Marie-Renée Lavoie Ich und Monsieur Roger

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Inhaltsangabe zu „Ich und Monsieur Roger“ von Marie-Renée Lavoie

Hélène ist ein zartes Persönchen und acht Jahre alt. Sie nennt sich Joe und behauptet, zehn zu sein, damit sie den Job als Zeitungsausträgerin bekommt. Umgeben von drei Schwestern, einem Vater, der das Leben nur als melancholischer Trinker erträgt, und einer Mutter, die sich mit drakonischer Strenge panzert, ist Joe manchmal einsam. So wie der achtzigjährige Roger, der plötzlich im Garten des Nachbarhauses steht und flucht. Es ist nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick zwischen der gescheiten Joe und dem nörgelnden Roger. Und doch gelingt es Joe, den lebensmüden Roger ins Leben zurückzuholen; und er wird zu ihrem Schutzpatron.

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  • Ich und Monsieur Roger

    Ich und Monsieur Roger
    KaraBeta

    KaraBeta

    16. November 2013 um 08:01

    Arm sind sie nicht, Hélène, ihre drei Schwestern, die Fertig-Aus-Mama, die der Familie mit ihrer pragmatischen Strenge Halt und Struktur gibt, und der vom Alltag als Lehrer deprimierte Vater, der sich am Alkohol festhält. Doch leicht kommen sie nicht über die Runden und Hélène ist überzeugt, als Junge liefe alles anders. Und so nennt sie sich Joe, macht sich zwei Jahre älter, um einen Job als Zeitungsausträger zu bekommen und nimmt sich die Zeichentrickheldin Oscar zum Vorbild, die als Mann verkleidet Heldentaten in der Leibwache von Marie Antoinette vollbringt. Dann zieht der alte Roger nebenan ein, der nur noch auf den Tod wartet, viel trinkt und eine deftige Ausdrucksweise pflegt. Eine bärbeißige und streitbare Freundschaft beginnt. Drei Jahre begleiten wir Hélène in ihrem jungen Leben, das so wenig Ruhm birgt und in dem die Heldentaten des Alltags nicht goldglänzend funkeln. Sie erzählt von ihrer Familie, den schrägen Typen in ihrem Viertel und den Veränderungen, die sie alle durchlaufen. Zum Glück ist es kein zuckersüßes Rührstück in dem das tapfere kleine Mädchen das Eis um des Alten Herz schmilzt, zumal die Freundschaft der beiden nicht so im Mittelpunkt steht, wie der Titel vermuten lässt. Der Autorin gelingt es, die Individuen hinter den Versatzstücken zu zeichnen und ihnen Tiefe zu geben. Dazu trägt auch die Erzählperspektive bei, in der ein älteres Ich von Hélène retrospektiv ihre Erlebnisse und Beobachtungen wortgewandt schildert. Es ist keine actionreiche Geschichte mit großem Spannungsbogen, dennoch war es von Anfang an kurzweilig, Hélène zu begleiten und zu beobachten, wie sie sich in diesem Zeitraum entwickelt. Ein unterhaltsames Hörvergnügen, sehr schön gelesen von Birte Schnöink, die für meine Ohren mit der passenden Stimme den richtigen Ton getroffen hat.

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  • ich und Monsieur Roger

    Ich und Monsieur Roger
    Pixibuch

    Pixibuch

    29. July 2013 um 22:23

    Ein schlichtes und doch viel aussagendes Cover. Hier braucht man keine Comic, keine grellen Farben. Und auch der Titel Ich et (und) lateinisch bzw. französich ausgedrückt, machen schon etwas her. Schon die Geschichte allein sprüht vor Poesie, wunderbarer Sprache, gehobene Qualität. Dies wird aber durch die rüde und fäkalthafte Ausspruche durch Monsieur Roger durchbrochen und führt den Leser auf den Boden der Tatsachen zurück. Es scheint kein Roman der Romantik zu sein, mit blütenhafter Ausschmückung. Hier geht es um das Mädchen Helene, 8 Jahre alt, die gerne ein Junge sein  will.  Ihre Lieblingssendung im Fernsehen ist eine Comicserie, in der ein Mädchen ein Soldat wird und Oskar genannt wird. Oskar wird sogar die Leibwache der Königin. So möchte Helene auch gerne sein. Deswegen  nennt sie sich Joe. Joe lebt mit ihren drei Schwestern und ihren Eltern, beide Lehrer, in eiabegehalfterten Sozialsiedlung. Das Geld ist bei ihnen immer knapp. Die Mutter ist herrisch, erduldet keinen Widerspruch und hat Gefühle wie ein Eisklotz. Der Vater trinkt, jammert, ist eine richtige Memme. Da beschließt Joe, Zeitungen auszutragen. Sie macht sich 10 Jahre alt und bekommt den Job. Sie kennt alle ihre Kunden, ist allseits beliebt und hat für jeden ein gutes Wort. In ihrer Nachbarschaft wohnt Monsieur Roger, 80 Jahfre alt, ein Wrack. Er hat 30 Jahre in der Psychiatrie gelebt. er säuft, flucht, stinkt. Aber Joe und er haben sich langsam angefeundet und jeder ist für den anderen wichtig. Eines Tages wird Joe in der Dunkelheit überfallen. Roger kommt hinzu und bewahrt sie vor einer Vergewaltigung. Da gibt Jo diesen Job auf und fängt als Bedienung an. Dies kostet ihr anfangs viel Kraft, aber sie setzt sich durch und verdient gut. Joe hat auch einmal einen Jungen in iher Klasse sehr verteidigt. Er kommt aus einer total armen Familie. Die Sozialschwester hatte ihn wegen seines Schweißgeruches angemacht, da ist Joe für ihn auf die Barrikaden gegangen. Auch Maria Magdalene, ebenfalls eine psychische kranke Frau, die den ganzen  Tag nur Kaffee trinkt, wird von ihr in Schutz genommen. Wie brutal die Mutter ist zeigt der Umstand, dass ihr jüngere Schwester eine Spange braucht. Um Kosten zu sparen, fordert die Mutter den bZahnarzt auf, dem Kind die Zähne zu ziehen. Auch als Margot unter ein  Taxi kommt und sich beide Beine bricht, bleibt die Mutter cool. Als Joe in die Pubertät kommt und ihr Brüste wachsen,  flippt sie total aus. Am Rande sei noch erwähnt, das Joe und ihre Geschwister sehr sehr gute Schülerinnen sind. Auch die kleine Schwester Catherine gibt dem Buch durch ihre drollige Ausdrucksweise sehr viel Sympatie. Dies ist eine Milieistudie in einer Welt der Unterkalsse. Ich muß mich schon fragen, warum ein Lehrerpaar so gesunken ist, um in einem Wohnviertel von Trinkern, Arbeitslosen, Irren usw. sein Auskommen hat.Das Buch geht sehr zu Herzen. Wer hier so ein lustiges Buch vermutet, das man zwischen Tür und Angel lesen kann, eine Herz-Schmerz-Geschichte, liegt hier vollkommen fehlt. Die Geschichte rüttelt wach,regt zum Nachdenken an. Es ist auch kein Taschenbuch im 0-8-15-Format, sondern eikn schönes gebundenes Buch. Hebt man den Schutzumschlag auf, so sieht man frisches schönes Grün. Eine Geschichte mit viel Tiefgang.

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