Dieses schon etwas ältere Buch habe ich aus einer Bücherzelle mitgenommen und es las sich überraschend gut.
Die Erzählerin schreibt in der Ich-Form aus der Perspektive einer Anwältin. Sie ist herrlich ehrlich auch zu sich selbst, das Buch ist flüssig zu lesen, obwohl es sehr viel um Gesetze und Gerichtbarkeiten geht.
Eine junge Frau glaubt sich zu erinnern, dass ihr als Kind Gewalt von ihrem Vater angetan wurde, doch die Erinnerung ist sehr lückenhaft. Brisant dazu - ihr Vater kandidiert für einen hohen politischen Posten.
Cinda, die Anwältin, nimmt sich nach anfänglichem Zögern der Sache an und verstößt bald gegen ein ungeschriebenes Gesetz: Keine persönliche Bindung zum Mandanten aufbauen...
Wir erfahren etliches über die "Common Law" - Gerichtsbarkeit im ländlichen Teil der USA. Auch dass es zwischen Schwarz und Weiß immer noch Unterschiede gibt wird nebenbei gestreift, denn Sam, der Liebste von Cinda, ist schwarz und fühlt sich einfach in New York wohler als auf dem Land in Colorado. So führen die beiden eine Fernbeziehung, was nicht immer einfach ist.
Eigentlich könnte das Thema sehr trocken sein, doch es wird richtig spannend,. Man merkt, dass die Autorin selbst Anwältin ist und voll in der Materie zu Hause ist. Leider werden nicht alle "Schuldigen" bestraft, aber die Wahrheit, unter der die junge Mariah ihr ganzes Leben lang litt, kommt ans Licht.
Empfehlenswerte, unaufgeregte Lektüre!






