Dieses Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen, auch wenn es für mich nicht ganz perfekt war. Der Einstieg hat stellenweise kleine Längen, weshalb ich einen halben Punkt abziehen würde. Gleichzeitig sind die unterschiedlichen Erzählperspektiven zunächst ungewohnt, gerade sie verleihen dem Roman jedoch eine besondere Tiefe und sorgen dafür, dass man sich immer wieder neu orientieren muss.
Anders de la Motte versteht es meisterhaft, falsche Fährten zu legen. Bis kurz vor Schluss war für mich nicht klar, wer tatsächlich hinter den Ereignissen steckt, und selbst in dem Moment, in dem man glaubt, die Lösung zu kennen, überrascht der Autor noch einmal. Diese gezielte Irreführung macht einen großen Reiz der Geschichte aus und hält die Spannung konstant hoch.
Am Ende bleiben einige Verflechtungen zwischen den Figuren etwas vage. Ein kurzer zusätzlicher Absatz zur Vorgeschichte mancher Personen hätte der Auflösung gutgetan.
Besonders hervorheben möchte ich jedoch Leo Asker: Eine Ermittlerin, die mich wirklich überzeugt hat. Oft bin ich von Ermittlerfiguren eher genervt, hier war das nur ein einziges Mal der Fall. Insgesamt ist Askers Geschichte berührend, vielschichtig und auf eine stille Art außergewöhnlich, was sie deutlich von vielen Genrefiguren abhebt.






