Marianne Efinger Gottes leere Hand

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Inhaltsangabe zu „Gottes leere Hand“ von Marianne Efinger

Nach einem akuten Anfall von Atemnot findet sich Manuel Jäger in der Notaufnahme des Marienhospitals wieder. Aufgrund seiner Glasknochen war er schon oft in Krankenhäusern und will dort nicht bleiben, doch sein bester Freund Lothar besteht darauf, dass er sich gründlich untersuchen lässt. Von Anfang an läuft für Manuel alles schief: Nach dem Röntgen vergisst man ihn auf einem zugigen Flur, eine Lernschwester wendet ein Medikament falsch an und er wird in ein Dreibettzimmer mit ungehobelten Mitpatienten gepfercht. Ignorante Ärzte, überforderte Krankenschwestern und die Patienten mit ihren Nöten bestimmen den Alltag auf der Station. Einzig in der Krankenschwester Dagmar findet Manuel eine Seelenverwandte, nicht zuletzt, weil sie ihn an seine verstorbene Verlobte Lenora erinnert. Doch er kann diese Vertrautheit nicht lange genießen, da er sich bei einem Sturz den Arm bricht und deshalb kurzfristig auf die Chirurgie verlegt wird. Dadurch wird übersehen, dass er sich eine Erkältung zugezogen hat, die für ihn lebensgefährlich werden kann. Manuels Gesundheitszustand verschlechtert sich dramatisch, bis er erkennt: Ohne Hilfe der Medizin kann er nicht überleben, in einem hektischen, entseelten Krankenhausbetrieb kann er es aber auch nicht mehr. Da taucht der geheimnisvolle demenzkranke Wendelin Weihrauch auf und lehrt ihn eine wertvolle Lektion über das Leben und den Tod

Zu detailverliebt, zu viele nebeneinander her laufende Handlungen... Das ging einfach gar nicht.

— Schmunzlmaus
Schmunzlmaus

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    Gottes leere Hand
    Schmunzlmaus

    Schmunzlmaus

    08. June 2017 um 10:52

    Also, anfangs fand ich das mit den vielen Details ja schon sehr spannend. Aber irgendwann hat sich das Buch so in Details verloren, dass ich es einfach nicht geschafft habe, das Buch zu lesen, als ich noch Zeit hatte zum Lesen. Dann wurde mein Sohn älter und hat mich mehr beschäftigt und ich kam monatelang nicht mehr zum Lesen, obwohl ich es mir fest vorgenommen hatte, das Buch doch noch zu Ende zu bringen.Leider habe ich bis dato noch nicht festgestellt, wie genau sich die Handlungsstränge miteinander verbinden. Für meinen Geschmack laufen sie zu lange nebeneinander her - und ich hatte mich inzwischen schon fast durch 2/3 des Buches gequält.Tut mir sehr leid, aber dieses Buch hat mich einfach nicht gepackt und ich schaffe es nicht, mich durch den Rest zu quälen. Ich musste leider abbrechen.

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  • Beängstigende Einblicke in eine gesellschaftliche Tabuzone

    Gottes leere Hand
    R_Manthey

    R_Manthey

    27. June 2015 um 16:59

    Ein solches Buch kann man wahrscheinlich nur schreiben, wenn man einen Lebenslauf wie Marianne Efinger vorweisen kann. Sie hat "einige Semester Sprach- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie" studiert und sich danach ausprobiert, wobei sie auch eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvierte. Ihre in diesem Beruf gewonnenen Erfahrungen vermittelt sie uns in stark verdichteter Form in ihrem Buch "Gottes leere Hand", das weniger ein Roman als vielmehr eine Art Dokumentarbericht ist, der die Geschehnisse einer Woche in einer Klinik für Innere Medizin erzählt. Die handelnden Personen werden uns zwar vorgestellt, doch die Schärfentiefe dieser Schilderungen ist meistens gering, vielmehr überwiegt eine gewisse Typisierung. So erscheinen drei Ärzte auf der Bildfläche: ein unsicherer, noch studierender Praktikant, die die Klinik leitende resolute Oberärztin und ein Professor, der ausschließlich mit der Organisation des Hauses kämpft. Ebenso ist die ganze Bandbreite an Patienten vorhanden. Im Mittelpunkt steht Manuel Jäger, der mit der seltenen Glasknochenkrankheit geboren wurde und damit in Krankenhäusern schon fast seinen zweiten Lebensmittelpunkt zugeteilt bekam. Er ist intelligent genug, um sich mit seiner Krankheit besser auszukennen als die meisten der ihn behandelnden Ärzte, für die er nicht selten ein willkommener Exot ist. Glaubt man wissenschaftlichen Untersuchungen, dann geht ein Arzt bei seiner Diagnostik erst einmal anhand der Symptome seine innere Datenbank durch, bis er einen Treffer landet. Weichen danach Schilderungen des Patienten von dieser Diagnose ab, dann werden sie meistens ignoriert, da der Arzt grundsätzlich schlauer ist als der unstudierte Hilfesuchende. Genau dies wird Manuel hier zum Verhängnis. Parallel zu dieser Haupthandlung laufen zahlreiche Nebenstränge mit anderen "Fällen", die den Krankenhausalltag aus verschiedenen Sichtwinkeln betrachten. Leider sind die beschriebenen Zustände und Abläufe in dieser Romanklinik nicht übertrieben dargestellt, wenngleich sie in der auch zeitlich verdichteten Form doch sehr bedrohlich oder deprimierend erscheinen. Eigentlich müsste man sich nach dem Lesen dieses Textes schwören, dass man ab sofort so gesund lebt, dass man hoffentlich nie in ein Krankenhaus muss oder alt und zugleich krank wird. Fazit. Für einen Roman sind Elfingers Geschichten zu lebensecht und mit zu viel medizinischen Details ausgestattet. Dafür findet der Leser eine Schilderung von Zuständen und Abläufen, die er vielleicht besser nicht kennen sollte, weil sie beängstigend sind. Wahrscheinlich wollte Frau Elfinger uns in diese Tabuzone der Gesellschaft mitnehmen, weil sie nur so ihre eigenen Erlebnisse verarbeiten konnte. Als Roman besitzt das Buch einige erzählerische Schwächen, als gut geschriebener Bericht über die Wirklichkeit ist es wohl leider der Wahrheit näher als man glauben will.

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  • Gottes leere Hand

    Gottes leere Hand
    Ikopiko

    Ikopiko

    30. March 2015 um 09:54

    Eine Woche Krankenhausalltag auf 377 Seiten. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Manuel hat die Glasknochenkrankheit. Er wird in eine Klinik eingeliefert. Wieder mal. Und wieder mal gegen seinen Willen. Er will nicht mehr an die Maschinen. Vor allem das Beatmungsgerät quält ihn. Doch in der Klinik findet er einen Weg um Abschied zu nehmen. Abschied von seinem Leben als Glasknochenmann. Er hat sein Leben geliebt, trotz des Mitleids oder des Spotts vieler Mitmenschen. Aber nun ist es Zeit für ihn, zu gehen. In der Klinik gelangt er auf die Gastroenterologie, in der Dagmar als Schwester arbeitet. Dagmar ist krank, trotzdem schleppt sie sich zur Arbeit. Wer soll sich sonst um die Patienten kümmern? Das Pflegepersonal ist schon mehr als überlastet. Dagmar wünscht sich mehr Zeit um sich so um die Patienten kümmern zu können, wie es ihnen gebührt. Sie hastet über die Flure und versucht sich so gut es geht zu kümmern. Und das schlechte Gewissen hastet ihr nach. Christian ist PJler und geprägt von dem Wunsch, der Menschheit zu helfen. Diese Hoffnung stirbt bereits nach wenigen Tagen „Echteinsatz“. Christian fügt sich in die eigenen Regeln der Klinik ein. Neben diesen Hauptpersonen wird das Leben anderer Patienten und Beschäftigten erzählt. Gefallen hat mir dabei, dass an vielen Stellen das „Leben nach dem Krankenhaus“ weitererzählt wird. Auch wenn dies meist kein schönes Leben ist. Ein bisschen gestört hat mich, dass meiner Meinung nach versucht wurde, auch wirklich alle kritischen Punkte unterzubringen. Da ist die Aidskranke und die Verletzung eines Patienten mit einer gebrauchten Spritze. Da ist der alte Mann, der gegen seinen Willen in ein Pflegeheim eingeliefert wird. Natürlich fehlt Mobbing nicht, sowie Fehler durch Überarbeitung. Die Ärzte verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit Arbeitskreisen zur Verbesserung der finanziellen Situation in der Klinik anstatt sich mit den Patienten zu beschäftigen. Eine Umfrageaktion wird gefälscht und ergibt für die Klinik ein super Ergebnis… Es gibt eine Reihe weiterer negativer Punkte, die aufgeführt werden. Ich habe solche Krankenhäuser nicht kennengelernt und fand es daher übertrieben. Aber vielleicht habe ich auch nicht hinter die Kulissen gucken können. Mich hat dieses Buch zum Nachdenken angeregt. Und auch ein paar Tränchen sind geflossen.

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  • Gottes leere Hand

    Gottes leere Hand
    Ikopiko

    Ikopiko

    25. March 2015 um 12:16

    Eine Woche Krankenhausalltag auf 377 Seiten. Klingt langweilig, ist es aber nicht. Manuel hat die Glasknochenkrankheit. Er wird in eine Klinik eingeliefert. Wieder mal. Und wieder mal gegen seinen Willen. Er will nicht mehr an die Maschinen. Vor allem das Beatmungsgerät quält ihn. Doch in der Klinik findet er einen Weg um Abschied zu nehmen. Abschied von seinem Leben als Glasknochenmann. Er hat sein Leben geliebt, trotz des Mitleids oder des Spotts vieler Mitmenschen. Aber nun ist es Zeit für ihn, zu gehen. In der Klinik gelangt er auf die Gastroenterologie, in der Dagmar als Schwester arbeitet. Dagmar ist krank, trotzdem schleppt sie sich zur Arbeit. Wer soll sich sonst um die Patienten kümmern? Das Pflegepersonal ist schon mehr als überlastet. Dagmar wünscht sich mehr Zeit um sich so um die Patienten kümmern zu können, wie es ihnen gebührt. Sie hastet über die Flure und versucht sich so gut es geht zu kümmern. Und das schlechte Gewissen hastet ihr nach. Christian ist PJler und geprägt von dem Wunsch, der Menschheit zu helfen. Diese Hoffnung stirbt bereits nach wenigen Tagen „Echteinsatz“. Christian fügt sich in die eigenen Regeln der Klinik ein. Neben diesen Hauptpersonen wird das Leben anderer Patienten und Beschäftigten erzählt. Gefallen hat mir dabei, dass an vielen Stellen das „Leben nach dem Krankenhaus“ weitererzählt wird. Auch wenn dies meist kein schönes Leben ist. Ein bisschen gestört hat mich, dass meiner Meinung nach versucht wurde, auch wirklich alle kritischen Punkte unterzubringen. Da ist die Aidskranke und die Verletzung eines Patienten mit einer gebrauchten Spritze. Da ist der alte Mann, der gegen seinen Willen in ein Pflegeheim eingeliefert wird. Natürlich fehlt Mobbing nicht, sowie Fehler durch Überarbeitung. Die Ärzte verbringen einen Großteil ihrer Zeit mit Arbeitskreisen zur Verbesserung der finanziellen Situation in der Klinik anstatt sich mit den Patienten zu beschäftigen. Eine Umfrageaktion wird gefälscht und ergibt für die Klinik ein super Ergebnis… Es gibt eine Reihe weiterer negativer Punkte, die aufgeführt werden. Ich habe solche Krankenhäuser nicht kennengelernt und fand es daher übertrieben. Aber vielleicht habe ich auch nicht hinter die Kulissen gucken können. Mich hat dieses Buch zum Nachdenken angeregt. Und auch ein paar Tränchen sind geflossen.

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  • Ich weiß nicht ...

    Gottes leere Hand
    Sabine17

    Sabine17

    04. March 2014 um 10:44

    Ich weiß nicht, wie ich dieses Buch beschreiben soll. Im Prinzip geht es in dem Buch um den Pflegenotstand, aber auch um Menschenwürde, den Sinn des Lebens und vieles mehr. Hauptcharaktere sind zum einen Manuel Jäger, der mit Glasknochen geboren wurde. Ein hoch intelligenter Mensch, der in einem brüchigen Körper gefangen ist. Aber auch Manuel mit seinen unzähligen Krankenhausaufenthalten hatte in seinem Leben die große Liebe erfahren und leider auch wieder auf tragische Weise verloren. Nun wird er wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Dort trifft er auf Schwester Dagmar, ein weiterer Hauptcharakter. Sie versucht noch den Menschen in den Patienten zu sehen und trotz Zeitmangels auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Auf Seiten der Ärzte ist Christian Fischer, ein junger Assisstenzarzt, noch ein Hauptcharakter. Er zweifelt an seinen Fähigkeiten und hat Versagensängste. Schonungslos wird der Alltag in der Klinik geschildert. Da die Autorin selbst Krankenschwester war, muss ich davon ausgehen, dass die geschilderten Geschehnisse nicht übertrieben sind. Aber ich mag es mir eigentlich nicht vorstellen. Ich fühle mich sowieso schon immer unwohl und ausgeliefert im Krankenhaus. Das Buch hat nicht gerade dazu beigetragen, hieran etwas zu ändern. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der über Leben, Sterben, Menschlichkeit und Menschenwürde nachdenken möchte.

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  • Blosz nicht krank werden!

    Gottes leere Hand
    Kattro

    Kattro

    30. August 2013 um 10:16

    Definitiv gehört dieses Buch in die Kategorie "schwieriges Thema". Dieser, eher wie eine mutige Dokumentation anmutende Roman, beschreibt am Beispiel eines Krankenhausaufenthaltes eines Glasknochenpatienten die Zustände in deutschen Kliniken. Vieles ist ziemlich erschreckend und schrecklich, wie mangelnde physische und psychische Pflege der Patienten durch personelle Unterbesetzung, mangelnde Hygiene, falsche Diagnosen und auf der Strecke bleibende Menschlichkeit. Sowohl Patienten wie Schwestern leiden. Nun mag ich nicht beurteilen, wie viel davon wirklich wahr ist; ich fürchte allerdings vieles ist leider wahr. Ein nachdenklich stimmendes Buch und ein Appell an eine radikale Änderung des Gesundheitssystems.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    Laren

    Laren

    08. October 2012 um 08:52

    Ein wunderschöner Titel und ein wunderschönes, trauriges, lustiges, realistisches, aufrüttelndes, Ieises, manchmal schon lyrisches Buch! Dieses Buch ist so abwechslungsreich wie die Emotionen, die mich beim lesen befielen. Es geht um Manuel, ein Mann Ende 30, der die Glasknochenkrankheit hat. Bedingt durch einen Erstickungsanfall wird er in ein Krankenhaus eingeliefert. Er kann sich nichts schlimmeres vorstellen, da Krankenhaus für ihn, gleichbedeutend mit Keimen und Ansteckung ist. Dies kann für ihn tödlich enden. Im Krankenhaus selbst lernt man dann noch viele Charaktere des Buches kennen. Die Krankenschwester Dagmar, den Arzt in der Ausbildung und Wendelin Weihrauch, nur um einige zu nennen. Das Buch beschreibt den "tatsächlichen" Zustand unserer Krankenhäuser und unseres Gesundheitssystems. Da ich selbst Krankenschwester bin aber wegen genau dieses Mißständen den Beruf aufgegeben habe, war dieses Buch für mich persönlich sehr interessant und wie ein Segen. Allerdings sollte man dieses Buch gerade lesen wenn man keinen medizinischen Hintergrund hat! Ich glaube viele Menschen wissen gar nicht, was hinter der Fassade Krankenhaus los ist und was für ein System dieses ist. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass einige Passagen, in denen sehr auf die Krankenhauspolitik eingegangen wird, für manche etwas anstrengend bzw. langweilig sein könnte. Die Autorin schreibt wirklich toll, ohne ellenlange Auschweifungen. An einigen Stellen musste ich lachen, bei einigen Passagen konnte ich nur zustimmend nicken und weinen musste ich auch! Sie muss eine wirklich gute Beobachterin sein weil sie es hervorragend schafft, die Personen zu beschreiben, ihre Ängste und Fehler.. Dieses Buch ist kein reißerischer Thriller oder himmlischer Liebesroman. Es geht um Gesundheit, Krankheit und Tod. Dieses Buch beschäftigt sich mit ganz normalen Menschen, die versuchen, ihr Leben zu meistern. Jeder auf seine Art. Es zeigt uns auf eine sehr unaufdringliche aber doch bemerkenswerte Art, dass man auch manchmal hinterfragen soll, nicht immer stillhalten und vielleicht versuchen sollte, seinen Traum zu leben und Dinge aus einem anderen Blick zu sehen. Natürlich gelingt uns das im normalen Leben nicht oft aber dieses Buch trägt dazu bei, es mal wieder zu tun!

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    parden

    parden

    06. September 2012 um 00:26

    UNTERTRÄGLICH, BEDRÜCKEND - UND REAL... Der Wissenschaftsjournalist Manuel Jäger war aufgrund seiner Glasknochen bereits zigmal im Krankenhaus, oft genug aufgenommen als Notfall. Als es nun zu einem akuten Anfall von Atemnot kommt, besteht sein bester Freund darauf, dass Manuel sich sicherheitshalber gründlich im Krankenhaus untersuchen lässt. Manuel lässt sich nur mit großem Widerwillen dazu überreden, und tatsächlich läuft alles von Anfang an schief. Unfreundliche Zimmernachbarn, gleichgültige Ärzte, ein weiterer Bruch, eine Erkältung, die erst spät erkannt und entsprechend behandelt wird... Rund um die Geschichte um Manuel Jäger schreibt die Autorin von den unhaltbaren Zuständen im Krankenhaus. Sie selbst hat eine Ausbildung zur Krankenschwester absolviert und verarbeitet ihre Erfahrungen hier im Buch. Dabei beschreibt sie teilweise recht nüchtern, wozu es durch immer mehr Einsparungen im Gesundheitswesen kommen kann und fast schon zwangsläufig kommen muss. Auch die Hintergründe der Personal- und Budgetentscheidungen vergisst Marianne Efinger nicht zu erwähnen. Insgesamt war diese Anhäufung der Beschreibungen der unhaltbaren Zustände für mich als Leser phasenweise fast unerträglich. Krankheit als Geschäft, Arbeit, die mit dem vorhandenen Personal nicht zu schaffen ist, der Patient als "notwendiges Übel", Ärzte und Pflegekräfte, die schnell ihren Idealismus verlieren und vor den engen Rahmenbedingungen kapitulieren, das Krankenhaus als Maschinerie, in der Menschlichkeit auf unerbittliche Weise verloren geht... Dabei spricht die Autorin viele Probleme an, beleuchtet die Ursachen und Wirkungen - bedient sich aber auch vieler Klischees und hebt viele Male den moralischen Zeigefinger. Was mir persönlich nicht so zugesagt hat, ist der arg herausgestellte christliche Hintergrund und immer wieder die Bezugnahme auf Gott, dessen Willen und seine Schöpfung. Insgesamt eine deutliche Mahnung, dass wir uns im Gesundheitswesen in eine gefährliche Sackgasse verirrt haben - aber dass auch fraglich scheint, ob dieses Rad noch einmal zurückgedreht werden kann. Bedrückende Aussichten, denen wir vielleicht nur Menschlichkeit entgegensetzen können...

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    hanniball

    hanniball

    21. April 2012 um 17:38

    Ein seltsam unentschiedenes Buch, so empfinde ich Marianne Efingers Gottes leere Hand. Manuel Jäger, ein Mann mit Glasknochen, erleidet einen Zusammenbruch und erklärt sich nach Drängen eines guten Freundes und Nachbarn wider seiner eigenen Überzeugung bereit, zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus zu gehen. Und in der Schilderung von Manuel, seinem Widerstand dagegen, immer nur als Behinderter oder auch nur Kranker verstanden zu werden, hat das Buch seine Stärken. Manuels Kampf, wenigstens für sich selbst und für seine Freunde einfach anders und nicht krank zu sein, ist einerseits beklemmend, andererseits aber auch mitreißend und überzeugend. Zumal er diesen Kampf trotz seines Todes gewinnt, zumindest was ihn selbst, seine Freunde Lothar und Linda und die Krankenschwester Dagmar betrifft. Die Schilderung des Krankenhausalltags hingegen leidet meiner Meinung nach unter völliger Überladung. Hier hat sich die Autorin scheinbar den verständlichen Frust von der Seele geschrieben. Aber durch die Vielzahl der Missgeschicke, Fehler, Fehlentscheidungen, Schlampereien, groben Kunstfehlern wirkt das Buch hier auf mich eher wie eine geschmacklose Slapstick-Komödie. Denn auch wenn jeder geschilderte Zwischenfall für sich durchaus realistisch ist, halte ich die Verengung der Zwischenfälle auf weniger als eine Woche schon für sehr unrealistisch. Schade, denn das sicherlich vorhandene Problem der Überlastung des Pflegepersonals und der Ärzteschaft hätte eine gelungenere Aufarbeitung verdient. Aber nicht nur, dass die (meiner Meinung nach) beiden Hauptthemen des Buches äußerst unterschiedlich gelungen sind, macht dieses Buch zu einem unentschiedenen Buch. Auch ansonsten finde ich das Buch stilistisch unentschieden: Von atmosphärisch dichter Belletristik wechselt es über sachbuchartige Textstellen hin bis zu Textstellen, die für mich den Charakter von TV-Doku-Soaps haben. Trotz aller Schwächen aber habe ich das Buch gerne gelesen und kann es auch guten Gewissens weiterempfehlen. Es nimmt Themen auf, die wir im Alltag allzugerne verdrängen und die einer Klärung auf dem Wege zu einer menschlicheren Gesellschaft benötigen.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    23. January 2012 um 11:53

    Ich hätte mich gefreut, mehr, tiefer und intensiver mit der Krankheit, Manuels Gefühlen, dem Umgang mit dem Leben und den Beziehungen zu Dagmar und Wendelin in Kontakt zu kommen. Auch wenn man schon merkt, dass dies das Hauptthema des Buches ist, wird, meiner Meinung, das auch oft einfach als Vorzeigebild genommen, um eigentlich auf die Missstände in unseren Kliniken hinzuweisen. Natürlich ist das wichtig, natürlich muss daran gearbeitet werden, aber wenn ich solche eine Inhaltsangabe und solche eine Leseprobe lese, möchte ich auf traurige, lustige, melancholische, gefühlsintensive Art und Weise unterhalten werden. Und keinen erhobenen Zeigefinger vor Augen haben, der mir das Schöne an dem Buch vermiest. Schade, es hätte ein tolles intensives Buch werden können!

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    robbylesegern

    robbylesegern

    18. December 2011 um 18:19

    beeindruckend "Gottes leere Hand" von Marianne Elfinger ist ein Buch, bei dem es mir schwerfällt es zu bewerten. Die Autorin hat sich viel vorgenommen und sehr viele Themen in ihrem Buch untergebracht.Einhelliger Tenor ist aber die Kritik am derzeitigen Gesundheitssystem, bzw. die Zustände in den Krankenhäusern. Die Geschichte führt uns zu Anfang in das Leben des Wirtschaftsjournalisten Manuel Jager, eines hochintelligenten Menschen, der aber immer wieder auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen ist,durch die Erkrankung an der er leidet. Er hat Glasknochen. Jeder Druck , der auf seine Knochen ausgeübt wird, führt unweigerlich zum Bruch desselben.Aus diesem Grunde funktioniert auch seine Atmung sehr schlecht, jede Infektion macht eine Antibiotikagabe nötig, damit es nicht zur Lungenentzündung kommt.Außerdem benötigt er ein Atemgerät, dass ihm im Notfall Sauerstoff zuführt.Diese Sauerstoffzufuhr ist es auch, die ihn ein weiteres Mal ins Krankenhaus kommen läßt.Seine letzte Sauerstoffzufuhr war zu stark, sodass er nur knapp dem Tod von der Schippe springen konnte. Er kommt ins Marienhospital zur Behandlung, doch seine Behandlung steht unter keinem guten Stern. Von diesem Zeitpunkt an, wird das Buch meiner Meinung nach zu einer großen Kritik am heutigen Gesundheitswesen. Die Zustände im Krankenhaus werden gnadenlos offengelegt. Personalmangel, der dazu führt, dass die Patienten nicht richtig versorgt werden können oder Fehler gemacht werden. Angestellte,die ihren Idealismus, den sie zu Anfang ihrerer Beruftstätigkeit noch hatten, an der Realität zerbrechen sehen. Für sie heißt es , entweder mitmachen oder aussteigen. Pj-tler, die nachts für 5 Stationen zuständig sind, obwohl sie noch im Studium sind. Da ich selbst im Gesundheitswesen arbeite, kann ich sagen, dass die Darstellungen der Autorin nicht übertrieben sind.Die Angestellten im Gesundheitswesen, ob Ärzte, Pfleger oder Krankenschwestern arbeiten immer am Limit. Trotzdem nimmt die Autorin der Realität etwas ihre Schärfe, indem sie einige Figuren sehr empatisch erscheinen läßt. Die Krankenschwester, die trotz ihres Stresses das Fenster nach dem Tod des Patienten öffent , um seine Seele entfliehen zu lassen, oder Herr Weihrauch, der kauzige Patient, der den Sterbenden zur Seite steht und eine Verbindung nach "oben"zu haben scheint. Alles in allem finde ich, dass Frau Efinger sehr realistisch geschrieben hat, doch ich hatte manchmal das Gefühl, dass sie den Faden verlor, denn der zu Anfang eingeführte Manuel Jäger, nahm nur noch einen geringen Platz in der Geschichte ein.Auch kamen viele Themen zur Sprache, wie zum Beispiel Mobbing,Behinderung oder auch Sterbehilfe, die allerdings nur ganz kurz abgehandelt wurden. Man merkt der Autorin an, dass ihr diese Themen am Herzen liegen und ich finde es sehr gut, dass auch Lesern, die vielleicht nicht so viel mit dem Gesundheitswesen zu tun haben, hier die Augen geöffnet werden. Ein Beruf im Gesundheitswesen kann nicht hoch genug geschätzt werden, denn hier handelt es sich um kranke, abhängige Menschen, die von diesen Menschen gepflegt und behandelt werden und ein jeder von uns kann schnell in diese Abhängikeit kommen.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    sternthaler75

    sternthaler75

    19. August 2011 um 09:04

    Krankenhaus; damit verbinden die meisten Menschen nichts Gutes. Sie gehen meist nicht gern in ein Krankenhaus, weder als Patient, noch als Besucher. Aber manchmal läßt es sich nicht vermeiden. Manuel Jäger war schon oft im Krankenhaus, zu oft. Und auch nun scheint es unvermeidbar, denn er hatte einen akuten Anfall von Sauerstoffmangel. Manuel weiß, wie es im Krankenhaus zugeht, denn er hat sogenannte Glasknochen, Knochen, die viel zu schnell brechen können. Er weiß schon garnicht mehr, wie oft er wegen eines Knochenbruches operiert werden musste. Und nun muß er ins Marienhospital, weil er seinem besten Freund Lothar versprochen hat, sich vorsichtshalber doch untersuchen zu lassen. Und bis Weihnachten ist er bestimmt wieder zuhause. Aber sein Aufenthalt steht unter keinem guten Stern, stundenlang steht er im Röntgen, sein Rollstuhl ist ungebremst, und Manuel könnte sich bei dem Versuch, die Bremse anzuziehen, schon das Handgelenk brechen. Auf der Station herrscht Hetik, schlechte Stimmung, das Pflegepersonal ist chronisch überarbeitet, und sein Mitpatient provoziert ihn ständig. Die Ärztin ist oberflächlich, immer nur schnell schnell, der Arzt im Praktikum noch viel zu unsicher. Schwester Dagmar ist mächtig erkältet, und kommt trotzdem zum Dienst, Schwester Marion und Jutta zicken sich nur an, die Schülerinnen kommen zu kurz, Anordnungen werden wegen schlechter Erklärungen nur mangelhaft oder verkehrt ausgeführt. Und mittendrin immer wieder Manuel, dem es jeden Tag schlechter statt besser geht. Meine Meinung Ich hatte mich nach einer Leseprobe sehr für das Buch interessiert, da ich ja selbst als Krankenschwester tätig bin. Viele der geschilderten Situationen sind mir also nicht unbekannt. Aber so rechte Lesefreude wollte nicht aufkommen. Die Geschichte von Manuel Jäger ist sehr interessant, darum habe ich weiter gelesen. Aber der Schreibstil von Frau Efinger sagt mir überhaut nicht zu. Ihre Erzählweise ist mir einfach zu nüchtern, zu sachlich. Sie hat sich bemüht, viele fachliche Begrifflichkeiten zu erklären, und es wird auch viel über Kosten und Qualität diskutiert. Nur fand ich diese Passagen einfach zu lang, zu ausführlich, und schlichtweg uninteressant. Wobei sie nebenbei gesagt keineswegs übertrieben hat mit ihrer Darstellung. Mir fehlte einfach die Herzlichkeit, die dieser Beruf trotz aller Probleme mit sich bringt. Ihr Stil hat mich nicht berührt, ich finde es lieblos und kühl. Natürlich geht es um kranke Menschen, aber auch die sind nicht ohne Emotionen, und es sind viele ernste Situationen beschrieben, das ist wirklich nicht zum Lachen, ganz im Gegenteil. Die Autorin war selbst Krankenschwester, und wenn sie wirklich ihre Erfahrungen in diesem Roman verarbeitet hat, tut es mir leid für sie, dass sich ihr vieles so dargestellt hat, wie es in diesem Buch zu lesen war. Unterm Strich Eine Geschichte, die vielleicht das Leben schrieb, aber für mich sehr unlebendig erscheint. Ich hätte lieber mehr über Manuel Jäger erfahren, als über die Kostendeckelung und die Qualitätssicherung im Krankenhaus.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    maxi

    maxi

    22. April 2011 um 22:16

    Der Wissenschaftsjournalist Manuel Jäger wurde mit Glasknochen geboren und landet zum x-ten Mal im Krankenhaus. Dort lernt er die Krankenschwester Dagmar kennen, die ihn eigentümlich fasziniert, weil sie ihn an seine bei einem Unfall getötete große Liebe Lenora erinnert. Doch sein Aufenthalt im Marienhospital steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Als er sich eine Erkältung zuzieht, die für ihn lebensgefährlich ist, da er wegen seiner Glasknochen den Schleim nicht abhusten kann, beginnt für Manuel ein Kampf auf Leben und Tod. Ich war wahnsinnig begeistert von der Leseprobe so dass ich es kaum erwarten konnte dieses Buch zu lesen. Ich wurde auf keinen Fall enttäuscht. Ich habe mich bei diesem Buch auf eine emotionale Achterbahn begeben. Man wird mitgenommen hinter die Fassaden von Krankenhauswänden. Hinter denen es leider nicht immer so strahlendweiß zugeht. Was leider sehr erschreckend ist. Wenn man selber so wie ich schon das ein oder andere mal im Krankenhaus gelegen hat kann es nachvollziehen. Man bekommt den Stress und die Hektik des Krankenhausalltags leider hautnah zu spüren. Man spürt beim Lesen das sich die Autorin eindringlich mit diesem Thema Krankenhaus beschäftigt hat und Ihre eigenen Erfahrungen die sie selbst als Krankenpflegerin machen konnte, verarbeitet hat. Ich wurde sehr oft von meinen Gefühlen überwältigt. Ich musste sehr oft schluchzen und auch die ein oder andere Träne konnte ich einfach nicht zurück halten. Ich bin von solchen emotionalen Büchern immer wieder stark beeindruckt. Das lange Nachdenken nach solchen Büchern bleibt bei mir einfach nicht aus. Ein unglaublich gefühlvolles Buch das ich bestimmt nicht so schnell vergessen werde.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    Hannali

    Hannali

    24. February 2011 um 02:30

    Manuel leidet an der Glasknochenkrankheit. Doch die Krankheit bringt nicht nur Knochenbrüche mit sich: ständige Atemprobleme, Zahnausfall, Untergewicht...Zu alle dem kommen seine Sehnsüchte, die Einsamkeit. Manuel fühlt sich oft mißverstanden, bemitleidet, ausgegrenzt. Er fühlt sich nicht vollwertig anerkannt. Dies ändert sich, als er Lenora kennenlernt. Sie nimmt ihn so wie er ist. Doch beider Glück, was langsam wuchs, soll nicht von langer Dauer sein....Er verfällt wieder dieser quälenden Einsamkeit. Als er nach einem erneuten Atemnotanfall wieder einmal ins Krankenhaus eingeliefert wird, trifft er auf Dagmar, die ihn stark an Lenora erinnert. Die Krankenschwester, die trotz Pflegenotstand, stets um ihre Patienten bemüht ist. Gehetzt von strengen Zeitvorgaben, getrieben manchmal von der Angst vor Vorgesetzten, ihr Privatleben so stark vernachlässigend, dass selbst ihr eigenes Appartment im Chaos versinkt... Fazit: Eine Krankenhaus - beleuchtet aus den verschiedensten Sichtweisen von Patienten und Ärzten / Pflegepersonal - im Zeitrahmen einer Woche. Nicht mehr und nicht weniger. Mich hat dieses Buch nicht wirklich überzeugt. Ein wunderschöner Buchtitel, mit wundervollem Cover - dem kann der Roman jedoch nicht gerecht werden. Alles wirkt wie ein einziges trauriges Kammerspiel; man fühlt sich selbst gefangen in diesem Krankenhaus. Mir fehlt die eigentliche Bewegung in der Geschichte. Ein Buch, um Krankenhausmißstände "aufzudecken" und um auf den täglichen Pflegenotstand hinzuweisen, ist für den Leser einfach nur ermüdend und irgendwann auch langweilig. Daher von mir leider nur ein ganz ok - gut.

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  • Rezension zu "Gottes leere Hand" von Marianne Efinger

    Gottes leere Hand
    bookorpc

    bookorpc

    20. January 2011 um 14:33

    Schon beim Lesen der ersten Seiten merkt man: Die Autorin weiß, wovon sie schreibt. Viele der ihr beschriebenen Situationen sind Alltag in jedem Krankenhaus und erinnern mich an meine eigenen Arbeit. Das Buch ist in sechs Kapiteln - Montag bis Samstag/Sonntag unterteilt. In jeden gibt es Unterteilungen in denen die Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln (der Ärzte, des Pflegepersonals, der Patienten und der Besucher) beschrieben werden. Manuel Jäger ist mit Glasknochen auf die Welt gekommen, nach einem Atemstillstand zu hause kommt er ins Krankenhaus, wo er nie wieder hinwollte. Schwester Dagmar arbeitet im Marienhospital, schon lange zweifelt sie an ihrer Berufswahl, da sie nicht so arbeiten kann, wie sie gern möchte. Christian Fischer, angehender Arzt ist noch unsicher und geht nicht auf die Wünsche der Patienten ein. Lothar Haller, der beste Freund von Manuel versteht nicht, dass dieser mit seinem Leben zu frieden ist und sucht Zuversicht in der Forschung. Zitate aus dem Buch, die mich zum Nachdenken anregten: “Aber wenn ein junger Mensch keine Wurzeln bekommt, dann ist er wie ein Blatt im Wind, es treibt ihn mal hierhin und mal dorthin.” - “ Sie brauchen aber auch Flügeln. Wie können sie ihre Flügel entfalten, wenn wir ihnen einen Käfig aus unseren eigenen Vorstellungen bauen?” Marianne Efinger beschreibt in Gottes leere Hand sehr eindrucksvoll, was jeden Tag im Gesundheitswesen falsch läuft, ohne dass das Pflegepersonal, die Ärzte oder die Krankenhausverwaltung etwas daran ändern können oder teilweise auch wollen, da alles eine Frage des Geldes bzw. des Überlebens des eigenen Arbeitsplatzes ist. Wie im Buch bereits erwähnt, ist es Ironie, dass man von Qualität spricht, obwohl immer mehr Personal eingespart wird - Wer soll dann für Qualität sorgen? Die vielen Fachbegriffe bezüglich der Gesundheitsstruktur sind vielleicht nicht jedem Leser geläufig, aber bestimmt machen sie ohne Glossar einige neugierig. Medizinische und Pflegerische werden bildlich (Stoma - Darmende = rosige Qualle) und ausführlich beschrieben und umschrieben. Fazit: Als Leser ist man bestimmt nicht immer froh darüber, was man so liest. Aber vor der Wahrheit darf man die Augen nicht verschließen. Eine sehr lesenswerte Aufarbeitung der eigenen Hilflosigkeit im heutigen Gesundheitswesen und den Umgang mit Liebe, Freundschaft, Gesundheit, Krankheit, Leben und Tod in der Gesellschaft. Nachdem Lesen war ich sehr erstaunt, dass dieses Buch in eine ganz andere Richtung ging, wie ich glaubt, es handelt ich nämlich nicht um einen Liebesroman.

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