Marie-Thérèse Schins Du bist noch da

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Inhaltsangabe zu „Du bist noch da“ von Marie-Thérèse Schins

Das eigene Kind zu verlieren ist unerträglich. Marie-Thérèse Schins hat verwaiste Eltern und Geschwister begleitet, die sich ihren Schmerz von der Seele geschrieben haben. Die Gedichte, Tagebucheinträge und Briefe werden durch Bilder von Joachim M. Huber ergänzt. Er hat in einem Kinderhospiz sehr berührende und friedvolle Fotografien aufgenommen, die das Buch zu etwas ganz Besonderem machen.

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  • Rezension zu "Du bist noch da" von Marie-Thérèse Schins

    Du bist noch da
    Martin291181

    Martin291181

    03. October 2010 um 17:45

    Du bist noch da – ein tabubrechendes Buch als eigenständiges Gefühl Innerlich habe ich mich 2 Tage auf diese Rezension vorbereitet – wie möchte ich anfangen, wie möchte ich sie überschreiben, was gehört alles herein? Tausende Gedanken durchströmten mein Gehirn. Ich wählte die Überschrift des Buches, weil diese 4Wörter besser als alle anderen deutschen Wörter dieses Gefühl beschreiben, was die Personen, über die das Buch handelt, wohl fühlen. Es beschreibt vielleicht die Botschaft des Buches. Es ist das erste Buch zumindest bundesweit, was Trauer ein Leben lang zulässt. Trauer – das ambivalenteste Gefühl der Gesellschaft und vielleicht das Tiefgründigste. Kein anderes Gefühl wirft einen derart auf den wahren Sinn des Lebens zurück. Vor allem, wenn es bei der Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen geht. Jeder bemitleidet zwar die Angehörigen – doch wirklich geholfen wird Ihnen selten. Klar – leider kann niemand den Angehörigen den geliebten Menschen zurückbringen und doch wird zu oft weggeschaut oder geschwiegen. Selbst bei einer solchen Buchveröffentlichung werden der Autorin (zu ihr gleich mehr) noch Steine in den Weg gelegt. Eigentlich sollte ich ja jetzt über dieses Buch langsam mal anfangen zu schreiben. Aber dieses Buch ist mehr. Mehr als bloße Worte. Mehr als illustriert. Dieses Buch vermittelt ein Gefühl. Dieses Buch ist ein Gefühl. Klingt zu pathetisch vielleicht, mag sein. Aber es ist mein Gefühl. Und vielleicht kann ein Anderer, der die Autorin nicht wenigstens wie ich ein bisschen kennt oder der nicht wie ich mit einer der Personen befreundet ist, die in dem Buch Texte veröffentlich hat, gar nicht dieses Gefühl greifen. Vielleicht erleben alle buchinternen Personen dieses Buch auf einer anderen Ebene (die Angehörigen wohl sowieso). Aber um dieses Gefühl zu vermitteln braucht es Wissen. Wissen, wie es zustande kam. Wissen, dass die Personen, die zu ihrer Trauer stehen, sich auf einen eigenen Weg gemacht haben. Wissen, dass durch die Trauer Neues entstehen kann. Wissen, dass man trauern darf. Dieses Buch vermittelt dieses Wissen durch authentische Erlebnisse betroffener Personen. Es kostete der Autorin viel Kraft und Energie durchzusetzen, dass die Worte eines Trauernden 1:1 in das Buch übernommen werden. Marie-Therese Schins setzte sich mit all ihrem Herzblut ein – und schaffte es. Nun, wo wir schon bei der Autorin sind und diese Rezension eine Autorinnenbeschreibung braucht um zu vermitteln, wie toll dieses Buch des eigenständigen Gefühls ist. Marie-Therese wurde in den Niederlanden geboren, machte dort Abitur und eine Ausbildung zur Kinderbibliothekarin. Sie arbeitete in Kinder- und Jugendbibliothekarin in Hannover. Seit 1974 lebt Sie als freie Autorin, Journalistin und Malerin in Hamburg. Sie bildete sich weiter in Poesie- und Schreibtherapie und ist Dozentin an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg für Kreatives Schreiben im Fach Ästhetik und Kommunikation. Sie ist auch Mitbegründerin des ITA (Institut für Trauerarbeit) und veröffentlicht Kinder- und Jugendbücher, Fachaufsätze und Rezensionen. Sie führt Schreib-Seminare mit Schwerpunkten wie andere Kulturen, Abschied nehmen und Sterben, Tod und Trauer und zu Themen wie Knast, Familie, Geschwister, Krankheit, Drogen und Homosexualität durch. Kurzum: Sie ist ein besonderer Mensch, der sich für seine Ideale und Werte einsetzt und durch das eigene Handeln schon so vielen Menschen geholfen hat, dass es hier in dieser Rezension einmal gesagt werden sollte und ihr dafür sehr gedankt werden sollte. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht über Dinge zu reden, über die sonst keiner redet. Mit den Betroffenen. Dabei spielt sie sich aber nie in den Vordergrund, sondern lässt die Betroffenen authentisch zu Wort kommen. Ihr Buch „Und wenn ich falle“ ist das einzige Buch in meinem bisherigen Leben, was ich seit nunmehr 10 Jahren lese und was mir immer neue Welten eröffnet. Es hat mir schon in schweren Zeiten geholfen. Da auch eine liebe Freundin von mir auch bereits dort ihre Texte veröffentlicht hat, geht es mir vielleicht auch deswegen ganz besonders nah, aber, ich denke, auch wenn dem nicht so wäre, ist es ein Buch, was Mut macht, traurig zu sei und was den eigenen Weg erlaubt. „Du bist noch da“ vermittelt nun etwas erwachsener und stilistischer und dennoch stets authentisch die Gefühle, die die Angehörigen wohl gefühlt haben müssen. Bei einem selbst entsteht durch die Erfahrungsberichte ein eigenes Gefühl. Ein Gefühl der Trauer, aber auch des Glaubens, der Hoffnung und das Buch vermittelt eine ganz besondere Gänsehaut. Eine Gänsehaut, die einem zeigt, wie interessant es ist und sein muss, mit diesen Menschen über ihre Schicksale zu reden, wie diese Menschen wieder auf ihren Weg zurück finden und fanden und wie sie fühlen und wie sie auf die Welt schauen. Ganz besonders stark werden diese Gefühle untermauert durch die teilweise atemberaubenden Fotos des Joachim M. Huber, der auf der für mich einzigartig schönen Buchvorstellung in Hamburg, auch über seine Fotos und die Motive dahinter sprach. Jedes Bild vermittelt ein Gefühl. Eins, das man nur selbst fühlen kann. Es ist zu diesem Buch einfach stimmig. Eine Lesung von Marie-Therese zu besuchen (es war meine 2. (die Erste war über mehrere Kinder/Reisebücher von ihr) und es folgen definitiv mehr) ist bewusstseinserweiternd. Wer glaubt, dass Lesungen trocken und öde sein müssen wird seine Meinung wahrscheinlich sehr schnell revidieren, wenn derjenige eine Lesung von Marie-Therese mitmacht. Das Publikum wird einbezogen und sie versteht es jedem Zuhörer ein gutes Gefühl zu geben. Sie merken, ich weiche schon wieder ab. Aber dieses Buch ist einfach ein Gesamtgemälde. Es ist halt nicht nur ein Buch. Es sind Erlebnisse von Menschen, die das erlebt haben, wovor sich alle anderen Menschen fürchten: einen geliebten Menschen zu verlieren. Zu diesem Buch gehören Schicksale, Wege und Gefühle. Dieses Buch läuft eigentlich außer Konkurrenz. Es ist ein Buch, das jeder haben sollte. Es ist ein Buch, was ewig gelesen und wieder aus dem Bücherregal hervorgeholt werden kann. Immer, wenn es passt. Ein Buch für traurige, aber auch fröhliche Menschen. Dieses Buch bekommt natürlich 5/5 Sternen und, wenn es 1000 gäbe, auch die. Bei diesem Thema sollte man sich eigentlich keine Gedanken ums Geld machen, aber die Euros sind hier bestens investiert und nachhaltig. Denn mit diesem Buch kommt man weiter. Das Gefühlsleben wird geändert. Es macht empathischer. Auch, wenn Marie-Therese und Joachim M. Huber viele Kompromisse eingehen mussten, um dieses Buch zu veröffentlichen, so ist Ihnen trotzdem gelungen, wohl das zu vermitteln, was vielleicht gemeint war: „Du bist noch da“ – vier Worte, ein Gefühl. Das Buch ein Gefühl. Gänsehaut. Ein Geschenk für alle Menschen, ein Geschenk an alle Menschen. Wie auch die Angehörigen in dem Buch. Sie haben ein geliebtes Geschenk verloren und machen sich selbst zu einem Geschenk für die Menschheit. Durch ihre Trauer. Gerade durch ihre Trauer. Trauer sollte enttabuisiert werden. Marie-Therese, Joachim M. Huber und alle, die ihre Erlebnisse in dem Buch verewigt haben, kämpfen dafür. Sie kämpfen für sich und alle Trauernden. Sie tun dies mit ihrer Geschichte und ihrer Authentizität. Im Einklang mit den Menschen. Im Einklang mit allen geliebten Menschen. Mit allen. Denn: Verloren ist keiner. Erst, wenn das Gefühl „Du bist noch da“ verloren geht, ginge der Mensch wirklich von uns. Du bist noch da.

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