Mich hat am Buch der Titel gereizt und der Blick auf Frauen, die ich bereits kannte - Lou Andreas-Salomé, George Sand, Coco Chanel, Prinzessin Diana. Irgendwie bin ich mit dem Buch aber nicht wirklich war geworden.
Worum geht es?
Nach einer kurzen Einleitung schildert das Buch auf je 20 Seiten das Leben der Frauen. Am Ende gibt es noch ein Literaturverzeichnis. Der Großteil der Frauen stammt aus dem Adel.
Wie hat mir das Buch gefallen?
Das Buch beginnt mit Sophie Dorothea von Braunschweig-Lüneburg und Georgina von Devonshire - und verliert sich dort erstmal in deren Vorfahren. Das hat den Einstieg für mich erschwert, weil ich nicht wusste, um wen es genau geht. Bereits hier wird deutlich, dass die Autorin gern abschweift und der rote Faden nicht immer klar ist. Vielleicht ging es darum, Seiten zu füllen? Außerdem sind die Sätze teilweise komplex, was mich gestört hat. Ich fand die Schilderung bei diesen Frauen auch etwas trocken.
Bei Lou Andreas-Salomé konzentriert sich das Geschehen vor allem auf ihre Männer - ihre Leistungen, die sie gemeinsam mit diesen erbracht und wie sie ihr Schaffen gefördert hat, werden wenig betrachtet.
Ohnehin hatte ich im Buch oft das Gefühl, dass "skandalös" bedeutet, dass die Frauen viele Affären haben und letztlich allein bleiben. Auch wenn die Autorin immer wieder betont, dass die Frauen selbstständig waren, kommen ihre Erfolge wenig zum Tragen. Ich habe nur bei wenigen Frauen ein Gefühl für sie bekommen.
Lebendig und kritisch wird das Buch bei Coco Chanel und Prinzessin Diana: Bei Chanel stellt sie ihre Arbeit als Kollaborateurin während der deutschen Besatzung in den Vordergrund und hinterfragt, warum sie schnell rehabilitiert wurde. Bei Diana arbeitet sie heraus, dass ihr mediales Auftreten auch den Blick auf das britische Königshaus aufgebrochen hat - von einem Mysterium hin zu einer nahbaren Familie, was deren Status gefährdet. Diese Reflexion fand ich toll. Und dass ich mit Charles und Diana zwei kaputte Personen gefunden hatten, die wohl nicht glücklich werden konnte.
Diese Einordnung hat mir bei vielen Frauen im Buch gefehlt - "skandalös" ist ein plakatives Wort, aber es wird nur selten deutlich, was diese Frauen von anderen mit ähnlicher Biografie unterscheidet. Was macht ausgerechnet sie so "skandalös", wenn es doch andere Frauen gibt z.B. Ehefrauen von Künstlern oder Vorreiterinnen der Frauenbewegung? Vielleicht hätte auch eine Einordnung in die Zeit geholfen, das deutlicher zu machen.
Fazit
Für mich passieren hier mehrere Bausteine nicht zusammen: Die Auswahl, die Reflexion, der Schreibstil. Es gibt Bücher, die länger sind, aber sich besser lesen und Frauen darstellen, die mehr als "skandalös" waren.
Marie-Luise von der Leyen
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
Alle Bücher von Marie-Luise von der Leyen
Drei Leben
Die Skandalösen
Berühmte Väter und ihre Kinder
Lebenslinien
Berühmte Väter und ihre Kinder
Neue Rezensionen zu Marie-Luise von der Leyen
Gleich vorweg, von diesem Buch bin ich ein wenig enttäuscht, denn ich kenne von all den neun Frauen, die als Skandalöse, als Pionierinnen, Grenzgängerinnen und Wegbereiterinnen beschrieben werden, wesentlich ausführlichere Biografien. Über welche neun Frauen hat Marie Louise von der Leyen nun geschrieben?
- Dorothea von Braunschweig-Lüneburg (1666-1726)
- Lou Andreas-Salomé (1861-1937)
- Lola Montez (1821-1861)
- George Sand (1804-1867)
- Fanny zu Reventlow (1871-1918)
- Elisabeth Petznek (Erzherzogin von Österreich, 1883-1963)
- Coco Chanel (1883-1971)
- Prinzessin Diana (1961-1997)
- Georgiana Cavendish (Herzogin von Devonshire, 1757-1806)
Nach welchen Gesichtspunkten die Autorin diese Frauen ausgesucht hat, erklärt sie leider nicht, hätte mich aber interessiert. Für diejenigen unter uns, die mehr über diese neun Frauen wissen wollen, gibt im Anschluss ein Literaturverzeichnis.
„Skandalös ist, was Anstoß erregt, weil es allgemein verbindliche Werte verletzt.“
Nur, wer legt die verbindlichen Werte fest? Daher ist bei der Betrachtung von Skandalen einerseits das Geschlecht (Männern ist von je her mehr erlaubt) und andererseits die gelebte Epoche zu betrachten. Heute wie damals wird gilt ein Mann, der mit vielen Frauen schläft, als toller Hecht, über eine Frau mit zahlreichen Liebhabern rümpft man nach wie vor die Nase.
Fazit:
Wer nur kurz in das Leben einer skandalösen Frau hineinschnuppern will, kann sich hier Informationen holen, Fans von ausführlichen Biografien müssen zu anderen Büchern greifen. Von mir gibt es 3 Sterne.
Manche Leben sind sehr ungewöhnlich. Sicherlich, die Autorin von "Lebenslinien", Marie-Luise von der Leyen, hat nicht Jedermann von der Straße nach seinen Lebenserfahrungen gefragt, wobei sicherlich auch dort die ein oder andere interessante Lebensgeschichte dabei wäre. Die Personen, die in dem Buch zu Wort kommen, u.a. Isabel Allende, Paul Bocuse, Martin Walser, sind für ihre Bücher, Filme, Musik, Kochkünste etc. weltbekannt. Zum ersten Mal sprechen diese außergewöhnlichen Zeitgenossen - alle über 60 - über ihre persönlichen Wahrheiten, die essentiellen Momente ihres Lebens und die Erfahrungen des Älterwerdens. In den Gesprächen widmet sich jeder einem bestimmten Thema, welches sein Leben beherrscht hat. Egal, ob Phantasie (Isabel Allende), Optimismus (Inge Feltrinelli), Hoffnung (Farah Pahlavi), Einsamkeit (Juliette Gréco), Abenteuer (Lauren Hutton) - um nur einige zu nennen - die mehrseitigen Gespräche - keine Interviews - sind spannend und bereichernd. Über den ein oder anderen werde ich sicherlich mehr nachlesen.
Gespräche aus der Community
Welche Genres erwarten dich?
Community-Statistik
10 Bibliotheken
2 Merkzettel









