Marie-Renée Lavoie Ich & Monsieur Roger

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Inhaltsangabe zu „Ich & Monsieur Roger“ von Marie-Renée Lavoie

Eigentlich ist Hélène erst acht, aber in ihrem Herzen ist sie schon zehn und heißt Joe. So alt muss man sein, damit man frühmorgens Zeitungen austragen darf und den Lohn dann heimlich der Mutter in den Geldbeutel stecken kann. Sorgen sind im Leben der fünfköpfigen Familie ein ständiger Alltagsbegleiter, und Hélène alias Joe fühlt sich oft einsam. Bis eines Tages Monsieur Roger ins Nachbarhaus einzieht, der so herrlich fluchen kann. Es ist nicht gerade Liebe auf den ersten Blick zwischen den beiden – doch irgendwie sind sie immer füreinander da, wenn es darauf ankommt.

Buchtitel und Inhaltsangabe passen nicht zum Inhalt des Buches. Hält man sich aber daran fest, so ist das Buch eine reine Enttäuschung!

— Teetante-Mia

Ein schönes und lebensbejahendes Buch !

— Rees

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  • Ich & Monsieur Roger / Mari-Renéne Lavoie

    Ich & Monsieur Roger

    Teetante-Mia

    08. February 2017 um 10:24

    Ich & Monsieur Roger / Marie-Renée Lavoie ⭕⭕⭕⭕ 🔴  Gelesen: 26. Jan. - 08. Feb. / 14 Tage   Inhalt: Hélène ist 8 Jahre alt, - lässt sich aber von allen Joe nennen. Sie erzählt mit erwachsener Sprache von ihrer Kindheit. Und Lady Oscar (Kinderserie) hat einen Star-Auftritt in diesem Buch. Am Rande tauchen auch ihre Familienmitglieder und diverse andere Menschen auf.    Erwartung:  Ich hoffte auf eine Geschichte von tiefer oder ganz besonderer Freundschaft zwischen eines 8 jährigen Mädchen und einem rüstigen und schroffen Rentner.    Eindruck:  Marie-Renée-Lavoie malte eine tragische Geschichte vom Leben der kleinen Hélène. Aus ihrer Sicht wird das ganze Geschehen erzählt. Dazu nutzt sie eine nicht kindgerechte Sprachgewalt. Außerdem lässt der Inhalt des Buches vermuten, das die Autorin ein großer Lady Oscar-Fan ist oder war. Monsieur Roger kommt als schwache Nebenfigur am Rande hin und wieder mal vor.   Fazit:  Buchtitel und Buchinhalt hält in keinster Weise, was es verspricht!    Link: https://www.facebook.com/groups/17

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  • Ich & Monsieur Roger

    Ich & Monsieur Roger

    Rees

    03. June 2016 um 10:30

    Hélène ist gerade mal acht Jahre alt und eins von vier Mädchen in der Familie. Sie lebt in einer Fantasiewelt in der eine mutige Frau Namens Oscar als Mann verkleidet die Welt immer wieder ein Stück zu retten versucht. Genau das versucht auch Hélène , die sich kurz Joe nennt und darauf hofft , nie eine Frau zu werden. Sie will ihre kleine Welt retten, sich und die Menschen um sich herum, allen voran ihren Vater und ihre Mutter die es nicht einfach haben. Mutter die diszipliniert das Haushaltsbudget einteilt und den Kindern nichts durchlässt, hart und konsequent aber mit Herz. Und ihr Vater, der Tag für Tag seinem ungeliebten Job als Lehrer nachgeht um seine Familie zu ernähren, was ihm mehr schlecht als Recht gelingt . Darum greift er immer öfters zur Flasche, um den Alltag zu vergessen. Auch das Quartier in dem sie leben wimmelt von Menschen, die mit ihrem Leben nicht zurechtkommen,...alte , verwirrte und geistig kranke Menschen, die aber alle in Joe's Leben eine Rolle spielen , ganz besonders auch Roger, der plötzlich als Untermieter vor dem Haus sitzt und Bier trinkend rumflucht. Joe und Roger freunden sich an und geben einander Halt , Verständnis und Trost, auf ihre ganz spezielle Art. Joe ist ein ganz wundervolles Kind, das ihren Eltern zuliebe artig ist, den Menschen um sich herum mit Respekt und Ehrlichkeit begegnet und für ihr Alter sehr reif und vernünftig handelt . Sie begreift Dinge und Zusammenhänge, die manch Erwachsener nicht versteht und reift in dieser Geschichte zu einer Frau heran. Nicht ohne Tränen und Verzweiflung und Abschiede ,...Abschied von Menschen , von ihrem Fantasie-Idol und von der Kindheit, die sie eigentlich schon früh abgelegt hat und dadurch zu einer starken und lebensbejahenden Frau herangereift ist. Ein schönes Buch !

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  • Der alte Mann und das Mädchen

    Ich & Monsieur Roger

    Greedyreader

    18. March 2016 um 18:28

    Im Roman “Ich & Monsieur Roger “ der Franko-Kanadierin Marie-Renée Lavoie geht es um die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem kleinen Mädchen und einem 80jährigen Mann, der ins Nachbarhaus einzieht. Hélène ist acht Jahre als, behauptet aber zehn zu sein und lässt sich Joe nennen. Jeden Nachmittag sieht sie eine Folge der Zeichentrickserie “Lady Oscar” im Fernsehen. Die Serie spielt im 18. Jahrhundert vor der Französischen Revolution. Oscar ist in Wirklichkeit eine junge Frau, wunderschön und mutig und deshalb Vorbild für die kleine Hélène. Das Mädchen trägt frühmorgens Zeitungen aus, später - mit 13 - kellnert sie in einem Bingosaal. Hélène leidet darunter, ihre Eltern nicht vor allen Widrigkeiten des Lebens beschützen zu können. Sie liebt ihre Mutter und unterstützt sie heimlich finanziell, obwohl sie sich gegenüber ihren Kindern hart und streng gibt. Der Vater leidet unter seinem verhassten Lehrerberuf und erträgt das Leben nur mit täglichem Alkoholkonsum. Hélène liebt auch die jüngeren Schwestern Margot und die kleine Catherine, kommt aber nicht so gut mit der abweisenden älteren Jeanne zurecht, die voller Hass und Verachtung gegenüber ihren Mitmenschen ist und sich auch häufig sehr abfällig über die romantische Ader der jüngeren Schwester äußert. Im Grunde beneidet Hélène Jeanne um ihre Härte. Sie möchte genau so ein Mann sein und ist doch nur ein kleines Mädchen mit einem weichen Herz (S. 187). Hélène hilft dennoch auch Jeanne selbstlos, als es darauf ankommt und bekommt später viel dafür zurück.Die beiden Hauptpersonen, die sensible Hélène und der ständig unflätig schimpfende alte Mann, kommen sich näher, ohne sich irgendeine Gefühlsduselei zu gestatten oder vom flapsigen Umgangston zu lassen. Der alte Roger passt auf das kleine Mädchen auf und beschützt es im entscheidenden Augenblick vor großer Gefahr.Marie-Renée Lavoie schildert in ihrem Debütroman einfühlsam die Lebensumstände der beteiligten Personen und vor allem die ungewöhnliche Freundschaft der Protagonisten. Sie vermeidet Kitsch und Sentimentalität und berührt den Leser durch ihre sensible Darstellung. Sehr gut gefallen mir die Exkurse in die romantische Welt der Zeichentrickserie, die für das Mädchen bis zum Schluss der wichtigste Bezugspunkt bleibt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und empfehle es Lesern, die dafür ein Gespür haben.

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  • Freundschaft

    Ich & Monsieur Roger

    Studi123

    13. May 2015 um 21:04

    Helene, 8 Jahre, nennt sich selber Joe und macht sich selbst um 2 Jahre älter, sodass sie Zeitungen austragen und ihre Familie finanziell unterstützen kann. Roger ist 80 und zieht in das Wohnhaus von Joe's Familie. Die Eltern von Joe, beide Lehrer sind keine Vorzeigeeltern, denn der Vater ist dem Alkohol verfallen und die Mutter, die die Familie zusammenhält, ist sehr bestimmt und duldet keine Widerworte. Die Geschichte von Joe ist nett geschrieben, jedoch verstehe ich nicht direkt, weshalb der Titel den Namen "Roger" enthält, denn die Geschichte rund um Roger wird sehr knapp gehalten und der Hauptteil dreht sich um Joe.

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  • In guten, wie in schlechten Zeiten

    Ich & Monsieur Roger

    Der.schmetterling

    29. December 2014 um 19:56

    In guten, wie in schlechten Zeiten... In guten wie in schlechten Zeiten, steht die kleine 8jährige Helene hinter ihrer Familie und versucht das bestes aus ihrem Leben zu machen. Helene kommt aus einer Familie der Unterschicht in Zeiten der 80er Jahre. Ihr Vater ist Alkoholiker und dies bekommt Helene bereits als Kind auf erschreckende Weise mit. Ihre Mutter ist Hausfrau und kann ihren drei Kindern gegenüber nur wenig Liebe zeigen. Helene möchte niemals so werden wie ihre Eltern und so beginnt sie schon früh damit, zu arbeiten, auch wenn dies in ihrem Alter garnicht möglich ist. Um Arbeiten zu gehen, macht Helene sich nicht nur älter, sondern sie schlüpft auch noch in das Leben des kleinen Joe, denn nur Jungs dürfen Zeitungen austragen. Von ihrem mühselig erarbeiteten Geld, kauft sie sich nicht etwa Süßigkeiten, sondern steckt ihrer Mutter immer wieder heimlich Geld zu, für das tägliche Essen der Familie. Befreundet ist Helene/Joe mit ihrem Nachbarn Roger. Roger ist 80 Jahre alt, verbittert und möchte nichts lieber als sterben. Jahrelang bewahrt er den Stuhl auf, auf dem seine geliebte Frau verstorben ist. Dieser wird immer brüchiger, aber Helene macht auch Roger eine Riesenfreude und lässt den Stuhl von ihrem mühselig erarbeiteten Geld neu aufarbeiten. Insgesamt muss ich jedoch sagen, eine Geschichte die sich auf dem Buchdeckel sehr verlockend und schön anhört, jedoch im gesamten über knapp 260 Seiten meines Erachtens viel besser gestaltet werden könnte. Ich musste dreimal anfangen um dieses Buch endlich zu Ende zu lesen und im Jahresverlauf gehört es leider auf meine Liste Flop des Jahres. Immer wieder kommt es zu einer wirren Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten. Helene taucht immer wieder in ihre Phantasiewelt ab, die aus einer Zeichentrickserie stammt und keinen wirklichen Zusammenhang zur Geschichte zeigt. Auch die Sprache des Buches fand ich sehr anstrengend. Die vielen Schimpfwörter des "Alten" waren äußerst nervig und die Autorin versuchte immer wieder durch Geschichtsträchtige Wörter den Gesamttext aufzuwerten, was ihr jedoch nicht gelungen ist. Ich habe mir wirklich mehr von diesem Buch erwartet. Das schönste am Buch finde ich das Äußere, dass Cover ist ansprechend gestaltet und auch die Schriftart ist gut gewählt. Der Inhalt fällt jedoch für mich klar durch. Keine Spannung, keine schöne Erzählung einer außergewöhnlichen Freundschaft... Schade.

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  • Eine besondere Freundschaft - ein besonderes Buch

    Ich & Monsieur Roger

    haubentaucher101

    26. December 2014 um 22:07

    Hauptperson und Ich-Erzählerin des Buches ist die (zu Beginn des Buches) 8jährige Helene, die sich Joe nennt und sich als 10jährige ausgibt, um durch das Austragen von Zeitungen etwas zum Unterhalt ihrer (desolaten) Familie beizutragen. Sie erzählt aus ihrem Alltag, von ihren Eltern (der resoluten Mutter und dem trinkenden Vater), von ihren Geschwistern und von verschiedenen, z.T. recht skurrilen, Personen aus der Nachbarschaft. Eine von diesen Personen ist der neue Nachbar, der 80jährige Roger. Er verfügt über ein endloses Repertoire an Schimpfwörtern, aber hat auch jede Menge Tipps zum Umgang mit Krankheiten u.ä.. Zwischen den beiden, Helene und Roger, entwickelt sich im Laufe des Buches eine ganz besondere Freundschaft. Eine weitere „Ebene“ des Buches ist Helenes Lieblings-Fernsehserie, mit dessen Heldin sie sich immer wieder identifiziert. So ist manchmal auch nicht ganz klar, ob die Begebenheiten, die Helene beschreibt, wirklich so dramatisch sind, wie beschrieben oder sie diese –ähnlich wie in Fernsehserien üblich – besonders dramatisiert. Klar ist aber, dass ihr Alltag kein einfacher ist. Das Buch gibt keinen umfassenden Einblick in das Leben von Helene und den anderen Hauptfiguren, so kommen bspw. der schulische Alltag und Freundschaften mit Gleichaltrigen allenfalls am Rande vor. Ich finde das etwas schade, da ich gern noch tiefer in das Leben von Helene eingetaucht wäre. Trotzdem habe ich das Buch sehr gern gelesen. Seine Stärke sind für mich die vielen kleinen, manchmal tragischen und manchmal tragikkomischen, Situationen die geschildert werden. Witzig ist bspw. die Beschreibung des Systems, was sich Helen zurechtbastelt, um in ihrem neuen Job als Aushilfskellnerin bestehen zu können. Tragikkomisch die Beschreibung des Pralinenessens mit dem betrunkenen Vater, der sich danach an nichts mehr erinnern kann. So gibt es noch viele weitere Begebenheiten, die das Buch zu einem besonderen machen. Ebenso wie die besondere Sprache, die zwar für eine 8jährige deutlich zu hoch gestochen ist (oder welche 8-Jährige denkt Dinge wie „Sie betrieb eine Art Stimmungs-Photosynthese, dank derer die Atmosphäre einigermaßen gut zum Atmen wurde.“). Sie ist jedoch sehr angenehm zu lesen und von einem feinen Humor durchzogen, der z.T. in krassem Widerspruch steht zu den „derben“ Verhältnissen, die beschrieben werden. Von mir bekommt das Buch runde 4 Sterne, weil es zum einen die genannten Stärken hat, ich mich aber andererseits über eine stringentere Handlung und umfassendere Beschreibungen der einzelnen Personen noch mehr gefreut hätte. In jedem Fall eine angenehme (Spät)Sommerlektüre, die sich angenehm von den üblichen Frauenromanen abhebt.

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  • wunderschön

    Ich & Monsieur Roger

    harakiri

    24. August 2014 um 09:14

    In einer Welt in der es schon eine Abwechslung ist wenn die Nachbarn streiten, lebt Helene. Sie ist 8 Jahre alt, "lebt" ihr Leben mit Oscar, einer Serienheldin. Helene greift durch Zeitungsaustragen ihrer Familie unter die Arme, die oft kein Geld hat um einzukaufen, weil der Vater alles vertrinkt. Als der 80 jährige Roger in die Nachbarschaft einzieht schließt Helene rasch Freundschaft mit ihm, von der beide profitieren. Roger rettet sie vor einem Mann, der sie vergewaltigen will, Helene rettet ihn vor der Einsamkeit. Die Franzosen haben es einfach drauf! Keiner schreibt so poetische Romane, keiner mit so viel Gefühl. Helene wurde vor meinen Augen zu einem lebendigen, atmenden, fühlenden Mädchen, das es nicht leicht hat im Leben, aber das beste daraus macht und dabei immer erst an andere denkt. Die Sprache ist wunderschön, sanft, aber auch mit einer Prise Humor. Schade, dass es nur 250 Seiten gab. Ich hätte noch eine Weile weiter lesen mögen.

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  • Hélène und das Leben

    Ich & Monsieur Roger

    leselea

    14. May 2014 um 16:49

    In Ich und Monsieur Roger wird die Kindheit von Hélène im Quebec der 190er Jahre erzählt: Hélène, die lieber Joe genannt werden möchte, da sie wie die Protagonistin ihrer Lieblingsfernsehserie, Oskar, lieber eine Junge sein möchte, wächst in einem tristen, sozial schwachen Viertel von Quebec auf. Ihr Vater, vom Leben gezeichnet, verfällt immer mehr dem Alkohol; ihre Mutter kann der Welt nur die Stirn bieten, indem sie sich mit einer gewissen Strenge durch dieselbe bewegt. Hélène selber seht sich nach Abenteuern, will eine Heldin sein, die ihre Familie vor der emotionalen und materiellen Not befreit und versucht, mit ihrer Fantasie Wahrheit und Wunsch irgendwie ins Gleichgewicht zu kriegen. Ich und Monsieur Roger ist für mich in erster Linie die Geschichte einer Kindheit, die viel zu früh enden muss, da die Realität von der jungen Hélène schon früh viel abverlangt. Eine Freundschaftsgeschichte - wie es der Titel und der Klappentext nahelegen - ist es für mich nicht: Der erwähnte Monsieur Roger, seines Zeichens ein das Fluchen liebender alter Mann und der Nachbar von Hélène, ist nicht so präsent, wie man erwarten könnte. Zwar hat er seine große Heldenstunde, wenn er Hélène in einer schwierigen Situation zur Rettung eilt und tatsächlich gibt es auch immer wieder Begegnungen und Gespräche zwischen den beiden - insgesamt bleibt er aber doch blass im Hintergrund und nimmt nicht mehr Raum ein als die anderen Figuren in Hélènes Erinnerungsmonolog. Hier erwecken die Äußerlichkeiten des Buches falsche Erwartungen, die die Geschichte nicht erfüllt. Obwohl mir Hélène sehr sympathisch war und ich ihren Blick auf die Welt sehr genossen habe, konnte mich das Buch nicht berühren. Die Sprache mit ihrer nüchternen Sachlichkeit weist dennoch an einigen Stellen Momente der Poesie auf und kann von mir nur positiv hervorgehoben werden. Das Buch lässt sich auf Grund dieses Stils wunderbar leicht lesen. Gleichzeitig schafft er aber auch Distanz zwischen Leser und Erzählerwelt, sodass man sich nicht wirklich in der Geschichte verliert und von ihren Figuren gefesselt wird. Insgesamt war es daher für mich einfach nur eine nette Geschichte, die man zwischendurch mal lesen kann, aus der ich persönlich aber nichts mitnehme und die mir vermutlich nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.

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  • Eine kleine Heldin

    Ich & Monsieur Roger

    Igelmanu66

    28. February 2014 um 21:10

    Hélène ist 8 Jahre alt und gibt vor, ein 10jähriger Junge namens Joe zu sein, damit sie einen Job als Zeitungsausträgerin bekommt. Genau wie die Heldin in ihrer Lieblingsfernsehserie möchte sie zur Heldin ihrer ganz persönlichen kleinen Welt werden. Da gibt es viele Möglichkeiten zu Heldentaten, denn der Familie fehlt es an Geld, der Vater ertränkt seinen Frust im Alkohol und der alte Monsieur Roger flucht den ganzen Tag lang und möchte lieber jetzt als gleich sterben… Ein wundervolles Buch, es hat mich wirklich gepackt! Herrlich geschrieben, die Kombination aus geradezu poetischer Ausdrucksfähigkeit und unglaublichen Wortschöpfungen, die zu Flüchen werden, ist einmalig. Dieses kleine Mädchen mit der großen Fantasie hat sich gleich in mein Herz geschlichen. So berührend, wenn sie ihrer Mutter heimlich Geld in die Börse legt! Und mit welcher Selbstverständlichkeit sie jeden Menschen mit seinen persönlichen Eigenarten akzeptiert und im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, die Welt ein wenig schöner zu machen. Und dank der Flüche von Monsieur Roger ist mein Wortschatz nun wieder reicher geworden. Fazit: Unbedingt lesen! Ich selbst werde es sicher noch mindestens ein zweites Mal tun.

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  • Man kann begeistert sein, ich leider nicht so

    Ich & Monsieur Roger

    Antek

    Die Geschichte um Helene, die sich Zoe nennt, das sie lieber ein Junge wäre,  hat mich sehr betroffen gemacht. Das kleine Mädchen ist Erzählerin. Sie muss heimlich Zeitungen austragen, um dann das erarbeitete Geld genauso heimlich in den Geldbeutel ihrer sehr strengen Mutter zu stecken, damit es etwas zu essen gibt und sie sich für die Familie verantwortlich fühlt. Vielleicht muss die Mutter aber auch recht streng sein, damit sie die Familie mit samt dem alkoholkranken Mann zusammenhalten kann. Die Freundschaft zwischen Helene und Monsieur Roger beginnt auf dem Nachhauseweg von ihrer Zeitungstour, denn dort trifft sie auf den neuen Nachbar. Der alkoholkranke alte Mann hat wohl in der Irrenanstalt gearbeitet oder gelebt. Von ihm hört sie nur Ausdrücke und Flüche während er sich auf ein Gewehr gelehnt vorstellt und muss dann noch beobachten, wie er in den Garten pinkelt.  Zuerst herrscht also mehr als Antipathie. Dies ändert sich allerdings als ein Mann versucht Helene zu vergewaltigen. Gott sei Dank ist Monsieur Roger mit seiner Schrotflinte anwesend und greift rettend ein. Der Täter kann relativ schnell gefasst werden. Um sich bei Roger zu bedanken, beschließt das Mädchen seinen alten Stuhl, auf dem er immer vor dem Haus sitzt, auf Vordermann zu bringen. In einer heimlichen Aktion  lässt sie ihn über Nacht beziehen. Am nächsten Morgen, als Roger den Stuhl entdeckt, scheint es ganz so,  als dass er sich überhaupt nicht freut, dieser weiß allerdings nur nicht wie er mit der Situation umgehen soll. Im weiteren Verlauf der Geschichte trifft man ihn ja hauptsächlich auf diesem Stuhl thronend an.  Er entwickelt sich zum Freund und Helfer für die gesamte Familie, wobei sein Part eigentlich recht kurz kommt. Vielmehr geht es um Helene bzw. Joe, das  Mädchen das eigentlich viel zu früh erwachsen sein muss. Nicht nur Geld verdienen sondern auch Schwesternbetreuung gehört zu ihrem Job, was sie allerdings auch hingebungsvoll tut. Einen großen Teil nehmen die Träume Helenes ein. Sie möchte so sein wie Oskar, die Hauptfigur ihrer Zeichentrickserie. Oskar, ebenso wie sie eigentlich Mädchen, vollbringt Heldentaten, die sie gerne auch in ihrer Umgebung schaffen würde. Insgesamt war ich jetzt nicht wirklich begeistert. Der negative Grundton, der überwiegt und das Ganze etwas düster und traurig wirken lässt, obwohl es durchaus auch positive Momente gibt, sagt mir nicht ganz so zu. Auch die herben Dialoge bin ich eher nicht gewohnt und daher wirken sie etwas befremdlich für mich.  Nett war aber, dass zwischen Helene und Roger eine wenn auch ungewöhnliche Freundschaft entstand. Ich denke von dem Buch kann man total begeistert sein, ich gehöre allerdings nicht zu der Lesergruppe.

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    • 2

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    16. February 2014 um 22:17
  • Wundervoll erzählt !

    Ich & Monsieur Roger

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. February 2014 um 23:57

    Ein kleines Mädchen , das sich als den Jungen Joe ausgibt . Nur um ihrer sozial schwachen Familie zu unterstützen ! Es vergeht kein Tag , an dem sie sich nicht wünscht eine schöne Heldin zu sein . Doch in Wahrheit ist sie 8 Jahre alt , bleich und viel zu mager für ihr Alter und viel zu jung um Zeitungen auszutragen . Deshalb gibt sie sich als den 10-jährigen Joe aus und erschwindelt sich somit den harten Job . Ein Mädchen , dass den Kummer und die Verantwortung einer ganzen Familie trägt und trotzdem erkennt sie die Schönheit , ihres am Morgen so ruhigen Viertels !! Als sie schlaflos von einer Tour nach Hause kommt , trifft sie mitten auf dem Weg, einen alten bärtigen Mann mit Zigarette in der Hand . Dieser sitzt auf einem geblümten alten Stuhl seiner verstorbenen Frau und wartet auf sein Ende . Er wirkt unheimlich und scheint kein Benehmen zu haben , doch nach einem schlagkräftigen Dialog , lernen sich die Beiden zu schätzen ! Roger soll bald für die Familie zum Lebensretter werden . Monsieur Roger zog erst vor Kurzem in die Nachbarschaft , er hat es im Leben nicht immer leicht gehabt . Denn er verlor sehr früh seine geliebte Ehefrau !!! Ein Mädchen , dass keine Kindheit hat , weil sie auf ihren zerbrechlichen Schultern die Last eines Erwachsenen trägt . Hélène musste viel zu früh lernen erwachsen zu werden . In den wirklich einmaligen Dialogen , wird klar wie klug und erwachsen sie bereits ist ! Roger wird für sie zu einem Vaterersatz , der ihr die Welt und den Tod erklärt . In einer gefährlichen Situation , rettet er sie und auch wenn sie dabei erkennt , dass sie nicht unverwundbar ist , so findet sie doch einen treuen Freund ! Durch eine bestimmte Situation kann der mürrische Roger gar nicht mehr anders , als sie in sein Herz zuschließen !! Eine ganz besondere Freundschaft ,zwischen zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich doch so viel Lebensmut schenken !! Zwischen dem Traum eines besseren Lebens und der Angst nie etwas Besonderes zu werden , begleiten wir Hélène über mehrere Jahre ! Ein wundervolles Buch , dass poetischer nicht sein könnte !Und das einen zu Tränen rührt und einen zum Nachdenken bringt . Hélène und Roger wurden beide vom Leben nicht immer fair behandelt und doch geben sie nie auf ! Ein Buch , dass einen zu Tränen rührt und einem gleichzeitig so viel Mut macht und einen mit dem derben Humor zum Lachen bringt ! Hélène ist eine so herzliche Protagonistin wie man sie selten findet ! Ein Buch voller Emotionen . Einfach wundervoll !!!

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  • Sehr, sehr schade

    Ich & Monsieur Roger

    Sabo07

    10. January 2014 um 13:03

    Gefreut habe ich mich auf eine besondere Freundschaft zwischen einem kleinen Mädchen und einem alten Mann, der ihr Großvaterersatz sein kann. Einen kantigen, schroffen aber doch liebevollen Alten habe ich mir gewünscht. Bekommen habe ich ein kleines Mädchen, das in einer Familie aufwächst, die sich nicht dafür zu interessieren scheint, in welchem Umfeld das Kind lebt und einen unverschämten alten Mann, dessen schnodderige Sprüche nicht nur schnodderig sind, sondern die auch unterhalb des guten Geschmacks angesiedelt sind und einfach nur nerven. Geschrieben ist es leider sehr emotionslos und an Belanglosigkeiten ist es kaum zu übertreffen. Auch bin ich doch sehr verwundert, schon beim Lesen der Leseprobe habe ich mich gefragt, in welcher Zeit das Buch spielt, habe die 20er genauso in Betracht gezogen wie die 50er und war sehr gespannt auf die Auflösung. Als ich dann auf den ersten Seiten erfuhr, dass es sich um Anfang der 80er handelt, habe ich mich bereits gefragt, ob es zu der Zeit in Frankreich so viel anders war, als hier bei uns. Alles in allem hat mir das Buch einfach nicht gefallen, schade, daraus hätte man echt machen können.

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  • SuB-Abbau-Challenge 2014 - ran an die ungelesenen Bücher!

    Daniliesing

    Achtung: Man kann jederzeit noch einsteigen! Er ist Freude und Leid zugleich, er wächst und wächst und wird dabei immer schöner, aber auch erdrückender. Die Rede ist vom SuB ( Stapel ungelesener Bücher), der sich bei immer mehr Lesern in ungeahnte Höhen ausweitet. Bei vielen ist es mittlerweile sogar so weit, dass es gar nicht mehr möglich ist, alle ungelesenen Bücher auf einen Stapel zu stapeln. Es sei denn man nimmt die Gefahr in Kauf, vom eigenen Bücherstapel erschlagen zu werden. Deshalb muss ganz dringend eine Lösung her, damit all unsere wunderbaren ungelesenen Bücher nicht länger ein trauriges Dasein in den Regalen fristen müssen: Die große LovelyBooks SuB-Abbau-Challenge 2014 Ihr möchtet etwas dagegen tun und auch mal wieder Bücher lesen, die vielleicht schon länger ungelesen im Regal stehen? Ihr braucht eine Entscheidungshilfe dabei, was ihr 2014 lesen sollt? Dann haben wir jetzt die perfekte Lösung für euch. Macht mit bei dieser Challenge, lest im kommenden Jahr 12 Bücher von eurem SuB, die jemand anderes für euch aussucht, und entdeckt so "alte" Buchschätze ganz neu! Die Regeln Meldet euch bis zum 21. Dezember 2013 für diese Challenge an! Schreibt für eure Anmeldung hier einen Kommentar mit einem Link zu einem Regal eurer ungelesenen Bücher bzw. eures SuBs hier bei LovelyBooks! Verratet außerdem, wie viele Bücher vom SuB ihr in einem Jahr schaffen möchtet (mindestens 12, gern aber auch mehr, wenn ihr euch das zutraut)! Euer SuB sollte mindestens 25 Bücher umfassen, damit auch etwas Auswahl vorhanden ist. Am 22. Dezember bekommt ihr je einen Teilnehmer von mir zugelost, für den ihr 12 (oder mehr) Bücher vom SuB aussucht, die derjenige 2014 lesen soll. Bitte postet bis spätestens 31.12. hier im Thema die Bücher, die ihr für euren SuB-Abbau-Partner ausgewählt habt. Wenn es jemand verpasst, werde ich spontan selbst die Bücher auswählen, damit jeder weiß, was er 2014 lesen kann. Ab 01.01.2014 geht es dann richtig los - die Bücher, die für euch ausgesucht wurden, können ab diesem Zeitpunkt gelesen werden. Wenn ihr ein Buch beendet habt, sagt hier Bescheid und schreibt gern auch eine Rezension oder eine Kurzmeinung auf der Buchseite zum Buch. Wir sind sicher alle neugierig, wie es euch gefallen hat :) Ihr habt die Anmeldephase verpasst? Kein Problem, schreibt einfach trotzdem hier, wenn ihr noch später einsteigen möchtet und sobald wir mehrere Nachzügler haben, verlose ich wieder neue Partner, die für euch Bücher auswählen. Unter allen Teilnehmern, die ihr Ziel von 12 (oder mehr) Büchern erreichen, verlosen wir eine schöne Überraschung, die jedoch nicht aus Büchern bestehen wird. Wir wollen den SuB ja nicht wieder in die Höhe treiben ;-) Ihr habt Fragen zum Ablauf, den Regeln etc. - dann fragt am besten direkt hier in einem Beitrag und ich antworte schnellstmöglich. 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    • 2011
  • Berührende Geschichte mit einigen Längen

    Ich & Monsieur Roger

    Zabou1964

    13. September 2013 um 14:22

    Durch eine Leseprobe bei Vorablesen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Diese klang recht vielversprechend, weshalb ich mich für dieses Buch beworben habe. Ich habe es auch gewonnen, bin nun aber etwas hin- und hergerissen, was die Bewertung betrifft. Stellenweise muten die Gedanken der kleinen Hélène zum Erwachsenwerden poetisch an. Auf der anderen Seite hat das Buch, obwohl es nur 256 Seiten hat, immer wieder Längen, durch die ich mich regelrecht quälen musste. Aber zunächst zur Handlung: Hélène ist acht Jahre alt, wäre aber gerne älter und vor allem ein Junge. Also behauptet sie einfach, sie sei zehn und nennt sich Joe. So gelingt es ihr, einen Job als Zeitungszustellerin zu bekommen. Das verdiente Geld will sie aber nicht etwa für sich ausgeben. Sie schmuggelt es heimlich in das Portemonnaie ihrer Mutter. Eines Tages kommt sie nach Hause und sieht vorm Nachbarhaus einen alten Mann sitzen. Es ist der grantige Monsieur Roger, der saufend und fluchend seinen Tod herbeisehnt. Zwischen Joe und Monsieur Roger entwickelt sich eine außergewöhnliche Freundschaft.   Die Geschichte spielt in einer kanadischen Kleinstadt in den 80er Jahren. Hélène identifiziert sich mit einer Figur aus einer Zeichentrickserie, die sie gespannt verfolgt. Immer wieder beschreibt sie, was dieser Comicfigur widerfährt, und zwar sehr detailliert. Und genau das war das Problem, das ich mit diesem Roman hatte. Die Geschehnisse in der kanadischen Provinz und das Heranwachsen des Mädchens, das ein Junge sein wollte, fand ich gut erzählt. Ich musste einige Male schmunzeln, insbesondere als Hélène sich unaufhaltsam in eine junge Frau verwandelt. Ihrem Vorbild, der Zeichentrickfigur Oscar, wachsen natürlich keine Brüste. Hélène kommt um dieses schwere Schicksal leider nicht herum. Auch die Tatsache, dass sie bereits als kleines Mädchen der Familie helfen will, fand ich sehr rührend. Der Vater ist ein frustrierter Lehrer, der nach und nach dem Alkohol verfällt. Die Mutter ist eine recht resolute Person, die die Fäden zusammenhält. Dann gibt es noch drei Schwestern, um die sich Hélène mehr oder weniger kümmert. Und mittendrin Monsieur Roger, der immer mehr zu einem Teil der Familie wird.   Wie oben bereits erwähnt, fällt mir die Beurteilung nicht leicht. Hätte die Autorin die Szenen der Zeichentrickfigur nicht so ausführlich geschildert, würde ich vier Sterne vergeben. So muss ich leider noch einen Stern abziehen und vergebe drei von fünf Sternen. Fazit: Berührende Geschichte mit einigen Längen.

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  • Ich und Monsieur Roger

    Ich & Monsieur Roger

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    30. August 2013 um 18:04

    Ich-Erzählerin Helene sieht sich eigentlich eher als Joe. Denn wie ihr Vorbild Oscar, die Figur einer Fernsehserie, will sie lieber ein Mann sein. Männer sind stärker und halten mehr aus, sind also besser für das gewappnet, womit Helene täglich zu kämpfen hat. Schon früh erkennt sie, dass in ihrem Elternhaus nicht alles so läuft, wie es sein sollte. Der Vater trinkt, die Mutter muss den Haushalt und alle Verantwortung allein stemmen, die große Schwester zieht sich in ihre Fluchtgedanken zurück und die jüngeren Schwestern, sind noch zu jung um all das zu verstehen. Helene sieht sich in der Pflicht ihre Familie zu unterstützen, sei es mit Geld, Gehorsam oder Fürsorge. Unterstützt wird sie heimlich durch Roger, den alten Herrn von Gegenüber der schimpft wie ihm der Schnabel gewachsen ist und zu einem dezenten aber treuen Freund wird.   Leichte Kost ist der Roman von Marie-Renee Lavoie nicht. Das wird schon am Schreibstil deutlich. Die Sätze sind sehr lang und für ein kleines Mädchen von 10 Jahren wohl mehr als untypisch. Trotz dessen besticht er durch eine sehr schöne gehobene Sprache. Erzählt wird lediglich aus der Perspektive von Helene. Sie schildert viele Dinge ohne zu wissen, was eigentlich dahinter steckt (bspw. den Alkoholkonsum ihres Vaters). Man ist immer wieder erstaunt wie viel Verantwortung sie sich auferlegt. Doch trotz all ihrer Bemühungen ist sie mit sich selbst nicht zufrieden, da sie es nur mit Alltagsgegenern und nicht mit Kriegsgegnern, wie ihr Vorbild, zu tun hat.   Leider bleibt Monsieur Roger bei soviel Tapferkeit meistens auf der Strecke. Von ihm erfährt man doch recht wenig, sodass der Buchtitel dem Inhalt nicht gerecht werden kann. Gerne hätte ich mir einen größeren Fokus auf der Freundschaft jung und alt gewünscht. Inhaltlich handelt es sich eher um eine Gesellschaftsstudie, die sich auf den kleinen Vorort und vor allem auf Helenes Familie bezieht. Eine sehr interessantes Buch, dass mich leider nicht ganz überzeugen und fesseln konnte. Dafür mit sehr sympathischen und besonderen Charakteren daher kommt.

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