Marie-Sabine Roger Der Poet der kleinen Dinge

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Inhaltsangabe zu „Der Poet der kleinen Dinge“ von Marie-Sabine Roger

Eine Kleinstadt in Nordfrankreich. Warum es Alex hierher verschlagen hat, weiß sie selbst nicht genau. Aber sie will auch gar nicht lange bleiben – wenn es da Gérard nicht gäbe ... Gérard spricht zwar un- deutlich und kann kaum laufen, aber mit seiner Fröhlichkeit bringt er ihr Herz zum Schmelzen. Alex ist fest entschlossen, ihm zu einem besseren Leben zu verhelfen.

Nette Ansätze aber konnte mich nicht wirklich berühren - Nichts was einem im Kopf bleibt.

— Zyprim
Zyprim

Insgesamt recht charmant, aber quel dommage: gegen Ende kam es mir vor, als ob Roger einfach keine Lust mehr hatte zu erzählen.

— BrittaRoeder
BrittaRoeder

Es ist ein sehr emotionaler Roman, der schmunzeln lässt und zu Tränen rührt. Roger zeigt uns, worauf es im Leben wirklich ankommt.

— CulturalNoise
CulturalNoise

Ein wunderbar warmer und herzlicher Roman über das Leben, der zum Glück ohne jeglichen Kitsch auskommt =)

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Ein bisschen schräg, unglaublich liebenswert und toll geschrieben! Super Buch für zwischendurch :)

— Alina97
Alina97

Auch so kann Menschlichkeit funktionieren... Auch wenn sie reine Fiktion ist - eine herzerwärmende Geschichte.

— Sookie70
Sookie70

Ein Buch der leisen Töne, das zeigt, dass oft die kleinen Dinge ganz groß sein können

— Kelo24
Kelo24

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  • Über die Aussichtslosigkeit des Lebens und das Besonderssein

    Der Poet der kleinen Dinge
    Eternity

    Eternity

    03. March 2017 um 09:37

    Dass eine Behinderung einen Menschen inklusive seiner Familie und seinen Freunden einschränkt, hängt mal mehr, mal weniger von dem Umgang mit der Beeinträchtigung ab. Vor allem aber wohl mit der Einstellung der Menschen. Möchte ich damit klar kommen? Oder schmeiße ich lieber die Flinte in's Korn?In dieser manchmal poetisch angehauchten Geschichte von Marie-Sabine Roger finden direkt beide Perspektiven Einzug in die Handlung. Roswell ist behindert, er kann sich nur schwer artikulieren, hat Schwierigkeiten, sich allein auf den Beinen zu halten, und man weiß nie so genau, was er gerade denkt. Er lebt bei seinem Bruder, der den ganzen Tag arbeiten ist, und seiner Frau, der der behinderte Schwager ein Dorn im Auge und eine Last im Alltag ist. Nun kommt Alex in ihr Leben, als sie in deren Haus ein Zimmer mietet. Sie kümmert sich um Roswell und zeigt ihm ein Stück die Welt. Und zeigt, dass es doch ganz einfach sein kann, mit einer Behinderung zu leben,Ein wichtiges Thema wird hier sehr schön aufgearbeitet und verpackt. Leider ist die Handlung eher etwas langweilig und "unspektakulär". Andere sind da aber vielleicht nicht so kritisch wie ich... ;)

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  • Jeder Mensch ist etwas Besonderes

    Der Poet der kleinen Dinge
    dominona

    dominona

    07. July 2016 um 12:08

    Wenn mehrere Menschen mit einem ungewöhnlichen Lebenslauf ( was ja situtaionsabhängig definiert werden muss) zusammentreffen, kann so etwas Schönes wie hier entstehen. Wer sich gerne aus alten Situationen befreien möchte, sollte einen Blick in dieses Buch werfen. Es ist keine große Literatur, aber etwas für das Herz und für die Außenseiter.

  • Von Poeten, Hühnerfabriken, Boller- und Seitenwägen

    Der Poet der kleinen Dinge
    Windflug

    Windflug

    Da zitiere ich mal den Klappentext, der sehr schön den Inhalt wiedergibt: Gérard ist verrückt nach Popcorn, zitiert Gedichte und lacht sich kaputt, ohne zu wissen, warum. Für seine verbitterte Schwägerin ist er ein Klotz am Bein. Nur die Weltenbummlerin Alex hat den schrägen Poeten ins Herz geschlossen und möchte ihm ein Stück Welt zeigen. Unterstützung bekommt sie von unerwarteter Seite ... Damit ist alles gesagt. Ein wunderbares, leises, wahnsinnig liebenswertes Buch, das einem mit einem warmen Gefühl im Herzen zurück lässt. Es hat einige schräge Figuren, die aber niemals überzeichnet wirken und sehr sympathisch sind. Alles spielt sich in ganz kleinem Rahmen ab, die Geschehnisse sind im Grunde kaum der Rede wert, aber sie verändern eben am Ende doch alles für die Protagonisten, die bis dahin in ihren gewohnten, unzufriedenstellenden Lebensumständen gefangen waren und gemeinsam neue Wege entdecken. Ein Buch für graue Tage - danach ist alles ein wenig heller. :-)

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    wandablue

    wandablue

    28. May 2015 um 01:22
  • Poesie liegt manchmal in den kleinsten Dingen.

    Der Poet der kleinen Dinge
    evafl

    evafl

    23. April 2015 um 13:24

    Alex, eine junge Frau, dreißig Jahre alt, arbeitet auf einer Hühnerfarm. Sie ist eine Herumtreiberin, es hält sie nirgends besonders lange, sie macht einen Job und geht dann in den nächsten Ort, wo es sie eben hin treibt. Momentan wohnt sie in einem Zimmer bei Marlene und Bertrand - und bei Gérard, von ihr Roswell genannt. Roswell isst gerne Popcorn, trägt Gedichte vor, die keiner versteht und lacht sich oftmals kaputt - ohne irgendwelchen Hintergrund. Alex schließt ihn ins Herz, sie kümmert sich um das "Monster" - wie andere ihn ansehen. (dabei ist er lediglich behindert). Bald schon schmiedet sie einen Plan. Auf ins Abenteuer... Ja, ich hatte definitiv schon von diesem Buch gehört. Und ja, es ist ein französisches Buch. Ich finde schon, dass man hier einen Unterschied merkt, französische Bücher sind einfach viel poetischer. Vielleicht auch ein Stück weit gelassener, entspannter. Und so war es zumindest bei dieser Geschichte. Alex lebt so in den Tag hinein, kümmert sich jedoch gerne mal um Gérard, den sie Roswell nennt. Beide sind in etwa gleich alt, jedoch ist Gérard "dämlich", zumindest sieht Marlène das so und drückt das auch immer wieder so aus ("Der Dödel" etc.). Alex jedoch findet Gefallen an Roswell - menschlichen Gefallen, sie empfindet kein Mitleid, sie möchte ihm einfach ein wenig ihrer Zeit widmen, so dass er ihr immer wieder mal ein Gedicht aufsagt oder eben mal ein "sssssuper!" entgegen schmettert. Ich fand die Geschichte des Buches richtig schön, denn man schließt Gérard und auch Alex richtig ins Herz, finde ich. Es war toll von ihren Plänen zu hören, wie sie mit Gérard mal in die Natur geht, ihn verteidigt etc. Wenngleich es auch um ihr weiteres Leben geht, so lernt sie zwei junge Männer kennen, mit denen sie sich freundschaftlich gut versteht. Wer entspannte, dennoch anspruchsvolle Literatur mag, für den ist dieses Buch auf alle Fälle etwas. Die Namen sind toll gewählt, so dass man hier keine Probleme mit französischen Namen hat, was ich äußerst positiv finde. Ich kann dieses Buch wirklich nur empfehlen und vergebe hier 5 von 5 Sternen. 

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  • Der Poet der kleinen Dinge

    Der Poet der kleinen Dinge
    thiefladyXmysteriousKatha

    thiefladyXmysteriousKatha

    29. January 2015 um 20:46

    Der Poet der kleinen Dinge Dies ist mein erstes Buch von Marie-Sabine Roger. Ich habe schon sehr viel Gutes über sie gehört , besonders über ihr Buch "Das Labyrinth der Wörter". Dieses Buch lag recht lange auf meinem Sub und nun wurde es endlich gelesen. Es ist ein wirklich sehr poetisches Buch mit einer tollen Message. Wenn ich eines Tages meinen Weg finde, wird es mit Sicherheit eine Sackgasse sein. (S.45) Inhalt Eine kleine Stadt in Nordfrankreich. Warum es Alex hierher verschlagen hat, weiß sie selbst nicht genau. Aber die Weltenbummlerin will ohnehin nicht lange bleiben – wäre da nicht der Bruder von Bertrand, bei dem sie zur Untermiete wohnt: Zwar spricht Gérard undeutlich und kann kaum laufen, aber er bringt mit seiner Fröhlichkeit ihr Herz zum Schmelzen. Da Bertrands verbitterte Frau fortwährend grübelt, wie sie den Behinderten loswerden kann, beginnt Alex zusammen mit ihren Freunden Cédric und Olivier, für ihren »Poeten der kleinen Dinge« nach einem besseren Leben Ausschau zu halten ... Wieviele Menschen abonnieren aus Versehen das Unglück und kündigen dann nie mehr? (S.118) Meinung Das Buch hat in mir gemischte Gefühle hinterlassen. Ich finde den Schreibstil und die vielen poetischen Sätze wirklich wundervoll und habe mir viele Zitate notiert. Aber irgendetwas hat mir an dem Buch auch nicht gefallen. Die Geschichte ist besonders und ich mochte sowohl Cédric als auch Gerard aber mit Alex wurde ich nicht warm. Mir ist klar,d ass ihr Charakter diese Wirkung auf den Leser haben soll, da es zeigt wie emotional "verkrüppelt" sie ist aber trotzdem hat sie mich teilweise gestört. Die ganze Geschichte hat mich tatsächlich eher gelangweilt, denn das besondere ist wirklich die Sprache bzw. die poetische Ausdrucksweise der Autorin. Mit der Bewertung tue ich mich daher etwas schwer aber durch die tollen Sätze vergebe ich 4 Sterne.

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  • Es sind die kleinen Dinge die zählen

    Der Poet der kleinen Dinge
    gaby2707

    gaby2707

    Alex, die Weltenbummlerin, arbeitet derzeit in einer Hühnerfarm und lebt bei Marlene mit ihrem Hund Tobby und ihrem Mann Bertrand. Da ist dann auch noch Gerard - ein menschliches Wesen, das so anders ist und wunderbar in seiner Hässlichkeit. Ihn, den ungewollten Bruder von Bertrand, schließt sie ins Herz und versucht ihn ein ganz kleines bisschen aus seiner Einsamkeit herauszuholen... Ein wunderbar leises Buch, auch wenn es mal zu ein wenig Brutalität kommt, das mich von der ersten Seite an gefesselt und dann auf eine ganz besondere Reise mitgenommen hat. Ich erlebe, wie Alex Gefühle für Gerard, der nur "Roswell" genannt wird, entwickelt und ihn ebenfalls zu "Gefühlsaus-brüchen" verleitet, die sie nie vermutet hätte. Vielleicht macht es auch der Gegensatz zwischen Alex und Marlene, die Gerard am liebsten ganz loswerden würde, aus, dass dieses Buch mich so berührt hat. Ein wunderbares kleines Buch, das ich sehr gerne weiter empfehle.

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    • 2
  • Von der Liebe zur Poesie

    Der Poet der kleinen Dinge
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. June 2014 um 16:02

    Die junge Weltenbummlerin Alex hat es in eine kleine Stadt in Nordfrankreich verschlagen. Warum, weiß sie selbst nicht mehr genau, doch sie will ohnehin bald wieder weiterziehen – wäre da nicht der Bruder ihres Vermieters. Gerárd spricht etwas undeutlich, kann kaum laufen und stellt jede Menge Unfug an. Doch Alex hat den liebevollen und lebensfreudigen Gerárd schon längst ins Herz geschlossen. Seine Liebe zur Poesie berührt nicht nur ihr Herz, sie bringt es zum Schmelzen. Bei ihren Spaziergängen am Fluss lernen die beiden zwei junge Männer, Cédric und Olivier kennen, die dort täglich herumhängen. Die vier freunden sich an, packen die Gelegenheit beim Schopf und reisen in bisher unbekannte Länder. Das trifft sich gut: denn Gerárds verbitterte Schwägerin schmiedet schon unlängst Pläne, um ihn loszuwerden. Die Autorin schreibt aus verschiedenen Perspektiven, was anfangs vielleicht etwas verwirrt, woran man sich aber schnell gewöhnt. Das Buch beschreibt ein kurzes Stück aus vielen Leben, die aufeinandertreffen und auseinandergehen. Leben von seelisch, emotional oder eben körperlich „verkrüppelten“ Menschen, und dies auf ehrliche Weise und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Es ist ein rührender Roman, der das Herz berührt und bewegt. Themen wie das Anderssein gegenüber der Normalität, Toleranz oder Nächstenliebe spielen hier eine große Rolle. Viele bezeichnen die Geschichte als Märchen, doch es ist viel mehr als das. Es steht nicht die große Liebe im Vordergrund, sondern das Leben allgemein und die kleinen Dinge. Kleine Dinge, die das Leben erst ausmachen. © Bücherstadt Kurier

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  • Drei Eierköpfe finden ihr Nest

    Der Poet der kleinen Dinge
    Palandurwen

    Palandurwen

    12. May 2014 um 08:32

    Nur nicht lange bleiben, nirgendwo Wurzeln schlagen. Nach ihrem Tod will sie nicht von sich sagen müssen, sie hätte ihr Haus nicht erkundet und sich nur in einer Ecke der Küche aufgehalten. Darum arbeitet die junge Alex heute hier und wandert morgen weiter. Dass sie bei ihrem diesmaligen Zwischenstopp jedoch von dieser Lebenseinstellung abgelenkt wird, liegt nicht nur an dem körperlich wie geistig behinderten Bruder ihres Pensionswirts mit dem Namen Gérard - oder wie Alex ihn liebevoll nennt: Roswell -, welcher unter den Launen dessen Frau leiden muss, sondern auch an den beiden eigentümlichen und ziellosen Gestalten Cédric und Olivier, genannt Zackenbarsch. Dass aus diesen vieren eine Art Freundschaft keimen würde, hätten sie wohl alle nicht erwartet - und als Alex für den vernachlässigten kleinen Poeten Gérard einen Roadtrip plant, um ihm ein wenig Freude zu bringen, verändert sie damit das Leben aller... Marie-Sabine Roger, die bereits durch "Das Labyrinth der Wörter" einen großen Erfolg feiern konnte, knüpft mit diesem Roman daran an. Stilistisch ist es dem Vorgänger ähnlich, sie versteckt große Weisheiten in schnodderiger Sprache und klaren Gedanken. Die Geschichte wird ohne viel Schmuck erzählt und wechselt zwischen den Perspektiven von Alex und Cédric hin und her, wodurch beim Lesen eine Art Gesamtbild zusammengepuzzelt werden kann. Ein interessanter Schachzug, der Abwechslung bringt. Die Kapitel sind wieder sehr kurz aber dennoch nicht nichtssagend und sind somit für spätabendliche Kurzgenüsse prädestiniert.  Mein Fazit: Lesenswert! Denn das Dasein wird ohne Kitsch und dafür sehr ehrlich gezeichnet und wirkt somit schon wieder wunderschön und gleichsam fragil. Eine Prise Humor, eine Portion Liebe und einen guten Schub Leben. Und dann zeigt einem der nuschelnde, sabbernde und tollpatschige Gérard plötzlich, wie man sich freut.

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  • Berührende Geschichte über ein ungleiches Quartett

    Der Poet der kleinen Dinge
    j125

    j125

    22. March 2014 um 19:44

    Alex will möglichst viel von der Welt sehen, möglichst viel erleben. Sie nimmt die unterschiedlichsten Jobs an, bleibt für ein paar Monate und zieht weiter. Cédric empfindet eine große Leere, er hat in seinem Leben nichts gefundenwofür er sich begeistern kann, kein Talent. Während Cédric sich gern begeistern würde, tut es Olivier einfach nicht. Ihm ist alles egal, außer Bergsteigen, aber erstens ist er dafür zu dick und zweitens hat er Asthma. Dann ist da noch Gérard. Gérard ist behindert. Er spricht undeutlich, besteht nur aus Haut und Knochen und niemand weiß so richtig ob er tatsächlich so minderbemittelt ist, wie es den Anschein hat, oder ob er nicht doch intelligent ist. Alex ist die einzige, die Gérard irgendwie mag. Beide wohnen bei Gérards Bruder Bertrand und dessen Frau Marlène. Als in Marlène der Gedanke reift Gérard einfach loszuwerden, beschließt Alex, dem liebenswürdigen Poeten ein wenig die Welt zu zeigen. Ich bin sehr froh, dieses Buch gewonnen zu haben, denn ich hätte es wahrscheinlich nie gekaut. Großer Fehler, denn ich hätte eine unglaublich schöne Geschichte verpasst. Ich finde das Quartett durchweg sympathisch, da sie alle eine Geschichte haben, alle irgendwie gestrandet sind und nicht weiterkommen. Die Sprache ist sehr schön, einfach, aber wirkungsvoll. Es wird sehr schön beschrieben, wie Alex Gérard immer mehr ins Herz schließt, auch wenn sie das gar nicht will. Wie sie sich um ihn kümmert, wie sie versucht ihn zu verstehen. Sowohl seine Worte, als auch sein Inneres, sie versucht zu ergründen ob Gérard tatsächlich nur ein Papagei ist, wie Bertrand behauptet, oder ob er wirklich versteht, was er sagt. Anfangs fand ich die Perspektivenwechsel ein bisschen gewöhnunsbedürftig, weil sowohl aus der Ich-Perspektive von Alex, als auch von Cédric erzählt wird. Aber eigentlich sind diese Wechsel doch deutlich gekennzeichnet. Wenn man nach dem ersten Wechsel begriffen hat, dass man jetzt eine andere Person betrachtet geht es ;) Das Cover finde ich sehr schön, es erzeugt gleich eine leichte Stimmung. Einziger Kritikpunkt ist die Ungenauigkeit der Zeichnung, da z.B das Motorrad eine andere Farbe hat. Da diese ein paar Mal erwähnt wird und auch das Flammenmuster der Maschine öfter auftaucht, finde ich diese Unkorrektheit ein wenig Schade. Fazit: Ein schöner, leichter Roman über vier Menschen, die alle ein bisschen auf der Suche sind. Ein Roman darüber, dass man behinderte Menschen nicht einfach aussetzt, sondern sie als Teil der Gesellschaft sieht, als Menschen, mit denen man genauso viel erleben, lachen und Spaß haben kann wie mit Nichtbehinderten.

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  • Leichter Poet

    Der Poet der kleinen Dinge
    rallus

    rallus

    Nach dem Erfolg ihres Vorgängers "Das Labyrinth der Wörter" hat uns Marie-Sabine Roger ein weiteres schmales Büchlein vorgelegt, dass im Grundton ein ähnliches Thema behandelt. Der Umgang mit Minderheiten, mit Menschen abseits der Normalität. Alex ist eine die es nicht lange an einem Platz aushält. Sie möchte keine Beziehung keine Verantwortung und so reist sie von Ort zu Ort, von Arbeit zu Arbeit und wechselt demzufolge auch ihre flüchtigen Bekanntschaften schnell. Doch an dem behinderten Bruder von Bertrand hakt sie plötzlich fest. Der schwachsinnige nur 35 Kilo schwere Gérard, der kaum laufen kann, Schwierigkeiten beim koordinieren seiner Gliedmassen hat und durch eine Verformung seines Gaumens auch schwer zu verstehen ist, schleicht sich in ihr Herz. Gérard ist für seinen Bruder und dessen Frau eine Last, Pläne zum Aussetzen werden schon geschmiedet. Die doppelte Moral schreckt Alex ab, einerseits wird das Aussetzen von Tieren verteufelt, aber der eigene Bruder kann irgendwo liegen gelassen werden. Sie freundet sich mit dem schwachsinnigen Gérard an und lernt Cédric und Olivier kennen, zusammen schauen sie, ob sie woanders ein besseres Leben aufbauen können. Ein leichtfüßiges Märchen wie "das Labyrinth", in kurzen Kapiteln erzählt und wie in einem Märchen zu Ende gebracht. Das Buch fand ich stimmiger als das Labyrinth, aber auch hier hat die Autorin zu viel Potential verschenkt, in dem sie viele Probleme oder Charaktere nur angerissen hat. So kann ich mich nicht in die Geschichte einleben, zu schnell und flüchtig sind die Bekanntschaften mit ihren Protagonisten. Ein Buch wie ein zu kurzer Sommertag, ein verpasster Moment des Kennenlernens, ein zu schnell vorbeigehuschter schöner Ausblick aus einem zu schnell fahrenden Zug.

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    • 2
  • Anregung zum Nachdenken

    Der Poet der kleinen Dinge
    Pessimon

    Pessimon

    27. August 2013 um 22:49

    Die Autorin beschäftigt sich mit Themen, die in der heutigen Gesellschaft immer noch Tabus sind - in diesem Fall mit geistig behinderten Menschen und dem Umgang mit ihnen. Der erste Gedanke, der einem durch den Kopf schießt, ist: Das Buch ist anders. Mit nicht ganz 250 Seiten gehört es zur kürzeren Sorte der Romane, dennoch hat man hinterher das Gefühl, viel mehr gelesen zu haben. Die beiden Erzähler erzählen ruhig, einen wirklichen Spannungsbogen gibt es nicht, dennoch wird es nicht langweilig - einzig der Anfang ist recht langatmig, während das Ende etwas zu schnell kommt. Das behandelte Thema ist gut umgesetzt, aber ein großes Manko hat das Buch: Mit jedem Kapitel wechselt auch die Erzählperspektive. Der Erzähler ist ein Ich-Erzähler, der allerdings abwechselnd aus der Sicht einer Frau und eines Mannes erzählt. Wenn man einen Ich-Erzähler wählt, dann bitte richtig - also auch nur aus der Perspektive eines Charakters. Andernfalls sollte man einen auktorialen Erzähler wählen. Daher nur drei Sterne. Fazit: Wenn man nach einer leichten Lektüre sucht, ist man mit diesem Buch sicherlich nicht besonders gut beraten. Es regt definitiv zum Nachdenken an. Wenn man aber die Zeit und Lust dafür hat, sollte man durchaus zugreifen.

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  • Liebenswert

    Der Poet der kleinen Dinge
    gst

    gst

    02. July 2013 um 10:16

    Wer das Buch gelesen hat und das Foto von Marie-Sabine Roger betrachtet, findet eventuell etwas Ähnlichkeit zwischen der Autorin und Alex, einer Protagonistin dieses Buches. Schmal und kurzgeschnittene Haare - auf größere Entfernung könnte man sie für einen Jungen halten, so wie es Olivier und Cedric anfangs tun. Doch von vorne: die 30jährige Alex hat einen Narren an Gerard gefressen. Sie findet, dass der behinderte Bruder ihres Vermieters aussieht wie ein Außerirdischer, deshalb nennt sie ihn Roswell. Dessen Schwägerin fühlt sich durch ihn oft genervt, am liebsten würde sie ihn aussetzen, um auch mal ein 'normales' Leben zu führen. Alex kann das nicht nachvollziehen und kümmert sich neben ihrer Aushilfsarbeit auf einer Hühnerfarm verstärkt um den Missgebildeten. Sie baut ein Wägelchen so um, dass sie mit ihm an Kanal spazieren gehen kann. Dort trifft sie auf den Bierdosenweitwerfer Olivier und seinen melancholischen Kumpel Cedric. Der hängt einer verlorenen Liebe nach: "Wenn Frauen gehen, kommen sie nicht wieder. Sie hinterlassen in tausend Stücke zerbrochene Typen, denen es im Nachhinein leidtut und die sich erdolchen könnten vor lauter Reue, dass sie Mist gebaut haben' (Seite 93) Alex bleibt nicht gerne lange an einem Ort: "Wenn mein Vertrag ausläuft, packe ich meine Siebensachen und mache mich wieder auf den Weg. Was es hier zu sehen gibt, habe ich gesehen. ... Weggehen und sich nicht binden, die Leute und die Städte hinter sich lassen. ... Ich habe keine Lust, zu jemandem zu gehören, zu warten oder brav zu sein." Die Autorin betrachtet in diesem Buch das Leben einmal aus dem Blickwinkel von Alex (sie ist ein aktiver Mensch) und zum Zweiten aus Cedrics Blickwinkel (er ist der Passive). Sie erzählt in kurzen Kapiteln, was das Buch sehr leicht lesbar macht. Für mich war es kein Thema, das ich auf einen Rutsch durchlesen wollte. Ich genoss es, immer wieder Denkpausen einzulegen. Auf Seite 219 steht über Alex Freundin: "Sie verpackt das Leben in Geschenkpapier." Unter ihrem Einfluss verändert sich die Geschichte völlig. Marie-Sabine Rogers Erzählung war für mich auch in Geschenkpapier verpackt; in das einer anrührenden Sprache. Ein Buch für Genießer! 

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  • Rezension zu "Der Poet der kleinen Dinge" von Marie-Sabine Roger

    Der Poet der kleinen Dinge
    parden

    parden

    19. October 2012 um 19:35

    LEBENSBEJAHEND UND POETISCH - EIN KLEINOD... "Wie viele Menschen abonnieren aus Versehen das Unglück und kündigen dann nie mehr?" Dieser Satz scheint auf viele Bewohner der kleinen Stadt in der Normandie zuzutreffen. Steigende Arbeitslosigkeit, das Stadtbild geprägt durch die riesige Hühnerfarm, die Dreck und Gestank mit sich bringt, Ausweglosigkeit... Cédrik ist einer der Einwohner dieser grauen Stadt und mit seinen 28 Jahren ohne viel Hoffnung auf eine Änderung seiner Situation: von der Freundin verlassen, arbeitslos und ohne Perspektive hängt er Tag für Tag am tristen Kanal seiner Melancholie nach, zusammen mit seinem Kumpel Olivier, der dort jeden Tag seine leeren Bierdosen versenkt. Alex ist eine 30-jährige Rumtreiberin, die es zufällig in diese Stadt verschlagen hat. Als Zeitarbeiterin in der Hühnerfarm wohnt sie zur Untermiete bei Marlène und Bertrand. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit, lediglich als Beobachterin den Geschehnissen gegenüberzustehen, lässt sie sich diesmal unvermittelt von etwas berühren. Berühren von der Begegnung mit Gérard. Gérard ist der Bruder von Bertrand und lebt mit diesem und dessen Frau unter einem Dach, nachdem die Mutter verstorben ist. Doch Gérard ist anders. Alex nennt ihn für sich Roswell, weil er sie an einen Außerirdischen aus einem TV-Film erinnert: "Ich glaube, Roswell ist der Einzige von seiner Art. Ganz allein und durch eine unsichtbare Wand von uns getrennt. Ein Goldfisch im Glas. Er sieht uns, wir sehen ihn, aber deshalb leben wir noch lange nicht zusammen. Was er auch tut, er ist weit weg." Gérard ist behindert, klein und verkrüppelt, hat Mühe beim Laufen und Sprechen und wirkt geistig zurückgeblieben. Doch dann rezitiert er Gedichte - und sein Lachen offenbart seine ungezügelte Lebensfreude. Die Begegnung mit Gérard rückt das Leben von Cédrik, Olivier und Alex in ein anderes Licht. "An dem Tag, als ich ihm zum ersten Mal begegnet bin, habe ich gedacht, so wie er aussieht, muss er den IQ einer Kaulquappe haben. Aber das stimmt nicht. Gérard ist intelligent. Pech für ihn. Aber er hat trotz allem Spaß und liebt das Leben. Deshalb beschämt er uns." (S. 193 ff.) Die drei fangen an, ihr Leben zu überdenken und allmählich beginnt sich etwas zu verändern. Hoffnung. Perspektive. Sehnsüchte. Farben im tristen Grau... Erzählt wird die kleine Geschichte aus der wechselnden Perspektive von Alex und Cédrik, was interessant ist, da dies die Möglichkeit bietet, Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Die Sprache ist recht einfach, dabei jedoch immer wieder von Poesie durchdrungen, und so mancher Satz ist es wert, dass man ihn sich merkt. Wer möchte z.B. nicht gerne jemandem begegnen, der den kleinen Dingen des Lebens Raum gibt - jemandem, der das Leben in Geschenkpapier verpackt? Ein Buch der leisen Töne, das nachdenklich stimmt, dabei jedoch friedlich und mit einem schönen Nachhall... Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Der Poet der kleinen Dinge" von Marie-Sabine Roger

    Der Poet der kleinen Dinge
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. June 2012 um 07:18

    - Ich habe nicht gemerkt, wie die achtzehn Jahre zwischen meiner Grundschulzeit und heute Abend vorbeigerauscht sind. Sie kommen mir vor wie eine einzige graue Suppe, mit zwei, drei Petersilienstängeln obendrauf. Es muss sich dringend etwas ändern. - Wenn man Gérard sieht, bekommt man zunächst einen Schock und ist vielleicht ein wenig verstört. Doch gleichzeitig kann man sich nicht abwenden, weil der Blick des kleinen Mannes, der durch eine Vielzahl von körperlichen Beeinträchtigungen gezeichnet ist, direkt in die Seele vordringt und einen ergreift. Das erkennt Alex, die als Untermieterin bei Gérards Bruder und dessen Frau lebt, nach wenigen Begegnungen. Seine eigene Familie steht ihm jedoch ganz anders gegenüber. Bertrand ist das Leben mit seinem Bruder gewohnt und hat ihn nach dem Tod der gemeinsamen Mutter bei sich aufgenommen. Seine Frau Marlène sieht den Schwager hingegen als reinen Störenfried, der nichts richtig machen kann und ihr Leben aus dem Gleichgewicht bringt. Sie möchte ihn am liebsten irgendwo an einem Straßenrand aussetzen. Da ihn niemand in dem kleinen verschlafenen Dorf Mitten in der Normandie kennt, sollte ihn auch niemand vermissen. Doch dann freundet sich Alex immer stärker mit Gérard an und versucht diesen herzlosen Plan zu durchkreuzen. Obwohl sie eigentlich nie lange an einem Ort lebt und sich nicht an Menschen binden möchte, erweckt er in ihr etwas, das sie nicht abstellen kann. Die Lebensfreude, die er trotz seiner Behinderungen hat, steckt sie an und bringt sie zum Nachdenken. Wenn er zum Beispiel Gedichte in seiner eigenen nuscheligen Sprache rezitiert oder schräg Chansons von sich gibt, kann sie nicht anders als mit ihm zu lachen und das Leben zu genießen. Und er sollte sein Leben noch viel mehr genießen können. Er sollte raus in die Welt und diese entdecken. Dafür baut Alex eine alte kleine Karre um und polstert sie so aus, dass Gérard bequem darin Platz nehmen kann. Gemeinsam unternehmen sie Spaziergänge am Kanal und lernen nach und nach Cédric und Olivier kennen, die dort ihre Zeit vertrödeln. Als Gemeinschaft erleben sie wunderliche Abenteuer, die ein ganz anderes Leben für sie bereithalten. Schon in "Das Labyrinth der Wörter" erzählte Roger die Geschichte eines Sonderlings, der für die durchschnittlichen Menschen ein Dummkopf war. Tatsächlich war er es aber, der erkannte worin die Schönheit des Lebens besteht. Er war im Endeffekt derjenige, der das Glück gefunden hatte, während die andern stets und ständig danach suchten, aber nie erkannten wie es eigentlich aussah oder worin man es finden konnte. Auch in "Der Poet der kleinen Dinge" geht es um einen jungen Mann, der nicht in der Mitte der Durchschnittsgesellschaft lebt. Er kann sich durch seine Behinderungen nur sehr wenig bewegen und seine Aussprache ist schwer verständlich. Aber trotzdem findet er die kleinen Dinge des Lebens, die Glück und Zufriedenheit bedeuten. Wenn er sie den anderen Menschen vor die Nase hält, schauen sie jedoch nie genau hin. Was sollte ein Dummkopf wie er schon vom Leben wissen? Im Labyrinth erzählte die Autorin die Geschichte teilweise aus der Sicht des Außenseiters. Hier kommt er nicht selbst zu Wort. Dafür erzählen Alex und Cédric auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen von ihrem Leben, ihren Begegnungen und ihrer Sicht auf Gérard. Die sehr leichte Sprache, welche ganz sanft durch Lebensweisheiten und philosophische Gedanken verschönert wird, ermöglicht es dem Leser der Geschichte gewissenhaft zu folgen. Egal wie trostlos die Umgebung beschrieben wird, man fühlt sich wie in Seide gebettet und schwebt leicht neben der Handlung dahin. Wie eine Fee, die in den schönsten Farben leuchtet bewegt man sich durch die Landschaft der Normandie und freut sich über die gemeinsamen Erlebnisse der Freunde und wünscht ihnen eine erfüllte Zukunft. Und obwohl die Handlung keine spektakulären Höhepunkte bietet, möchte man doch wissen wie es weitergeht. Man möchte zusammen mit den Protagonisten die glücklichen Momente spüren, die sie gemeinsam erleben. Fazit: Ein wundervolles, ganz unspektakuläres Buch, dass so viel Freude und Glück weitergibt, das man es nie mehr hergeben und immer wieder lesen will.

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  • Rezension zu "Der Poet der kleinen Dinge" von Marie-Sabine Roger

    Der Poet der kleinen Dinge
    Monika58097

    Monika58097

    08. April 2012 um 16:22

    Ein kleiner Roman. Ein leiser Roman. Ein Roman, der mich von der ersten Seite an verzaubert hat. Da ist Alex, die junge Frau, die alle auf den ersten Blick für einen Mann halten. Alex, die keinen festen Job hat. Alex, die es sowieso nie länger als 6 Monate an einem Ort aushält. Alex, die keine feste Beziehung eingeht, aus Angst, enttäuscht zu werden. Während ihres derzeitigen Jobs wohnt sie zur Untermiete bei Bertrand, Marléne und Gérard. Gérard, der schwerstbehindert ist, den viele wegen seines Aussehens als Monster beschimpfen. Gérard ist Bertrands Bruder. Alex hat Gérard ins Herz geschlossen. Gérard, der Gedichte rezitiert. Gérard, der von seiner Schwägerin Marléne nur geduldet wird. Weiterhin lernen wir Cédric und Olivier kennen, 2 ungleiche Freunde, die sich immer am Kanal rumtreiben. Die Vier begegnen sich. Es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die ihren Höhepunkt während eines Ausflugs aufs Land findet und auch Gérard findet hier seinen Platz. Ein außergewöhnliches Buch. Absolut lesenswert!

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