Marie Desplechin

 2,6 Sterne bei 16 Bewertungen
Autor*in von Bis später, Prinzessin, A & O und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Marie Desplechin, geb. 1959, ist eine französische Journalistin und Autorin, die mit ihren Büchern vornehmlich ein jugendliches Publikum anspricht. Mit ihrer Trilogie um die kleine Hexe Verte gelang ihr der Durchbruch.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Marie Desplechin

Cover des Buches A & O (ISBN: 9783414823144)

A & O

(4)
Erschienen am 14.09.2011
Cover des Buches Die Bären aus der Rue de l’Ours (ISBN: 9783942795937)

Die Bären aus der Rue de l’Ours

(2)
Erschienen am 15.07.2020
Cover des Buches Hexenkram: Grüna (ISBN: 9783956403729)

Hexenkram: Grüna

(2)
Erschienen am 08.05.2023
Cover des Buches Hexenkram: Malve (ISBN: 9783956404207)

Hexenkram: Malve

(1)
Erschienen am 08.07.2024
Cover des Buches Hexenkram: Pyrina (ISBN: 9783956403927)

Hexenkram: Pyrina

(0)
Erschienen am 04.09.2023
Cover des Buches Verte (French Edition) (ISBN: B00M9GSP3W)

Verte (French Edition)

(1)
Erschienen am 05.06.2018

Neue Rezensionen zu Marie Desplechin

Cover des Buches Hexenkram: Grüna (ISBN: 9783956403729)
Cheris avatar

Rezension zu "Hexenkram: Grüna" von Marie Desplechin

Cheri
Hexenkrams, Familienchaos und eine Heldin mit eigenem Kopf

Manchmal erwarten Eltern etwas von ihren Kindern, das gar nicht zu ihnen passt. Genau damit muss sich Grüna auseinandersetzen. Sie stammt aus einer Hexenfamilie, hat aber ganz eigene Vorstellungen davon, wer sie sein möchte. Der Comic verbindet magische Elemente mit alltäglichen Familienthemen und erzählt dabei von Erwartungen, Eigenwillen und dem Wunsch, den eigenen Weg zu finden. 

Gedanken zum Kindercomic

Schon das Titelbild macht neugierig auf den Comic. Es wirkt verspielt, verwunschen und mit viel Liebe zum Detail gestaltet – genau wie die Illustrationen im Inneren des Buches. Zwischen den vielen Pflanzen, kleinen Hexendetails und ungewöhnlichen Figuren gibt es einiges zu entdecken. Grüna steht neben Soufi selbstbewusst im Mittelpunkt, während ihre Mutter und Großmutter schon auf dem Cover sehr unterschiedlich wirken. Dadurch bekommt man direkt einen ersten Eindruck davon, dass es hier nicht nur um Hexerei geht, sondern auch um Familie, eigene Wünsche und darum, seinen Platz zu finden.

Die Geschichte hat mir gut gefallen, weil sie nicht einfach nur ein magisches Abenteuer erzählt. Hinter dem ganzen Hexenkrams steckt ein sehr alltägliches Thema: Grüna möchte selbst entscheiden, wer sie sein will. Ihre Mutter versucht dagegen, sie in eine Rolle zu drängen, die Grüna gar nicht ausfüllen möchte. Das sorgt für viele Konflikte, aber auch für Momente, die einen zum Schmunzeln bringen, weil manche Situationen ziemlich überspitzt wirken.

Grüna ist eine starke Hauptfigur. Sie weiß genau, was sie möchte und was nicht. Besonders schön finde ich, dass sie nicht einfach angepasst erscheint, sondern ihren eigenen Weg sucht. Ihre Mutter wirkt dagegen oft streng, abweisend und wenig verständnisvoll. Gerade weil sie eigentlich eine Vorbildrolle haben sollte, ist ihr Verhalten manchmal schwierig. Umso wohltuender ist die Großmutter, die viel liebevoller, gelassener und offener mit Grüna umgeht. Sie bringt frischen Wind in die Geschichte und nimmt Grüna so an, wie sie ist.

Die Sprache passt gut zu einem Comic für Kinder. Durch die Sprechblasen und die eher kurzen Texte lässt sich die Geschichte leicht lesen. Der Schreibstil ist direkt, lebendig und humorvoll. An manchen Stellen ist die Sprache etwas derber, vor allem bei Grünas Mutter. Das passt zwar zu ihrer aufbrausenden Art, macht aber auch deutlich, dass sie ihrer Tochter gegenüber nicht immer besonders feinfühlig ist. Insgesamt liest sich der Comic schnell und unterhaltsam, ohne oberflächlich zu wirken.

Auch die Illustrationen von Magali Le Huche tragen viel zur Wirkung bei. Sie sind verspielt, ausdrucksstark und voller interessanter Details. Die Figuren haben sehr markante Gesichtsausdrücke, sodass man ihre Gefühle sofort erkennt. Besonders schön ist die Mischung aus Alltag und Magie: Mal wirkt alles ganz normal, dann tauchen wieder kleine verwunschene Einzelheiten auf. Dadurch entsteht eine besondere Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse ein wenig, was dem Comic noch einmal viel Tempo gibt. Trotzdem bleibt der Kern der Geschichte klar: Es geht um Familie, Erwartungen, Geheimnisse und darum, sich selbst treu zu bleiben. Schön ist, dass Grüna und ihre Mutter am Ende doch noch einen Weg zueinander finden. Das wirkt nicht kitschig, sondern eher so, wie das Leben manchmal spielt: chaotisch, anstrengend, aber mit der Möglichkeit, einander besser zu verstehen.

Fazit

Hexenkram – Grüna ist ein eigenwilliger und liebevoll gezeichneter Kindercomic über ein Mädchen, das seinen eigenen Weg gehen möchte. Die Geschichte verbindet Hexerei mit ganz normalen Familienthemen und zeigt, dass man nicht in eine Rolle passen muss, nur weil andere es erwarten. Besonders gefallen haben mir die starke Hauptfigur, die verständnisvolle Großmutter und die vielen verspielten Details in den Bildern. Ein unterhaltsamer Comic für Kinder, die magische Geschichten mögen, aber auch Figuren mit Ecken und Kanten schätzen.


Cover des Buches Hexenkram: Malve (ISBN: 9783956404207)
SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Hexenkram: Malve" von Marie Desplechin

SternchenBlau
Mobbing und Hass gegen Hexen

Vorneweg: Leider habe ich in der Bibliothek nicht aufgepasst. Dies ist der 3. Band einer Reihe, der sich allerdings auch unabhängig lesen und verstehen lässt.

Manchmal tritt dieser Comic aber echt auf der Stelle, das ist mir als Neueinsteigerin in die Welt und die Figuren schon aufgefallen. Wie mag es dann Leuten gehen, die auch die vorherigen Bände kennen?

Wir steigen mit einem fiesen Mobbing-Fall in die Geschichte ein. Ja, schon klar, dass die Betroffene und ihre Freundin erstmal nicht darüber reden wollen, aber es scheint mir schon seeeehr künstlich, wie lange sich das zieht. Schnell wird auch klar, dass es in dieser Welt auch Übernatürliches gibt und die meisten unserer Protagonist*innen Hexen sind. Und auch die böse Mobberin hat einen übernatürlichen Ursprung, wie sie bald vermuten.

Sehr gut gefallen hat mir der Frauenbund aus verschiedenen Generationen, die gemeinsam gegen das Böse kämpfen. Nur warum haben sie soviel oberflächlichen Zwist untereinander und warum gehen sie bei der Bekämpfung der dunklen Kräfte so langsam, oft einzeln und fast schon dilettantisch vor? Um nur ein Beispiel zu nennen: Wenn die Tochter schon verschwunden ist, muss die Mutter unbedingt zu ihrer Wohnung und damit dem wütenden Mob in die Hände fallen. Obwohl es anders abgesprochen war. Das ist emotional so gar nicht nachvollziehbar – und macht dann auch noch die wenige Spannung kaputt. Die Hintergründe der bösen Seite wird dann auch überhaupt nicht erklärt, da hätte ich mir schon mehr Begründung und Komplexität erwartet. Erst recht, weil die Themen Misogynie, Vorurteile, Hexenverbrennung, Mobbing, etc. ja leider viel zu aktuell sind.

Das Ende ist dann wieder gut gelungen, dass die Nachbarschaft zum Teil Wiedergutmachung leistet.

Die kolorierten Bilder und das Grundsetting mochte ich total, eigentlich auch die Charaktere und ihre Dynamiken. Aber die sitzen einfach viel zu lange rum und reden bzw. machen nicht wirklich was. Und daher zieht sich alles dann ziemlich. 3 von 3 Sternen.

Cover des Buches Die Bären aus der Rue de l’Ours (ISBN: 9783942795937)
Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Die Bären aus der Rue de l’Ours" von Marie Desplechin

Gwhynwhyfar
Eine kleine koschere Metzgerei im Elsass

«Ohne dass wir jemals umziehen musste, sind meine Eltern und ich in verschiedenen Ländern geboren. Wir lernten nicht die gleiche Muttersprache. Meine Vorfahren zogen nicht in der gleichen Uniform in den Krieg.»


Der französische Künstler Serge Bloch wurde in Colmar geboren und mit «Die Bären aus der Rue de l’Ours» setzt er seiner Familie zeichnerisch ein Ehrenmal, Marie Desplechin rundet das Ganze sprachlich wundervoll ab. Colmar im Elsass, mal französich, mal deutsch und wieder französich – Mittelpunkt der jüdischen Familie der Bären ist eine kleine koschere Metzgerei in der Rue de l’Ours. Über den Krieg wurde in der Familie nie geredet, sagt Serge Bloch, aber natürlich muss bei einer jüdischen Familie in diesem Buch kurz darauf eingegangen werden. Viele Elsässer Juden flüchteten vor den Deutschen und wenigen gelang die Rückkehr nach dem Krieg. Blochs Mutter überlebt unentdeckt in einem katholischen Pensionat. Der Vater, als Deutscher geboren, nun Franzose, diente bei seiner Armee, war 1940 plötzlich staatenlos im Elsass, versteckt sich getarnt als Köhler in einem Wald. Nach dem Krieg bringt der Großvater die Metzgerei und das Haus, das den Deutschen als Bordell gedient hatte, wieder in Schuss und das Leben nimmt wieder Normalität auf.


«Ich wurde in eine Welt hineingeboren, die jahrhundertelang allen Schikanen und Scheiterhaufen getrotzt hatte, heimlich, still und leise verpuffte und heute nicht mehr existiert.»


Wundervoll werden in kleinen Geschichten die beiden Großeltern porträtiert, die Eltern, Tante und Onkel. Die zwei Brüder führen gemeinsam die Metzgerei: Tante Thérèse steht hinter der Theke, Onkel Georges führt den Einkauf und die Buchhaltung, Papa Sylvain kümmert sich in seinem »Laboratorium« ums Ausbeilen und Wursten. Zwei Brüder, die sich nicht leiden können, zwei Ehefrauen, die sich nicht leiden können. Mit charmantem jiddischem Humor beschreibt Serge Bloch seine Kindheit in der Rue de l’Ours: Synagoge, jüdische Bräuche, Kinderstreiche, Rabis und Religionsunterricht, Lyceé, ein munteres Familienleben. Ein humorvolles Buch, lebendig geschrieben, etwas für erholsame Stunden. Die Grafiken von Serge Bloch sind reduzierte Stiftzeichnungen, ausdrucksvolle Satire die mit dem Text wunderbar harmonisieren. 


«Samstags, am Schabbat, sündigte mein Vater gleich dreifach. Er schwelgte in Arbeit, Schinken und Butter, die gottloseste Kombination, die es gibt.»


Der französische Künstler Serge Bloch wurde in Colmar geboren und mit »Die Bären aus der Rue de l’Ours« setzt er seiner Familie ein ganz besonderes Denkmal. Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens ist eine kleine koschere Metzgerei in besagter Rue de l’Ours und Bloch erzählt in kurzen und vor allem sehr kurzweiligen Kapiteln von seinen Eltern, den Onkeln und Tanten, den Großeltern und wie sich jeder auf seine Weise mit dem Leben arrangieren musste. Das ist nicht nur sehr unterhaltsam, denn Marie Desplechin versteht es, Blochs Erinnerungen in ebenso lustige wie anrührende Worte zu fassen, nebenbei erfährt man auch viel über jüdisches Leben und das Elsass. Erstaunt lies man beispielsweise, dass zwar alle Familienmitglieder am selben Ort geboren wurden, aber unterschiedliche Nationalitäten besitzen und der Großvater für den kleinen Serge nur schwer zu verstehen war, weil er nur Deutsch sprach.



Marie Desplechin, 1958 in Roubaix geboren, studierte Literaturwissenschaft und Journalismus und arbeitete anschließend im Pressewesen, in der Werbebranche und als Lehrerin. Heute ist sie vor allem freiberu ich für verschiedene Zeitschriften tätig. Für ihr Buch »Endlich Hexe!« erhielt sie 1997 den französischen Preis »Das lustigste Buch des Jahres«.


Serge Bloch, 1956 in Colmar geboren, begann nach seinem Abschluss an der École supérieure des arts décoratifs de Strasbourg im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zu arbeiten. Zudem ist er als Illustrator für Zeitungen und Magazine wie die New York Times, Le Monde und die Süddeutsche Zeitung tätig. Für seine Arbeit wurde Serge Bloch mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Heute lebt er in Paris und New York.


https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/die-baren-aus-der-rue-de-lours-von.html

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