Manchmal erwarten Eltern etwas von ihren Kindern, das gar nicht zu ihnen passt. Genau damit muss sich Grüna auseinandersetzen. Sie stammt aus einer Hexenfamilie, hat aber ganz eigene Vorstellungen davon, wer sie sein möchte. Der Comic verbindet magische Elemente mit alltäglichen Familienthemen und erzählt dabei von Erwartungen, Eigenwillen und dem Wunsch, den eigenen Weg zu finden.
Gedanken zum Kindercomic
Schon das Titelbild macht neugierig auf den Comic. Es wirkt verspielt, verwunschen und mit viel Liebe zum Detail gestaltet – genau wie die Illustrationen im Inneren des Buches. Zwischen den vielen Pflanzen, kleinen Hexendetails und ungewöhnlichen Figuren gibt es einiges zu entdecken. Grüna steht neben Soufi selbstbewusst im Mittelpunkt, während ihre Mutter und Großmutter schon auf dem Cover sehr unterschiedlich wirken. Dadurch bekommt man direkt einen ersten Eindruck davon, dass es hier nicht nur um Hexerei geht, sondern auch um Familie, eigene Wünsche und darum, seinen Platz zu finden.
Die Geschichte hat mir gut gefallen, weil sie nicht einfach nur ein magisches Abenteuer erzählt. Hinter dem ganzen Hexenkrams steckt ein sehr alltägliches Thema: Grüna möchte selbst entscheiden, wer sie sein will. Ihre Mutter versucht dagegen, sie in eine Rolle zu drängen, die Grüna gar nicht ausfüllen möchte. Das sorgt für viele Konflikte, aber auch für Momente, die einen zum Schmunzeln bringen, weil manche Situationen ziemlich überspitzt wirken.
Grüna ist eine starke Hauptfigur. Sie weiß genau, was sie möchte und was nicht. Besonders schön finde ich, dass sie nicht einfach angepasst erscheint, sondern ihren eigenen Weg sucht. Ihre Mutter wirkt dagegen oft streng, abweisend und wenig verständnisvoll. Gerade weil sie eigentlich eine Vorbildrolle haben sollte, ist ihr Verhalten manchmal schwierig. Umso wohltuender ist die Großmutter, die viel liebevoller, gelassener und offener mit Grüna umgeht. Sie bringt frischen Wind in die Geschichte und nimmt Grüna so an, wie sie ist.
Die Sprache passt gut zu einem Comic für Kinder. Durch die Sprechblasen und die eher kurzen Texte lässt sich die Geschichte leicht lesen. Der Schreibstil ist direkt, lebendig und humorvoll. An manchen Stellen ist die Sprache etwas derber, vor allem bei Grünas Mutter. Das passt zwar zu ihrer aufbrausenden Art, macht aber auch deutlich, dass sie ihrer Tochter gegenüber nicht immer besonders feinfühlig ist. Insgesamt liest sich der Comic schnell und unterhaltsam, ohne oberflächlich zu wirken.
Auch die Illustrationen von Magali Le Huche tragen viel zur Wirkung bei. Sie sind verspielt, ausdrucksstark und voller interessanter Details. Die Figuren haben sehr markante Gesichtsausdrücke, sodass man ihre Gefühle sofort erkennt. Besonders schön ist die Mischung aus Alltag und Magie: Mal wirkt alles ganz normal, dann tauchen wieder kleine verwunschene Einzelheiten auf. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt.
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse ein wenig, was dem Comic noch einmal viel Tempo gibt. Trotzdem bleibt der Kern der Geschichte klar: Es geht um Familie, Erwartungen, Geheimnisse und darum, sich selbst treu zu bleiben. Schön ist, dass Grüna und ihre Mutter am Ende doch noch einen Weg zueinander finden. Das wirkt nicht kitschig, sondern eher so, wie das Leben manchmal spielt: chaotisch, anstrengend, aber mit der Möglichkeit, einander besser zu verstehen.
Fazit
Hexenkram – Grüna ist ein eigenwilliger und liebevoll gezeichneter Kindercomic über ein Mädchen, das seinen eigenen Weg gehen möchte. Die Geschichte verbindet Hexerei mit ganz normalen Familienthemen und zeigt, dass man nicht in eine Rolle passen muss, nur weil andere es erwarten. Besonders gefallen haben mir die starke Hauptfigur, die verständnisvolle Großmutter und die vielen verspielten Details in den Bildern. Ein unterhaltsamer Comic für Kinder, die magische Geschichten mögen, aber auch Figuren mit Ecken und Kanten schätzen.













