mir waren sie sehr sympathisch: sie sind sensibel, mitfühlend und herzlich-offen.
Während in Marthas Leben ein Unglück dem anderen folgt, läuft es für die Schumanns relativ glatt – manchmal sogar etwas zu glatt. Aber wenn man Marthas Geschichte vor Augen hat, tut ein umfassendes Happy End gut. Zumal das Ende des Buches mich nochmal überrascht hat.
Es werden nicht alle Fragen abschließend beantwortet, einige Dinge konnte trotz intensiver Recherche nicht herausgefunden werden. Auch wenn mir anfangs manche Beschreibungen fast zu detailliert waren, las sich das Buch sehr flüssig.


