Marianne Fredriksson

 3.8 Sterne bei 804 Bewertungen
Autorin von Hannas Töchter, Simon und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Marianne Fredriksson

Marianne Fredriksson wuchs in ärmlichen Verhältnissen als Tochter eines Schiffbauers in Schweden auf. Sie ging auf eine höhere Schule und arbeitete anschließend als Korrektorin, Journalistin und schließlich als Chefredakteurin. 1980 erscheint ihr erster Roman "Eva". Ihm folgen 13 weitere, meist historische Romane. Darunter der Bestseller "Simon" und "Hannas Töchter". Marianne Fredriksson starb am 11. Februar 2007 in der Nähe von Stockholm.

Alle Bücher von Marianne Fredriksson

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Hannas Töchter

Hannas Töchter

 (355)
Erschienen am 27.03.2019
Simon

Simon

 (85)
Erschienen am 01.07.2000
Geliebte Tochter

Geliebte Tochter

 (57)
Erschienen am 01.04.2010
Maria Magdalena

Maria Magdalena

 (42)
Erschienen am 16.08.2007
Die Jahre mit Jan

Die Jahre mit Jan

 (40)
Erschienen am 01.07.2006
Inge und Mira

Inge und Mira

 (35)
Erschienen am 01.03.2002
Sofia und Anders

Sofia und Anders

 (29)
Erschienen am 01.11.2002
Stinas Entscheidung

Stinas Entscheidung

 (36)
Erschienen am 01.01.2008

Neue Rezensionen zu Marianne Fredriksson

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Viv29s avatar

Rezension zu "Hannas Töchter" von Marianne Fredriksson

Eineinhalb spannende Lebensgeschichten und viel zähes Um-sich-Kreisen
Viv29vor 12 Tagen

Die Lebensgeschichten drei Generationen schwedischer Frauen verspricht der Klappentext, zusammen mit einem Einblick in die Entwicklung der schwedischen Gesellschaft über zwei Jahrhunderte. Das Versprechen hat das Buch für mich nur etwa zu einer knappen Hälfte gehalten.

Die drei Generationen sind Hanna, die in den 1870er Jahren geboren wird, ihre Tochter Johanna (geboren 1902) und die in den 1930er Jahren geborene Anna. Die Beziehung zwischen der in den 1980ern im Sterben liegenden Johanna und ihrer Tochter formen eine Art Rahmenhandlung, die die drei Generationen verbindet. Die ist an sich eine gute Idee, weil so auch gezeigt werden kann, wie spätere Generationen die Erlebnisse ihrer Vorfahren betrachten, und eine neue Perspektive hineinkommt. Allerdings ist diese Rahmenhandlung und überhaupt alles, was mit Anna zu tun hat, so unglaublich zäh, daß ich das Buch fast schon relativ zu Anfang beiseite gelegt hätte. Anna grübelt und führt belanglose Unterhaltungen, tut belanglose Dinge und mißt ihnen, sowie ihren Gedanken, sehr viel Bedeutung bei. Das zieht sich und ist wenig interessant.

Einen abrupten Aufschwung nimmt das Buch dann mit der Lebensgeschichte von Hanna. In schnörkellos angenehmem Stil wird hier über das harte Schicksal einer wirklich starken Frau berichtet. Im Alter von 12 wird Hanna vergewaltigt, bringt mit 13 ein Kind zu Welt und ist Opfer der Zeit und der engstirnigen Umgebung - sie wird als Hure verunglimpft, ihr Kind als Hurenkind. Stoisch erträgt sie Demütigungen und harte Arbeit und gerade weil dies so lakonisch berichtet wird, ohne großes Drama, ist der Eindruck stark und man kann nur Bewunderung für Hanna empfinden. Als sie aus praktischen Gründen ein Ehe mit John eingeht, der ebenfalls eher aus Pragmatismus heiratet, erleben wir Leser eine interessante vielschichtige Beziehung zwischen zwei Menschen, die die Lasten ihrer jeweiligen Vergangenheit und ihrer Familien tragen und irgendwie zusammenfinden. Es gibt hier keine dramatischen Geschehnisse, es geht um den ganz normalen Alltag - normal für die Zeit und die ländlich-abgeschiedene Gegend - die Sorgen, Ängste, aber auch zaghaften Glücksmomente. Ich fand dieses Alltagsleben sehr interessant zu lesen und habe auch einiges gelernt. Die Charaktere sind hier größtenteils gut gezeichnet, auch hier ohne große Worte, ohne Details, aber man spürt sie.

Nach der Hälfte des Buches ist dieser Aufschwung dann leider auch schon vorbei. Das Witwenleben Hannas wird sehr summarisch abgehandelt, viel gibt es hier auch nicht mehr zu erzählen. Das ist schade, weil ich gerne mehr von Hanna gelesen hätte, aber durch Andeutungen über ihre Tochter Johanna wird eine zweite interessante Lebensgeschichte versprochen - sehr schön ist sie, ungewöhnlich intelligent, sie marschiert mit den roten Fahnen und schafft es, anders als ihre Mutter, sich gegen die versuchte Vergewaltigung ihres Dienstherren, zu wehren. Bevor wir in Johannas Leben eintauchen können, müssen wir erst durch ein weiteres zähes Zwischenspiel mit Anna kämpfen. Anna kreist mit großer Konzentration um sich selbst, was nicht lesenswert ist.

Johannas Lebensgeschichte beginnt unterhaltsam - die Hungerzeit des Ersten Weltkrieges, der allmähliche Aufschwung der 20er Jahre, der Eintritt der modernen Welt, dies alles erlebt sie. Da ich wenig über Schwedens Geschichte weiß, liest sich das gut, wenn mir auch ein wenig Details zum geschichtlichen Hintergrund fehlten. Aber auch das ändert sich leider. Irgendwann heiratet Johanna und ab dann wird es - und sie - banal. Ist das Alltagsleben Hannas noch interessant, so liest sich Johannas Alltag der Gartenarbeit, der Klatschereien mit Nachbarn uä einfach langweilig. Nazizeit und Krieg - Schwedens Haltung im Zweiten Weltkrieg würde viel Material bieten und ich hatte mir auch erhofft, darüber mehr zu lesen - werden rasch abgehandelt (ein historischer Fehler ist mir auch aufgefallen - die abscheuliche Ermordung psychisch Kranker in der Nazidiktatur begann in den Kriegsjahren, nicht bereits in den mittleren 30ern) und auch hier geht es fast nur um Banalitäten. Die Reichhaltigkeit dieses Themas bleibt völlig ungenutzt - sehr enttäuschend.

Ab dann versinkt das Buch im Um-sich-Kreisen von Johanna und Anna. Sie bestärken sich darin, wie unglaublich duldam sie doch sind und feiern diese von niemandem verlangte Duldsamkeit regelrecht, bestärken sich gegenseitig im jahrhundertelangem Leiden der Frauen und suhlen sich in Selbstmitleid über ihre Wehrlosigkeit und Machtlosigkeit, die gar nicht so besteht, wie sie sie sehen. Dies zeigt sich schon sehr gut in einer Szene, in der Johanna ihren Mann mit völlig unbegründeten Vorwürfen überschüttet und dieser den erwachsenen Vorschlag macht, sie könne ja schlichtweg mal mit ihm reden, anstatt sich in ihrer vermeintlichen Unterdrückung zu suhlen. Gerade weil Hannas Lebensgeschichte durch die Stärke Hannas ihre schwierige und oft ungerechte Lebenssituation so gut vermittelte, erscheinen Johanna und Anna weinerlich und selbstbezogen. Über die weitere Entwicklung der schwedischen Gesellschaft erfahren wir weitaus weniger, als über die sich kaum ändernden Gedanken von Mutter und Tochter, die mir vermehrt auf die Nerven gingen. So versickert der herrliche Erzählfluß von Hannas Lebensgeschichte in dem kraftlosen Bächlein der endlosen Selbstbetrachtungen der ihr nachfolgenden Generationen und ich lege das Buch am Ende enttäuscht beiseite.

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TanteGhosts avatar

Rezension zu "Simon" von Marianne Fredriksson

Die Story eines jüdischen Jungen, im zweiten Weltkrieg
TanteGhostvor 2 Monaten

Simon, aus einer Art Romanze entstanden, ist potentiell gefährdet, in der Zeit der Judenverfolgung. Aber seine Adoptivmutter beschützt ihn.

Fazit:
Ich hab ein kleines Problem, ich will ein Buch rezensieren, von dem ich gar nicht wirklich eine Ahnung habe, was ich sagen soll. - Auf das Buch habe ich mich eigentlich total gefreut. Die Story hatte für mich das absolute Potential, aber dann.
Als ich das Cover gesehen habe. In freundlichen gelben Farben mit dem Foto des kleinen Jungen auf einem Schwarzweißbild. Den Titel in roter Schrift und die restlichen Informationen in Schwarz. Dann der Klappentext.... - Ich habe mir die totale Dramatik erhofft. Und dann kam das.
Die Dramatik ist am Ende vielleicht auch da gewesen. Allerdings habe ich davon nichts gemerkt. Ich bin komplett über Erzählweise der Autorin gestolpert. Viel zu umständlich. Viel zu gezwungen poetisch stolpert sie durch die Handlung die für mich damit sämtlichen Reiz verloren hatte. Ich habe alles nur oberflächlich gelesen und vieles nicht wirklich verstanden.
Lesepausen habe ich bei diesem Buch unheimlich gern eingelegt. Allerdings habe ich zum Schluss hin dann eine Art Gewaltritt gemacht, um das Buch endlich hinter mir zu haben. - Das Ende hat mich enttäuscht. Der Sinn des Buches hat sich mir in dem Moment so gar nicht erschlossen. Da erzählt die Frau erst seitenlang eine Kindheit im Krieg, von einem Kind, was auch noch jüdischen Ursprungs ist, um dann aufzuhören, als dieses Kind endlich sein Studium abgeschlossen hat und leben könnte. Genau dann ist schluss. - Ich war enttäuscht. Hochgradig!!!
Beim Lesen habe ich keinen zusammenhängenden Film vor meinem geistigen Auge gehabt. Stückchenweise habe ich mal Bilder gesehen, aber das waren nur einzelne Augenblicke. Dem entsprechend flach fand ich auch die Handlung.
Schade, der Stoff hätte das absolute Potential gehabt. Statt dessen wurde das Thema Judenhass im 2. Weltkrieg in meinen Augen nur angerissen und es kam eine Familiengeschichte von einem Adoptivkind heraus. - Schade um den Stoff.
Das Buch hat sich nicht gelohnt. Ich hätte es im öffentlichen Bücherregal lassen sollen. - Da wandert es jetzt auch wieder hin. Der Fairness halber. Vielleicht findet es der nächste Leser ja besser als ich.
Für mich steht jedenfalls fest, dass ich von dieser Frau wohl nichts mehr lesen werde. Ich komme mit ihrem Schreibstil einfach nicht klar.

Von meiner Seite her kann ich für dieses Buch keine Leseempfehlung geben. Die Art zu schreiben ist absolut nicht für jeden etwas. Mich zum Beispiel hat sie komplett gelangweilt. Ich habe die Story eben wegen dieser Schreibweise einfach nur überflogen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Eine Leseempfehlung kann ich nicht geben. Es sei denn, ist Fan der Autorin.

(Auszüge des des Textes sind auch auf meiner Website und in meinem Blog zu finden.)

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Skruttens avatar

Rezension zu "Die Jahre mit Jan" von Marianne Fredriksson

Nicht tief genug
Skruttenvor 3 Monaten

Der Roman und besonders wohl auch die Beziehungsstory darin ist mir denn doch (trotz der teilweise durchaus anspruchsvollen Problembeschreibungen) zu seicht und nicht tief genug für meine Leseansprüche. Nur halb durchgelesen - allerdings erinnere ich mich, das Buch vor vielen Jahren schon einmal gelesen zu haben ...

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Zusätzliche Informationen

Marianne Fredriksson wurde am 28. März 1927 in Göteborg (Schweden) geboren.

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von 11 Lesern aktuell gelesen

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