Spannende und sinnliche Unterhaltung bietet Marie Cordonnier auch hier, charmant und durchaus mit Esprit geschrieben, aber letztlich nicht mehr, als es sein will. Leichte Lektüre, falls man sich in die Welt des Adels früherer Jahrhunderte begeben möchte, so wie man sie sich gerne vorstellt. Die Liebe und die Guten siegen, die Bösen sind teils geläutert, teils abgrundtief dämonisch schlecht - und letztere verlieren oder/und sterben. Zwar einfach, die Story, aber doch nicht gar so primitiv, wie man meinen möchte. Ich fand es ab der zweiten Hälfte durchaus mitreißend. Die Erotik kommt diesmal erst spät zum Zuge, da sich die Protagonistin erstmal zur begehrenswerten Schönheit mausern muss - was mit der Erkenntnis ihres zwangsweise Vermählten einhergeht, dass auch ihre inneren Werte liebenswert sind. Wenn er sie nur wegen ihrer plötzlichen Schönheit begehren würde, hätte das sicher einen Beigeschmack gehabt, den Cordonnier auf diese Weise umgeht - obwohl man/frau sicher kritisieren könnte, dass die aus Angst vor Vergiftung erzwungene Hungerkur die Schlankheit und damit erst die Attraktivität bringt. Nichts mit Body-Positivity! Aber wir wollen mal nicht zuviel erwarten von diesem Genre. Hier bekommt die Leserin (oder einer der wenigen Leser) das, was sie/er möchte, wenn sie/er zu einem Buch mit einem solchen Schmacht-Cover greift.
Marie Cordonnier
Lebenslauf
Alle Bücher von Marie Cordonnier
Silbernes Feuer
Verhängnisvolle Träume
Die gefährliche Lady.
Die Sterne von Armor. Graciana - Das Rätsel der Perle
Die zweite Braut
Die Macht der Liebe.
Neue Rezensionen zu Marie Cordonnier
Wie immer bei Marie Cordonnier: ein opulentes Historiendrama mit Adligen, Herrschern, Liebenden in prachtvollen Kleidern, vor imposanten Kulissen, in einem Geflecht von Beziehungen und Intrigen, das alles aber in relativ kompakter Form, verarbeitet in einem letztlich altbekannten, simplen Plot: Irrungen, Wirrungen, aber die unsterbliche Liebe lebt.
Auf der einen Seite ist das Kitsch pur, auf der anderen ist die Umsetzung durchaus geschmackvoll und kenntnisreich. Cordonnier (von Haus aus Journalistin) schafft es zumindest ansatzweise, Kitsch und Kunst zu vereinen. In Liebes- und Erotikszenen packt sie die Schmalz- und Schwulstkiste voll aus; das ist herrlich schwelgerisch, wenn man es denn mag (ich mag es), aber wenn es um die Hintergründe und Komplotte geht, formuliert sie gewandt und schreibt sprühende Wortgefechte. Sie „kann“ nicht nur Romantik, sondern hat vielfältige schriftstellerische Talente. Sie weiß aber, was sie in diesen Roman will: leichte Unterhaltung zum Wegträumen, aber durchaus mit Niveau; eine Kombination, die selten geworden ist.
So mag diese Art von Literatur zwar altmodisch wirken, hat aber einen besonderen Charme, der nicht nur überdauert hat, sondern heute vielleicht noch heller strahlt als vor zwanzig, dreißig Jahren.
„Die ungezähmte Rebellin“ ist der erste Roman von Marie Cordonnier, den ich gelesen habe. Ich wusste zunächst nicht, dass es sich dabei um den vierten und letzten Teil der sogenannten „Falken-Saga“ handelt, in der die (Liebes-) Geschichten der vier Falken-Brüder und ihrer Ziehschwester Roxana nacheinander behandelt werden. Es ist wahrscheinlich besser, die anderen Teile vorher gelesen zu haben, weil mancher Zusammenhang sonst etwas unklar bleibt, aber trotzdem kann man der Handlung folgen.
„Die ungezähmte Rebellin“ ist Roxana, die sich in ihren vermeintlichen Halbbruder Jaufré verliebt hat, der als Pirat die Meere unsicher macht, sich am Ende aber als Held im Dienst des Königs entpuppt, und auch sonst ist es wohl kaum ein Spoiler, wenn ich vorwegnehme, dass am Ende alles gut ausgeht. Das Lesevergnügen speist sich auch nicht aus der wilden, konstruierten Handlung, sondern aus der hochromantischen Atmosphäre, in der sie sich abspielt. Hier ist alles übersteigert: Liebesdialoge, Charaktereigenschaften, Gefühle, Sinnlichkeit. Pure, ausgiebige Erotik ist sofort am Platz, wenn Jaufré und Roxana aufeinander treffen. Intrigen und Gefahren sorgen zwar für leichte Spannungsmomente, aber letztlich bleibt die einzige Frage, wie - und nicht ob - die unsterblich Verliebten ihr Glück finden.
Was bleibt von der Lektüre? Schwelgerische, verträumte Lesestunden, ein Abdriften in eine Zeit, die es so wohl nie gegeben hat. Umso schöner, wenn uns die Autorin dahin entführt…
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