Marie Hermanson Der unsichtbare Gast

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Inhaltsangabe zu „Der unsichtbare Gast“ von Marie Hermanson

Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller – ein Roman, der seine Leser in eine mysteriöse Welt entführt, in der die Grenzen zwischen Vergangenheit und Gegenwart zunehmend verschwimmen und die Idylle eines sorglosen Sommers von immer dunkleren Abgründen überschattet wird.

Das einst herrschaftliche Gut Glimmenäs scheint völlig aus der Zeit gefallen: Überall ticken alte Uhren, die maroden Gemäuer atmen eine vergangene Welt und Florence, die betagte Gutsherrin, hält schillernde Abendgesellschaften wie in ihrer Jugend ab. Um sich hat sie ein paar junge Leute geschart, die dort leben und die Annehmlichkeiten eines gefüllten Weinkellers und eleganter Kleider genießen. Dafür spielen sie in dem von Florence veranstalteten Kostümball gerne mit – als Schauspieler in einem Stück, das einmal Florence’ Leben war. Als jedoch ein weiterer Besucher ankommt und nach Florence’ Testament fragt, zeigt die Inszenierung Risse, und die Magie des Spiels weicht einem bedrohlichen Ernst. Wie weit werden die jungen Leute gehen, um ihr neues, angenehmes Leben zu verteidigen?
Der unsichtbare Gast erzählt von einer Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Leben ihrer geheimnisvollen Gastgeberin einrichten – bis die zurückgelassene wirkliche Welt unaufhaltsam durch die Ritzen des Gemäuers dringt …

Nicht ganz so unheimlich und fantasievoll wie erwartet...

— CorinnaSmiles

Wunderschön erzählter und sehr atmosphärischer Roman mit Thriller-Elementen. Ich mochte es sehr gerne!

— Seehase1977

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  • Der unsichtbare Gast

    Der unsichtbare Gast

    Seehase1977

    27. July 2016 um 14:34

    Zum Inhalt:Die junge Schwedin Martina arbeitet in einem Hotel als Reinigungskraft, sie fühlt sich dort aber ausgenutzt und die Arbeit dort bringt sie oft an ihre körperlichen Grenzen. Andererseits ist sie aufgrund ihrer Lebenssituation auf den Job angewiesen und fügt sich ihrem Schicksal. Bis sie eines Tages ihre alte Freundin Tessan wieder trifft, die Martina mit auf Gut Glimmenäs nimmt. Herrin des Hauses ist die betagte Florence Wendman, die seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Jugend in einer Scheinwelt lebt. Für Florence ist die Welt im Jahre 1943 festgefroren, sie und das ganze etwas verfallene und verwunschen wirkende Anwesen scheinen erstarrt wie in dem Märchen Dornröschen. Tessan arbeitet dort als Dienstmädchen und schon bald verlässt auch Martina ihr reales Leben und arbeitet künftig als Sekretärin für die alte Dame. Die Gutsherrin gibt Dinnerpartys zu denen nie jemand erscheint, schreibt Briefe die nie jemanden erreichen. Bald stoßen weitere junge perspektivlose Menschen dazu und alle werden zu Dienstboten für Florence, die den jungen Leuten damit unwissend ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen scheint, fernab von gesellschaftlichen Zwängen. Dann taucht eines Tages ein unbekannter Besucher auf, der die harmonische Welt der kleinen Wohngemeinschaft zum Wanken bringt und Gut Glimmenäs und seine Bewohner auf eine furchtbare Tragödie zusteuern lässt…Bei dem Roman „Der unsichtbare Gast“ von Marie Hermanson wusste ich ehrlich gesagt nicht so wirklich was mich erwartet, denn man kann das Buch keinem direkten Genre zuordnen. Ein romantisches verträumtes Märchen welches gegen Ende fast zum Thriller wird umschreibt es eigentlich ganz gut. Ich war gefesselt vom Schreib- und Erzählstil der Autorin, die Art und Weise wie sie die Landschaft, Gut Glimmenäs und die Menschen die dort leben beschreibt und sie zum Leben erweckt, gaben mir das Gefühl vor Ort zu sein. Ich bin mir sicher, dass so etwas tatsächlich in unserer heutigen Zeit passieren könnte, es ist sicherlich nicht ungewöhnlich, dass jemand wie hier z.B. Andreas, mit zwei Hochschulabschlüssen keine Arbeit bekommt und sich dann entscheidet auszusteigen, weil ihm das soziale System vielleicht auch keine andere Wahl lässt. Auch wenn die Story in den ersten zwei Dritteln eher so dahinplätschert, gibt es weder Längen noch kam Langeweile auf. Die Charaktere und Figuren die Hermanson erschaffen hat sind authentisch und menschlich und zum Teil gesegnet mit großer Wärme und Herzlichkeit. „Der unsichtbare Gast“ von Marie Hermanson ist ein wunderschön erzählter, atmosphärischer Roman der gegen Ende des Buches durchaus mit Thriller-Elementen aufwarten kann. Mich hat das Buch verzaubert, beeindruckt und nachdenklich gestimmt und ich spreche sehr gerne eine absolute Leseempfehlung aus!

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  • ,,Leidlicher" Roman

    Der unsichtbare Gast

    Amalia7

    27. January 2016 um 19:40

    ,,Magisch, realistisch" - so wird das Buch beschrieben. Durchaus besitzt der Roman ein klein wenig von diesen Eigenschaften, dennoch nicht so viel, dass es überwürzt sein könnte. Die Geschichte an sich ist eine tolle Idee, die durchaus Potenzial hat, aber der geschriebene Roman ist in meinen Augen nicht ideal umgesetzt, deshalb habe ich in der Überschrift das Wort ,,leidlich" verwendet. Ich finde es beschreibt den Roman ganz gut, es ist nicht überaus gut, aber auch nicht katastrophal schlecht, eben ,,so lala" oder eben ,,leidlich".  Mein erster Kritikpunkt ist die mangelnde Beschreibung der Charaktere, diese bleiben irgendwie unergründlich, teilweise unscheinbar, aber vor allem verwischt und blass. Man stellt keinen Bezug zum Charakter her, was eventuell beabsichtigt ist, dennoch traurig in meinen Augen.  Es fehlt an dieser Stelle die Liebe zum Detail.  Ein zweiter und großer Kritikpunkt in meinen Augen ist die Langatmitgkeit des Handlungsverlaufs. Anders als meine Mitleser, brauchte ich viel länger um das Buch zu lesen. denn aus mangelndem Interesse habe ich es immer wieder beiseite gelegt. Die Situationen wurden meiner Meinung nach falsch hervorgehoben, die einen, recht unwichtigen Situationen wie der Alltagsablauf, wurden detailiert beschrieben und in die Länge gezogen und wenn es dann interessant wurde, endete das Kapitel schnell.  Auch finde ich die Aufteilung der Handlungen nicht gut, es war irgendwie unebenmäßig uninteressantes überwog und das Ende kam ganz plötzlich und total abgehackt. Wobei ich hier ein kleines Lob an die Autorin aussprechen muss, denn die Wendung zum Schluss finde ich super!  Mein letzter Kritikpunkt wäre der Schreibstil.  Jeder Autor hat, wie auch jedes Individuum seinen eigenen Charakter, seinen persönlichen Schreibstil und Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, nun hat mir dieser aber gar nicht zugesagt. Die Wörter waren für mich nicht fließend aufeinander abgestimmt und ich hatte so ein Gefühl von Unordnung beim Lesen, als wäre alles irgendwie zusammengewürfelt worden, als hätte die Autorin immer wieder Änderungen vorgenommen, den Laptop weggelegt und nach einer Woche weitergeschrieben ohne in die Materie wiederzufinden.  Fazit:  An sich eine tolle Idee, welche an der Umsetzung scheitert! 

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  • Gewinnt die 15 Lieblingsbücher des LovelyBooks-Teams aus dem Jahr 2015!

    Lua und die Zaubermurmel

    Daniliesing

    Die Vorweihnachtszeit ist doch die schönste Zeit im Jahr für tolle Buchempfehlungen, oder? Da es ja schon eine kleine Tradition geworden ist, möchten wir vom LovelyBooks Team euch auch 2015 wieder unsere Lieblingsbücher des Jahres empfehlen und einen von euch sogar mit einem Buchpaket, das alle 15 Bücher enthält, glücklich machen! Bevor es mit den einzelnen Lieblingsbüchern losgeht, möchten wir euch aber ein wunderbares Kinderbuch ans Herz legen, das uns alle bezaubert hat und das Klein und Groß mit seiner berührenden Geschichte in seinen Bann zieht! "Lua und die Zaubermurmel" ist unser gemeinsamer Buchtipp für das Jahr 2015. Unsere Buchempfehlungen: 1. kultfigur empfiehlt: "Unterwerfung" von Michel Houellebecq Ein hochinteressantes Gedankenspiel zum schlummernden Konfliktpotential in unserer Gesellschaft und der Anpassungsfähigkeit des Einzelnen. Zeitlos und aktuell zugleich. Für mich ein geniales Buch, gerade weil es stellenweise auch banale und langweilige Seiten hat - denn so sind wir Menschen nunmal. 2. Daniliesing empfiehlt: "Der Tag, an dem der Goldfisch aus dem 27. Stock fiel" von Bradley Somer Ein Goldfisch fällt aus dem 27. Stock - vorbei an den vielen Fenstern des Hochhauses und den Geschichten der Menschen dahinter. Gekonnt verknüpft Bradley Somer die einzelnen Schicksale dieser Menschen - mal ganz gewöhnlich, mal total abstrus und verbindet sie zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk, das man in dieser Form bestimmt noch nicht gelesen hat! Genial! 3. TinaLiest empfiehlt: "Im Frühling sterben" von Ralf Rothmann Ralf Rothmann hat mich mit seinem sprachlich sehr beeindruckenden Roman "Im Frühling sterben" aus einer Leseflaute geholt: Ich habe ebenso gebannt wie erschüttert von den Erlebnissen des Protagonisten Walter während der letzen Monate im zweiten Weltkrieg gelesen & auch nach dem Lesen hat mich der Roman nicht so schnell losgelassen. Ein beeindruckendes, leises und sehr starkes Buch! 4. doceten empfiehlt: "Chaos" von David Mitchell In "Chaos" erzählt David Mitchell in neun Geschichten über den freien Willen des Einzelnen in einer deterministisch-chaotischen Welt - nicht das kleinste Thema für einen Debütroman. Nahezu mikroskopisch klein sind jedoch oft die verbindenden Elemente zwischen den Geschichten, bis sie sich in ein großes Ganzes fügen, das wir wohl Leben nennen. Wer die Erzählweise aus dem bekannteren "Cloud Atlas" mag, wird auch von "Chaos" begeistert sein - ich bins! 5. Malista empfiehlt: "Die schönste Art, sein Herz zu verlieren" von Mamen Sánchez Es gibt Bücher, die liest man und am Ende waren sie gut. Und es gibt Bücher wie Mamen Sanchez' "Die schönste Art sein Herz zu verlieren", erschienen im Thiele Verlag, welches einen auf eine Reise mitnimmt, die niemals enden soll! Die Faszination des Buches liegt in den pointierten Beschreibungen der Protagonisten, ihrer Herkunft und ihrer Lebensstile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unbedingt lesen! 6. ValerieLiebtLesen empfiehlt: "Das achte Leben (Für Brilka)" von Nino Haratischwili Ich habe das Familienepos dieses Jahr im Sommerurlaub in Portugal gelesen und war vom ersten Moment an gefesselt von dieser spannenden Geschichte rund um acht beeindruckende Frauenfiguren. Die 1200 Seiten habe ich verschlungen und danach war ich fast ein wenig wehmütig, dass die Geschichte "schon" rum war. Grandios! 7. Sophia29 empfiehlt: "Das Geheimnis des weißen Bandes" von Anthony Horowitz In diesem Jahr bin ich auf den Sherlock Holmes-Geschmack gekommen. Deswegen zählt „Das  Geheimnis des weißen Bandes“ von Anthony Horowitz zu meinen absoluten Lesehighlights 2015. Die ersten Seiten dieses Buches haben ausgereicht, um mich voll und ganz in seinen Bann zu ziehen:   London im November 1890 – der unvergleichliche Detektiv Sherlock Holmes und sein alter Freund Dr. Watson setzen alles daran, das Geheimnis um „Das weiße Band“ schnellstmöglich zu lüften, um   weitere Morde zu verhindern. Ich habe die beiden wirklich gerne auf ihrer Verfolgungsjagd begleitet und von Seite zu Seite mehr der Auflösung dieses dubiosen Falls entgegengefiebert. Dieses Buch bietet nicht nur durch und durch sympathische Protagonisten und einen einzigartigen Stil des Autors, sondern garantiert vor allem auch Spannung bis zum Schluss. 8. HannaBuecherwurm empfiehlt: "Der Name des Windes" von Patrick Rothfuss Lasst euch nicht vom schleppenden Anfang des Buches trügen! Sobald ihr diesen einmal hinter euch habt, wird euch das Buch vollkommen fesseln und bis zur letzten Seite nicht mehr loslassen. Vor allem der originelle Schreibstil macht dieses Buch aus, macht euch darauf gefasst, wiederholt in Lachen ausbrechen zu müssen. Das Buch ist der Auftakt zu einem fantastischen Fantasy-Epos, auf dessen Fortsetzung ich nun richtig gespannt bin! 9. aba empfiehlt: "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie Gegen Ende des Jahres nur ein Lieblingsbuch zu nennen, fällt einem oft schwer, wenn fast jedes gelesene Buch diese Auszeichnung verdienen könnte. Dieses Mal ist es bei mir nicht so, ich musste keine Sekunde lang überlegen, die Entscheidung stand schon im Frühjahr fest. "Die Straße der Geschichtenerzähler" von Kamila Shamsie ist mein absolutes Lieblingsbuch aus 2015. Für so viel Leidenschaft, so konsequente und menschliche Charaktere, und eine glaubhafte und spannende Entwicklung habe ich dieses Buch sehr geliebt. 10. Kathycaughtfire empfiehlt: "Wer die Nachtigall stört ..." von Harper Lee Eines der Bücher, das man in seinem Leben unbedingt gelesen haben sollte. Es ist ein Klassiker der amerikanischen Literatur, aber einer, den man schlichtweg lieben muss. Die Geschichte ist wunderschön, die Botschaft nach wie vor eine unglaublich wichtige und Harper Lee eine grandiose Autorin. 11. markusros empfiehlt: "Vom Inder, der auf dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine große Liebe wiederzufinden" von Per J. Andersson Das Buch und speziell der so mutige Pikay haben mir die eigene Lust am Abenteuer und an fernen Ländern nicht nur in den Lesestunden zurückgebracht. Ich bewundere den Mut, sich aus Überzeugung für eine Sache in Situationen zu begeben, ohne vorher alle Eventualitäten intellektuell durchdacht und durchdrungen zu haben. 12. Tree_Trunks empfiehlt: "Altes Land" von Dörte Hansen Für mich ist "Altes Land" von Dörte Hansen eines der besten Bücher 2015 gewesen. Die Geschichte beschreibt die kleinen Wunden, die sich die Generationen einer Familie gegenseitig zufügen können und erzählt von der Bürde der Vergangenheit. Gleichzeitig hat Dörte Hansen einen tollen Humor, der mich wirklich laut zum Lachen gebracht hat und der von einer ungetrübten Menschenkenntnis zeugt. Ein großartiges Buch über menschliche Stärken und Schwächen! 13. Tasmetu empfiehlt: "Ich bin Malala" von Malala Yousafzai Dieses Buch war so viel mehr als das, was ich erwartet habe und ließ mich tief berührt und nachdenklich zurück. Es ist die Geschichte des Swat Lands, es ist die Geschichte der Taliban, des Islams, es ist die Geschichte ihres Dorfes, ihrer Eltern, ihrer Freunde, ihrer Heimat, ihrer Flucht. Sympathisch, aufrüttelnd, aktuell. 14. nordbreze empfiehlt: "Bora" von Ruth Cerha Die Frankfurter Verlagsanstalt sollte dieses Buch nur zusammen mit einem Flugticket nach Kroatien verkaufen. Obwohl ich schon immer eine Wasser-Sehnsucht hatte, war diese noch nie so stark wie beim Lesen von "Bora". Ich möchte auch eine Insel erkunden, klettern, schwimmen, Wein trinken (ich mag gar keinen Wein ..) und Fisch essen. Ruth Cerha beschreibt das Inselleben einfach, alltäglich, aber trotzdem prägnant, so dass man das Gefühl hat, schon einmal dort gewesen zu sein (was ich für mich ausschließen kann. Ich war noch nie in Kroatien). Hinzu kommen mit Mara und Andrej zwei unaufdringliche Protagonisten, deren Liebesgeschichte so dezent aufgestellt ist, eigentlich will ich das gar nicht Liebesgeschichte nennen. Zwischen den beiden herrscht einfach eine große Vertrautheit, die ohne große Worte auskommt. Seid ihr neugierig auf unsere 15 Lieblingsbücher 2015 geworden? Dann habt ihr bis einschließlich 6. Januar Zeit, bei der Verlosung eines tollen Buchpakets mit allen 15 Büchern mitzumachen. Jetzt müsst ihr uns über den "Jetzt bewerben"-Button ganz oben nur noch folgendes verraten und dann seid ihr dabei: Da wir selbst immer so gerne Bücher verschenken, würden wir von euch gern wissen, welche Bücher ihr dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt und wieso ihr euch für genau diese entschieden habt? Welche sind eure Buchgeschenktipps des Jahres? Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest & einen guten Rutsch ins neue Jahr!

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    • 990
  • Dinner for five - irgendwie wenig nachhaltig

    Der unsichtbare Gast

    Bücherfüllhorn-Blog

    07. December 2015 um 12:39

    Dieses Buch wurde während des Glühweinabends in der Stadtbücherei Simmern von der Rottmann-Buchhandlung/Frau Heinrich präsentiert. Es dauerte einige Wochen, bis ich mit der Ausleihe an der Reihe war und ich habe das Buch dann auch gleich Abends gegen zehn Uhr angefangen zu lesen – und konnte nicht mehr aufhören! Die Geschichte handelt von fünf jungen Menschen, die sich im Gutshaus Glimmenäs in einer Art Rollenspiel wiederfinden. Die betagte und reiche Besitzerin Florence Wendman ist geistig in den 40iger Jahren stehengeblieben und staffiert sich ihr Leben a la „Dinner for one“ aus. Die fünf jungen Menschen, ich würde sie als „gescheiterte Existenzen“ beschreiben, treiben durch einen Sommer ohne Sorgen auf dem Landgut am See. Die Idylle wird jedoch fragiler, als Fragen nach dem Erben von Florence Wendman alle aufschrecken, und gipfelt schließlich mit der Ankunft eines weiteren jungen Mannes und einem mehr und weniger überraschenden Ende entgegen. Die Geschichte lässt sich schnell und einfach lesen und zieht einen gleich in den Bann. Sehr subtil wird hier ein thriller-artiger Spannungsbogen aufgebaut, aufmerksamen Lesern werden von Anfang an immer mal wieder Bemerkungen auffallen, die auf ein „nicht so gutes“ Ende hindeuten. Dementsprechend ist dann auch die Erwartungshaltung, ein dezent mulmiges Gefühl machte sich in mir breit und die Spannung stieg. Das hier war ein klassisches Buch, bei dem ich mir sagte, „nur noch das eine Kapitel, dann hör ich auf“. Was natürlich nicht funktionierte. Ich las bis zum bitteren Ende.    Fazit: Die Autorin hat einen wunderbaren, angenehmen und einnehmenden Schreib- und Erzählstil. Ich wollte dank der subtilen Spannung am liebsten immer nur weiterlesen, was ich ja dann bis in die Nacht und bis zum Buchende tat. Trotzdem – bereits am Anfang der Geschichte waren die Charaktere blass und blieben es irgendwie bis zum Schluss. Die „Fünf“ Hauptprotagonisten legten stellenweise eine starke Naivität an den Tag. Einige Handlungen waren für mich so überhaupt  nicht nachvollziehbar gewesen. Der Schluss war dann in einem Teil schon vorher länger absehbar geworden, allerdings gab es auch ungeahnte Überraschungen. Eine ausführliche Inhaltsangabe und weitere Anmerkungen könnte ihr auf meinem Bücherfüllhorn-Blog finden. Das Buch lässt mich etwas ratlos zurück, da ich in Büchern immer irgendwie einen Sinn oder etwas Lehrreiches suche. Hier habe ich nichts gefunden. Ich könnte nun anführen, dass es in dieser Geschichte um Gruppendynamik innerhalb einer Freundschaft/Gemeinschaft bis hin zu einem Verbrechen, mit dem alle vordergründig einverstanden sind, geht, aber das war mir nicht ausreichend genug. Deswegen würde ich dieses Buch als nicht nachhaltig einstufen, und würde es auch meinen Lesefreundinnen nicht empfehlen. Natürlich gibt es sicherlich auch gegensätzliche Meinungen, auf die bin ich gespannt …

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  • Der unsichtbare Gast

    Der unsichtbare Gast

    vormi

    21. November 2015 um 00:26

    Martina hat mit ihren Arbeitsstellen nicht so richtig viel Glück. Immer nur als Aushilfe eingestellt, muß sie froh sein, wenn sie zum arbeiten kommen darf und natürlich darf sie bei Überstunden nicht meckern. Dann wird ihr auch noch die Wohnung von heute auf morgen gekündigt und sie steht auf der Straße. Also bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihren Stolz runterzuschlucken und wieder bei ihren Eltern einzuziehen. Bisher dachte Martina immer, sie wolle nicht wieder bei ihren Eltern einziehen. Aber was sie dann in ihrem Elternhaus feststellen muß, läßt sie erstarren - ihr Zimmer wurde entfernt. Nicht nur umgebaut, sondern komplett in das Wohnzimmer integriert. Sogar Wände wurden dafür entfernt. Entsetzt setzt sie sich in das nächstbeste Café und denkt über ihre hoffnungslose Situation nach. Da läuft ihr eine alte Schulfreundin, Tessan, über den Weg und lädt Martina ein, sie zu ihrer Arbeitsstelle zu begleiten. Und so sieht Martina Gummersål  zum ersten Mal und lernt auch prompt Florence kennen. Und sie erfährt,  warum Florence immer noch im Jahr 1943 lebt und warum Tessan so altmodisch gekleidet ist. Glücklicherweise bietet ihr Florence die Stelle ihrer Sekretärin an und da muß Martina nicht lange überlegen. Endlich eine feste Arbeit und gleichzeitig Kost und Logis auf dem Gutshof. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es war mal etwas ganz anders, als die Bücher, die ich üblicherweise lese. Sehr gut ist die Situation jedes einzelnen geschildert und nachvollziehbar, wie es zu dieser ungewöhnlichen WG auf dem alten Gutshof kommen konnte. Und damit dann auch zu allen anderen Geschehnissen,  die dann daraus resultieren. Es ist für den Leser gut verständlich und realistisch, genau so könnte es sich abgespielt haben.  Nichts ist übertrieben oder beschönigt dargestellt. Und die Protagonisten sind wunderbar plastisch beschrieben. Und auch wenn man, wie ich,  ich genaues über das schwedische Sozialsystem weiß, kann man gut verstehen,  warum sich manche Konstellationen eben genau so ergeben können. Und Jemand mit 2 Hochschulabschlüssen keine Arbeit finden kann

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  • Leserunde zu "Der unsichtbare Gast" von Marie Hermanson

    Der unsichtbare Gast

    aba

    "Wir hatten alles, was wir brauchten, und hatten keine Sehnsucht nach der Welt da draußen." Die Inszenierung scheint perfekt: Ein herrliches Anwesen und idyllische nordische Landschaften stellen im neuen Roman von Marie Hermanson die Kulisse zu einem Theaterstück der besonderen Art. In "Der unsichtbare Gast" zeichnet die schwedische Journalistin und Schriftstellerin nicht nur ein Porträt einer Gruppe junger Menschen, die, von scheinbar perfekten Arbeitsbedingungen angelockt, gefangen sind in einer kollektiven und gefährlichen Fantasie, sondern webt auch geschickt die Probleme von Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot in die Handlung ein. Dieser Roman wird euch packen, mitreißen und so schnell nicht mehr loslassen! Seid ihr dabei bei der nervenaufreibenden Reise nach Gut Glimmenäs? Zum Inhalt Auf Gut Glimmenäs lebt in einem ehemals herrschaftlichen Haus Florence Wendman, die umgeben ist von tickenden alten Uhren. Ihre innere Uhr ist 1943 stehen geblieben, da war sie ein junges Mädchen. Um sie herum hat sie eine Gruppe junger Leute, die ihr zu Diensten sind. Als Sekretärin, als Köchin, als Hausmeister, als Chauffeur. Die alte Dame kann ihnen bieten, was sie anderswo nicht gefunden haben: Unterkunft und eine Arbeit, von der sie leben können. Die jungen Leute fühlen sich auf dem verfallenden Gutshof wohl. Der Weinkeller ist gefüllt, die Kleider aus den 40er Jahren, die sie zu tragen haben, sind schön, der Ort wirkt verzaubert. Sie bewirten Florence' Gäste, die in Wirklichkeit lange tot sind. Sie sind Schauspieler in einem Stück, das Florence' Leben war. Als aber ein weiterer Besucher auf das Gut kommt, der alles auf den Kopf stellt, zeigt die Inszenierung Risse. Wer ist dieser junge Mann, der nach Florence' Testament fragt? Wie weit werden sie gehen, um ihr angenehmes, weltfremdes Leben gegen ihn zu verteidigen? Hier geht es zur Leseprobe! Ihr möchtet diesen fesselnden schwedischen Psychothriller im Rahmen einer Leserunde lesen, euch darüber austauschen und am Ende eine Rezension schreiben? Dann bewerbt euch* bis zum 02.09. über den blauen "Jetzt bewerben"-Button für eins der 25 Exemplare von "Der unsichtbare Gast", die wir zusammen mit dem Insel Verlag verlosen. Dafür müsst ihr auch eine Frage beantworten: Florence' Leben ist in den 40er Jahren stehengeblieben. Hättet ihr die Möglichkeit, in der Vergangenheit leben zu können, in welchem Jahrzehnt würdet ihr euch wohl fühlen? Und warum? Auf eure Antworten bin ich gespannt. Ich wünsche euch viel Glück! Zur Autorin Marie Hermanson, 1956 geboren, lebt in Göteborg und hat etliche Jahre ihres Lebens als Journalistin gearbeitet. Sie debütierte mit einer Sammlung von Erzählungen, die, so ein schwedischer Kritiker, Zeichen sind "einer großen, sich entwickelnden Autorin, welche die altnordische Saga mit den besten Exempeln angloamerikanischer Fantasy und Science-Fiction zu vereinen versteht und deren Wurzeln bis hin zu Poe reichen". Sie erhielt für ihren Roman "Die Schmetterlingsfrau" (1995) den renommierten schwedischen August-Preis. Mit ihrem Roman "Muschelstrand" (1998) gelang ihr der internationale Durchbruch. Möchtet ihr noch mehr über Marie Hermanson erfahren? Ihr könnt sie auf ihrer Webseite oder auf Facebook besuchen! * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten der Leserunde - am besten innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Buches - sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.

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    • 616

    YvetteSchmidt

    29. October 2015 um 13:59
    aba schreibt Vielen Dank! Wichtiger ist allerdings der Link zu deinem Profil bei LovelyBooks, und der war gestern schon gepostet.

    Ah ok. Ich weiß immer nicht genau bei welcher LR, was wichtig ist. Denn bei manchen Autoren ist natürlich auch die amazon-Rezi nicht ganz irrelevant ;-)

  • Ein gelungenes Buch mit Tiefgang

    Der unsichtbare Gast

    YvetteSchmidt

    28. October 2015 um 23:19

    Nach einem Tag voller Katastrophen trifft Martina durch Zufall ihre alte Schulfreundin Tessan wieder. Eigentlich nur um für eine Nacht Unterschlupf zu finden, fährt Martina mit zu Tessans Arbeitsstelle auf das Gut Glimmenäs. Dort begegnet sie Florence Wendman, der sehr rüstigen Besitzerin und Gutsherrin. Auch wenn überall im Haus die aktuelle Zeit angezeigt wird, ist sie doch für die alte Dame im Jahr 1943 stehen geblieben.  Und wenn es Martina auch komisch anmutet, dass alle die Kleidung aus den 40-ern tragen, Feiern ohne Gäste gefeiert werden und sie als Sekretärin Briefe an längst verstorbene Menschen schreiben muss, so bleibt sie auf dem Gut.  Nach und nach erweitert sich die Runde der Angestellten und "Gestrandeten". Und irgendwann wendet sich das Blatt und dramatische Vorkommnisse werden zu Vorboten des großen Finales dieser katastrophalen Inszenierung, die das Leben bereitet hat. Der Schreibstil der Autorin und die eher kurzen Kapitel haben es mir sehr leicht gemacht, um in die Geschichte rund um Florence Wendman zu kommen. Ohne viel Schnörkel gelingt es ihr, eine Stimmung zu zeichnen, die bereits am Anfang fragil und tragisch wirkt, aber doch noch eine Leichtigkeit hat, die im Verlauf des Buches zunehmend verloren geht. Marie Hermanson beschreibt mit wenigen Mitteln eine Gruppenkonstellation mit einer Dynamik, die nach und nach vollständig aus dem Ruder läuft. Auch wenn man erahnt, dass das Buch tragisch endet, so ist es doch nicht vorhersehbar und erhält so den Spannungsbogen bis zur letzten Seite. Mich hat dieses Buch sehr berührt und nach dem Ende auch betroffen, erschüttert und auch etwas verstört zurück gelassen. Nicht nur die Geschehnisse bewirken es, sondern auch die Tragik junger Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer-  ihre Wurzeln verlieren und so straucheln, dass sie nur noch schwer oder gar nicht in das soziale Gefüge unserer oder in diesem Fall der schwedischen Gesellschaft (zurück-) finden.  Für mich ein sehr gelungenes Buch mit Tiefgang. 

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  • Prädikat Lesenswert.

    Der unsichtbare Gast

    Wedma

    Es ist eine gekonnt erzählte Geschichte, die der heutigen Gesellschaft Spiegel vor Augen hält und die unschönen Seiten sichtbar werden lässt. Martina, die Erzählerin, ist eine junge Frau ohne Ausbildung oder Studium, die nach wenig erfreulichen Versuchen gute Arbeit zu finden auf dem Landgut Glimenäs landet. Ihre ehem. Schulfreundin Tessan, die Martina zufällig vor einem Kaffe in der Stadt trifft, bringt sie dorthin. Tessan pflegt auf dem Gut eine achtzigjährige vermögende Dame Florence, die in der Vergangenheit, in den 40-ger Jahren des letzten Jahrhunderts, verfangen zu sein scheint. Martina wird Florence vorgestellt und erhält ein Angebot, als Sekretärin bei ihr zu arbeiten. Martina willigt ein und zieht nach Glimenäs. Das gut ist groß und das Haus bietet Platz für ein 16-Jähriges Mädchen und zwei junge Männer, die später dort landen. Florence behandelt alle respektvoll und bietet den jungen Leuten ohne Arbeit und jegliche Perspektive, diese zu bekommen, ein Dach über dem Kopf und eine halbwegs bezahlte Arbeit, für die sie sich nicht kaputt zu machen brauchen. Sie dürfen sich außerdem aus ihrem Keller mit besten Weinen bedienen, an Essen und Freizeit mangelt auch nicht. Was daraus wird, das muss man lieber selbst lesen. An manchen Stellen war ich regelrecht schockiert: Das kaltherzige Verhalten der Eltern zu ihren Kindern und das Verhalten dieser Kinder am Ende zu Florence oder zu ihrem „Enkel“, der zum Schluss auf Glimenäs auftaucht. Auch die Tatsache, wie scheinbar leicht über Leben und Tod entschieden wird, ließ mich staunen. Die Eltern von Martina und auch die von Andreas, die Generation also, die noch ihre Jobs, ihr regelmäßiges Einkommen wie ihre Vermögenswerte und Häuser hat, bringen absolut kein Verständnis für die heutige Perspektivenlosigkeit ihrer Kinder. Ob studiert oder nicht, haben die Kinder dieser gut betuchten Generation kaum eine Chance, einen Job zu finden und somit ihr Leben in den Griff zu bekommen. Diese Chancenlosigkeit der jungen Menschen, die Unmöglichkeit, eine sinnvolle wie gut bezahlte Beschäftigung zu finden, bildet den Hintergrund der Geschichte und evtl. auch die Ursache der schrecklichen Geschehnisse auf dem Gut Glimenäs. Die Themen wie Freundschaft, Liebe, familiärer Zusammenhalt, Dankbarkeit, Fairness, respektvolles Miteinander, und viele andere ragen vor diesem Hintergrund klar heraus. Interessant fand ich auch einen Aspekt, den Martina in der Mitte der Geschichte anspricht: sie versucht zu verstehen, ab wann die Idylle auf Glimenäs zu Ende war, ob es daran lag, dass Männer dorthin kamen, denn solange nur Frauen dort lebten, herrschte verschlafene Zufriedenheit a lá leben und leben lassen. Sobald Männer dort auftauchten, gab es bald Hierarchien, unverhohlene Rivalitäten, Respektlosigkeit, Streit. Die harmonische Atmosphäre war unwiederbringlich zerstört und bis zum Mord war dann auch nicht mehr weit. Die Figuren sind meisterhaft gelungen: sie wirken wunderbar authentisch. Florence ist besonders gut geworden, ihr schrulliger „Enkel“ steht ihr im nichts nach. Auch die jungen Leute aus der Clique mit ihren Problemen und Verhaltensweisen wirkten wie aus dem realen Leben entsprungen. Der Plot und die Idee lassen sich ebenfalls sehen. Es gibt nicht viel Action. Die Geschichte ist ein einleuchtendes Beispiel dafür, dass man nicht viel Action braucht, um gute Spannung zu erzeugen und die Leser immer weiter lesen zu lassen. Die Geschichte ist insgesamt gut erzählt, wobei für meine Begriffe zu viel erklärt wurde. Die Sprache ist klar und ausdrucksstark. Die ganze Zeit, spätestens ab dem Punkt, als die Handlung auf Glimenäs zu spielen anfing, hing etwas Bedrohliches in der Luft. Es war klar: etwas Unheimliches wird passieren. Einige Überraschungen wurden auch aufgetischt, die meisten kommen zum Schluss und runden das Ganze ab. Die Geschichte hat es in sich und wirkt noch länger nach, verleitet zum Nachdenken über die o.g. Themen, auch über einige Fragen, die zum Glück nicht erklärt wurden. Fazit: eine tiefsinnige wie spannende Geschichte zu akuten Themen der heutigen Gesellschaft, die zum Nachdenken anregt und noch länger nachhallt. Eine klare Leseempfehlung und die wohl verdienten 5 Sterne.

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    • 3
  • Flucht in eine längst vergessene Zeit....

    Der unsichtbare Gast

    bearelic

    18. October 2015 um 16:16

    Klappentext: Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller - Marie Hermanson erzählt von einer eingeschworenen Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Universum ihrer geheimnisvollen Gastgeberin eingerichtet haben - bis die Welt, die sie hatten hinter sich lassen wollen, unaufhaltsam durch die Ritzen dringt. Meine Meinung: „Der unsichtbare Gast“ von Marie Hermanson ist ein außergewöhnliches Werk voller Mystik, märchenhaften Szenarien und kriminalistischer Detektivsuche, bei der erst nach vielen Seiten voll unterschwelligem Grauen und unheimlichen Vorfällen klar wird, wer der unsichtbare Gast ist. Das Cover und der Buchtitel erweckten mein Interesse von Beginn an und ich wollte unbedingt herausfinden, welch traurige Geschichte hinter Florence steckt. Des Weiteren hatte ich noch kein Buch der Autorin gelesen war gespannt wie aus einem romantischen Märchen ein fesselnder Thriller werden konnte. Ich ging ohne große Erwartungen durch die ersten sehr nüchternen Kapitel, in der wir Martina kennenlernen, aus deren Sichtweise das Buch erzählt wird. Als sich plötzlich die Handlungen auf Gut Glimmenäs abspielen, hat mich das Schicksal der Gruppe und deren Einzelgeschichten ganz gefangen, so als ob ich selbst Teil der Gruppendynamik um Florence Wendman wurde. Die Geschichte schaffte es, eine Gefühlsachterbahn in mir auszulösen, mit meiner Psyche zu spielen und dennoch eine moderne Gesellschaftskritik zu schaffen, deren Hintergründe einem zum nachdenken einladen. Ich möchte nicht zu viel über die verschiedenen Charaktere verraten oder wie sie auf Gut Glimmenäs gelandet sind und welche Rolle sie bei Florence einnehmen, aber ich kann sagen, dass jeder Einzelne von Ihnen das Gut als rettende Insel zu sehen scheint, auf die sie von der wirklichen Welt mit all ihren Problemen und Sorgen flüchten können. Zumindest bis es den ersten Ärger im Paradies gibt…. Mein Fazit: „Der unsichtbare Gast“ ist ein spannendes Buch das mich von Anfang bis Ende gefesselt hat und mich durch die sozialkritischen Aspekte zum nachdenken brachte. Die vielen unerwarteten Wendungen und die offenen Fragen, deren Antworten sich immer wieder Zeit ließen, um letztlich doch aufgedeckt zu werden, sowie die unglaubliche Geschichte von Florence die zwar in unserer Zeit passiert, aber doch so gar nicht hier her zu passen scheinen, machen das Buch für mich zum absoluten Lesehighlight. Wer diese Perle, die sich keinem Genre so richtig zuordnen lässt, nicht selbst in die Hand nimmt ist selber schuld. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

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  • "Das hier war eine andere Welt. Und ein anderes Leben."

    Der unsichtbare Gast

    Literatur-Lady

    08. October 2015 um 16:31

    "Der unsichtbare Gast". Ein Roman? Ein Thriller? Ein Märchen?  Viele Bezeichnungen treffen auf Marie Hermansons neues Werk zu, doch eins ist ganz sicher: Es ist ein ganz großes Stück Gesellschafts- und Zeitkritik! Die Autorin  zeichnet das Bild einer Gruppe von jungen, verlorenen Menschen, die nicht so recht Fuß im Leben fassen können. Ist das die sogenannte Generation Y? Martina, Tessan, Judith, Andreas und Pontus sind entweder komplett pleite, ohne Berufsausbildung und -perspektive oder aber vollkommen überqualifiziert für die harte skandinavische Gesellschaft und Marktwirtschaft. Sie hangeln sich von einem prekären Job zum nächsten oder werden eben gar nicht beschäftigt. Oder aber sie sind Gründer einer dubiosen Firma oder ehemalige Insassen einer Psychiatrie. Soweit, so gut. Diese bunt gemischte Gruppe beginnt also auf dem geheimnisvollen Gut Glimmenäs unter der "Führung" der Hausherrin Florence Wendman ein neues Leben, das ihnen Sicherheit und eine Aufgabe bietet. Bis ein neuer Besucher auftaucht und die Ereignisse um das idyllische und verträumte Leben in Glimmenäs eine rasante Wendung nehmen. Marie Hermanson beschreibt eine Generation, die vor der unbarmherzigen Realität fliehen will und alles daran setzt, um das Leben in einer geschützten Seifenblase voller Annehmlichkeiten nicht mehr zu verlieren. Schonungslos wird die bizarre, aber heile Welt Glimmenäs' mit der realen, kalten und brutalen Arbeitswelt der schlechten Jobs kontrastiert. Martina hat als Zimmermädchen keine Identität und Individualität mehr, wird degradiert. Andreas drohen wegen seiner finanziellen Misere, die durch sein teures, aber überqualifizierendes Studium bedingt ist, viele Probleme und der Gerichtsvollzieher. Auch die anderen Mitglieder des "Haushalts" von Gut Glimmenäs sehnen sich nur nach Halt, Stabilität und Sicherheit - die sich bittererweise nur in der Traumwelt Florence Wedmans finden lässt. Eine Geschichte voller Bitterkeit, Traurigkeit, Realität und Fantasie. Es steckt soviel Wahrheit in jedem einzelnen Satz. In klarer, aber detailgenauer und doch poetischer Sprache erzählt die Autorin von der Flucht dieser gestrandeten Menschen in die isolierte und abgeschottete (Fantasie)Welt des Gutshofes. Die Lektüre von "Der unsichtbare Gast" hat mich fasziniert und verzaubert! Eine ungewöhnliche und mitreissende Geschichte, die mich so schnell nicht loslassen wird!

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  • Gruseliges Glimmenäs

    Der unsichtbare Gast

    Elefantino

    Frustriert schmeißt die junge Martina ihren demütigenden Aushilfsjob als Zimmermädchen im Hotel hin. Als sie zeitgleich auch noch ihre kleine Wohnung verliert, flüchtet sie zunächst zu ihren Eltern, wo sie sich allerdings nicht wirklich willkommen fühlt. Nicht nur, weil ihr Jugendzimmer mittlerweile einer Renovierung zum Opfer fiel. Da die Chancen für einen baldigen beruflichen Neustart in Ermangelung einer Ausbildung sehr durchwachsen sind, nimmt Martina gerne die Einladung ihrer Jugendfreundin Tessan an, sie an ihren Arbeitsplatz auf dem ländlichen Anwesen Glimmenäs zu begleiten. Hausherrin dort ist Florence Wendmann, eine augenscheinlich etwas wunderliche alte Dame, deren Leben - ebenso wie das komplette Anwesen - im Jahre 1943 "erstarrt" zu sein scheint. Tessan arbeitet dort als Dienstmädchen und bald nimmt auch Martina die ihr angebotene Stellung als "Sekretärin" an. Für freie Kost und Logis, zuzüglich eines Taschengeldes, tauscht Martina ihr reales Leben mit der bizarren Inszenierung einer anderen Epoche, die Verpflichtung zum Tragen der zeitgenössischen Kleidung inklusive. Bald halten weitere verkrachte Existenzen Einzug auf Glimmenäs und übernehmen Rollen in dem skurrilen Spiel. Sie alle eint der Wunsch nach einem sorgenfreien Leben und Abschottung von der Außenwelt, die ihnen so übel mitgespielt hat. Doch just als die verschworene Gemeinschaft beginnt, Pläne für die Zukunft dieses Eldorados der Gescheiterten zu entwickeln, bedroht ein Neuankömmling das Idyll. Was nun? Marie Hermanson hat hier ein wirklich originelles Szenario erschaffen, vor dessen Hintergrund sich uns ihre - zunächst eher oberflächlich beschriebenen - Charaktere erst durch ihre Handlungen erschließen. Das ist auch gut so, denn so kann der Leser gleichermaßen unvoreingenommen und gespannt die unter den Bewohnern von Glimmenäs entstehende Gruppendynamik verfolgen. Die Autorin setzt ihre, wie ich finde, großartige Idee sprachlich und handwerklich sehr gekonnt um. Eine leicht gruselige Atmosphäre. Ein spannender, aber eher unterschwellig laufender, gruppendynamischer Prozess. Die Frage, was Hausherrin Florence im Jahre 1943 erstarren und dort verharren ließ. Dies alles ließ mich das Buch während der Lektüre nur ungern aus der Hand legen. Die Einordnung in ein Genre fällt mir in diesem Fall schwer. Roman, Drama, Krimi oder Thriller???? Das darf jeder nach der Lektüre, die ich uneingeschränkt empfehle, selbst entscheiden.

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    • 3
  • Eine Geschichte mit Hintergrund, spannend von Anfang bis Ende

    Der unsichtbare Gast

    BeaSurbeck

    04. October 2015 um 10:21

    Marie Hermanson DER UNSICHTBARE GAST Klappentext: Vom romantischen Märchen zum fesselnden Thriller - Marie Hermanson erzählt von einer eingeschworenen Gruppe junger Menschen, die sich in einem nicht enden wollenden Sommer wohlig im Universum ihrer geheimnisvollen Gastgeberin eingerichtet haben - bis die Welt, die sie hatten hinter sich lassen wollen, unaufhaltsam durch die Ritzen dringt. Meine Meinung: Cover und Buchtitel erweckten gleichermaßen mein Interesse an diesem Buch. Hinzu kam das ich noch kein Buch der Autorin gelesen hatte, aber ich war auch gespannt wie aus einem romantischen Märchen ein fesselnder Thriller werden konnte. Meine Erwartungen waren hoch und ich kann schon jetzt sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil und die recht übersichtlichen Kapitel haben mir sehr gut gefallen. Zu Anfangs lernen wir Martina kennen die sich ihren Lebensunterhalt als Aushilfs-Zimmermädchen in einem Hotel verdient. Die Arbeit selbst macht ihr nichts aus, aber die Bedingungen sind ihr zuwider. Als ihr dann auch noch die Wohnung wegen Eigenbedarf gekündigt wird, das Zimmer im Elternhaus anderweitig in Beschlag genommen wird, sucht sie Rat bei ihrer Freundin. Diese hat inzwischen eine neue Arbeitsstelle bei einer alten Frau angenommen und bietet Martina an mit ihr zu kommen, sie könne dort auch übernachten. Auf dem Gut ist alles anders, die Hausherrin leicht verwirrt und irgendwie scheint die Zeit dort stehen geblieben zu sein. Als Florence Martina das Angebot macht als ihre persönliche Sekretärin zu bleiben, nimmt sie das Angebot an. Sie verdient zwar nicht viel, hat jedoch ein Taschengeld und Essen/Übernachtung sind frei. Martina überlegt nicht lange, sie greift nach dem Strohhalm und nimmt den Job an. Von da an verändert sich alles für sie, zumal sie nicht der einzige Neuankömmling bleiben wird. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und mit jedem Neuankömmling verändert sich etwas. Eines haben aber alle gemeinsam, irgendwie scheinen sie mit dem Leben in der realen Welt nicht klar zu kommen und Gut Glimmenäs scheint für sie perfekt zu sein. Bei so vielen unterschiedlichen Charakteren war es klar das es irgendwann zum großen Knall kommen musste. Jeder von ihnen hatte es nicht leicht im Leben, mit den einen konnte man fühlen, bei anderen eher weniger. Einige wuchsen einen recht schnell ans Herz, wieder andere mochte man von Anfang an nicht und zwischen all denen die Hausherrin die total durch den Wind war und keiner wusste warum. Eines hatten jedoch alle gemeinsam, für sie war es leichter auf Gut Glimmenäs zu leben wie sich der Realität zu stellen, was sich für manch einen hinterher als großen Fehler heraus stellte. Die Gier nach mehr stellte das Leben jedes einzelnen auf den Kopf und die Folgen die sich daraus ergaben waren nicht vorsehbar. Erst zum Schluss hin wurde meine immer im Kopf lauernde Frage nach dem unsichtbaren Gast beantwortet. Mein Fazit: Ein sehr spannendes Buch das mich von Anfang bis Ende fesselte, mich aber auch zum Nachdenken brachte. Viele kleine Puzzlestücke fügten sich zu einem Ganzen, das Kopfkino kam auch nicht zu kurz und unerwartete Wendungen hielten den Spannungsbogen im oberen Bereich. Von mir gibt es für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung.

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  • Kein spannender Thriller, aber ein sehr unterhaltsames Buch

    Der unsichtbare Gast

    Lilith79

    29. September 2015 um 22:49

    Das Buch "Der unsichtbare Gast" von Marie Hermanson erweckt durch den Titel, das Cover und den Klappentext auf den ersten Blick einen sehr mystischen Eindruck. Deswegen kam der Stil des Buches für mich zunächst doch etwas überraschend, den das Buch ist in einem sehr modernen und sogar eher nüchternen Stil geschrieben und auch die Story ist weitaus weniger mystisch als es der Klappentext vielleicht vermuten lässt. Das ist aber durchaus nicht von Nachteil, den man kommt sofort sehr gut in die Geschichte rein und sie las sich für mich extrem kurzweilig und mitreißend. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Martina, einer jungen Frau Anfang 20, die sich bisher mehr recht und schlecht mit einem schlecht bezahlten Job durchs Leben schlägt, aber wenig Zukunftsperspektive hat (oder dies zumindest glaubt). Durch Zufall trifft sie eine Freundin wieder, die einen außergewöhnlichen Job hat, sie arbeitet auf einem Gutshof für eine alte Frau, die sich mehr oder weniger einbildet noch in den 1940er Jahren zu leben und die die junge Frau als Hausmädchen eingestellt hat. Als ihre Freundin Martina dorthin mitnimmt, wird auch Martina dort eingestellt, deren ganzes Leben sich dadurch verändert und die Geschichte nimmt ihren Lauf...ist zuerst alles harmonisch und scheinbar ein totaler Glücksgriff für Martina, so gerät alles aus dem Ruder als noch mehr Menschen auf dem Gutshof auftauchen. Insgesamt hat mir das Buch und die Idee dahinter gut gefallen. Dass die Geschichte aus Martina's Sicht erzählt wird, macht die Sichtweise einerseits einseitig, aber gerade das ist auch sehr faszinierend. Der Schreibstil ist wirklich sehr flüssig und die Geschichte auch spannend, auch wenn es sich keineswegs um einen Thriller handelt. So fühlte ich mich von dem Buch sehr gut unterhalten und ich habe es innerhalb weniger Stunden ausgelesen. 100% vom Hocker gerissen hat es mich allerdings nicht, denn ich fand es im Endeffekt doch recht vorhersehbar und einige Geschehnisse wirken erstens etwas unrealistisch und zweitens auch etwas konstruiert. Ich denke mit etwas mehr Tiefgang bei der Entwicklung der Charaktere und Raffinesse hätte man aus der Geschichte noch mehr machen können. So bleibt es für mich bei einer guten aber nicht herausragenden Geschichte.

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  • Das perfekte Herbstbuch

    Der unsichtbare Gast

    Das_Leseleben

    29. September 2015 um 16:44

    Das Buch „Der unsichtbare Gast“ wurde mir vom Suhrkamp Inselverlag, auf meine Anfrage hin, zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank dafür. Der Roman hat 344 Seiten und ist ein Softcover. Inhalt: Florence Wendman lebt auf seit jeher auf dem Gut Glimmenäs. Umgeben von tickenden Uhren, alten Möbeln und Bediensteten ist für die Gutsbesitzerin die Zeit 1943 stehen geblieben. Ihre Angestellten, welche Kleider aus den 40zigern tragen müssen, lassen sich nur all zu gern auf das Spiel, fern ab von jeglicher Realität, ein. Aber wie weit werden sie gehen um ihre Märchenwelt vor der bösen Wirklichkeit zu schützen? Meine Meinung: Marie Hermason hat mit dem Buch „Der unsichtbare Gast“ ein sehr außergewöhnliches Werk geschaffen. Es lässt sich in viele Genres stecken, aber in keines so richtig. Von Märchen, über Familiengeheimnis, bis zum Psychothriller ist alles dabei, ohne das es fehl wirkt. Erzählt wird die Geschichte aus Martinas Sicht in der Ich-Form. Sie ist eine junge Frau um die 30 Jahre. Ihre Probleme und die Probleme vieler Charaktere sind heut zu Tage die leider Üblichen, zum Beispiel gibt es nur schlecht bezahlte Jobs für junge Menschen mit hoher Bildung. So ist es kein Wunder das sich Martina und ihre Mitangestellten auf das Gut Glimmenäs flüchten. Die Realität wird schonungslos und ehrlich beschrieben. Das Leben auf den Gut wirkt märchenhaft, die Atmosphäre ist dicht und greifbar. Ebenso wie der Schreibstil. Psychologisch ist der Roman besonders interessant, da die Geschichte geschickt psychologisch erzählt wird. Des Weiteren zeigt sie was die menschliche Psyche aller bewirken kann, um sich selbst zu schützen. Der einzige Punkt, welcher mir negativ aufgefallen ist, das Verhalten der handelnden Personen untereinander konnte ich manchmal nicht ganz nachvollziehen, den einen oder anderen Charakter hätte ich gerne mal geschüttelt. „Der unsichtbare Gast“ ist das perfekte Herbstbuch, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt und dabei ein geschicktes Netz zwischen Realität und Traum webt.

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  • Ein sozialkritisches Drama

    Der unsichtbare Gast

    Larischen

    Auf Gut Glimmenäs ist die Zeit stehen geblieben, denn Florence Wendman lebt noch im Jahr 1943. Um sie herum sammelt sich ein Haufen gestrandeter junger Menschen, die auf Glimmenäs Arbeit bekommen und die dazugehörigen Rollen mit offenen Armen annehmen. Doch das Spiel kann nicht ewig so weiter gehen und es kommt der Zeitpunkt, an dem Florences Angestellte ihren Job und damit verbunden auch ihre neue Heimat verteidigen müssen. Marie Hermansons sozialkritischer Roman „Der unsichtbare Gast“ zeigt, wie sehr sich Gruppendynamik verselbstständigen kann und immer weiter eskaliert. Ich war zunächst überrascht von der Erzählperspektive. Marie Hermanson erzählt aus Sicht von Martina, einer der ersten „Angestellten“ aus Glimmenäs. Sie war die zweite, die auf das Gut kam und beschreibt die Entwicklung der Ereignisse bis hin zur totalen Eskalation. Die Sprache ist dabei viel moderner und klarer als erwartet, denn nur Florence ist in einer anderen Zeit gefangen, die anderen spielen ihr Spiel nur mit. Mit jedem Gast, der auf Gut Glimmenäs ankommt, merkt der Leser, wie es immer stärker auf eine Katastrophe zuläuft und sich die Geschichte verselbstständigt. Tatsächlich hält Marie Hermanson aber immer wieder kleine Überraschungen bereit, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Neben der Gruppendynamik spielt die Sozialkritik meiner Meinung nach die wichtigste Rolle im Buch. Es hat schon seine Gründe, warum die jungen Menschen sich so bereitwillig auf den Zeitsprung einlassen und sich ihre eigene Realität erschaffen. Ich konnte „Der unsichtbare Gast“ kaum aus der Hand legen, denn man wird geradezu selbst mit in den Sog der Gruppendynamik gezogen und muss unbedingt herausfinden, wie es nun weiter geht. Marie Hermanson ist mit „Der unsichtbare Gast“ ein sozialkritisches Drama gelungen, dass ich nur jedem ans Herz legen kann. Das Buch gehört eindeutig zu meinen Lesehighlights 2015.

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