Marianne J. Voelk Daniel, mein jüdischer Bruder

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Inhaltsangabe zu „Daniel, mein jüdischer Bruder“ von Marianne J. Voelk

Starr vor Schrecken sieht Daniel, wie seine Eltern in ein Auto gezerrt und abtransportiert werden. Zitternd kauert er eine Weile hinter dem Schornstein, da sich noch Gestapo im Garten aufhält. Dann rennt er, so schnell er in der Dunkelheit kann, zum Wäldchen. Als Daniels jüdische Eltern deportiert sind, besorgt ihm Rosalies Familie falsche Papiere und gibt ihn nach ihrem Umzug aufs Land als ihren leiblichen Sohn aus. Trotz der Angst davor, bei der Hitlerjugend entdeckt zu werden, verleben Rosalie und Daniel eine frohe Kindheit. Doch die ist bedroht, als Daniel eines Tages zum Arzt muss und sein Geheimnis entdeckt wird ... Eine autobiografische Geschichte.

Ein gleichermaßen spannendes wie berührendes Buch, das man nicht aus der Hand legen kann

— Amarianne
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  • Eine riskante Freundschaft im Dritten Reich

    Daniel, mein jüdischer Bruder
    Amarianne

    Amarianne

    19. August 2017 um 17:48

    „Nürnberg - des Deutschen Reiches Schatzkästlein“ ist der Schauplatz der Geschichte einer im Dritten Reich verbotenen und daher äußerst riskante Freundschaft zwischen der christlichen Familie Bartels und der jüdischen Familie Rosenholz. Die Nachbarkinder Rosalie, die später den Namen Marianne annimmt, und Daniel werden 1933, im Jahr der Machtübernahme Hitlers, geboren und wachsen von Geburt an fast wie Geschwister zusammen auf. Obwohl ihre Eltern bestrebt sind, ihnen eine ruhige, sorgenfreie Kindheit zu erhalten, können sie die Auswirkungen der antisemitischen Hetzpropaganda Julius Streichers nicht ständig vor ihnen verbergen und von ihnen fernhalten. Unzählige Fragen der Kinder türmen sich vor den Eltern auf: Warum wird das Radio leiser gestellt, wenn sie sich in der Nähe aufhalten? - Warum wird die schöne Synagoge zerstört? - Warum darf Daniels große Schwester Ruth nicht Medizin studieren? - Warum kommen in einer ominösen Novembernacht so viele blutüberströmte Verletzte in Onkel Davids Praxis? - Warum muss Tante Mirjam ihren Schmuck hergeben? - Warum kehrt Onkel Noah so schrecklich krank aus dem KZ zurück? - Warum dürfen die beiden Kinder nicht die gleiche Schule besuchen? Es bleibt den Eltern nichts anderes übrig, als den wissbegierigen Kindern so schonend wie möglich und zu ihrem eigenen Schutz die Wahrheit beizubringen. Den 1935 erlassenen „Nürnberger Rassengesetzen“ zum Trotz, welche den Juden jegliche Verbindung mit „Ariern“ untersagen, finden die Familien eine Lösung, wie sie ihre angeblich rassenschändende Freundschaft weiterhin im Geheimen pflegen können. Am Abend vor Familie Rosenholz‘ endlich genehmigter Auswanderung halten zwei Gestapowagen vor dem Haus. Daniel gelingt es zu fliehen. Starr vor Schreck, hinter einem Schornstein versteckt, sieht wie seine Eltern in ein Auto gezerrt und abtransportiert werden. Er rennt zu einem geheimen Versteck der Kinder im Wäldchen. Rosalie, ihre Mutter und Tante Eva retten den Jungen vor den Fängen der Polizei bringen ihn in Sicherheit. Rosalies Vater wird eingezogen und der zunehmende Bombenterror veranlasst die restliche Familie aufs Land zu flüchten. Dort geht Daniel - Dank Kunstmalerin Tante Evas Geschick im Fälschen von Dokumenten - zusammen mit Rosalie als ihr Bruder zur Schule und zur Hitlerjugend. Ein klippenreiches höchst riskantes Unterfangen, immer unter dem Damoklesschwert der ständigen Angst vor Entdeckung. Wie soll Daniel bei Schulausflügen und HJ-Spielen verbergen, dass er anders ist als die anderen Jungen? „Mutti, was mach‘ ich, wenn ich im Wald mal muss?“, fragt er Winnie, Rosalies Mutter. Winnie weiß Rat, und lange Zeit geht alles gut, bis Daniel wegen eines Unfalls auf Dr. Strettners Untersuchungstisch liegt und als Jude entlarvt wird. Der Arzt, der schon längst ein Auge auf Rosalies schöne Mutter geworfen hatte, stellt sie vor die Entscheidung: sie wird entweder seine Geliebte oder er verrät Daniel. Während einer Aussprache zwischen den Beiden kommt es zu Übergriffen des Doktors. Winnie wehrt sich mit einem Messer, und plötzlich fällt der Doktor tot in sich zusammen. Winnie verlässt in Panik das Haus. Mit der Ruhe auf dem Land ist es vorbei, als selbst im Dorf die Sirenen heulen. Im Januar 1945 kündigen sie am frühen Abend eine gewaltige Bomberflotte an, die sich Nürnberg nähert. Aus der Ferne wird die Familie Zeuge, wie ihre geliebte Heimatstadt in Flammen aufgeht. Kurz nach Einzug der Amerikaner im April 1945 zieht es die Familie zurück nach Nürnberg. „Des Deutschen Reiches Schatzkästlein“, wie die Stadt seit alters her bezeichnet wurde, liegt in Trümmern. Auch hier ist die Familie noch längst nicht vor den Auswirkungen des Krieges sicher. Beim Spielen in den Ruinen werden die Kinder mit Blindgängern konfrontiert und Daniel wird von einer explodierenden Granate verletzt. Allen ist klar, dass es an der Zeit ist, Daniels Identität preiszugeben. Colonel Portman, Chef des Headquarters, der Winnie verehrt und um ihre Hand angehalten hatte, informiert dessen Verwandte in der Schweiz und in den USA darüber, dass der Junge die Shoah überlebt hat. Nun muss sich Daniel entscheiden, ob er bei Rosalie und seinen Wahlverwandten bleibt oder ob er nach Amerika zu Verwandten auswandert, an die er sich nicht mehr erinnern kann.

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